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Wirecard – und andere Katastrophen! Marktgeflüster (Video)

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Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. Da kommt viel zusammen: die Hoffnungen auf einen Deal zwischen den USA und China erleben einen Dämpfer durch Aussagen von Larry Kudlow, enttäuschenden Zahlen aus der US-Berichtssaison (schwachen Ausblicke und Druck auf Margen), dazu eine Flut von Prognosesenkungen für das Wachstum (Bank of England, EU-Kommission, Indien senkt überraschend Leitzins). Nun könnte das, was man zuvor gefeiert hat, plötzlich ins Gegenteil umschlagen: die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken, weil sich dadurch die Wachstumssorgen verstärken. In Deutschland wieder einmal Wirecard unter Druck..

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17 Kommentare

17 Comments

  1. Avatar

    Vasari Alfred

    7. Februar 2019 19:04 at 19:04

    Respekt Herr Fugmann, König Kaiser Hero. und das meine ich ERNST.
    Ich finde sie sehr sachlich technisch fundamental versiert. Und intelligent.
    Ohrfeige ist angekommen, Danke
    War das mit den Zinsen in Indien ein fake oder war das dann im Referat wieder sachlich ernst.
    Danke
    Alfred

    • Avatar

      Markus Fugmann

      7. Februar 2019 19:07 at 19:07

      @Vasari, merci! Die indische Zentralbank hat heute wirklich die Zinsen gesenkt..

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    Michael

    7. Februar 2019 19:39 at 19:39

    @Markus Fugmann, folgenden Satz von dir muss ich mir ausdrucken und einrahmen. Ich meine das alles ohne jegliche Ironie oder Hintergedanken ;) Das ist sensationell und bringt mich endlich in die richtige Spur auf meiner langen Suche nach der schlussendlichen Börsen- und Finanzlogik.
    Die Party über die dovishe Fed könnte nun umschlagen bei dovishen Aussagen anderer Zentralbanken.
    Es ist eine Rally entbrannt, wer zur besten Taube des Jahres gekürt wird. Welche Taube fliegt am höchsten, welche erreicht neue taubenhafte ATHs in der mittleren Stratosphäre? Ein Tauben-Monopoly (für die Jüngeren, die das nicht mehr kennen, ein Tauben-Strategiespiel): Wer die besten und leistungsfähigsten Druckmaschinen hat, hat schon mal gute Karten. Apropos Thema Druckmaschinen: Wer dem Druck seiner Lobbyisten, Staatschefs und Superreichen zuerst nachgibt, hat schon fast gewonnen. Wer es zudem schafft, seine Steuerzahler am effektivsten auszupressen, ohne dass diese den dafür nötigen Druck bewusst registrieren, kann kaum mehr verlieren. Ereigniskarten wären z. B. Gerüchte oder täglich veröffentlichte Statistiken im Wirtschaftskalender. Ins Gefängnis muss nur, wer nicht in den Bereichen Börse, Banken, Konzerne, organisierte Kriminalität und Politik beschäftigt ist.

    Lieber Markus, mit dem Tauben-Monopoly könnten wir reich werden. Aber irgendwie ist das Spiel auch ganz schön dove :)

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    Beobachter

    7. Februar 2019 20:11 at 20:11

    @ Michael, ich habe doch kürzlich erwähnt, dass von einer alten Baustelle „WÄHRUNGSKRIEG „ nicht mehr gesprochen wird. WER ALSO DIE WÄHRUNG ALS ERSTER AUF NULL BRINGT , BEKOMMT ALS BELOHNUNG HOHE BÖRSENKURSE.
    GB hat seit Brexit – Pfundschwäche höhere Börsenkurse.Die Länder mit den stärksten Währungen, Japan u.
    CH hatten in den letzten Jahren viel schwächere Börsen als die Abwertungsweltmeister.

    • Avatar

      Michael

      7. Februar 2019 21:18 at 21:18

      @Beobachter, ich verstehe zwar teilweise, aber nicht so ganz: Ist nicht Japan seit Äonen der Abwertungsweltmeister per se? Und hat nicht das GBP trotz Brexit seit etwa 2 Jahren einen eher seltsamen Aufschwung erlebt? Der Leitzins in GB ist doch seit 10 Jahren konstant und seit 2018 sogar gestiegen.

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      Marko

      7. Februar 2019 21:58 at 21:58

      Hallo Beobachter,

      bei einem “harten Brexit” wird GB “in Grund und Boden geschossen”.

      O.k. so kann ich “meine Währung” auch “an die Wand fahren”, dies hätte massivste Konsequenzen zur Folge für GB ! Nicht für den EUR.

      GB wird mit hoher Wahrscheinlichkeit, einen “harten Brexit”, so wie sie heute dastehen, nicht “überleben” ! GB wird “zerbrechen”. (Schottland, Gibraltar, Nordirland)

      D.h., GB, und das GBP wären nach spätenstens nach ca. 2 Monaten “klinisch tot” (eher sogar noch früher), und dann müsste GB bei EUR/Europa “betteln gehen” – “Nehmt uns wieder auf, uns “Rosinenpicker” ? ;)

      Deshalb verstehe ich die Briten nicht.. ? Wie kann man nur so überheblich sein, um “neue Handelsbeziehungen” zu erschließen, aber gleichzeitig die “beste aller Welten” aufzugeben, den EUR (!) / bzw EUROPA !!!

      Und GB ist ein äußerst verläßlicher Partner auf “Nato-Ebene”.. ?

