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Wirecard: BaFin-Anzeige und das Leerverkaufsverbot – zeitlicher Zufall?

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Gestern Nachmittag vermeldete Spiegel Online, dass die BaFin bestätigt habe, dass sie die Journalisten der Financial Times „verdächtige mit mehreren Fonds beziehungsweise einzelnen Investoren gemeinsame Sache gemacht zu haben“. Deswegen habe man bei der Staatsanwaltschaft München gegen mehrere Personen Anzeige erstattet. Es geht um den Vorwurf der Marktmanipulation.

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Es sei egal, ob die in den FT-Artikeln genannten Vorwürfe gegen Wirecard auch wirklich zutreffen würden. Es sei wichtig, ob die Journalisten gewusst hätten, dass bestimmte Spekulanten vor der Veröffentlichung short in der Wirecard-Aktie gegangen wären. Es gehe darum, ob die Journalisten einen derartigen Interessenkonflikt verschwiegen hätten.

Obwohl die BaFin den ganzen FT/Wirecard-Vorgang (drei Artikel mit drei extrem starken Kurseinbrüchen) seit Ende Januar verfolgt, gibt es erst jetzt eine Anzeige der Behörde. Der zeitliche Zusammenhang zum auslaufenden Leerverkaufsverbot für die Wirecard-Aktie ist schon ziemlich auffällig. Am 18. Februar erließ die BaFin ein Leerverkaufsverbot für die Aktien von Wirecard. In der ausführlichen Begründung der BaFin wurde erläutert, dass man (bei dieser neu im Dax aufgenommenen Aktie) das Vertrauen in die Stabilität des deutschen Finanzmarktes gefährdet sah, wenn weitere Short-Attacken auf die Aktie folgen würden.

Daher zog man sozusagen den Stecker für die Spekulanten. Diese Blockade wurde erteilt bis zum 18. April um 24 Uhr. Das heißt: Gestern am 16. April Nachmittags wird durch eine Spiegel-Anfrage bei der BaFin bekannt, dass die BaFin Anzeige erstattet. Damit richtet sich natürlich das Augenmerk der Börsianer auf vermeintlich (!) kriminelle Machenschaften bei der FT und bei Short-Zockern. Und nicht mal zwei Tage später endet das Short-Verbot. Ein zeitlicher Zufall? Na ja… man könnte doch glatt denken (ja, eine totale Verschwörungstheorie), dass mit dieser Aktion „vorgesorgt“ wird für den Börsenhandel nach dem 18. April. Gut, das wäre dann erst nächste Woche nach Ostern.

Aber hatte vielleicht irgendjemand Angst, dass nach Ablauf dieser Sperre die Shorties wieder auf die Wirecard-Aktie draufhauen? Doch lieber nochmal ein kräftiges Zeichen gegen die Shorties setzen mit dieser Anzeige? Denn damit richtet sich das Augenmerk wirklich Richtung FT, und weit weg vom Wirecard-Management und den eigentlichen Manipulationsvorwürfen in Asien! Aber wie gesagt, das ist natürlich nur eine Vermutung wegen des engen zeitlichen Verbindung beider Ereignisse. Die Aktie von Wirecard jedenfalls reagierte gestern bereits leicht positiv auf die BaFin-Anzeige mit einem Plus von 2 Euro. Heute springt die Aktie zur Eröffnung um weitere 6 Euro nach oben auf über 123 Euro.

Wirecard-Aktie seit November 2018
Wirecard-Aktie seit November 2018.

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Aktien

Schwarze Schwäne und wichtige Termine – geliebter Herbst

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Die noch verbleibenden 14 Handelswochen dieses Jahres versprechen Spannung pur. Allein die schon bekannten Termine bergen enormen Sprengstoff. Und dann gibt es ja noch Schwarze Schwäne, die wieder gehäuft auftauchen. Werfen wir also einen Blick voraus bis zum Jahresultimo.

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Schwarze Schwäne lieben den Herbst

Der Herbst ist historisch betrachtet die spannendste Phase an den Märkten. Nicht umsonst fanden 6 der 11 größten Crashs der Börsengeschichte im September und Oktober statt. Dafür gibt es zwei nachvollziehbare Gründe: Erstens kommt der Börsenhandel nach der Sommerpause wieder in Schwung und etliche Marktteilnehmer bilden sich zunächst ein neues Bild von der Gesamtlage und passen ihre Portfolios dem entsprechend an. Zweitens ist der Herbst ökonomisch betrachtet das Gegenstück zur Frühjahrsbelebung. Dieses Phänomen ist in einigen Bereichen signifikant ausgeprägt und gesamtwirtschaftlich spürbar, z. B. beim Tourismus und der Gastronomie, am Bau und im Immobilienmarkt und sogar bei den Automobilverkäufen. Die Konsumenten halten sich generell bis zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts Mitte November etwas zurück. Ausnahmen sind hier die „Back to School Season“ von Ende August bis Anfang September und Kleiderkäufe für die kalte Jahreszeit. In Summe ist die Zeit vom Ende der Sommerferien bis in den November hinein jedoch von saisonaler wirtschaftlicher Schwäche geprägt.

