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Anleihen

Wirkung der EZB-Anleihekäufe „nicht bewiesen“ – Chefvolkswirt warnt vor Teufelskreis

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Die Ökonomen Adam Elbourne und Kan Ji arbeiten für das niederländische Wirtschaftsministerium. Sie haben gestern eine Studie veröffentlicht. Demnach soll es bis dato keinen Beweis dafür geben, dass das gigantische Anleihekaufprogramm der EZB „QE“ (immerhin 2,6 Billionen Euro Volumen) einen nachweisbaren Effekt auf die Volkswirtschaft der Eurozone hatte.

Tja, Mario Draghi behauptet (wie sollte es bei der Summe auch anders sein) natürlich seit Monaten und Jahren das Gegenteil. Die beiden Autoren der Studie sagen, dass vorige Schlussfolgerungen anderer Experten über eine Stabilisierung der Eurozone dank des QE bisher nicht bewiesen seien. In bisherigen Studien sei als eine der Datengrößen immer die stark gewachsene Bilanzsumme der EZB genutzt worden.

Die Autoren haben die Bilanzsumme durch andere zufällig ausgesuchte Datengrößen ersetzt, um zu schauen, ob die Bilanzsumme etwas taugt um die Wirksamkeit des QE zu belegen. Obwohl sie falsche Zahlen eingetragen hatten, seien die Ergebnisse ziemlich ähnlich gewesen, als wenn sie weiterhin die Bilanzsumme der EZB verwendet hätten. Daraus schlussfolgerten sie, dass bisherige Berechnungen keinen Effekt des QE nachweisen konnten. Sie betonen dabei, dass es nur darum gehe, dass bisherige Rechenmodelle keinen Nachweis für einen Effekt erbringen konnten. Das heiße aber nicht, dass es nicht doch einen Effekt geben könne.

EZB-Chefvolkswirt Praet zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Eurozone

EZB-Chefvolkswirt Peter Praet spricht heute davon, dass die Wirtschaft in der Eurozone nicht weit entfernt von einem Teufelskreis sei. Damit meint er, dass sich die momentan schlechter gewordene Stimmung immer mehr auf die Realwirtschaft auswirke. Denn zuletzt seien vor allem Industriedaten deutlich schlechter ausgefallen (wir verweisen da nur auf die desaströsen Daten aus Italien). Das wirtschaftliche Klima verändere sich nicht vorübergehend, sondern fundamental.

Dazu würden der Brexit, der Handelskrieg und andere Unsicherheiten beitragen. Man sei jetzt noch nicht im Teufelskreis, aber kurz davor. Also, so möchten wir fragen: Lasst uns alle für bessere Laune sorgen, damit aus der schlechten Stimmung kein echtes Problem entsteht? Soll es das im Klartext bedeuten? Auf jeden Fall klingt das nicht so, als hätte es die EZB besonders eilig mit der Zinswende in Euroland. Darauf hatte Praet schon vorgestern hingewiesen, als er sagte dieses Jahr werde es wohl nichts mehr mit höheren Zinsen.

EZB-Zentrale
EZB-Zentrale in Frankfurt. Foto: Kiefer CC BY-SA 2.0

2 Kommentare

2 Comments

  1. Beobachter

    20. Februar 2019 17:04 at 17:04

    Wie gut diese Anleihenkäufe waren oder nicht kann man ja streiten. Eines ist sicher ,dieses Medikament hat
    langfristig tödliche Nebenwirkungen. Dies sollte man klar u.öfter kommunizieren.
    Der bejubelte Gewinn des Staates mit Geldaufnahme mit Negativzinsen u.Millionengewinnen wird auf der andern Seite einem Anleger ( Rentenkasse u.s.w.) fehlen.

  2. Bundessuperminister für Optimismus uns Schönfärberei

    20. Februar 2019 17:56 at 17:56

    Wieso spricht die Redaktion in ihren Artikeln ständig von einem gigantischen Anleihekaufprogramm der EZB „QE“? Will hier keiner verstehen, dass es keine Geldfluten und Liquidiätsspritzen in ungewöhnlichem Ausmaß gab? Wurde uns das nicht ausführlich und sachlich von unseren besten Fachleuten, Wissenschaftlern, Volkswirten und Statistikern in den letzten Tagen dargelegt und bewiesen?

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Anleihen

US-Staatsanleihen: Japan baut kräftig Bestände auf, China mit Zweijahrestief

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Heute Nacht hat das US-Finanzministerium bekanntgegeben, wie sich der ausländische Besitz an US-Staatsanleihen vom Monat April auf Mai verändert hat. Interessant ist hier immer zunächst, wie der größte ausländische Halter China seinen gigantischen Berg an US-Staatsanleihen verändert. Seit Monaten schauen Beobachter sich diesen Wert noch genauer an. Denn es gibt Befürchtungen China könnte die US-Papiere als Mittel im Handelskrieg einsetzen. US-Staatspapiere abstoßen als Drohung gegen Donald Trump.