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    Rookie

    7. Februar 2019 20:46 at 20:46

    Vor kurzem habe ich mein Interesse und meine gleichzeitige Verwunderung und Verwirrung hinsichtlich der Anlageform Aktienindizes als Altersvorsorge auf dieser Plattform veröffentlicht.
    Die Verwirrung eines Anfängers steigt weiterhin exponentiell an. Mir stellen sich mehr und mehr sicherlich naive Fragen, als ich Antworten erhalte.
    Ich höre und lese von “dovishen” Reaktionen darauf, weil “der Abschwung so groß ist.” Warum hat man nicht zuvor “hawkish” reagiert? Wenn ein Abschwung registriert wird, muss dem doch ein Aufschwung vorhergegangen sein? Oder befinden wir uns in einer unendlichen Abwärtsspirale und waren nur auf einem sozusagen horizontalen stabilen Zwischenniveau angelangt, das man als Stagnation mit leichter Aufwärtstendenz nach dem vorherigen Abschwung bezeichnen könnte? Würden dem jedoch die 10-jährigen Entwicklungen und Tendenzen an den Aktienmärkten nicht widersprechen, oder denke ich da zu einfach und eindimensional?
    Vielleicht sollte ich mich über die garantierten jährlichen 4,2% meiner privaten Rentenversicherung bei der Allianz freuen und die Finger von einer derart für mich undurchschaubaren Materie lassen.

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    Lanzellott

    7. Februar 2019 20:48 at 20:48

    Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!

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      Michael

      7. Februar 2019 21:57 at 21:57

      Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
      Historisch ist erst einmal ein sehr relativer und in letzter Zeit sehr inflationär gebrauchter Begriff. Was ist historisch? Seit 2009, seit 1999, seit 1989 oder seit dem Jahr von Christi Geburt?
      Man hat es ja auch geschafft, einen irgendwie historisch hohen Leitzins von 11,5% Mitte der 1980er Jahre zu etablieren und diesen in historischen Auf- und Abwärtsbewegungen irgendwann zu pulverisieren.
      Im Griff hatten FED & Co. noch nie irgendwann etwas. Und schon gar nicht die Finanz- und Aktienmärkte. Das ist auch gar nicht deren Aufgabe, dafür wären eigentlich Politiker zuständig, was die uns allen ja auch in 2000 und 2008 glaubhaft und nachhaltig versichert hatten.
      Ich habe die Börsen- und Wirtschaftsturbulenzen 89, 99, 09 überstanden, ohne Schaden zu nehmen, weil ich sie antizipiert und entsprechende Maßnahmen getroffen hatte. Ich sehe auch keinerlei größere Dramen in einer Turbulenz 2019, gut vorbereitet und anlagemäßig umgeschichtet dürfte sie mir eher Vorteile bescheren.

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    Marko

    7. Februar 2019 21:29 at 21:29

    “Wie der schnöde Zufall es will, erleben die Aktienmärkte nach langer Zeit mit impulisver Rally heute wieder einen kräftigen Rücksetzer – nachdem vor allem die US-Indizes geradezu historisch überkauft waren. ”

    Die US-Indizies “waren” nicht überkauft, sie sind es noch immer ! Jetzt in der Sekunde , in dem Ihr mein “Geschreibsel” lest ! Der “Fed-Anleihemüll” da drüben ebenso…

    Stichwort : Die Angleichung zwischen Anleihe- Aktienmärkten … alles klar ? Diese “Angleichung” kann nur dann erfolgen, wenn … – Langweilig, ich weiß… :D

  7. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 21:41 at 21:41

    Hallo, Herr Lanzelot.

    Das da ist nicht die Realität, sorry… Seien Sie mir bitte nicht böse…

    “Generell herrscht ziemlich große Besorgnis im Markt vor Konjunkturabschwächung und der Konsens, dass durch die genannte Haltung der Nationalbanken die konjunkturelle Lage doch schlimmer sei als angenommen und der Markt nun vermutlich massiv abverkauft und der Dollar geschwächt wird (was Gold weiter nach oben treiben wird). Das Problem wird aber sein, dass die Märkte der FED nicht mehr glauben werden das große Finanzexperiment (Ausweitung und Abbau der Geldmenge) wirklich im Griff zu haben. Da dies ja bisher noch nie vorgekommen und deshalb historisch einmalig ist!
    Wirklich kritisch würde es, wenn die FED wie in ihrem Bildausschnitt die Zinsen unter Null senken würde. Der Dollar würde auf seinen Intrinsischen Wert zurück fallen, das Gold explodieren und die Märkte implodieren!”

    Na seltsamerweise hat die EZB die EZB die Zinsen unter NULL gesenkt, und dann : ?

    Die “Märkte” “glauben” – der “FED” ?
    Hat die FED nicht die Zinsen erhöhen “müssen” ? Wer sitzt da jetzt “am längeren Hebel” ? :D

    Also “Häuptling Schmalzlocke und Co” (FED)? Na dann – gehen sie mal “volle Kanne rein in einen Short ?

    Habt Ihr Bären das immer noch nicht kapiert, dass die Amis auf dem “sinkenden Schiff” sitzen ?

    VG

    Marko

  8. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 22:12 at 22:12

    Und die Katastrophe wäre schon der “harte Brexit”, aber danach wäre das GBP ein Fall für die Geschichtsbücher.

    Jedenfalls wäre GB nach dem 1.04.2019 nicht mehr das GB von heute und “das neue GB” müsste sich danach trotzdem an die “europäischen Regeln anpassen”, wenn nicht…

    Tja dann… :D

    Soviel zum Thema “neue Handelsbeziehungen”… ;)

  9. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 23:05 at 23:05

    https://www.onvista.de/news/brexit-ausser-spesen-nichts-gewesen-may-verlaesst-bruessel-mit-leeren-haenden-185783661

    Das wird “GB” mit 99,9 % Sicherheit verlieren, “Schadensbegrenzung”, das muss sein ! Immerhin hat sich Frau May “getraut”, in der “Höhle des Löwen” zu erscheinen… ;D

    Also ehrlich, liebe Briten.