In diesem Jahr gehen viele Volkswirtschaften bereits geschwächt in die Herbstberuhigung und das könnte die Abschwungdynamik in den nächsten Monaten nochmals verstärken. Unvorhersehbare Ereignisse, die zu Marktturbulenzen führen, finden gehäuft in den letzten Wochen des Jahres statt. Man könnte sagen, dass das Immunsystem sowohl der Wirtschaft als auch der Märkte im Herbst angeschlagen ist. Gestern gab es bereits einen Vorgeschmack auf das, was sich jetzt wieder öfter zeigen könnte: Schwarze Schwäne. Das erste Mal seit der Finanzkrise musste die US-Notenbank den Geldmarkt mit bislang 53,15 Mrd. US-Dollar vor dem Kollaps bewahren. Der Auslöser dafür ist erschreckend banal und sollte in seiner Dimension eigentlich für einen Markt mit „gesunder Finanzmarktstabilität“ (O-Ton der Fed) ohne Weiteres verkraftbar sein. Doch mit der Stabilität scheint es nicht weit her zu sein, wenn lange absehbare Zahlungen von Unternehmenssteuern und die Emission von US-Staatsanleihen in Höhe von 78 Mrd. US-Dollar das gesamte System ins Wanken bringen und die Zentralbank zu Notmaßnahmen zwingen.

Auch auf geopolitischer Ebene drohen Überraschungen, so wie die jüngsten Attacken auf saudische Ölanlagen am vergangenen Wochenende im Zuge der anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen den Regionalmächten Iran und Saudi Arabien und ihren Koalitionären (China und Russland vs. USA und Israel). Bereits in der kommenden Woche gibt es zu dieser Entwicklung einen sehr wichtigen Termin anlässlich der UN-Generaldebatte in New York. Ein weiteres politisches Großereignis ist der nach wie vor drohende harte Brexit am 31. Oktober. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte nach seinem ergebnislosen Treffen mit Premier Johnson am Montag: „Das Risiko eines harten Brexit ist nun mit Händen zu greifen“. In Deutschland könnte die SPD zum Jahresende für Turbulenzen sorgen, wenn sich die Genossen für eine neue Führungsspitze entscheiden sollten, die die große Koalition ablehnt.

Kursbeeinflussender Termine voraus

Im Folgenden finden Sie eine Liste, die ausgewählte börsenrelevante Termine in den kommenden Wochen und Monaten zeigt:

Schwarze Schwäne Terminliste

Fazit

Es brodelt gewaltig unter der Oberfläche, wie die massiven Umschichtungen und der Dollar-Liquiditätsstress zuletzt wieder gezeigt haben. Früher hätte schon allein der Kollaps der argentinischen Währungen die Alarmglocken der Marktteilnehmer schrillen lassen und sie zu mehr Risikosensibilität veranlasst. Doch diese Selbstschutzreflexe wurden den Marktteilnehmern durch Notenbank-Puts abtrainiert und auch die Algos wissen es nicht besser. Doch der Verlass auf die Zentralbanken und die Ignoranz gegenüber einer sich aufbauenden historischen Risikokulisse lassen Schwarze Schwäne nicht einfach verschwinden. Eher ist es so, dass man Ereignisse, die sich bereits als realistisches Risikoszenario seit Längerem abzeichnen ignoriert und sie dann bei ihrem Auftreten als unvorhersehbar deklariert. So gesehen sind viele Schwarze Schwäne nur eine Entschuldigung für die mangelnde Prognosequalität überbezahlter Analysten. Das gilt auch für die Kaiser der US-Fed, die sich heute wieder in ihrem Palast in Washington treffen. Sie könnten bald gänzlich ohne Kleider dastehen. Es wäre nicht das erste Mal, dass dies genau im Herbst und für viele Marktteilnehmer völlig überraschend passiert. Die bis Jahresultimo anstehenden wichtigen Ereignisse sind jedenfalls diplomatisch formuliert in Summe „herausfordernd“.

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So werden auch Sie zum erfolgreichen Tech-Investor

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Lieber Börsianer,

Technologie hat die Welt schon immer bewegt. Früher war es die erste Eisenbahn oder die Elektrifizierung. Heute sind die Treiber die Entwicklung künstlich intelligenter Mikrochips oder etwa die Elektromobilität. Früher wie heute verdienen aufgeweckte Investoren damit viel Geld! Diese Sätze schrieb ich bereits an anderer Stelle vor vielen Monaten. Und natürlich hat meine Aussage seitdem nicht an Gewicht verloren. Technologie beeinflusst und verändert unser alltägliches Leben. Mitunter empfinden wir als Verbraucher laufende technische Veränderung als beschwerlich. Vor allem ältere Menschen klagen. Für Sie ist die Umstellung etwa des postalischen Rechnungsversandes auf das E-Mail-Format oder die Gewöhnung an ein neues Smartphone nicht immer ganz einfach. Das ist gelegentlich anstrengend. Als Anleger hingegen profitieren wir enorm von forcierter technischer Innovation. Denn überall, wo bestehende Systeme oder Produktionsverfahren erneuert werden, fließt viel Geld. Schon als Student hatte ich diese…

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