Folgen Sie uns

Aktien

Wirecard: Der große Absturz – liebe Leute, was ist hier los?

Claudio Kummerfeld

Veröffentlicht

am

Wir haben heute bereits über den totalen Kollaps in der Aktie von Wirecard berichtet. Immerhin ein Dax-Wert! (noch) Die Aktie verliert bis jetzt 72,11 Euro oder 69 Prozent auf 32,38 Euro. Das ist der totale Kollaps, Horror, Totalschaden! Eigentlich erwartete der Markt heute einen Jahresabschluss für 2019 mit Testat von Wirecard. Aber daraus wurde nichts. Stattdessen kam die Mitteilung, dass man den Veröffentlichungstermin für den Jahres- und Konzernabschluss 2019 verschiebt, und zwar wegen Zitat “Hinweisen auf Vorlage unrichtiger Saldenbestätigungen”. Tja, genau sowas ist der Horror für die Bullen in der Aktie, und eine Bestätigunge für alle, die seit Jahren daran glauben, dass es bei Wirecard nicht sauber zugeht. Nach seiner ersten Mitteilung hat Wirecard noch eine weitere Mitteilung hinterher geschoben. Die Details dieser Mitteilung lassen das Vertrauen in Wirecard noch viel weiter erodieren! Lesen Sie selbst hier im Wortlaut, und danach unser Kommentar:

Die Wirecard AG wurde von dem Wirtschaftsprüfer EY darüber informiert, dass ein Testat des Jahresabschlusses für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 weiterer Prüfungen bedarf. Der Grund liegt in aktuellen Mitteilungen der beiden die Treuhandkonten seit 2019 führenden Banken, wonach die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten. Der verantwortliche Treuhänder steht in kontinuierlichem Kontakt mit den Banken und der Wirecard AG.

Die jeweiligen Tochtergesellschaften der Wirecard AG haben auf diese Treuhandkonten erhebliche Sicherheitsleistungen von insgesamt 1,9 Mrd. Euro eingezahlt, um für das Risikomanagement für teilnehmende Händler zu garantieren. Bei den die Treuhandkonten führenden Banken handelt es sich um zwei asiatische Banken. Beide Institute verfügen über Investmentgrade Ratings. Der seit 2019 amtierende Treuhänder nimmt in Asien zahlreiche Mandate wahr.

Markus Braun, CEO Wirecard AG: „Wir stehen im Austausch mit dem vor Ort anwesenden Treuhänder. Frühere erteilte Bestätigungen der Banken wurden vom Wirtschaftsprüfer nicht mehr anerkannt. Alle Beteiligten sind um schnellstmögliche Aufklärung bemüht. Ob betrügerische Vorgänge zum Nachteil der Wirecard AG vorliegen, ist derzeit unklar. Die Wirecard AG wird Anzeige gegen unbekannt erstatten.“

Also, ein Dax-Konzern wie Wirecard hat auf Treuhandkonten angeblich 1,9 Milliarden Euro liegen, von den Banken in Asien die betreffenden Kontonummern nicht zugeordnet werden konnten. Hallo? Bitte? Hat da seit geraumer Zeit niemand auf die Konten geschaut? Oder ist da gar kein Geld vorhanden? Niemand weiß nichts Genaues. Tja, Wirecard erstattet selbst Anzeige „gegen Unbekannt“. Was soll man dazu noch sagen? Ist der arme Herr Braun also selbst Opfer von Betrügern geworden? Die Analysten überschlagen sich derzeit mit Ratlosigkeit, wo man zum Beispiel einen Boden für ein neues Kursziel für die Aktie ansetzen soll. Oder es werden die Bewertungen für die Aktie gleich ganz ausgesetzt. Denn wie soll man hier noch irgendetwas bewerten? 1,9 Milliarden Euro auf Bankkonten, von denen niemand weiß, wie die aktuelle Sachlage genau aussieht.