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China verkauf stetig US-Staatsanleihen, Japan baut kräftig auf

Im Mai hat China US-Staatsanleihen im Volumen von 3 Milliarden Dollar verkauft. Auf den ersten Blick ist das nicht viel bei einem Mai-Stand von 1,110 Billionen US-Dollar. Aber: China reduziert seine Bestände immer weiter, auch wenn es nicht exakt jeden einzelnen Monat bergab geht. Im Vergleich zu Mai 2018 ist es eine Reduzierung von 73 Milliarden Dollar. Aktuell hat China den niedrigsten Wert beim Besitz von US-Staatsanleihen seit exakt zwei Jahren erreicht! Allerdings weiß man nie exakt, welche Summen Länder wie China beispielsweise über Drittstaaten wie Belgien (große Verwahrstellen), die Cayman Islands etc halten. Mit 216 Milliarden Dollar Volumen sind die Caymans (ein globaler Wirtschaftsgigant…) immerhin der acht größte Halter von US-Papieren!

Japan ist mit aktuell 1,10 Billionen Dollar der zweitgrößte Halter von US-Staatsanleihen, und liegt damit fast gleichauf zu China. Danach ist der Abstand zu Platz 3 (Großbritannien) mit 323 Milliarden Dollar schon ziemlich groß. Japan hat ganz anders als China sein gehaltenes Volumen auf den höchsten Stand seit August 2017 gesteigert. Im Monatsvergleich ist es ein Plus von 37 Milliarden Dollar!

Das Gesamtvolumen ausländischer Besitzer von US-Staatsanleihen legte im Mai im Monatsvergleich kräftig zu um 106 Milliarden Dollar auf 6,538 Billionen US-Dollar. Vor einem Jahr waren es noch 6,215 Billionen Dollar.

US Treasury-Liste - US-Staatsanleihen ausländische Halter Mai

US-Staatsanleihen sind eine Sache für das Treasury Department
Treasury Department building in Washington, D.C. Foto: AgnosticPreachersKid CC BY-SA 3.0

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Anleihen

EZB: Protokoll + Coeure-Rede – die Richtung ist eindeutig!

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Mario Draghi hatte es zwar schon erwähnt. Die EZB werde womöglich das Anleihekaufprogramm, welches derzeit nur auslaufende Anleihen reinvestiert, neu auflegen. Das wäre eine erneute geldpolitische Lockerung. Dies wäre eine Schwächung des Euros, und es wäre ein Versuch die Inflation anzuheizen! Aber nun ganz aktuell legt sein langjähriger Vertrauter im EZB-Rat Benoit Coeure nach. Er hat heute in Frankfurt eine Rede gehalten (kompletter Text hier in Englisch einsehbar).

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Dort sagte Coeure, dass die derzeit lang anhaltende Phase niedriger Inflation für Ängste am Markt sorge, dass der aktuell gedämpfte Preisdruck mittelfristig bestehen bleiben werde. Der EZB-Rat nehme diese Bedenken sehr ernst, so Coeure. Das heißt im Klartext: Man wird wahrscheinlich neue Maßnahmen ergreifen, um die Inflation hochzubekommen!

Zitat auszugsweise:

However, persistently low inflation since the great financial crisis has led some central bank observers, and financial market participants in particular, to question the ability of central banks to deliver on their mandate. In the euro area, where the coordinating role of a nominal anchor is particularly important in view of cross-country differences in wage and price-setting, market-based long-term inflation expectations have fallen since the crisis, and this fall has accelerated since the start of the year.

Und auch sagte Coeure (ein bißchen in die Tasche lügen…), dass die Erwartungen der Privathaushalte in der Eurozone bezüglich der zukünftigen Inflationsentwicklung derzeit auf einem Sechsjahreshoch liegen würden. Es gäbe Beweise dafür, dass die Erwartungen der Haushalte bessere Indikatoren seien (als die Erwartungen der Profi-Investoren). Na ja, wenn die Verbraucher höhere Preissteigerungen erwarten, und wenn die EZB auch höhere Preise haben will, dann klammert man sich als EZB mal eben an deren Meinung ran? Bleibt man bei der Kernaussage der EZB zu den Ängsten der Märkte, dann ist es ein weiteres Indiz nach den Draghi-Aussagen, dass die EZB ihre Geldpolitik lockern wird. Vielleicht schon bald?