  10. Avatar

    Marko

    7. Februar 2019 23:34 at 23:34

    Und , was man sagen könnte, Frau May hat in GB “nix zu lachen”, bzw bzgl. des Brexits, und der “Countdown läuft”, bzw “die Geier kreisen schon über GB”.

    Jene Personen, die “eigentlich” für diesen bescheuerten (!) Brexit verantwortlich sind, sind nirgendwo zu sehen ! Frau May kriegt es hier “ab”. Mein Respekt , Frau May.

    Bei einem “harten Brexit” dürften sich “gewisse Hedge-Fonds” “auf die Lauer legen”, siehe die Geier kreisen schon, usw…

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    Hinterfrager

    8. Februar 2019 00:23 at 00:23

    Strategisch überaus smarte Argumentation! Wahnsinn, davon könnten sich so manche (der wenigen) “Wettbewerber” ‘ne große Scheibe abschneiden – auch und gerade wenn sie sich etwa Mr. DAX nennen und darin gerne auch über längere Zeit darin schwelgen…

  12. Avatar

    Beobachter

    8. Februar 2019 07:05 at 07:05

    @ Michael, Meine Sichtweise, Ja Japan hat stark abgewertet, aber dass war hauptsächlich vor 1990 ,darum ist auch der Nikkei bis auf 39000 gestiegen. Seither pendelt der Yen zum Dollar zwischen 1,05 u.1,25 u.ist eine Save-Haven Währung geworden. Dank dieser Yenstärke hat sich der Nikkei zu andern Börsen schwach entwickelt u. hat die alten Hochs von 1990 nie annähernd erreicht. ( ca.24000 )
    Zum Britisch-Pfund.Das Pfund wertete bei der Brexit Abstimmung von ca. 1,48 zum Dollar bis auf ca.1,25 ab.
    Nach der überraschenden Abstimmung waren die Meisten aber erstaunt ,dass sich die GB -Börse relativ gut gehalten hat.Das heisst schwache Währung = gute Börse. Das könnte man letztes Jahr auch z.B. in Brasilien sehen, das m.W. fast die einzige Börse mit positiver Jahresbilanz hatte.
    Anderes Beispiel: Der SMI ( CH Börse ) hat dank der Frankenstärke 2018 nur knapp die 2008 er Hochs errreicht, während sich andere Börsen viel besser entwickelten.
    Fazit: Die Währung ist sehr wichtig für die Wirtschaft u.die Börsen, darum glaube ich ,dass der Währungskrieg ( von dem niemand mehr gesprochen hat) wieder aufflammt.
    Ein schönes Nebenprodukt der Abwertung ist noch ,dass die Schulden entwertet werden.
    Also, wer seine Währung auf Null bringt hat keine Schulden mehr u.hohe Börsenkurse ? ? ( Neue Börsenregel) Eine andere neue Börsenregel hat sich in der letzten Woche gebildet. ( Täglich schlechte Wirtschaftsaussichten u.fast täglich neue Börsenhochs )? ?
    Bei dieser Gelegenheit möchte ich dir einmal zu deinen interessanten Posts gratulieren.
    Gruss

  13. Avatar

    Koch

    8. Februar 2019 07:30 at 07:30

    Hatten Sie mal eine lebensbedrohende Fish and Chipsvergiftung,Herr Marko oder woher sonst kommt dieses paranoide GB-Bashing? Die demokratische Mehrheit eines Volkes hat den Brexit gewählt und wird dafür belohnt oder bestraft werden.Viele andere Völker haben in der Vergangenheit schon katastrophalere Entscheidungen getroffen,sie überlebt bzw.sind daraus sogar (demokratisch)gestärkt hervorgegangen!Die EU sollte den Briten dafür sogar dankbar sein,dass sie den selbstherrlichen €urokraten mal so richtig auf die Füsse tritt.

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Bill Gates Stiftung in der Kritik: Wie gesund ist seine Macht? Faktencheck

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Bill Gates und seine Stiftung stehen in der Kritik – wegen seiner WHO-Finanzierung durch Spenden und weil er Impfungen fördert. Ein Faktencheck. Wer ist der einflussreichste Mann der Welt? Der chinesische Präsident? Der Papst? Christiano Ronaldo? Keiner von denen – zumindest wenn es nach den Leuten geht, die gegen die Corona-Maßnahmen protestieren. Sie haben sich auf einen Amerikaner eingeschossen, den ich bisher höchstens mit Computerviren in Verbindung gebracht habe. Aber warum eigentlich?

In diesem Video klären wir, was an der Kritik an Bill Gates dran ist: Wie stark ist sein Einfluss auf unsere Gesundheit – welche Beziehungen hat er zur Pharmaindustrie und zur WHO und warum wird ihm vorgeworfen, dass er uns alle zwangsimpfen will? Bevor wir loslegen ist mir eine Sache wichtig: Ich finde es gruselig zu sehen, wie viele falsche Informationen, Halbwahrheiten und Lügen über Bill Gates kursieren. Gleichzeitig aber gibt es zu dem Mann ein paar Dinge, die man wissen und kritisch hinterfragen sollte – ohne gleich als Verschwörungstheoretiker stigmatisiert zu werden. Und genau dafür ist dieser Beitrag gedacht.

Bill Gates und sein Vermögen: Woher stammt das Geld?

