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Wirecard reagiert auf neue Vorwürfe – letzter Schuss der FT? Kaufgelegenheit?

Claudio Kummerfeld

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am

Online Payment Beispielbild - Wirecard erneut unter Beschuss

Mehrmals in diesem Jahr hat die Financial Times (FT) volle Kanne gegen Wirecard geschossen. Immer wieder sind es Vorwürfe über dubiose Machenschaften bei Aktivitäten im Ausland, mögliche Manipulationen der Bücher usw. Die Anschuldigungen aus dem Frühjahr konnte Wirecard entkräften durch die Prüfung einer Anwaltskanzlei in Singapur. Damit war die Sache erledigt. Der Aktienkurs von Wirecard fiel im Frühjahr von 166 auf unter 90 Euro. Diesen Einbruch konnte die Aktie bis Ende Mai fast komplett wieder aufholen. Und dann letzte Woche ein neuer Vorwurf der FT. Der Aktienkurs brach daraufhin um bis zu 23% ein. Wirecard verkündete kurz darauf eigene Aktien im Volumen von 200 Millionen Euro zurückkaufen zu wollen. Der zeitliche Zusammenhang ist klar. Man versucht den Kurs vor noch weiteren Einbrüchen zu bewahren.

Wirecard beauftragt KPMG

Im Unternehmen scheint man endgültig die Schnauze voll zu haben. Ein externer Wirtschaftsprüfer soll laut heutiger Vermeldung alles bei Wirecard durchleuchten. KPMG soll zu allem Zugang bekommen. Damit will das Unternehmen wohl endgültig klar Schiff machen. Wenn neben dem eigenen Wirtschaftsprüfer und einer Kanzlei in Singapur nun auch ein weiterer externer Wirtschaftsprüfer wirklich nichts Gravierendes finden sollte… hätte die FT dann endgültig ihre letzte Patrone verschossen? Käme die FT dann zukünftig erneut mit einem Vorwurf, würde ihr dann niemand mehr glauben? Und außerdem setzt bei immer dem selben Vorgang (immer die FT gegen Wirecard) auch irgendwann mal der Gewöhnungseffekt beim geneigten Beobachter ein.

Wirecard sagt heute wortwörtlich „Wir gehen davon aus, dass die erneute unabhängige Prüfung dazu führt, alle weiteren Spekulationen endgültig zu beenden.“ Also: Wenn man davon ausgeht, dass an den FT-Vorwürfen nichts dran ist, hat die Aktie danach endgültig Freiraum um wieder deutlich zu steigen? Gut möglich. Wie gesagt, wenn die KPMG ein gutes Zeugnis ausstellt. Abgesehen davon: Bernd Ziesemer von Capital hat aktuell eine Kolumne über Wirecard veröffentlicht (hier nachzulesen), wo er das Verhalten von Vorstand und Aufsichtsrat bei Wirecard gleichsetzt mit dem eines Kleingärtnervereins. Ganz schlechtes Krisenmanagement usw. So könnte man das sehen. Sollte das Unternehmen aber unschuldig sein, dann könnte man auch sagen: Es ist verdammt schwer sich ständig gegen immer neue Vorwürfe zu wehren, an denen einfach gar nichts dran ist.

Erneute Wette

Wie auch immer. Aktuell wiederholt sich das Spielchen aus dem Frühjahr. Wer damals nach dem massiven Kurseinbruch an die „Unschuld“ von Wirecard glaubte, konnte mit dem Kauf der Aktie in wenigen Monaten ganz locker 30% oder 40% Gewinn machen. Aktuell bietet sich eine ähnliche Chance für diejenigen, die quasi mit Wirecard gegen die FT wetten. Das Kurspotenzial nach oben dürfte nicht ganz so groß sein wie im Februar (siehe Chart mit Kursverlauf seit November 2018). Aber eine Chance für nette Kursgewinne besteht. Aber bedenken Sie. Das Risiko ist immer da. Man weiß ja nicht, was KPMG bescheinigen wird.

Wirecard Aktie Kursverlauf seit November 2018

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Neu: Warum Disruptoren für Sie so lukrativ sind – Werbung

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Lieber Börsianer,

US-Investoren lieben diese neue Aktiengattung. Die Rede ist von den sogenannten Disruptoren. Was ist das? Den Begriff des Disruptors prägte vor einigen Jahren der US-Ökonom Clayton M. Christensen.

Er meint damit Unternehmen, die das bestehende Marktgleichgewicht in aller Regel mit großer Dynamik kreativ zerstören. Anders formuliert: Hier werden Erfolgsserien bereits bestehender Technologien oder etwa Produktionsverfahren unterbrochen (englisch: to disrupt). Im deutschsprachigen Raum sprechen wir dann von disruptiven Technologien.

Landläufig verstehen viele Anleger darunter vor allem Neuerungen im Bereich Software oder Internet. Tatsächlich ist das faszinierende Feld dieser Disruptoren vieler größer. Auch nicht-technische Innovationen können einen Markt erheblich verändern.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit: Nach dem Zweiten Weltkrieg startete ein Einzelhändler, den wir heute unter dem Namen Aldi kennen, ein gänzlich neues Geschäftsmodell. Man setzte nicht mehr auf Frischprodukte wie Obst und Gemüse, sondern lang haltbare Konserven und ähnliches. Das Modell des Lebensmittel-Discounters war geboren.

In der jüngeren Vergangenheit etwa sorgte die US-Kaffeehauskette Starbucks für Furore und konstruktive Unruhe im Markt. Die Performance dieser Disruptor-Aktie in den vergangenen 10 Jahren: über 2.200 % Kursplus. Tatsächlich machte diese US-Aktie viele Anleger wohlhabend, einige unter uns machte die Starbucks-Aktie sogar zu kleinen Millionären.

Es muss nicht immer Internet sein

Wie gesagt: Es muss nicht immer Internet sein. Trotzdem gilt natürlich, dass aus dieser Branche in den vergangenen Jahren sehr viele Disruptoren erwachsen sind. Dafür stehen Namen wie Alphabet, Amazon oder etwa in China Tencent oder Alibaba.
Nun kennen wir natürlich alle die Disruptoren der Vergangenheit. Aber was sind die Disruptoren der nächsten Jahren? In meinem Börsendienst RENDITE TELEGRAMM befasse ich mich schwerpunktmäßig genau mit dieser Aktiengattung. Anhand eines aufwendigen Prüfschemas…..

Wollen Sie meine komplette Analyse lesen?

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