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Wirtschaft: Einkaufsmanagerindizes zeigen Wachstum trotz Lieferengpässen

Wirtschaft - weiter Wachstum

Sicherlich sind die Sorgen um eine ausufernde Inflation bei gleichzeitig anhaltendem Druck seitens der Lieferengpässe ein großer Gegenwind für die Wirtschaft der verschiedenen Länder. Aber die Aktienmärkte scheinen sich davon immer noch nicht allzu sehr beeindrucken zu lassen. Wieso das Ganze, wo die Märkte doch auf einen Zeitraum in einem halben Jahr und danach blicken? Aufschluss könnten die Einkaufsmanagerindizes geben, die Frühindikatoren schlechthin. Denn vor der Produktion und dem Verkauf muss zuerst geordert werden. Hierzu gab es gestern neue Daten aus mehreren Staaten.

Wirtschaft: Die aktuellen Einkaufsmanagerindizes

Die dem amerikanischen Purchasing Manager Index (PMI) angelehnte Indizes entstehen aus der Befragung von Einkaufsmanagern nach Kriterien wie Auftragseingang, Auftragsbestand, Einkaufsmenge, Einkaufs- und Verkaufspreise, Anzahl der Beschäftigten u. a. m. und sind damit ein sehr vielschichtiges Barometer für die Wirtschaft. Die Wachstumsschwelle liegt bei 50 Punkten, dem Dreh- und Angelpunkt, an dem sich viele Beurteilungen orientieren. Gerade in der jetzigen Zeit, in der sich Inflation, Lieferengpässe und Arbeitskräftemangel so richtig bemerkbar machen. Was aber nicht in den Einkaufsmanagerindizes verschiedener Länder erkennbar ist, im Gegenteil, diese sind im letzten Monat häufig gestiegen.

Gestern gab es einen ganzen Schwung an Daten zu den Novemberbefragungen. Hier ein Überblick:

  • Frankreich: EMI gesamt 56,4 Punkte (Vormonat 54,7), Verarbeitendes Gewerbe 54,6 (V 53,6), Dienstleistungen 58,2 (V 56,6)
  • Deutschland: EMI gesamt 52,8 (V 52,0), Verarbeitendes Gewerbe 57,6 (V 57,8), Dienstleistung 53,4 (V 52,4)
  • Europa: EMI gesamt 55,8 (V 54,2), Verarbeitendes Gewerbe 58,6 (V 58,3), Dienstleistung 56,6 (V 54,6)
  • Großbritannien: EMI gesamt: 57,7 (V 57,8), Verarbeitendes Gewerbe 58,2. (V 57,8), Dienstleistung 58,6 (57,8)
  • USA: PMI gesamt: 56,5 (V 57,6), Verarbeitendes Gewerbe 59,1 (V 58,4), Dienstleistung 57,9 (V 58,7)
  • heute auch Japan: EMI Verarbeitetendes Gewerbe 54,2 (V 53,2), Dienstleistung 52,1 (V 50,7)

Sieht eigentlich wenig nach größerer Beeinträchtigung der Wirtchaft durch Lieferengpässe und steigende Produzentenpreise aus. Die Werte liegen zum Teil deutlich über der Schwelle von 50 Punkten.

Dagegen sah es in China im Vormonat schon trüber aus:

EMI gesamt: 50,8 (V 51,7), Verarbeitendes Gewerbe 49,2 (V 49,6), Dienstleistung 52,4 (V 53,2)

Da merkte man die Folgen von Energieproblemen, Materialmangel, partiellen Corona-Lockdowns und den Folgen der Immobilienkrise mit dem Bestreben der chinesischen Führung einige Sektoren abkühlen zu lassen. Die letzten Daten wiesen aber bereits wieder auf einen Anstieg bei Produktion und Export hin.

Fazit

Es ist schon erstaunlich, wie positiv die Einkaufsmanagerindizes und die damit zugrunde liegende Einschätzung der Märkte für die mittlere Zukunft noch aussehen, bei all den negativen Schlagzeilen, die derzeit zu Beginn der kalten Jahreszeit die Runde machen. Aber erstens blickt man bereits ins Jahr 2022 und zweitens reagieren die Unternehmen auf besondere Lagen, indem man sich anpasst, weitaus schneller als dies in politischen Prozessen der Fall ist. Selbst die 10 Rezessionen, die man in Deutschland seit 1950 beobachten konnte, hatten nur eine durchschnittliche Dauer von etwa elf Monaten, allerdings dauerte es zumeist ein paar Jahre bis das Vorkrisenniveau wieder erreicht wurde.

Deshalb sollte man bei der Beurteilung, wie sich die Wirtschaft entwickeln wird in der Zukunft, sich nicht zu sehr auf die aktuellen Schlagzeilen fokussieren und auch nicht auf viele Wirtschaftszahlen, die oft einen Blick in den Rückspiegel darstellen (müssen). Nicht aber die Frühindikatoren, die jedoch mit der Unsicherheit künftiger Einflüsse behaftet sind. Und die gibt es derzeit zuhauf, vor allem müssten sich Inflation und Lieferengpässe um die Jahreswende abmildern, sonst….!

Erstaunlich ist die derzeitige divergente Einschätzung in Kreisen der Ökonomen und der Politiker hinsichtlich dieser mittelfristigen Problemfelder. Ob Inflation oder die Lieferkettenproblematik, die Meinungen über die Zukunft der Wirtschaft gingen selten soweit auseinander.



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