Bill Gates ist nach dem Amazon-Gründer Jeff Bezos der zweitreichste Mensch der Welt. Das US-Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf mehr als 105 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Das mittlere Nettovermögen eines deutschen Erwachsenen liegt laut DIW bei rund 26.000 €. Bill Gates besitzt also statistisch betrachtet so viel wie vier Millionen Volljährige in Deutschland zusammen. Wie konnte der Typ so reich werden? Alles begann im Jahr 1975, als der damals 19-Jährige zusammen mit seinem Freund Paul Allen den Softwareentwickler Microsoft gegründet hat. Die beiden haben maßgeblich beeinflusst, wie und mit welchen Programmen wir heute Computer nutzen.

25 Jahre lang war Bill Gates Chef von Microsoft und hielt als Mitgründer jede Menge Anteile an der Firma – im Jahr 1994 zum Beispiel war es knapp ein Viertel (PDF S. 6). Die Anteile von Microsoft werden an der Börse gehandelt und wurden dort über die Jahrzehnte immer wertvoller. Bill Gates hat seine Anteile nach und nach verkauft, so sammelte er ein Vermögen an. Heute besitzt er „nur noch“ knapp 1,5 % aller Microsoft-Aktien (Doc S. 53). Allein die sind aber aktuell mehr als 19 Milliarden Dollar wert.

Ein Grund für seinen Reichtum ist also, dass die von ihm gegründete Firma immer erfolgreicher wurde. Dass Microsoft – wie viele andere internationale Konzerne – so wenig Steuern wie möglich zahlt, ist unbestritten. Aber hat Bill Gates – so wie es ihm manche vorwerfen – persönlich Steuern vermieden? Das sagte er in einem Interview im jahr 2014 dazu:

Diese Aussage lässt nicht prüfen aber Fakt ist, dass Bill Gates bisher noch keinen Ärger mit Finanzbehörden hatte. Ansonsten geht er übrigens recht offen mit seinen Steuervorteilen um: Mehr als 36 Milliarden Dollar ihres Vermögens haben Bill und seine Frau Melinda an ihre Stiftung gespendet. Dadurch sparten sie knapp vier Milliarden Dollar Steuern.

Es stimmt also, dass Bill so manche Abgabe an den Staat vermieden hat. Das ganz große Geld machte er aber nicht als Steuersparfuchs, sondern als Unternehmer – und als Investor. Vor 25 Jahren gründete Gates Cascade Investment, um einen Teil seines Vermögens in Aktien anzulegen und zu vermehren. Ich würde sagen, der Plan ging auf: Mittlerweile stecken im Portfolio Unternehmensanteile im Wert von knapp 40 Milliarden Dollar.

Zu den Investments gehören der größte Abfüller von Coca-Cola, eine kanadische Eisenbahngesellschaft, ein amerikanisches Entsorgungsunternehmen (Republic Services) und die Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway. Über die sprechen wir gleich noch.

OK – kurzes Zwischenfazit: Bill Gates wurde durch die Gründung von Microsoft zum Milliardär – und brachte es durch erfolgreiche Aktieninvestments zum zweitreichsten Mann der Welt. Ein Drittel seines Vermögens hat er an seine eigene Stiftung gespendet, die er gemeinsam mit seiner Frau führt. Und was genau hat es damit auf sich? Damit kommen wir zu Frage zwei.

Was ist die Gates Stiftung?

Die Bill & Melinda Gates Foundation wurde im Jahr 2000 gegründet. Sie ist die größte private Stiftung der Welt und verfügt über knapp 50 Milliarden Dollar (PDF S. 11). Das Budget ist also höher als die jährlichen Gesundheitsausgaben mancher Länder. Neben dem Ehepaar Gates verwaltet Warren Buffett die Stiftung. Er ist der viertreichste Mann der Welt und einer der erfolgreichsten Investoren aller Zeiten.

Bill Gates und seine Frau Melinda
Bill und Melinda Gates im Jahr 2011. Foto: World Economic Forum CC BY-SA 2.0

Was sind die Ziele dieser 3 Multi-Milliardäre? Die Stiftung will sich nach eigenen Angaben dafür einsetzen, dass „alle Menschen ein gesundes und produktives Leben führen“. Aha. Und was bedeutet das konkret? Schauen wir mal auf die Zahlen im jüngsten Bericht aus dem Jahr 2018. Da hat die Stiftung fünf Milliarden Dollar in die Hand genommen, um weltweit Projekte zu unterstützen. Mehr als die Hälfte des Geldes floss in die Bereiche Global Development und Global Health. Wenn man das runterbricht, erkennt man, was die Gates Stiftung vor allem unterstützt: den Kampf gegen Infektionskrankheiten wie Polio, Malaria, HIV und Tuberkulose, außerdem das Entwickeln und Bereitstellen von Impfstoffen.

Das Interessante ist: Das Vermögen der Stiftung ruht nicht auf irgendeinem Girokonto, sondern ist in viele internationale Großkonzerne investiert – und damit kommen wir zum nächsten Punkt:

An welchen Firmen beteiligt sich die Gates Stiftung?

Die Gates Foundation besteht aus zwei Säulen: Einerseits die Stiftung selbst – sie entscheidet, wie viel Geld in welche Projekte fließen. Und dann gibt es den Bill & Melinda Gates Foundation Trust. Diese Organisation entscheidet, wie das Vermögen der Stiftung angelegt wird.

Den größten Teil des Vermögens investiert die Stiftung in Aktien, 2019 waren es mehr als 30 Milliarden Dollar. Einmal im Jahr veröffentlicht das Ehepaar Gates eine Liste mit allen Firmen, an denen sie mit der Stiftung beteiligt sind. Da sind auch große deutsche Unternehmen dabei, zum Beispiel BMW, die Telekom oder die Hannover Rückversicherung.