EZB-Protokoll

Vor wenigen Minuten hat die EZB auch ihr Protokoll über die Sitzung Anfang Juni veröffentlicht (hier voller Text einsehbar). Wir fassen an dieser Stelle mal in Kürze zusammen, was der ellenlange Text an interessanten Aussagen hergibt.

Die negativen Effekte von Minuszinsen würden durch deren Vorteile mehr als ausgeglichen werden.  Aber dies müsse nicht zutreffen auch noch tiefere Zinsen oder noch längere Zeitphasen (also Verharren auf aktuellem Niveau oder nur eine minimale Senkung für begrenzte Zeit?). Man habe bei der EZB zur Kenntnis genommen, dass die Markterwartungen zur Inflation gesunken seien. Es dürfe keine Selbstzufriedenheit geben beim Abfallen dieser Markterwartungen. Es gebe eine breite Übereinstimmung (im EZB-Rat) die aktuelle Haltung zu ändern – auch wenn es darum gehe zu demonstrieren, dass man entschlossen sei zu handeln. Die potenziellen Maßnahmen umfassen die Wiederaufnahme der Anleihekäufe, sowie die Senkung von Zinsen.

EZB-Direkter Benoît Cœuré spricht unter anderem über Zinsen
Benoît Cœuré, hinter EZB-Chef Draghi jahrelang die wichtigste Figur in der Notenbank. Foto: Aron Urb (EU2017EE) – Flickr CC BY 2.0

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Anleihen

Wahnsinn am Anleihemarkt – Wende in Sicht?

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Was für ein Wahnsinn am Anleihemarkt. Aber von Anfang an. Die Konjunkturaussichten werden immer düsterer. Fed und EZB deuten sinkende Zinsen und neue Anleihekäufe an. Das bedeutet natürlich sinkende Zinsen beziehungsweise Rendite bei neu auszugebenden Anleihen. Und gestern hat der deutsche Staat mal wieder neue Anleihen ausgegeben.

Diesmal war es mit 10 Jahren die wichtigste Laufzeit überhaupt. Und, da das Umfeld für die Verkäufer von Schulden (in dem Fall den Bundesfinanzminister) ja so rosig ist, wurde der Zinskupon zum ersten Mal seit drei Jahren wieder auf 0,00% gesetzt. Vorher lag er bei 0,25%. Dadurch, dass Investoren beim Erstkauf der Anleihe (Auktionsverfahren für Banken) mehr bezahlen (Preis über Nominalwert) als sie in zehn Jahren zurückerhalten, entsteht eine Negativrendite.


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Im aktuellen Beispiel zahlten die Erstkäufer einen Kaufpreis von 102,64% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). In zehn Jahren erhält man nur 100,00% zurück. Die Negativrendite liegt somit bei -0,26%. Das ist ein Negativ-Rekord bei Neuemissionen. Man überlege sich das mal. Noch im Januar gab es bei der Emission einer zehnjährigen Bundesanleihe eine Rendite von +0,29%. Und jetzt sind es -0,26%! Wahnsinn am Anleihemarkt. Ja, so kann man es ausdrücken.

Indizes für Wende am deutschen Anleihemarkt?

Aber sehen die Anleihehändler der Banken inzwischen einen Tiefpunkt erreicht? Denn sie spekulieren über steigende Anleihekurse (steigender Kurs = sinkende Rendite) auf Kursgewinne. Wenn Sie glauben, dass der Kurs nicht weiter steigen kann, dann könnte fehlende Nachfrage nach neuen Anleihen ein Indiz dafür sein, dass bei -0,26% erst mal Schluss ist auf dem Weg nach unten bei den Negativrenditen am Anleihemarkt?

Wir haben nachgeschaut in der Statistik der deutschen Schuldenagentur (Finanzagentur Deutschland GmbH). Die Nachfrage nach der zehnjährigen Bundesanleihe war bei allen Emission im Jahr 2019 immer dramatischer höher als das Angebot. Oft lag die Nachfrage sogar doppelt so hoch. Bei Angeboten von 3 Milliarden Euro lagen die Nachfrage-Volumina sogar mehrmals über 6 Milliarden Euro. Und jetzt? Bei der gestrigen Emission wollte Deutschland 4 Milliarden Euro am Markt verkaufen. Die Nachfrage lag aber nur bei 3,93 Milliarden Euro. Also: Steht eine Wende bevor? Sind -0,26% Rendite erst einmal tief genug für Neuemissionen? Am freien Anleihemarkt notiert die Rendite für 10 Jahre Laufzeit aktuell mit -0,31%. Am 4. Juli wurde das Tief bei -0,39% erreicht (Chart).

Anleihemarkt Wahnsinn - 10 Jahre Bund Rendite freier Markt

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