Europa

Wirtschaft in Deutschland: Industrie verlangsamt Absturz, Service robust

Deutschland Wirtschaft Einkaufsmanagerindizes
Foto: anyaivanova - Freepik.com

Die Industrie ist in Deutschland verlangsamt den Absturz, die Dienstleister aber bleiben robust – das zeigt der Einkaufsmanagerindex für die Wirtschaft in Deutschland (Markit PMI/S&P Global; erste Veröffentlichung für Mai).

Verarbeitendes Gewerbe: 45,4 (Prognose war 43,4; Vormonat war 42,5). Damit bleibt die deutsche Industrie weiter tief in der Rezession – alle Werte unter 50 bedeuten nämlich weitere Schrumpfung zum Vormonat

Dienstleistung: 53,9 (Prognose war 53,5; Vormonat war 53,2).

Dazu schreibt S&P Global:

„Die deutsche Wirtschaft ist im Mai den zweiten Monat in Folge und mit beschleunigter Rate gewachsen. Dies ergab die aktuelle, von S&P Global durchgeführte HCOB-‚Flash‘-PMI®-Umfrage. Im Servicesektor liefen die Geschäfte noch besser als im April und die Industrieproduktion stabilisierte sich weiter. Dank der anziehenden Nachfrage und des optimistischeren Ausblicks wuchs auch die Beschäftigung kräftiger als zuletzt. Gleichzeitig schwächte sich der Preisdruck in der größten Volkswirtschaft des Euroraums ab. So wurden die Verkaufspreise dank des verlangsamten Anstiegs der Einkaufspreise mit der niedrigsten Rate seit Anfang 2021 angehoben.“

Und Dr. Cyrus de la Rubia, Chefökonom der Hamburg Commercial Bank, kommentiert:

„Diese Zahlen geben Anlass zur Hoffnung. Der Produktionsindex des verarbeitenden Gewerbes hat im Mai den höchsten Stand seit dreizehn Monaten erreicht, während die Erholung im Dienstleistungssektor an Schwung gewonnen hat. Folglich signalisiert der Gesamt-PMI nun ein solides Wachstum. Unser BIP-Nowcast geht von einem Anstieg des BIP im zweiten Quartal um 0,3% gegenüber dem ersten Quartal aus.
Dies könnte die Trendwende in der Industrie sein, denn der PMI hat sich deutlich in den expansiven Bereich bewegt. Ermutigend ist auch, dass der Index für die Auftragseingänge einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht hat, was auf die Exportaufträge zurückzuführen ist. Es ist davon auszugehen, dass die Produktion in zwei oder drei Monaten wieder ansteigen wird.
Während der Anstieg des PMI positiv ist, trübt der beschleunigte Abbau der Lagerbestände an Einkaufs- und Endprodukten die Aussichten etwas. Dies könnte jedoch darauf hindeuten, dass die Unternehmen von der unerwartet guten Nachfrage überrascht wurden und sich stärker auf ihre vorhandenen Lagerbestände stützen mussten.
Diejenigen, die eine anhaltende Schwäche der deutschen Wirtschaft vorhersagen, könnten bald eines Besseren belehrt werden. Vor allem der Dienstleistungssektor weist im Mai robuste Wachstumsraten auf und expandiert seit drei Monaten in Folge. Es gibt noch mehr Gründe, zuversichtlich zu sein, da nicht nur die Produktion steigt, sondern auch das Neugeschäft und der Tourismus, welcher Teil des Exportgeschäfts ist. Darüber hinaus blicken die Unternehmen zunehmend optimistisch auf die künftige Geschäftstätigkeit, was sich auch in der deutlich solideren Einstellungsrate widerspiegelt.“



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1 Kommentar

  1. Das ist bei Fallschirmspringern aus sehr großer Höhe auch so, wenn der Fallschirm nicht aufgeht.
    Die Luft wird zunehmend dicker und verlangsamt etwas die Absturzgeschwindigkeit. Was aber letztendlich nur den Aufschlag um Sekunden verzögert.

    Viele Grüße aus Andalusien
    Helmut

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