Die am stärksten investierten Branchen sind Industrie, Konsumgüter und IT. Beispielsweise gehört die Stiftung jeweils zu den größten Anteilshabern des Baumaschinenherstellers Caterpillar und der Supermarktkette Walmart. Pharmafirmen nehmen nur einen winzigen Teil der Investments ein. Der wertvollste Aktienbesitz aber sind Anteile an Berkshire Hathaway.

Den Chef dieser Firma kennt ihr bereits: Mister Warren Buffett persönlich. Er hat im Jahr 2006 entschieden, der Gates Stiftung im Laufe seines Lebens große Anteile seines Unternehmens zu spenden. Der bisherige Beitrag enstpricht einem Wert von mehr als 27 Milliarden Dollar.

Da Berkshire Hathaway eine Investmentfirma ist, steckt die Gates Foundation also indirekt in noch mehr Firmen drin. Schauen wir uns das mal genauer an. Das hier sind laut des jüngsten Jahresberichts die größten Investments von Warren Buffetts Firma. Da sind jede Menge Unternehmen aus dem Finanzbereich dabei, dazu unter anderem noch zwei Fluggesellschaften, der Technologiekonzern Apple und Coca-Cola.

Es gibt aber noch ein detaillierteres und aktuelleres Dokument über die Investments von Warren Buffett, abrufbar bei der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde SEC. Dort finden sich tatsächlich drei prominente Pharmafirmen. Da ist auf der einen Seite Davita, ein Anbieter von Dialysedienstleistungen für Patienten mit Nierenversagen. Der amerikanische Konzern ist zu fast einem Drittel in der Hand von Warren Buffett.

Außerdem hält Berkshire Hathaway Anteile an der israelischen Firma Teva, dem weltgrößten Hersteller von Generika. Das sind Nachahmerprodukte, die nach Ablauf des Patentschutzes für ein Originalpräparat auf den Markt gebracht werden.

Und zu guter Letzt ist Warren Buffett in die Firma Biogen investiert – ein amerikanisches Unternehmen, das Medikamente gegen Nervenerkrankungen entwickelt.

Also, man sieht: Die Gates Foundation ist eng mit dem Multimilliardär Warren Buffett verbandelt und beide investieren ihr Geld in verschiedensten Branchen weltweit – Pharma ist ein Teil davon, aber kein besonders großer. Es gibt aber einen Fonds innerhalb der Gates Foundation, der sich rein auf Investitionen in den Gesundheitsbereich spezialisiert hat – und darüber sprechen wir im nächsten Kapitel:

Wie unterstützt Bill Gates die Pharmaindustrie?

Der Strategic Investment Fund (SIF) ist eine Art Spezialeinheit innerhalb der Stiftung. Der Fonds will mit seinem Geld zum Beispiel Unternehmen bei der Forschung unterstützen. Dafür hat das Team 2,5 Milliarden Dollar zur Verfügung. OK und wohin genau gehen die? Dazu mal ein kurzer Blick ins Portfolio.

Der Großteil der aktuellen Investitionen sind entweder Kreditbürgschaften oder Kapitalbeteiligungen. Unter den aufgelisteten Firmen sind auch zwei deutsche dabei, von denen ihr im Zusammenhang mit Corona vielleicht schon mal gehört habt.

Schon im Jahr 2015 steckte die Gates Stiftung 52 Millionen Dollar in Curevac aus Tübingen. Curevac forscht aktuell unter Hochdruck an einem Impfstoff gegen die Lungenkrankheit Covid-19 und angeblich wollte US-Präsident Donald Trump das deutsche Unternehmen sogar kaufen. Mitte Mai gab Curevac bekannt, dass die ersten Tests positive Ergebnisse erzielt hätten und schon im Juni die ersten Studien mit gesunden Freiwilligen starten sollen.

Im September 2019 investierte die Gates Stiftung bis zu 100 Millionen Dollar in Biontech aus Mainz. Dabei ging es um die Forschung an Therapien gegen die Infektionskrankheiten HIV und Tuberkulose. Biontech ist mittlerweile aber auch eine der führenden Firmen bei der Erforschung eines Covid-Impfstoffes. Gemeinsam mit dem amerikanischen Pharkonzern Pfizer laufen seit ein paar Wochen Studien in den USA, um mehrere Impfstoffkandidaten zu testen.

Bill Gates ist über seine Stiftung also tatsächlich in Pharmafirmen investiert und unterstützt damit zumindest indirekt die Forschung an Impfstoffen gegen das Coronavirus. Warum das aktuell ein möglicher Interessenskonflikt ist – darüber sprechen wir jetzt in Punkt fünf:

Wie finanziert Bill Gates die WHO?

Eine der größten Kritikpunkte an Bill Gates und seiner Stiftung ist, dass er angeblich die WHO gekapert hätte. Stimmt das? Schauen wir dazu mal auf die Webseite der Weltgesundheitsorganisation: Im Budget für die Jahre 2020 / 2021 ist die Gates Stiftung mittlerweile tatsächlich der Top-Finanzier, nachdem die USA ihre Gelder eingefroren haben. Genau genommen sind es rund elf Prozent, die Bill und Melinda Gates dem Geldtopf der Organisation beisteuern.

