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Wirecard: Aktie fällt weiter, Frank Thelen rechnet mit CEO ab! UPDATE: CEO tritt zurück!

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Rund um Wirecard wird es immer dubioser! Heute früh hatte Markus Fugmann den Fall zuletzt besprochen (hier im Video). 1,9 Milliarden Euro sind womöglich ganz weg, oder verschwunden? Nichts genaues weiß man nicht. Die Aktie fällt heute weiter. Vorgestern noch bei über 100 Euro, verlor die Aktie gestern brutal auf 40 Euro im Schluss. Heute geht es weiter in den Keller, denn der für heute erwartete nachzuholende Jahresabschluss bleibt auch aus. Aktuell notiert die Aktie von Wirecard nur noch bei 19,66 Euro. Hier der Aktienkurs von Wirecard im Verlauf der letzten zehn Jahre. All die schönen Gewinne der letzten Jahre sind verloren. UPDATE 13:03 Uhr: Wirecard CEO Markus Braun ist soeben laut offizieller Mitteilung des Unternehmens zurückgetreten! James Freis wird zum Interims-CEO berufen.

Wirecard-Aktie im Verlauf der letzten zehn Jahre

Frank Thelen schreibt Wirecard komplett ab

Der aus der “Höhle der Löwen” bekannte Investor Frank Thelen kommentiert ganz aktuell die Geschehnisse rund um Wirecard in einem sechs Minuten langen Videobeitrag über LinkedIn. Er erläutert, was er bisher gut fand am Unternehmen und an der Produkt-Story. Er konnte bisher nicht glauben, dass an den Gerüchten rund um Wirecard in Sachen Betrug und Zahlenmanipulation etwas dran sein könnte. Das Schlimme an dem aktuellen Wirecard-Debakel findet Frank Thelen, dass es sich negativ auf den Digitalstandort Deutschland auswirke, weil man hierzulande so wenig bedeutende Player in dem Segment habe. Frank Thelen sagt im Video wortwörtlich, dass er heute Wirecard als Unternehmen abgeschrieben habe. Denn das Statement des CEO sei “leer” gewesen! Er müsse davon ausgehen, dass das ganze Unternehmen Wirecard ein Betrug sein könne. Er habe das Vertrauen in das Management verloren, und heute früh seine Aktien bei 30 Euro abgestoßen. Schauen Sie das ganze Video von Frank Thelen beim Klick an dieser Stelle an, hochinteressant!

Es wird noch schlimmer

Aktuell meldet die FAZ, dass die beiden asiatischen Banken, bei denen angeblich 1,9 Milliarden Euro von Wirecard deponiert sein sollen, abstreiten, dass das Unternehmen dort überhaupt ein Konto hat. Unterschriften seien gefälscht worden.

Auch im folgenden Video wird bestätigt, dass die Banken sagen, dass man keine Geschäftsbeziehung zu Wirecard unterhalte.

Was sagt uns das? Alles ist möglich. Ist die Firma nur ein einziger großer Betrug? Oder wurde CEO Markus Braun von irgendjemandem betrogen, und ihm wurde vorgegaukelt, dass auf diesen Konten wirklich 1,9 Milliarden Euro liegen? Die Aktie von Wirecard jedenfalls preist immer mehr die schlimmsten Szenarien ein. Fällt sie bis heute Abend noch weiter, deutlich unter 20 Euro? Wirecard-CEO Braun sagt in einem Video auf der Firmen-Webseite (hier zu sehen), dass man derzeit nicht ausschließen könnte, dass die Wirecard AG in einem Betrugsfall erheblichen Ausmaßes zum Geschädigten geworden ist. Laut dem Wirtschaftsprüfer EY gebe es Hinweise darauf, dass den Wirtschaftsprüfern von einem Treuhänder oder aus dem Bereich dieser Banken zu betrügerischen Zwecken falsche Saldenbestätigungen vorgelegt wurden, so CEO Braun. Ein kurzes, müdes Statement hat er da rausgehauen, so möchten wir anmerken. Ein Vertrauensschub Richtung Börse, sei es auch nur kurzfristig, war das nicht.

