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Wirecard-Aktie dick im Minus – Probleme in Singapur – offizielle Reaktion im Wortlaut

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Mal wieder Singapur. Die Wirecard-Aktie kommt einfach nur zur Ruhe! Die Tocher von Wirecard in Singapur habe laut aktuellem Bericht des „Handelsblatt“ kein Testat für das Jahr 2017 erhalten. Der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young wolle die Richtigkeit der Bilanz 2017 nicht bestätigen, was aus Dokumenten im Register der singapurischen Finanzaufsicht Acra hervorgehe.

Wirecard-Aktie fällt

Die Singapur-Tochter war bereits Auslöser für drei Mega-Abstürze in der Wirecard-Aktie. Sie fiel von 166 auf unter 90 Euro nach derb negativen Berichten der Financial Times. Zwischenzeitlich konnte die Aktie die Verluste im Jahresverlauf fast ganz aufholen, aber immer neue Zweifel und Unsicherheiten belasten die Aktie bis jetzt. Heute früh hat die Aktie mit -7% eröffnet und notiert jetzt bei 114 Euro. Ein volatiles Trading für Zocker ist die Aktie am heutigen Mittwoch, mal wieder! E&Y könne weder die Angemessenheit, Vollständigkeit und Richtigkeit des Jahresabschlusses feststellen. Noch könne man den Umfang möglicher Anpassungen abschätzen, die vielleicht erforderlich sein könnten. Tja, es ist einfach zum K…. die Unsicherheit bleibt auch weiterhin in der Aktie vorhanden.

Gab es nun doch dubiose Buchungen bei Wirecard in Singapur? Eigentlich waren diese Befürchtungen schon längst durch die Analyse einer Anwaltskanzlei vor Ort im Großen und Ganzen aus der Welt geschafft worden. Aber nun geht die ganze Nummer wohl von Neuem los! Wirecard reagiert heute früh mit einer offiziellen Mitteilung, und liefert auch eine Begründung, warum E&Y in Singapur nicht habe testieren können. Zitat:

Hinsichtlich eines gestern Abend erschienenen Zeitungsartikels dürfen wir Folgendes korrigierend anmerken:

Für die Wirecard-Gruppe ist der Konzernabschluss nach IFRS maßgebend. Dieser wurde für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 von Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft geprüft und uneingeschränkt testiert.

Nichtsdestotrotz wurde auch der lokale Abschluss für das Geschäftsjahr 2017 nach lokalem Rechnungslegungsstandard (SFRS) geprüft. Aufgrund der Einschränkungen durch die Ermittlungen (und nicht wie fälschlich in dem Artikel suggeriert durch Unregelmäßigkeiten) in Singapur waren Dokumente teilweise nicht zugänglich, sodass sich der lokale Prüfer auf Basis geltendem lokalen Rechnungslegungsstandard kein abschließendes Prüfungsurteil bilden konnte. Der lokale Abschluss wurde jedoch im Rahmen der Möglichkeiten ordentlich geprüft.

Für die Prüfung des Konzernabschlusses nach IFRS waren diese Einschränkungen nicht relevant. Die von Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft erteilten uneingeschränkten Bestätigungsvermerke zu den Konzernabschlüssen und Konzernlageberichten für die Geschäftsjahre 2017 und 2018 bleiben daher davon unberührt.

Sämtliche Veröffentlichungspflichten wurden ordnungsgemäß eingehalten. So wurde auch der Bestätigungsvermerk hinsichtlich der Einzelabschlussprüfung in Singapur im entsprechenden Unternehmensregister ordentlich veröffentlicht. Der lokale Abschluss für das Geschäftsjahr 2018 ist kurz vor Fertigstellung.

Unternehmenszentrale in München - Wirecard-Aktie fällt
Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Marcus

    20. November 2019 12:27 at 12:27

    Soviel zum Thema die FT ist ein böses Blatt was haltlose Gerüchte streut… Wenn die Wirtschaftsprüfer die Richtigkeit der Bilanz nicht bestätigen wollen, dann liegen da offensichtlich größere Probleme vor.

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Aktienrückkäufe: Warum ich nicht begeistert bin – Werbung

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse.

Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurück gibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.

90% der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer Technologien den Start-Ups und der Konkurrenz aus Fernost.

Nicht unbedenklich ist dabei, dass vor allem in den USA ein Teil der Vorstandsvergütung an die Entwicklung des Aktienkurses geknüpft ist. Die Manager tun sich also vor allem selbst etwas Gutes, statt an die langfristige Konkurrenzfähigkeit Ihres Unternehmens zu denken. Wenn Aktien in solch riesigem Umfang zurückgekauft werden, dann handelt es sich um einen ernsten Eingriff in die Preisbildung der betreffenden Aktien.

Apple schlägt besonders gerne zu

Der größte Käufer eigener Aktien ist ausgerechnet Apple. Jetzt könnte man einwenden, dass Apple auch Milliardengewinne erzielt und sich deshalb die Rückkäufe leisten kann. Das ist prinzipiell richtig. Doch selbst Apple übertreibt mittlerweile. Im vergangenen Jahr wurden Anteile im Wert von 72 Milliarden Dollar zurückgekauft. Der freie Cashflow lag deutlich darunter. Selbst die Gewinnmaschine Apple nimmt also mittlerweile Fremdkapital auf, um Aktienrückkäufe zu finanzieren. Das wurde sogar von offizieller…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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