Folgen Sie uns

Aktien

Wirecard: Shortseller geben noch nicht auf

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Das Kursspektakel um die Wachstumsaktie im Dax, dem Finanzdienstleister Wirecard, geht weiter. Trotz sehr guter Zahlen für das dritte Quartal, Bestätigung des optimistischen Ausblicks für 2020 – und dennoch geben die Shortseller (noch) nicht auf.

Der Wirbel um Wirecard

Die Anschuldigungen der britischen Finanzzeitung Financial Times zu Bilanzfälschungen beim Finanzdienstleister Wirecard für eine Berg- und Talfahrt in diesem Jahr bereits ausgelöst. Einen Kurseinbruch im Frühjahr von 190 auf 90 Euro, einen raschen Wiederanstieg bis auf 160 Euro – und dann ging es in der letzten Woche wieder von 140 auf unter 110 Euro bergab.

Gesponserter Inhalt

Wollen Sie aktiv Devisen oder Rohstoffe handeln? bietet ein besonders hochwertiges Trading-Tool für Sie! Je enger die Spreads sind, also je geringer der Abstand zwischen Kauf- und Verkaufskurs, desto schneller kommen Sie bei einem positiven Trade in die Gewinnzone. Sichern Sie sich für bestimmte Märkte besonders günstige Sonderkonditionen für ihren aktiven Börsenhandel, . Eröffnen Sie hier ein Konto und starten Sie Ihr Trading. Viel Erfolg!

Schuld war ein erneuter Bericht der FT um unsaubere Geschäfte, nach Singapur im Frühjahr, ging es Mitte Oktober um angeblich falsche Umsätze von Handelspartnern in Dubai und Irland. Trotz heftigster Dementis von CEO Braun und der Beauftragung des renommierten Wirtschaftsprüfers KPMG zu einer Sonderprüfung, kam die Aktie bisher nicht aus dem Keller – auch nicht nach den Quartalszahlen vom Mittwoch, die exzellent ausfielen.

Hervorragende Bilanz, Ausblick bestätigt

Die Quartalszahlen von Wirecard zeigen einen Umsatzanstieg um 36,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 731 Millionen Euro an. Das EBITDA stieg um 42,7 Prozent auf 211 Millionen Euro und der Gewinn um 57,2 Prozent auf 149,2 Millionen Euro – Zahlen, die die Erwartungen der Analysten übertroffen haben.

Auch für den wichtigen Ausblick auf 2020 stellte man eine weitere Steigerung auf 1 bis 1,12 Milliarden Euro für das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen in Aussicht. Damit ginge es wieder deutlich über 30 Prozent nach oben und das bei einem KGV von 26 (2019) und 20 für das Jahr 2020.

Warum also fiel die Aktie selbst beim aktuell gedrückten Kursniveau um drei Prozent bis zum Abend? Anscheinend geben die Shortseller nicht auf.

Wirecard: Die Kursziele und die Aktion von Goldman Sachs

Die amerikanische Großbank hat zusammen mit der deutschen Baader Bank das Kursziel für den Finanzdienstleister bei 230 Euro bestätigt. Zugleich gab Goldman Sachs eine Stimmrechtsmitteilung heraus, mit dem Inhalt, die Anteile von 3,28 % auf 8,04 % erhöht zu haben. Trotz Reduktion des Bestandes an Aktien und mittels des Einsatzes von Finanzderivaten.

Damit entsteht eine äußerst interessante Konstellation, wenn man bedenkt dass die Shortquote für das Dax-Unternehmen kürzlich auf 16,3 Prozent aller Aktien angestiegen war. Die Leerverkäufer rechnen also selbst bei 120 Euro und trotz der genannten Zahlen mit Abwärtspotenzial.

Goldman Sachs hingegen setzt auf die Firma und blockiert einen nicht unerheblichen Teil des Streubesitzes. Was für ein Risiko für die Leerverkäufer, die sich für ihre Spekulationen Aktien des Unternehmens geliehen haben und hoffen nach einem Kurseinbruch diese billiger zurück kaufen zu können – sollte das KPMG-Ergebnis positiv ausfallen. Gab es da nicht schon einmal eine gewaltige Short Squeeze bei dem Dax-Wert Volkswagen im Jahr 2008, beim gescheiterten Versuch der Übernahme durch Porsche und einem drastisch reduzierten Free Float?