Hier nochmal ein Interview zum Thema mit Jochen Stanzl von CMC Markets:

Wirecard-Zentrale in München
Die Firmenzentrale von Wirecard in München. Foto: Leo Molatore – 0I3A2249 CC BY-SA 2.0

Ein Kommentar

Ein Kommentar

  1. Avatar

    Sebastian

    22. Juni 2020 10:01 at 10:01

    Man sollte hier unbedingt eine neutrale Haltung bewahren. Es ist nicht unwahrscheinlich das es sich so verhält wie Wirecard behauptet, das sie selbst einer Verschwörung aufgelaufen sind. Man muss nur mal die Vergangenheit studieren, wie oft wurde Wirecard von US Medien angegriffen, wie viel Schaden haben sie angerichtet ohne einen Beweis vorlegen zu müssen? Man muss die Möglichkeit in Erwägung ziehen das hier transatlantische Interessen eine Rolle spielen, welcher mit Sicherheit ein Dorn im Auge großer amerikanischer Zahlungsdienstleister ist. Für mich reiht es sich ein in eine Historie welche bei der Deutschen Bank in den 90ern begann, dann Bayer und die Monsanto-Farce, VW mit dem Abgasskandal sowieso und der gezielte Angriff auf die führende deutsche Diesel-Technologie welcher weltweit niemand das Wasser reichen konnte. Unser Energie-Sektor wird ebenso zwangs-zurückgebaut, wo wir einst groß waren. Wenn man sich die Marktkapitalisierungen von deutschen Unternehmen zu amerikanischen ansieht, versteht man auch welche Marktmacht dahinter steht, welche sie sicher auch bereit sind unter allen Umständen einzusetzen das diese Macht dort bleibt wo sie ist.

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Aktien

Aktienrückkäufe: Wie CEOs ihre Unternehmen aufs Spiel setzen

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An der Wall Street sieht man Aktienrückkäufe als normales Instrument an

In den vergangenen Jahren gab es zwei von Top-Managern initiierte Schemata, die beide die von ihnen geführten Unternehmen aufs Spiel setzten: Aktienrückkäufe (verlorenes Jahrzehnt?) und für Kredite als Sicherheit hinterlegte Aktien! Beide Schemata fliegen den Unternehmen nun reihenweise um die Ohren. Im ersten Fall fehlt den Unternehmen nun das Geld in der Krise, im zweiten Fall können die als Kreditsicherheit hinterlegten Aktien schlimmstenfalls einen Abwärtstrend in der Aktie noch zusätzlich verstärken.

Aktienrückkäufe leerten die Konten der Unternehmen, ohne Nutzen zu stiften

Aktienrückkäufe waren über etliche Jahre beim Management zahlloser Unternehmen Mittel der Wahl, um angeblich Aktionäre am Unternehmenserfolg zu beteiligen. Hunderte Milliarden US-Dollar wurden ausgegeben, um Aktien zurückzukaufen. Dieser Rückkäufe erhöhen temporär den Preis einer Aktie, da die Nachfrage nach den Papieren erhöht wird. Und wenn die Unternehmen die Aktien nach dem Rückkauf vernichten, dann haben die verbliebenen Aktionäre auch einen größeren Anteil am Unternehmen. Eventuelle Dividenden verteilen sich auf weniger Aktien und bei unverändertem Unternehmenswert sollte jede Aktie aus dem kleiner gewordenen Pool aller Aktien mehr wert sein. Um Steuern zu sparen und gemachte Gewinne nicht versteuern zu müssen, nahmen Unternehmen wie Apple sogar Kredite im Umfang dutzender Milliarden US-Dollar auf, um die eigenen Aktien zu kaufen.

