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Wirkungslose Brüsseler Schutzzölle führen zu Debakel in EU-Stahlindustrie

Beispielfoto für Stahlproduktion

Der Mechanismus ist einfach nachvollziehbar. Die Chinesen produzieren eh schon seit Jahren viel zu viel Stahl, der auf dem Weltmarkt nicht genug Nachfrager findet. Also senken die Chinesen ihre Preise drastisch, um ihre enorme Überproduktion loszuwerden. Damit machen die Chinesen die europäische Stahlindustrie seit Jahren kaputt. Und nun kam noch der Handelskrieg mit den USA hinzu. Durch US-Zölle verteuerte sich China-Stahl in den USA sprunghaft.

Die Bürokraten in Brüssel ahnten, dass der chinesische Stahl somit mehr als ohnehin schon seinen Weg in die EU finden würde, und dass sich die Lage für die heimische Stahlindustrie nur noch verschlimmern würde. Verkaufen die Chinesen unter Herstellungspreis an europäische Abnehmer, haben Thyssenkrupp, die europäischen Ableger von ArcelorMittal und Tata sowie alle anderen Stahlhütten in Europa eh keine Chance. Also wurde im Februar 2019 offiziell durch die EU-Kommission voller Stolz verkündet, dass die EU Schutzzölle einführen werde, um die Stahlhersteller innerhalb der EU vor zusätzlichen Stahlimporten zu schützen, weil die EU als Ausweich-Absatzmarkt zu den USA genutzt werden solle.

Für drei Jahre gelten erst einmal diese Schutzzölle der EU, die auf Importe angewendet werden sollen, die über das vorige normale Maß hinaus gehen. Doch offenbar sind diese Maßnahmen der EU wirkungslos. Die Zerstörung der europäischen Stahlindustrie schreitet immer weiter voran. Thyssenkrupp wird laut Berichten aus Oktober 6.000 Arbeitsplätze abbauen, 4.000 davon in Deutschland. Dies wurde bekannt, nachdem die EU-Kommission die Fusion mit Tata Steel Europe aus kartellrechtlichen Bedenken verhindert hatte. Fusionssynergien waren daher also nicht möglich, und so muss man weiter Personal abbauen.

Und der ehemalige angedachte Fusionspartner? Tata Steel Europa mit Stahlwerken in den Niederlanden und Großbritannien hat ganz frisch verkündet, dass man 3.000 Arbeitsplätze abbauen wird, 2/3 davon in der Verwaltung, so das Unternehmen. Tata spricht ganz klar davon, dass die Stahlnachfrage in der EU auf der einen Seite zwar schwach sei. Aber gleichzeitig sei das globale Überangebot an Stahl durch den Handelskrieg noch verschlimmert worden. Letztlich sei die EU eine Abladefläche für die weltweit überschüssige Stahlproduktion geworden, so möchten wir die Worte von Tata sinngemäß wiedergeben. Tja, irgendwie scheint irgendwas bei den Schutzmaßnahmen der EU-Kommission für europäische Stahlindustrie nicht so recht zu funktionieren. Tata auszugsweise im Wortlaut:

A transformation is needed to mitigate the current structural and cyclical headwinds and create the foundation for the company’s future success. Stagnant EU steel demand and global overcapacity have been compounded by trade conflicts which have turned the European market into a dumping ground for the world’s excess steel capacity. Together with a significant increase in the cost of emission allowances, this has created an urgent need for improvements to the company’s financial performance.



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7 Kommentare

  1. Strukturell lastet ferner die Erosion der Wettbewerbsfähigkeit auf der deutschen Wirtschaft. Diese hat sich nach Einschätzung vieler Experten in den vergangenen Jahren substanziell verschlechtert. Im “Ease of Doing Business Index” der Weltbank – einem Gradmesser für die Geschäftsfreundlichkeit von Volkswirtschaften – rutschte Deutschland zuletzt fünf Jahre in Folge ab. Aktuell belegt die Bundesrepublik nur noch den 24. Platz und ist hinter Länder wie Nordmazedonien und Georgien zurückgefallen. Gegenüber Reuters beklagt der Chefvolkswirt der Commerzbank, dass darüber hinaus die verkehrliche und digitale Infrastruktur wegen unzureichender Investitionen mangelhaft sei. Diese Erosion der Wettbewerbsfähigkeit schlage sich mittlerweile sogar in den harten Daten nieder. So entwickele sich das deutsche BIP seit Beginn des Abschwungs Anfang 2019 verglichen mit dem Rest des Euro-Raums nur noch unterdurchschnittlich.

