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Europa

Wirtschaft der Eurozone: „Ausblick dramatisch verschlechtert!“

Der Boom neigt sich dem Ende zu..

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Wir sind ja durchaus Jubelmeldungen gewohnt in den letzten Monaten, sogar Jahren, angesichst der lange währenden Hochkonjunktur zumindest in einigen Ländern der Eurozone. Aber nun trüben sich die Aussichten immer mehr ein, wie heute veröffentlichten Daten zu den Einkaufsmangerindizes einmal mehr zeigen. Chris Williamson, Chefvolkswirt der von Markit veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes, formuliert gar resümierend:

„Angesichts sich verschlechternder Wirtschaftsindikatoren bei gleichzeitig gestiegener politischer Unsicherheit hat sich der Ausblick der Eurozone im
Vergleich zu den rosigen Aussichten zum Jahresbeginn dramatisch verschlechtert.“

Insgesamt berichten die von Markit befragten Einkaufsmanager von einer Lage, die so schlecht sei wie zuletzt vor eineinhalb Jahren (also seit November 2016). Dabei fallen besonders Deutschland (20-Monatstief) und Frankreich (16-Monatstief) negativ auf, nur Spanien stemmt sich gegen den Trend und erreicht immerhin ein 3-Monats-Hoch. Und Italien bleibt in den aktuellen Zahlen immerhin unverändert zum Vormonat – fast schon ein Erolg angesichts der politischen Turbulenzen, die das Land derzeit erlebt! Gleichwohl bleibt Italien unter den vier großen Nationen der Eurozone das Land mit dem geringsten Wachstum.

Insgesamt zeigen alle Bereiche klare Abkühlungstendenzen:

– die Auftragseingänge mit dem schwächsten Zuwachs seit Januar 2017

– der Job-Aufbau so schwach wie seit August 2017 nicht mehr

– die Geschäfstaussichten so schwach wie seit eineinhalb Jahren nicht mehr

Gleichzeitig bekommen die Unternehmen der Eurozone verstärkten Druck auf die Gewinnmargen:

„Der Anstieg der Einkaufspreise beschleunigte sich erstmals seit vier Monaten wieder. Deutschland, Frankreich und Spanien vermeldeten einen verstärkten Preisauftrieb. Die Verkaufspreise nahmen hingegen mit der niedrigsten Rate seit Jahresbeginn zu.“

Chris Williamson spricht in Anbetracht der Daten von einer „kontinuierlichen Abkühlung seit Januar“ – und das wird sich in den BIP-Zahlen des zweiten Quartals negativ niederschlagen:

„Nach der kontinuierlichen Abkühlung seit dem Rekordmonat Januar verzeichnete die Eurozone im Mai das niedrigste Wirtschaftswachstum seit eineinhalb Jahren, womit das laufende Quartal so schlecht ausfallen dürfte wie zuletzt im Jahr 2016.“

Damit wird klar: in Frankreich scheint die Macron-Euphorie, die sich nach den Wahlen in starken Wirstchaftszahlen niedergeschlagen hatte, nun weiter abzuebben. Deutschland zwwar konjunkturell nach wie vor auf hohem Niveau, aber der Gipfel ist offenkundig überschritten – und sollten sich Risiken wie die Einfuhr von US-Zöllen auf Autos aus der EU materialisieren, wird aus der Abkühlung wohl ein kärftigerer Abschwung!


Die Eurozone; https://en.wikipedia.org/wiki/Eurozone#/media/File:Eurozone_participation.svg; CC BY-SA 3.0

3 Kommentare

3 Comments

  1. Denker

    5. Juni 2018 11:48 at 11:48

    Aha, nur Griechenland wächst oder wie?
    Weiß irgendjemand mal was richtig? … ein Irrenhaus.

  2. Helmut Josef Weber

    5. Juni 2018 13:48 at 13:48

    Marktdaten von 2017
    Ja und, ging es uns da schlecht.

    Viele Grüße aus Andalusien
    H. J. Weber

  3. Trigo

    5. Juni 2018 15:35 at 15:35

    Warum steigt eigentlich die Rendite der 10 Jährigen (Italien) heute so kräftig? Ist die Unsicherheit wieder zurück?

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Europa

ZEW Index besser als befürchtet, aktuelle Lage aber schwächer

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Der ZEW Index (September; Konjunkturerwartungen) ist mit -22,5 weniger schlecht ausgefallen als befürchtet (Prognose war -38,0; Vormonat war -44,1, das war der schlechteste Wert seit Mai 2010!).