Die Kredite sind bei Apple weniger ein Problem, da das Unternehmen gleichzeitig auf enormen Barreserven sitzt. Andere Unternehmen wie Boeing haben es deutlich schwieriger. Geld, das in den vergangenen Jahren für Aktienrückkäufe ausgegeben wurde, fehlt dem Unternehmen nun. Es wurde ausgegeben, ohne dadurch zusätzliches Wachstum für das Unternehmen zu generieren. Es ist das Mittel der Wahl für faule Manager, die keine Ideen haben, wie sie die vom Unternehmen erwirtschafteten Gewinne so reinvestieren können, dass Aktionäre dadurch langfristig profitieren. Dabei wäre die Mehrung des Unternehmensvermögens genau das, wofür das Management von den Aktionären eingesetzt wurde.

Dividenden-Ausschüttungen würden dem Unternehmen zwar auch Kapital entziehen, ohne dadurch zusätzliches Wachstum zu generieren. Doch Dividenden fließen den Aktionären wenigstens direkt zu. Von Aktienrückkäufen haben Aktionäre real höchstens dann etwas, wenn sie ihre eigenen Aktien zum künstlich gepushten Kurs veräußern.

Aktienrückkäufe lassen vor allem das Management profitieren

Dividenden haben zudem den Vorteil, dass das Management nicht überproportional davon profitiert. Genau das tut es aber bei Aktienrückkäufen. Denn inzwischen machen Optionskomponenten den Großteil der Managervergütungen aus. Je höher der Aktienkurs des Unternehmens ist, umso mehr wert sind auch die zugeteilten Aktienoptionen. Manche Aufsichtsräte waren sogar so verrückt, die Managervergütung direkt an den Aktienkurs zu koppeln – bei Tesla Motors zum Beispiel. Das Management hat damit einen maximal großen Anreiz, den Aktienkurs kurzfristig zu erhöhen.

Aktien-Optionen haben zudem den Nachteil, die Anteile der Altaktionäre zu verwässern. Denn jede ausgeübte Aktien-Option führt dazu, dass mehr Aktien im Umlauf sind. Vom gleichen Management durchgeführte Aktienrückkäufe neutralisieren somit erstens die Verwässerungseffekte der eigenen Aktien-Optionen und führen zweitens zu temporär höheren Aktienkursen, die die vom Management gehaltenen Optionen mehr wert werden lassen – oder wie im Falle von Tesla überhaupt erst zur Zuteilung der Optionen führen. Fehlt den Unternehmen nach den Rückkäufen dann auch noch das Geld in der nächsten Krise, wie bei Boeing, dann hat das Management die Unternehmenszukunft aufs Spiel gesetzt, um sich selbst Vorteile zu verschaffen.

Manager verpfänden ihre Aktien, um den eigenen Lebensstil steuerfrei zu finanzieren

Ein zweites gern von Managern genutztes Schema der Bereicherung zum Nachteil des Unternehmens ist abseits der Aktienrückkäufe die Kreditaufnahme für persönliche Zwecke. Manager wie Elon Musk von Tesla oder Markus Braun von Wirecard zahlen ungern Steuern. Und sie geben auch ungern das Steuer „ihres“ Unternehmens aus der Hand. Gleichzeitig pflegen oder pflegten sie jedoch gern einen opulenten Lebensstil. Um den zu finanzieren, müssten sie eigentlich einen Teil ihrer Aktien verkaufen. Dabei müssten die Kursgewinne versteuert werden und sie hätten anschließend weniger Stimmrechte auf der nächsten Aktionärsversammlung.

Liebend gern boten und bieten Banken daher an, doch einfach einen (großen) Teil der eigenen Aktien als Kreditsicherheit zu hinterlegen. Für Kredit fallen keine Steuern an, die Stimmrechte bleiben beim Aktienbesitzer und trotzdem ist der Lebensstil gesichert. Im aktuellen Niedrigzinsumfeld werden die Zinsen dafür gern gezahlt.