Seit der Jahrtausendwende unterstützte die Gates Foundation die WHO mit mehreren Milliarden Dollar, vor allem im Kampf gegen die Infektionskrankheit Polio, auch Kinderlähmung genannt. Mit diesem Geld nimmt die Stiftung Einfluss auf die WHO, weil die Spenden der Organisation nicht zur freien Verfügung stehen, sondern projektbezogen sind – und damit zu den Interessen der Gates Stiftung passen müssen. In einer Doku des öffentlich-rechtlichen Senders Arte bringt ein Professor für Weltgesundheit die Kritik daran auf den Punkt:

Dazu mal ein kurzer Blick in die Geschichte der WHO: Sie wurde kurz nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und ist die Gesundheitsorganisation der Vereinten Nationen. Sie wird von 194 Mitgliedstaaten getragen und ist demokratisch organisiert: Einmal im Jahr entsenden alle Mitgliedsstaaten Teilnehmer zur Weltgesundheitsversammlung. Die diesjährige World Health Assembly findet virtuell statt und konzentiert sich auf Maßnahmen gegen die Pandemie.

Die WHO ist wichtig für unser aller Leben, denn sie definiert Krankheiten – und zwar international verbindlich. Sie setzt Standards für deren Behandlung, unterstützt Mitgliedsstaaten beim Aufbau von Gesundheitssystemen und wird bei Seuchen selbst tätig – zum Beispiel entwickelt sie Tests, Medikamente und Impfstoffe. Als einen der größten Erfolge sehen WHO-Mitarbeiter die Ausrottung der Pocken im Jahr 1980.

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Luftfahrtbranche: Der große Absturz nach der Coronakrise

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Es ist nachvollziehbar. Nach dem Ende der Coronakrise wird die Luftfahrtbranche nicht “mal eben so” zurückkehren auf die vorigen Auslastungsniveaus. Wer hat schon Lust in den Strandurlaub mit Maske zu fliegen, im Hotelrestaurant und am Strand mit Maske rumzulaufen? Und derzeit zeigt sich auch: Jede Menge Business Meetings sind in der Coronakrise zwangsweise über Videokonferenzen gelaufen. Und viele Unternehmen werden sich jetzt fragen: Warum überhaupt noch so viele Flüge und Hotelbuchungen? Das kostet enorm viel Geld. Die Videoschalten haben doch auch funktioniert. Außerdem werden sich weltweit wohl hunderte Millionen Menschen, die noch bis Februar zahlungskräftige Urlauber waren, dank Kurzarbeit (alleine 10 Millionen Anträge nur in Deutschland) und Arbeitslosigkeit auf absehbare Zeit keine Urlaubsreise mehr leisten können. Die Luftfahrtbranche wird, das sagt also schon der gesunde Menschenverstand, ihre Kapazitäten stark reduzieren müssen.

Luftfahrtbranche wird nachhaltig beeinträchtigt sein

Das gilt für Maschinen wie auch für die Menschen. Und die Luftfahrtbranche besteht ja nicht nur aus Airlines, sondern ebenso aus Flughäfen, Flugzeugherstellern und der riesigen Zulieferindustrie. Wie stark die Coronakrise ins Fleisch schneidet, zeigt die aktuelle Veröffentlichung des Turbinenherstellers Rolls Royce. Wo vermutlich auf lange Zeit deutlich weniger Flugzeuge neu nachgefragt werden, und wo Airbus und Boeing wohl mitten in einem Storno-Tornado für bestehende Orders stecken dürften, da brauchen die Hersteller folgerichtig auch weniger Jet-Turbinen. So hat Rolls Royce jüngst verkündet 9.000 von 52.000 Stellen streichen zu wollen. Nicht nur die Stellenstreichungen, aber auch die sonstige Ausgabenkürzungen sollen zu jährlichen Einsparungen von 1,3 Milliarden Pfund führen, so der Hersteller.

Emirates

Emirates ist einer der Giganten, wenn es um transatlantische Flüge geht. Tja, könnte man meinen. Die Scheichs am Golf sind doch alle reich? Da kann der Herrscher von Dubai doch mal kurz ein paar Milliarden zur Stützung rüberschieben? Nein. Es ist kein Geheimnis, dass Dubai kräftig in der Krise steckt. Und der Herrscher von Dubai hat auch nicht wirklich ein prall gefülltes Bankkonto (Dubai vor der Pleite?), da das Emirat kein Öl mehr hat, und versucht vom Tourismus zu leben. Emirates muss also profitabel arbeiten oder es zumindest versuchen. Also müssen die Kosten drastisch gesenkt werden, da ja wie gesagt nicht zu erwarten ist, dass die alten Kapazitäten auch nur annähernd wieder ausgelastet werden.

Laut aktuellen Branchenberichten plant Emirates auch nach dem nun beginnenden Neustart der Flüge eine drastische Reduzierung der Flotte. Die A380 wird wohl zum Auslaufmodell werden – wer braucht jetzt nämlich noch so viel Kapazität für einen einzigen Flug? 115 Stück der A380 standen vor der Krise im Flottenregister von Emirates. Nach Informationen von aero.de sehen die Pläne von Emirates vor nur noch 69 Stück der A380-Flotte zu aktivieren. 40 Prozent der aktuellen Flotte würden dauerhaft am Boden bleiben. Andere Medien wie das Handelsblatt gehen davon aus, dass nur noch 20 der Flugzeuge der A380-Flotte wieder für Emirates fliegen werden. Angeblich soll der Stellenabbau bei Emirates sich in einer Größenordnung von 30.000 Jobs bewegen.