Dazu kommentiert ZEW: die Aussichten für die deutsche Wirtschaft bleiben negativ, die leichte Verbesserung bedeute keine Entwarnung..

Die Einschätzung der aktuelle Lage aber schwächer als erwartet, sie liegt bei -19,9 (Prognose war -37,4, Vormonat war -43,6, das war der schlechteste Wert seit Dezember 2011).

Einige Analysten hatten die schwächere Einschätzung der aktuellen Lage bereits antizipiert:

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Europa

EU-Handelsbilanz aktuell: Lieber Donald, bitte nicht weiter lesen…

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Die EU-Handelsbilanz für den Warenverkehr im Monat Juli wurde vor wenigen Minuten veröffentlicht. Bevor wir zu den Gesamtzahlen kommen, widmen wir uns den derzeit so extrem im Fokus stehenden Handelsbeziehungen mit den USA. Und da schauen wir uns mal den Gesamtsaldo der EU-Handelsbilanz für den Zeitraum Januar-Juli an im Vergleich zum selben Zeitraum im Vorjahr. Und siehe da. In 2018 lag der Überschuss der EU gegenüber den USA bei 80 Milliarden Euro. In 2019 ist es ein Überschuss von 90,9 Milliarden Euro – ein kräftiger Anstieg im Überschuss für die EU, und das Defizit der USA steigt deutlich. Diese Daten sollte Donald Trump besser nicht zu lesen bekommen. Sonst gibt es doch noch bald neue Autozölle gegen die EU? Im Gegenzug ist das Defizit in der EU-Handelsbilanz gegenüber China deutlich angestiegen, von -98,6 auf jetzt -109,2 Milliarden Euro. Man kann also deutlich simplifiziert sagen: Was die EU gegenüber den USA gewinnt, verliert sie wieder gegenüber China.

EU-Handelsbilanz Detaildaten

Aber nun zu den Gesamtzahlen. Die Eurozone erzielte im Juli einen großen Handelsbilanzüberschuss von 24,8 Milliarden Euro nach vormals 20,6 Milliarden Euro. Aber: Die Gesamt-EU liegt an der Nullschwelle. Sie erzielt ein Minus von 0,1 Milliarden Euro nach +0,2 Milliarden Euro im Juli 2018. Was für ein Unterschied. Aber man wird es sehen. Wenn Großbritannien (eines Tages?) aus der EU ausscheiden sollte, wird auch die Gesamt-EU plötzlich deutliche Überschüsse erzielen, weil die Briten ein deutlicher Netto-Importeur von Waren sind. Von Januar-Juli 2018 erzielten die Briten beim Export in Länder außerhalb der EU ein Defizit von 26,7 Milliarden Euro. In 2019 war es schon ein Defizit von 43,3 Milliarden Euro!

Hier die Eurozone (oben) im Vergleich zur Gesamt-EU:

EU-Handelsbilanz Relation zur Eurozone

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Europa

Aktuell: Großhandelspreise rauschen kräftig in die Deflation

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Soeben hat das Statistische Bundesamt die deutschen Großhandelspreise für den Monat August veröffentlicht. Im Vergleich zu August 2018 sinken sie um 1,1%. Im Juli waren es bereits -0,1%. Davor waren es im Jahresvergleich Veränderungen von +0,3%, 1,6%, 2,1% usw. Also: Binnen weniger Monate sind die Großhandelspreise schnell in die Deflation gerauscht. Im letzten Jahr lagen die Steigerungsraten oft sogar bei über +3% (Grafik). Aktuell ist das der schlechteste Wert seit drei Jahren! Die schwachen Großhandelspreise für Öl knallen voll rein in den Gesamtschnitt. Hier die Statistiker im Wortlaut:

Den größten Einfluss auf die Gesamtentwicklung im Vergleich zum Vorjahresmonat hatten im August 2019 die um 6,1 % niedrigeren Preise im Großhandel mit Mineralölerzeugnissen. Ebenfalls kräftige Preisrückgänge gegenüber dem Vorjahr gab es im Großhandel mit Altmaterial und Reststoffen (-10,0 %), mit Getreide, Rohtabak, Saatgut und Futtermitteln (-9,0 %) sowie mit Datenverarbeitungsgeräten, peripheren Geräten und Software (-6,3 %). Dagegen waren insbesondere die Preise für lebende Tiere (+13,7 %) sowie für Fleisch und Fleischwaren (+5,4 %) auf Großhandelsebene höher als im August 2018.

Großhandelspreise Langfristchart

Großhandelspreise Tabelle

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