Doch die Sache hat einen kleinen Haken: Das Schema funktioniert nur solange, wie der Aktienkurs nicht crasht. Tut er das, werden die Banken irgendwann nervös. Reicht der Wert der als Sicherheit hinterlegten Aktien nicht mehr aus, um den Kredit zu besichern, folgt der Margin Call. Der Kreditnehmer muss dann neue Sicherheiten hinterlegen. Kann er das nicht, werden die Kreditsicherheiten, also die Aktien, verwertet. Das heißt, die Bank wirft die Aktien auf den Markt. Alle. Zur gleichen Zeit. So wie bei Wirecard vor einigen Tagen. Diese Notverkäufe befeuern einen ohnehin bestehenden steilen Abwärtstrend zusätzlich. Je niedriger der Aktienkurs ist, umso schwieriger werden jedoch Kapitalerhöhungen. Denn für den gleichen neu eingeworbenen Betrag müssen viel mehr neue Aktien verkauft und damit der Anteil der Altaktionäre auch stärker verwässert werden.

Der Anteil der verpfändeten Aktien kann dabei durchaus enorme Werte annehmen. Bei Elon Musk sind es 54% all seiner Tesla-Aktien, von denen er rund 20% besitzt. Bei Softbanks Masayoshi Son sind es 60%. Son hält 27% an Softbank. Und Steven Rales, CEO der Danaher Corporation, hat 74% seiner Aktien verpfändet. Er hält 6,2% an Danaher. Sein Bruder Mitchell Rales hält weitere 5,1% an Danaher, von denen wiederrum volle 90,7% für Kredite verpfändet wurden.

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Tesla – die Wiederauferstehung der Dotcom-Blase!

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Die Euphorie um Tesla erinnert stark an die Dotcom-Blase: damals wurde alles gekauft, was mit Internet zu tun hatte – heute ist an die Stelle des Internets die Euphorie um die Elektromobilität getreten. Vor allem Tesla steigt von Allzeithoch zu Allzeithoch – aber dieser Anstieg basiert auf zwei eher unwahrscheinlichen Prämissen: erstens dass Elektroautos den Markt klar dominieren werden in Zukunft, und zweitens dass kein anderer Hersteller in der Lage sein wird, Tesla wirklich Konkurrenz zu machen..

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Dirk Müller zum Wasserstoff-Hype: Warum man jetzt nicht einsteigen sollte

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Wir hatten erst vorgestern über die Aussagen von Dirk Müller berichtet,über die Wahnsinns-Hausse der letzten Wochen in den USA, wo teilweise Minderjährige mit den Kreditkarten ihrer Eltern die Börse stürmen, und wo Millionen von Menschen mit Kleinstbeträgen wie wahnsinnig Börsenkurse pushen. Heute spricht Dirk Müller im folgenden Video über den aktuellen Hype rund um das Thema Wasserstoff. Diese Woche wurde der Hype nochmal kräftig befeuert durch die erst gestern präsentierten großen Pläne der EU, dass man bis 2050 klimaneutral werden wolle, und das mit Wasserstoff. Gigantische Milliardenprogramme sollen von Staaten und Unternehmen in Europa aufgelegt werden.

Also, ist das nun auch der große Start für den Hype rund um Wasserstoff-Aktien? Oder läuft er schon, und Anleger, die sich hier noch nicht auskennen, kommen zu spät? Genau davor warnt Dirk Müller im folgenden Video. Er beschreibt diese jetzige Euphorie und vergleicht sie mit Themen wie 3D-Druck oder Cannabis-Aktien. Jetzt sei der Markt für Anleger schon zu teuer. Man müsse nun erst einmal auf die Marktbereinigung warten, die nach der Euphorie einsetze. Er beschreibt auch Phasen der Markteuphorie, wie es sie in anderen Bereichen schon gegeben habe, die nun auch so beim Wasserstoff ablaufen würden.

Wasserstoff Tankstelle in Belgien
Eine Wasserstofftankstelle in Zaventem Belgien. Foto: Dr. Artur Braun (Arturbraun) CC BY-SA 4.0

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