Fazit

Der Dax-Konzern Wirecard aus Manching bei München bleibt anscheinend ein Spielball für Trader und Zocker. Spätestens bei Veröffentlichung der Ergebnisse durch KPMG wird Klarheit herrschen und eine Partei wird bluten müssen. Die Aktion von Goldman Sachs gibt zu denken. Weiß die amerikanische Großbank mehr – das Kursziel von 230 Euro dkönnte darauf hindeuten!

Für die Shortseller sollte eigentlich die Reaktion auf den Kursanstieg bei Tesla um 20 Prozent bei der Bekanntgabe guter Verkaufszahlen vor Kurzem eine Warnung gewesen sein. Es entstand ein Milliardenverlust bei den Shorties, die daraufhin fast alle Gewinne des Jahres mit ihrer Wette auf fallende Kurse auf einen Schlag verloren haben. Wiederholt sich dieses Spektakel auch in Deutschland?

Wirecard und der Kampf gegen Meldungen der Financial Times

Firmenzentrale in München. Foto: Kaethe17 CC BY-SA 4.0 – Ausschnitt aus Originalfoto

Hier klicken und kommentieren

Hinterlassen Sie eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

ACHTUNG: Wenn Sie den Kommentar abschicken stimmen Sie der Speicherung Ihrer Daten zur Verwendung der Kommentarfunktion zu.
Weitere Information finden Sie in unserer Zur Datenschutzerklärung

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Bullen, Bären und fliegende Schweine

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Ab morgen startet das verlängerte Thanksgiving-Wochenende in den USA. Die gut laufenden Kurse im November sind im Fokus seiner heutigen Berichterstattung.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Markus Koch LIVE vor dem Handelsstart in New York – Thanksgiving-Party

Redaktion

Veröffentlicht

am

Von

Markus Koch meldet sich im folgenden Video LIVE vor dem Handelsstart in New York. Die steigenden Corona-Zahlen in den USA werden an der Börse derzeit ignoriert. Die Kurse kennen aktuell nur eine Richtung. Positiv zu werten ist auch, dass vermutlich die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen neue US-Finanzministerin werden sollte.

Hier klicken, um den Inhalt von YouTube anzuzeigen

weiterlesen

Aktien

Aktienmärkte: Warum einige aktive Fonds 2020 den Markt schlagen

Wolfgang Müller

Veröffentlicht

am

Die Aktienmärkte sind Schauplatz eines Kampfes, der von Jahr zu Jahr härter wird: Der Wettstreit zwischen den aktiven Fonds und den preisgünstigen, passiven Indexfonds (ETFs). In diesem Jahr haben einige der aktiv gemanagten Investmentfonds die Nase vorn. Ein Grund dafür ist die auch die ungewöhnliche Konzentration der Anleger allgemein auf marktschwere Titel.

Aktienmärkte: Das Dauerduell aktiv gegen passiv

Was hatte sich der in diesem Jahr verstorbene Gründer des passiven Investierens, John Bogle, anfangs für Feinde gemacht, zumeist wurde er milde belächelt! Mitte der Siebziger war Mittelmaß als Ziel eines Investments absolut verpönt, alle wollten noch die Aktienmärkte schlagen.

Doch Bogle hatte seine Mitarbeiter beauftragt, alle im S&P 500 enthaltenen Aktien entsprechend ihrer Gewichtung zu kaufen und damit den bekannten Börsenindex einfach nachzubilden.

Damit schuf Bogle den ersten Indexfonds (Vanguard 500), mit einem aus heutiger Sicht mickrigen Volumen von 11,3 Millionen Dollar.

Doch von Jahr zu Jahr steigt die Anlagesumme in die passiven Anlagevehikel, vor gut zehn Jahren wurde die Billionen-Grenze überschritten, mittlerweile ist die von BlackRock, Vanguard, State Street dominierte Branche bei weit über sechs Billionen Dollar angelangt.