Lufthansa

Tja, und die Lufthansa? Seit Tagen wartet man nun auf eine offizielle Bestätigung, dass der deutsche Staat eine gigantische Milliardenspritze in die letzte übrig gebliebene große deutsche Airline pumpen wird. Wir hatten es schon thematisiert. Egal wie, der deutsche Staat wird die Lufthansa retten – schon aus Gründen der Staatsraison. Man will zumindest eine große bedeutende Airline haben, genau wie auch die Italiener, Franzosen und Briten. Gestern gab die Lufthansa per Ad Hoc-Mitteilung bekannt, dass man “fortgeschrittene Gespräche” mit der Bundesregierung bestätige. Es geht um 9 Milliarden Euro, davon 3 Milliarden aus KfW-Krediten.

Auch wird hier wohl der neu gegründete deutsche Staatsfonds (gespeist aus Steuergeldern) zum Einsatz kommen, womit wir alle Anteilseigner an der Lufthansa werden – das dürfte dann möglichen ausländischen Käufern eine Übernahme der Lufthansa zu einem Spottpreis erschweren, wenn der Bund als fetter Klumpen bereits mit im Boot sitzt. Auch die Lufthansa wird ihre Flotte schrumpfen. Laut Aero.de sollen von den 14 stillgelegten A380 bei der Lufthansa nur sieben Maschinen reaktiviert werden. Sie sollen nur noch von München aus fliegen. Lufthansa-Chef Carsten Spohr gehe davon aus, dass die Lufthansa nächstes Jahr 300 Flugzeuge weniger nutzen werde als vor der Krise.

Norwegian

Der einstige Senkrechtstarter der Luftfahrtbranche “Norwegian”, bei dem man sich jahrelang immer wieder bewunderswert fragte, wo dieser Erfolg herkommt, war de facto durch die Coronakrise schon am Ende, nachdem man für mehrere Tochtergesellschaften Insolvenz anmelden musste. Aber diese Woche hat der norwegische Staat endgültig eine 3 Milliarden Kronen schwere Kreditgarantie gegeben. Auch hat Norwegian jetzt zwei neue Großaktionäre. Die vom chinesischen Staat kontrollierte “BOC Aviation” hält 12,67 Prozent der Firmenanteile, und die irische Leasinggesellschaft “AerCap Holdings” hält 15,9 Prozent – über Wandelanleihen hat man zudem weitere 7,2 Prozent erworben.

Und sonst?

Bei Airbus sind angeblich 10.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Bei Boeing hat es die letzten Monate nicht nur wegen der Coronakrise, sondern auch wegen dem Problem mit der 737 Max Stornos gehagelt! Vor einigen Tagen sprach der Boeing-Chef von einem Stellenabbau in der Größenordnung von 10 Prozent bis Ende des Jahres. Und dass weltweit an so ziemlich allen Flughäfen Arbeitsplätze gefährdet sind, versteht sich von selbst. Und Aktien aus der Luftfahrtbranche? Jetzt günstig einsteigen? Es könnte (nicht muss) passieren, dass man endet wie einst die T-Aktionäre. Jahrzehnte später hofft man immer noch, dass man seinen Kaufkurs irgendwann mal wieder sieht.

Luftfahrtbranche im Abwärtsstrudel - Flughafen Dubai vor der Coronakrise
Flughafen Dubai in den “guten alten Zeiten” vor der Coronakrise. Foto: Konstantin von Wedelstaedt – Gallery page http://www.airliners.net/photo//1204297/L Photo http://cdn-www.airliners.net/aviation-photos/photos/7/9/2/1204297.jpg GFDL 1.2

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Handelskrieg 2.0: Ist es schlicht der US-Wahlkampf?

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Warum eskaliert gerade jetzt der Handelskrieg 2.0? Zu einer Zeit, in der die globale Wirtschaft in ihre größte Krise seit Dekaden gerutscht ist, in der gemeinsame Sache zu machen wäre in der internationalen Bekämpfung von Covid-19 und beim Wiederaufbau der Lieferketten zur Linderung der wirtschaftlichen Not. Eine Rückkehr zum Handelskrieg (2.0) und zur diplomatischen Eskalation in geopolitischen Fragen kommt absolut zur Unzeit. Wir sind in der Beurteilung der Motive der Beteiligten zwar alle nur Außenseiter und können nur spekulieren, aber ein paar Fakten liegen auf der Hand.

Handelskrieg – der Der Kampf um die Vorherrschaft

Natürlich steht über allem der Kampf um die Rolle der Nummer eins in dieser Welt auf wirtschaftlichem, militärischem und technologischem Gebiet – der Handelskrieg ist gewissermaßen dafür nur die sichtbare Oberfläche. Noch ist die USA in Teilbereichen weit voraus und kann nicht so schnell überholt werden, allein schon wegen der Ausnahmestellung seiner Währung (allein der Rohstoffhandel bringt es auf weit über 10 Billionen Dollar jährlich) und seines Militärs (über 700 Milliarden Dollar). Aber die Situation um Covid-19 hat zu einer Ausnahmesituation geführt, in der die eine Nation (China) überraschend eine Notsituation der anderen (USA) erlebt, die zu aus objektiver Sicht zu irrationalen Entwicklungen führt.

Die Ausbreitung und Eindämmung von Covid-19

Bei der Entwicklung der Pandemie sieht es von außen so aus, als dass eine Nation (China) auf ganzer Linie reüssiert und eine andere (USA) versagt hätte. Das Reich der Mitte mit seinen 1,4 Milliarden Menschen hätte es nicht nur geschafft, mit vergleichsweise geringen 83.000 Infizierten und 4634 Coronatoten die Seuche nahezu komplett einzudämmen (82 Restfälle), sondern auch die Wirtschaft innerhalb von fünf Monaten zumindest auf ein Nullwachstum zurückzuführen. Dass die Daten extrem staatlich geschönt sind, steht auf einem anderen Blatt, aber offiziell ist dies in allen Übersichten zu lesen. Wirtschaftlich geht es jedenfalls stark aufwärts, Satellitenaufnahmen über den Verkehr und andere Messungen wie zum Beispiel des Energieverbrauchs, lassen sich nicht beliebig täuschen.

