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Wird Trumps Versprechen Wirklichkeit? Apple prüft Produktionsverlagerung in die USA

Es wäre für Donald Trump der große Sieg zu Beginn seiner Präsidentschaft. Immer wieder hatte er US-Konzerne an den Pranger gestellt, weil sie in großem Umfang Industrieproduktion nach Asien…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Es wäre für Donald Trump der große Sieg zu Beginn seiner Präsidentschaft. Immer wieder hatte er US-Konzerne an den Pranger gestellt, weil sie in großem Umfang Industrieproduktion nach Asien verlagert, und damit US-Arbeitsplätze vernichtet hatten. Dabei nannte er namentlich vor allem Apple, wo man zum Beispiel das iPhone komplett in China herstellen lässt. Wie jetzt bekannt wird, soll der Haupt-Auftragsfertiger Foxconn laut Nikkei Asian Review von Apple schon im Juni gebeten worden sein zu prüfen, ob man Teile der Produktion in die USA verlagern könne.

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Apple-Chef Tim Cook. Foto: Valery Marchive/Wikipedia (CC BY-SA 2.0)

Im Juni? Das wäre schon ein sehr großer zeitlicher Zufall, wenn das nichts mit Donald Trump zu tun hat. Denn den ganzen Sommer über war Trump voll im Wahlkampf und giftete immer wieder, dass er als US-Präsident für chinesische Importe in die USA einen Strafzoll von 45% einführen werde. Foxconn soll zugesagt haben diese Verlagerung in die USA wohlwollend zu prüfen – aber wie das gehen soll, ist jetzt noch gar nicht klar. Die Arbeiter müssten natürlich den absoluten Mindestlohn verdienen, das ist schon mal klar! Denn mal vereinfacht gesagt: Wie teuer würde ein iPhone werden, wenn ein einfacher US-Arbeiter bei „Foxconn USA“ 30 Dollar die Stunde verdienen würde?

Angeblich liegen die derzeitigen Produktionskosten für ein iPhone 7 mit 32 GB in China bei um die 230 Dollar, was in den USA für 649 Dollar über die Ladentheke geht. Laut Nikkei könnten sich die Kosten für die Produktion in den USA grob geschätzt verdoppeln. Das wäre für Apple natürlich ein Desaster. Eine mögliche Lösung unserer Meinung nach: Foxconn könnte die Produktion in die USA verlagern, und dabei massiv auf Automatisierung setzen. Die ist in der chinesischen Industrie sowieso gerade jetzt in großem Umfang angedacht, wodurch so oder so Millionen Arbeiter ihre Jobs verlieren, die bisher einfachste Handgriffe durchführen.

Donald Trump hatte im Wahlkampf ganz direkt gesagt man werde (wenn er Präsident wird) Apple dazu bringen die verdammten Computer und Sachen in den USA zu bauen. Und genau deswegen wird Apple-Chef Tim Cook in weiser Voraussicht jetzt schon prüfen lassen, ob und wie das funktionieren kann. Kleine Lachnummer am Rande: Tim Cook wurde schon mal in einem TV-Interview dieses Jahr auf die Apple-Produktion in China angesprochen, womit man unterschwellig die fehlende Produktion in den USA ins Spiel bringen wollte. Cook sagte dazu bei der Produktion in Asien ginge es nicht um niedrige Lohnkosten, sondern um die besseren Fähigkeiten der Unternehmen in Asien.

Kommt die Verlagerung auch nur von Teilen der iPhone-Produktion in die USA zustande, wäre das gefühlt fast schon die zweite Amtszeit für Donald Trump, oder? Es wäre der große Sieg für ihn. „Schaut her“ würde er sagen, „ich habe es geschafft, man hat auf mich gehört, ich bringe euch die Jobs zurück nach Hause!“ Auch wäre es für alle vergleichbaren Bewegungen in Europa der entscheidende Auftrieb für ihre Argumentation. „Seht her, Trump hat es geschafft, also müssen wir nur genau so aggressiv vorgehen!“

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    leser

    18. November 2016 11:01 at 11:01

    Fertigungsroboter sind keine Jobs. Die Frage ist doch: Wer baut die Fertigungsroboter? Kuka made in China?
    Ohne eine Maschinensteuer bringt das der Bevölkerung nichts, außer höhere Preise für den angebissenen Apfel.

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Basierend auf vorläufigen Zahlen erwartet man für das Geschäftsjahr 2020 ein operatives Ergebnis vor Sondereinflüssen (Dieselthematik) von rund 10 Milliarden Euro, dazu einen ausgewiesenen Netto-Cash-flow im Automobilgeschäft von rund 6 Milliarden Euro. Die gesamten finanziellen Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2020 sowie der Ausblick wird Februar veröffentlicht. Die Volkswagen-Aktie reagiert positiv mit einem Kurssprung von 158,60 Euro heute Vormittag auf aktuell 169,28 Euro.

Interessant zum Thema Autohersteller ist folgende Grafik. Sie zeigt den gigantischen Börsenwert von Tesla (links) in Relation zu den anderen großen Autobauern, die natürlich weitaus größere Mengen produzieren. Tesla hat derzeit mehr Börsenwert als die folgenden acht größten Autobauer zusammen. Sind das noch gesunde Dimensionen bei Tesla? Da muss Elon Musk noch ganz schön viele Autos verkaufen, um mit realen Umsätzen zur Börsenbewertung aufzuschließen.

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Immer mehr zusätzliche Luft für die Aktienblase, Branchenrotation dank Biden

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Derzeit gibt es immer mehr zusätzliche Luft zum weiteren Aufblähen der globalen Aktienblase, so ein Experte im folgenden Gespräch mit Manuel Koch. Notenbanken und Stimulus-Maßnahmen würden die Blase weiter befeuern. Dabei würden sich die Börsenbewertungen immer mehr von der realwirtschaftlichen Wirklichkeit entfernen. Deswegen sollten die Anleger Bestände gegen Verluste absichern. Auch interessant sind die Aussagen über eine Branchenrotation bei US-Aktien. Dank des neuen US-Präsidenten Joe Biden würden Branchen wie Pharma und alternative Energien profitieren, dafür könnte zum Beispiel die Ölindustrie verlieren.

Im Video auch besprochen werden zwei Handelsideen der trading house-Börsenakademie. Bei Netflix könne man market kaufen, und bei Microsoft könne man über das Vehikel einer Stop-Buy-Order auf steigende Kurse setzen.

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