Natürlich lässt es sich auf Dauer nicht verheimlichen, dass es kaum einem aktiven Anlagevehikel jenseits der 10-Jahresfrist gelingt, den Index und damit auch den entsprechenden Exchange Traded Fund zu schlagen. Am allerwenigsten den Leitindex der Aktienmärkte, den S&P 500 als Benchmark – insgesamt liegt die Underperformance bei über 90 Prozent in den großen Märkten.

Ich habe es vor kurzem in einem Artikel dargelegt, welche Folgen es hat, wenn man in einem Jahrzehnt auch nur die zehn besten Handelstage der Aktienmärkte versäumt.

2020 und die extreme Outperformance von Growth

Blicken wir nun auf den heimischen Markt, wo die Entwicklung natürlich einmal mehr den amerikanischen Vorbildern folgt. Hier gibt auch BlackRock den Ton an mit seinen iShares, gefolgt von Lyxor und den XTrackers von DWS, einer Tochter der Deutschen Bank. Gefolgt von UBS, Amundi, Invesco und Deka Investments und damit sind auch die deutschen Sparkassen im Geschäft.

Wie eine Auswertung des Fondsverbands BVI zeigt, haben in den Privatanleger-Depots es einige der alten Namen aus der aktiven Branche geschafft, ihre Vergleichsindizes zu schlagen. Produkte der DWS, der Deka oder der Allianz Group und aus dem Kreise derer, die schon über ein Jahrzehnt am Markt sind. Und dies gilt auch schon für ein paar Jahre, obwohl für diese Produkte die teuren Konditionen mit dem Ausgabeaufschlag und der jährlichen Jahresgebühr von deutlich über ein Prozent p.a. gelten. Wie ist diese Performance zu erklären?

Es waren zum Teil die internen Vorschriften, die den aktiven Fondsmanagern geholfen haben – und nicht die besondere Aktienauswahl.

Man hatte innerhalb der Aktienmärkte auf Aktien gesetzt, die eine hohe Marktkapitalisierung aufwiesen, so genannte Blue Chips – und was lief in den letzten Jahren besonders gut?

Klar, der Tech-Bereich mit Titeln wie Amazon, Apple oder Microsoft, Aktien, die in den Fonds zum Teil noch stärker gewichtet waren, als zum Beispiel im S&P 500 oder im MSCI World. Aber bereits seit Anfang September ist so etwas wie eine Branchenrotation feststellbar, verstärkt durch das Ergebnis des Wahlausgangs in den USA sowie den letzten Ereignissen im Zusammenhang mit der Impfstoffentwicklung.

Anders ausgedrückt: Was passiert, wenn die Big Player wieder auf ein „normales“ Wachstumstempo zurückfallen, um nur eine milde Kursentwicklung zu prognostizieren?

Fazit

Aus den letzen Überlegungen wird deutlich, wie schwierig es in Zukunft bleiben wird, mit spezieller Aktien-Einzelauswahl die Aktienmärkte zu schlagen. Wird es zu einer bleibenden Branchenrotation von Growth zu Value kommen, oder hält sich das Wachstum der Big Seven, oder auch der FAANG-Aktien noch eine Weile?

Man braucht sich nur den explosiven Anstieg einiger Corona-Aktienopfer seit der Impfstoffmeldung von BioNTech/Pfizer zu betrachten. Wie stark wird es noch zu großen Umschichtungen in den großen Depots, insbesondere zum Jahreswechsel kommen? Der 9. November könnte bedeutsamer gewesen sein, als bisher angenommen. Der Anstieg des Nasdaq 100 von seinem Tief vom 6. März 2009 bis zu seinem Hoch am 2. September 2020 mit sagenhaften 1154 Prozent sollte irgendwann korrigiert werden, Kurse (speziell von Indizes) wachsen nie in den Himmel. Der Dax brachte es in diesem Zeitraum auf bescheidene 354 Prozent.

Die Aktienmärkte und die aktiv verwalteten Fonds

weiterlesen

Anmeldestatus

Meist gelesen 7 Tage