Die USA hingegen haben mit 1,62 Millionen Infektionen nicht nur fast ein Drittel der weltweiten Fälle, sondern dazu fast schon 100.000 Coronatote und dies bei einer Bevölkerungszahl von 332 Millionen Einwohnern. Aber das absolut Destruktive für den US-Präsidenten ist, dass er die Krankheit über Wochen (nachweislich) verharmlost hat und auch jetzt noch als unfähiger Krisenmanager im eigenen Lande betrachtet wird. Für Donald Trump ist dies so etwas wie ein „Worst Case Scenario“.

Der Wahltermin und die innenpolitischen Schwierigkeiten

Es war von Anfang an klar, dass alles politisches Handeln von Donald Trump ausgerichtet ist, ihm eine zweite Wahlperiode zu verschaffen. Noch nie hatte sich ein Präsident so früh in die Wahllisten für eine zweite Amtsperiode eintragen lassen. Und nun das jetzt. Die Schwierigkeiten um Corona und ein Herausforderer (der „schläfrige Joe Biden“ nach D.T.), der nach neusten Umfragen seinen Vorsprung vor dem Amtsinhaber immer mehr ausbaut. Über seine innenpolitischen Schwierigkeiten wurde schon viel geschrieben, hinzu kam in letzter Zeit das Gerangel mit den US-Gouverneuren im Hinblick auf Maßnahmen des Lockdowns in Fragen der Pandemie. Wo Donald Trump den Kürzeren zog, schließlich gibt es auch in den USA so etwas wie das Bundesstaatsprinzip. Und was macht man als Präsident in einer solchen Situation, wenn einem innenpolitisch das Wasser bis zum Hals steht? Dafür gibt es historisch viele Beispiele, zumeist kriegerischer Natur, aber das Ziel war immer das Volk hinter dem amtierenden Präsidenten zu vereinen. Man muss dem Volk eine Bedrohung von außen klarmachen, die nur durch eine starke Führung abgewehrt werden kann. Der Handelskrieg ist wohl nur vor diesem Hintergrund logisch erklärbar.

Handelskrieg: Donald Trumps große Ablenkung

Es sind gerade doch gut fünf Monate bis zum Wahltermin in den USA.

US-Präsident Trump dürfte es klar geworden sein, dass die US-Wirtschaft bis dahin nie und nimmer in den Zustand kommen kann, in dem sie noch Ende 2019 gewesen ist.

Selbst bei einer überraschenden Wende in den Coronazahlen und Fortschritten bei der Entwicklung eines Impfstoffs, ist es unmöglich, die Arbeitslosigkeit in USA auch nur in die Nähe der 3,7 Prozent-Rate zu bringen, die noch vor wenigen Monaten gegolten hatte. Obwohl die USA aktuell auch Opfer der Pandemie geworden sind, steht man meilenweit schlechter da als der Konkurrent, in dessen Land die Seuche ihren Ursprung hatte.

Deshalb wird Donald Trump derzeit nicht müde, ständig mit dem Finger auf die Chinesen zu zeigen, die es versäumt hätten (auch durch Vertuschung, was auch lange gestimmt hat) die Infektionskrankheit einzudämmen. Hinzu kommen all die Nadelstiche im Handelskrieg 2.0 mit Huawei und den politischen Eskationen um das „unabhängige“ Hongkong, Waffenlieferungen nach Taiwan und all das was Markus Fugmann heute Morgen in seinem Video angesprochen hat.

Ergo: Der neue und alte Feind für die USA ist das kommunistische China. Es ist verantwortlich für die Pandemie mit all ihren medizinischen Folgen und auch für die wirtschaftliche Notsituation. Ihn gilt es zu bekämpfen, mit einer Wiederaufnahme des Handelskrieges 2.0 und weiteren strategischen, politischen Maßnahmen. Es gibt nur einen „Leader“, der dazu in der Lage ist – er heißt Donald Trump und dazu muss er wiedergewählt werden.

Fazit

Der Unterschied könnte nicht krasser sein. Während man in China im zweiten Quartal mit einem leichten Wachstum rechnet, liegen die Schätzungen in den USA bei desaströsen minus 30-40 Prozent. Und aus so einer Lage heraus spannt Donald Trump seine wirtschaftlichen Muskeln an durch den Handelskrieg. Eigentlich ein Wahnsinn und ein Zeichen für eine Notsituation, besonders für den „egomanisch“ geprägten US-Präsidenten.

China scheint in dieser Frage eindeutig in einer besseren Situation zu sein  als die USA. Die Volksrepublik mit ihrer weitaus leidensfähigeren Bevölkerung ist auf eine weitere Auseinandersetzung vorbereitet, im lang andauernden Kampf um die Vorherrschaft.

Aber ich wage eine weitere Prognose. Auch China wird den Handelskrieg 2.0 nicht auf die Spitze treiben. Erinnern wir uns an das Jahr 2009, wo im Südosten Chinas infolge der Finanzkrise 120 Millionen chinesische Wanderarbeiter arbeitslos wurden, ein Schock für die KP Chinas, die sofort riesige Infrastrukturprogramme in die Wege leitete. Die große Furcht der chinesischen Regierung sind Massenunruhen im Lande aufgrund von Arbeitslosigkeit.

Davor fürchtet man sich noch mehr als vor dem Wirtschaftsfeind USA.

Der Handelskrieg steht im Zeichen des US-Wahlkampfs

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