Man bedenke, dass Wirecard heute schreibt, man habe letztes Jahr 2,8 Milliarden Euro Umsatz gemacht. In Relation zu dieser Summe sind die aktuell besprochenen 1,9 Milliarden Euro keine Kleinigkeit! Auch das Thema Insolvenz kommt nun auf den Tisch bei Wirecard. Denn wer wissen will ob der Markt eine steigende Insolvenzgefahr bei einem Unternehmen sieht, muss immer auf die handelbaren Schulden gucken, also die Anleihen. Und da ist heute zum Beispiel eine noch vier Jahre laufende Anleihe von Wirecard um bis zu 40 Prozent abgestürzt. Die Rendite (die Risikoprämie) steigt also dramatisch an. Die Angst geht um. Die seit geraumer Zeit short investierten Hedgefonds dürften heute den Gewinn ihres Lebens gemacht haben, und die langfristig investierten Privatanleger schauen in die Röhre. Kann CEO Braun die Lage bei Wirecard noch retten? Fragen Sie doch bitte uns nicht so etwas! Mehr als in den letzten Jahren dürfte die Aktie die nächsten Tage und Wochen ein brutales Zocker-Papier werden.

Wirecard-Aktie als Chart seit zehn Jahren
Der Kursverlauf der Wirecard-Aktie in den letzten zehn Jahren.

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York- „Biden vorne, aber das Volk verliert“

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden lässt ihn das Fazit ziehen, dass Joe Biden zwar besser abschnitt, dass aber nach dieser Schlammschlacht das ganze amerikanische Volk verloren hat.

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York: Biden vs Trump – Wall Street in Wartestellung

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die Amerikaner warten heute gespannt auf die heute Nacht um 3 Uhr deutscher Zeit stattfindende erste Debatte zwischen Donald Trump und Joe Biden.

weiterlesen

Aktien

Wie lange handeln Sie schon mit Aktien? – Werbung

Avatar

Veröffentlicht

am

Werbung

Lieber Börsianer,

sind Sie auch einer der zahlreichen Neu-Börsianer, die seit Ausbruch der Corona-Krise mit dem Aktienhandel begonnen haben? Wenn ja, dann beglückwünsche ich Sie zu diesem Entschluss.
Im Wesentlichen haben in diesem Jahr drei Faktoren zur Stärkung der Aktionärskultur beigetragen:

1) Die Niedrigzinsen lassen die Menschen nach Alternativen zum klassischen Sparkonto suchen.
2) Online-Broker machen den Aktienhandel auch mit kleinen Geldbeträgen attraktiv.
3) Während der Corona-bedingten Zwangspause des öffentlichen und oft auch beruflichen Lebens hatten viele Menschen erstmals Zeit, sich mit Ihrer Geldanlage und Altersvorsorge zu beschäftigen.

Die Millenials entdecken die Börse

In den vergangenen Monaten habe ich bemerkt, dass vor allem junge Menschen die Börse für sich entdecken. Menschen, die um die Jahrtausendwende geboren wurden, zeigen ein großes Interesse an Geldanlagethemen. Das freut mich umso mehr, gelten die Deutschen doch oftmals als Aktienmuffel. Die Rendite der Anlageportfolios hinkte den Menschen in Aktienländern wie den USA deshalb oft deutlich hinterher. Das könnte sich jetzt mit einer neuen Generation von Aktionären ändern.

Doch es ist auch Vorsicht geboten. Viele Neu-Börsianer lassen sich vom Versprechen auf den schnellen Gewinn verführen. Manche vergessen, dass Sie mit echtem Geld agieren und lassen sich von den spielerisch gestalteten Apps der Online-Broker blenden.

Manchmal scheint es tatsächlich sehr einfach zu sein, an der Börse Geld zu verdienen. Doch vergessen Sie niemals: Die Flut hebt alle Boote. In Zeiten steigender Kurse, wie nach dem Corona-Crash am Anfang des Jahres, konnten Sie kaufen was…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage

Wenn Sie diese Webseite weiter verwenden, stimmen Sie automatisch der Verwendung von Cookies zu. Zur Datenschutzerklärung

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um Ihnen das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn Sie diese Website ohne Änderung Ihrer Cookie-Einstellungen verwenden oder auf "Akzeptieren" klicken, erklären Sie sich damit einverstanden.

Schließen