  2. Dazu gehören auch die Klima-Träumereien der grünen Gutmenschen, die eigentlich nur Geld kosten, unnötige Investitionen generieren und der Natur überhaupt nicht helfen.
    VW hat Milliarden (Audi z.B. allein 6 Milliarden für den Etron (Q5-Größe)!) investiert.
    Und dann kommt raus, was sowieso alle wissen, daß das Auto mehr CO2 produziert als Diesel.
    Sagt VW. Sagt Hans-Werner Sinn. Nur die EU sagt, E-Autos sind Null-Emissionsautos, was eine dummfreche Lüge ist. Aber leider unwidersprochen von den Marionetten-Medien.

    https://www.epochtimes.de/umwelt/elektroautos-belasten-das-klima-mehr-als-ein-dieselauto-hans-werner-sinn-verteidigt-studie-zur-klimabilanz-von-e-autos-a2867265.html?utm_source=Meistgelesen&utm_medium=InternalLink&utm_campaign=ETD

    1. @sabine, und schon wieder lügen Sie und verbreiten Unwahrheiten. Das scheint in Ihren Genen zu stecken. Oder es liegt an den Schmierblättern, die Sie immer lesen. Laut VW kommt nämlich genau das Gegenteil von dem heraus, was Sie behaupten.

      Ich habe die aktuellste Studio von VW zu diesem Thema erst kürzlich angefordert und erhalten. Zusammenfassend lässt sich sagen:

      Der Wolfsburger Konzern widerspricht damit Untersuchungen wie der des Münchner ifo-Instituts, die zu dem Ergebnis kamen, dass sich durch den Umstieg von herkömmlichen Autos auf Elektrofahrzeuge kein CO2 einsparen lasse.

      VW hat für seine Untersuchung nach eigenen Angaben die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge untersucht. Dazu gehören nicht nur die Herstellung des Autos und der Betrieb mit Strom oder Kraftstoff, sondern auch die Erzeugung von Benzin, Diesel oder Strom sowie die Wiederverwertung, die Gewinnung von Rohstoffen für die Produktion des Fahrzeugs sowie die Weiterverwertung von bestimmten Teilen beim Recycling. Volkswagen nennt diesen Ansatz „Cradle to Grave“ – also von der Wiege bis zur Bahre.

      Am Ende, so das Fazit von Volkswagen, liegt das Elektroauto mit seiner Klimabilanz deutlich vor dem vergleichbaren Verbrenner-Fahrzeug. Bis dahin hat das Elektromodell durch Herstellung und Betrieb knapp 25 Tonnen CO2 verursacht, ein vergleichbares Fahrzeug mit Dieselmotor liegt etwa fünf Tonnen darüber.

      Darüber hinaus würden Elektrofahrzeuge „ein weiteres hohes CO2-Einsparpotential in allen Phasen des Produktzyklus’“ bieten. Von entscheidender Bedeutung für die CO2-Emissionen sei es, ob die Antriebsenergie aus fossilen oder regenerativen Quellen gewonnen wird. Sie sinken umso stärker, je mehr regenerative Energien zukünftig zur Verfügung stehen.

      Durch Verbesserungen der eingesetzten Lithium-Ionen-Batterien und Optimierungen in der Lieferkette will VW die CO2-Menge zur Herstellung seiner Akkus im Vergleich zwischen dem aktuellen e-Golf und dem kommenden ersten Modell der Elektroauto-Familie I.D. um mehr als 25 Prozent pro Kilowattstunde (kWh) Batteriekapazität reduzieren. Bei Verwendung von regenerativer Energie betrage das Minderungspotential fast 50 Prozent.

      1. Leftutti

        Naja, wenn VW das so sagt muss es stimmen, ganz sicher.

        1. Andreas, das ist nicht das Thema. Es geht darum, dass @sabine behauptet, ich zitiere:
          Und dann kommt raus, was sowieso alle wissen, daß das Auto mehr CO2 produziert als Diesel.
          Sagt VW
          . Also sparen Sie sich Ihren Sarkasmus und bleiben Sie beim Thema.

      2. @Andreas, legen Sie uns doch einfach eine seriöse, wissenschaftliche und ähnlich komplexe Studie vor. Eine, aus der Sie Ihre Erkenntnisse ziehen und Ihre Skepsis speisen. Immer nur großkotzig und etwas überheblich mit Kurzkommentaren rummaulen, macht diese nicht unbedingt glaubwürdiger.

    2. Komisch, immer dann, wenn Fakten oder Quellen pro einer Position angeführt oder contra dieser Position angefragt werden, herrscht plötzlich das große Schweigen im Walde.

      Und das bei den Anheizern ujd Scharfmachern, die sonst eher laut und marktschreierisch daherkommen, deren Ding die Schüchternheit sonst gar nicht ist.

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