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Gigantischer Bürokratie-Aufwuchs Wirtschaft stellte in drei Jahren 325.000 zusätzliche Mitarbeiter für Bürokratie ein

Nur für neue Bürokratie hat die deutsche Wirtschaft binnen drei Jahren 325.000 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt. Eine Katastrophe!

Bundesagentur für Arbeit. Foto: Claudio Kummerfeld

Die folgende Nachricht stammt nicht von einer Webseite über Verschwörungstheorien. Nein, die folgenden Daten wurden vor wenigen Minuten gemeldet vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), einer Einrichtung der Bundesagentur für Arbeit! Dass die Bürokratie in den letzten Jahren massiv zugenommen hat, kann man nicht leugnen. Aber die jetzige Meldung zeigt, in welchem dramatischen Ausmaß die deutsche Wirtschaft alleine in den letzten drei Jahren zusätzliches (!) Personal einstellen musste, um dem Anwuchs der Bürokratie gerecht zu werden!

Bürokratie-Aufwuchs – gigantischer Aufbau an Personal

Angeblich will jeder Politiker Bürokratie abbauen. Aber wenn „Legionen“ an Parteigängern in Amtsstuben aller Art ein neues gut bezahltes warmes Plätzchen gefunden haben – will man dann wirklich am Ast sägen, auf dem man gerade erst Platz genommen hat? Von daher ist in aller erster Linie von der SPD in Sachen Bürokratieabbau überhaupt nichts zu erwarten, im Gegenteil! Aber kommen wir nun zu den aktuellen Daten des IAB: Jeder zehnte Betrieb hat in den letzten drei Jahren mehr Personal eingestellt, um gesetzliche Vorgaben und Dokumentationspflichten (Bürokratie) zu erfüllen. Das entspricht 325.000 zusätzlich eingestellten Personen, so die aktuelle IAB-Studie. Das ist – gelinde gesagt – eine dramatische, eine katastrophale Dimension des Bürokratieaufbaus.

Das Schlimme daran ist: Die im Betrieb vorhandenen Produktivkräfte, die also an der Werkbank stehen und das Geld für die Firma verdienen, müssen immer mehr Geld erwirtschaften, damit auch die neuen Mitarbeiter, die sich mit der zusätzlichen Bürokratie beschäftigen, bezahlt werden können. Darunter leidet logischerweise die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe mit ausländischen Konkurrenten.

Je 30 Prozent der Großbetriebe mit mindestens 250 Beschäftigten und der mittelgroßen Betriebe mit 50 bis 249 Beschäftigten geben laut IAB an, seit 2022 zusätzliches Personal für Verwaltungsaufgaben rekrutiert zu haben. Demgegenüber stellten nach eigenen Angaben 16 Prozent der Betriebe mit 10 bis 49 Beschäftigten und 7 Prozent der Kleinstbetriebe mit weniger als 10 Beschäftigten mehr Personal ein, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen.

Im Bereich Energieversorgung berichtet jeder fünfte Betrieb von zusäzlichem Personalaufbau für die Bürokratie, gefolgt von Öffentlicher Verwaltung/Verteidigung/Sozialversicherung mit 19 Prozent sowie Erziehung und Unterricht mit 17 Prozent. In den Branchen Sonstige Dienstleistungen, Kunst/Unterhaltung/Erholung sowie Information und Kommunikation ist dies am seltensten der Fall.

Insgesamt beklagen 80 Prozent der Betriebe höhere Kosten als Folge von gestiegener Bürokratie. Dies übersetzt sich zum Teil in einen Verlust der Produktivität, der von 55 Prozent der Betriebe berichtet wird, so das IAB. Weitere 19 Prozent der Betriebe geben Wettbewerbsnachteile an und 16 Prozent — insbesondere Großbetriebe — sehen in den gestiegenen Aufwendungen auch eine Hürde für Innovationen.

Zwei Drittel der Betriebe nennen die Datenschutzgrundverordnung (DSGV) als häufigste bürokratische Belastung. Mit deutlichem Abstand folgen die EU-Verordnungen zur IT-Sicherheit mit 32 Prozent sowie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz mit 14 Prozent. „Eine sinnvolle Möglichkeit wäre es, zukünftige Gesetze und Verordnungen zunächst befristet einzusetzen und mit einem ergebnisoffenen Prüfauftrag zu verbinden. Mit diesem Verfallsdatum könnte die Politik auf Basis dieser Ergebnisse die weitere Gültigkeit oder Ausgestaltung der Regelungen anpassen“, so das IAB.

Kommentar

Diese Zahlen sind verheerend, anders kann an es nicht ausdrücken. 325.000 neue Mitarbeiter in Betrieben binnen drei Jahren, und das nur zum Bearbeiten der neu eingeführten Bürokratie! Mir fehlen die Worte. Dies erhöht die Kosten für die Betriebe, und gleichzeitig fehlen damit Menschen in anderen Branchen, wo Arbeitskräftemangel herrscht. Volkswirtschaftlich ist diese Explosion an Bürokratie absolut katastrophal. Man ist nicht mehr produktiv, sondern erschafft sich ein staatliches Universum aus immer mehr Planstellen – und in der privaten Wirtschaft muss immer mehr geleistet werden, und am Ende steht man trotzdem schlechter da.

Hat überhaupt schon mal jemand darüber nachgedacht Bürokratie ganz zu streichen, zum Beispiel die DSGV? Kein Wort dazu, nicht von der FDP (gibt es die überhaupt noch?), auch nicht von der CDU. Über Grüne und SPD braucht man in Sachen Bürokratieabbau gar nicht erst reden. Gewiss: Jetzt wo wir ein neues Bundesministerium für Digitalisierung und Bürokratieabbau haben, wird man hier und da ein paar Vorschriften und Regularien abschaffen – gleichzeitig werden an anderer Stelle aber sicherlich mehr neue Verordnungen aus dem Boden sprießen, da muss man sich „keine Sorgen“ machen.



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7 Kommentare

  1. Daran sind bisher alle durch Sozialisten geführte Wirtschaften zu Grunde gegangen.
    Deutschland wird keine Ausnahme sein.
    Bei gleichzeitiger Deindustrialisierung und Entdemokratisierung, wird es noch einen Gang schneller ins Tal gehen.
    Schneller als in der UDSSR.
    Doch vorher wird alles noch sehr, sehr teuer werden.

    Viele Grüße aus Andalusien Helmut

    1. @Helmut
      „Daran sind bisher alle durch Sozialisten geführte Wirtschaften zu Grunde gegangen.“
      Nicht ganz, die spanischen Sozialisten und Kommunisten dümpeln immer noch munter vor sich hin 😅

      1. Ja @ Helix 52
        Nur mit dem Unterschied, dass in Spanien die Politiker (auch die Sozialisten) eine Ausbildung haben müssen, die zu ihrer politischen Tätigkeit passt.

        Die Ausbildung zum spanischen Ministerpräsidenten erfordert einen akademischen Hintergrund und eine politische Karriere. Der aktuelle Ministerpräsident Pedro Sánchez hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft, einen Master in Politischer Ökonomie der EU und eine Promotion in spanischer Wirtschaftsdiplomatie. Nach dem Studium trat er der sozialistischen Partei PSOE bei, kletterte die Parteileiter empor und wurde schließlich Ministerpräsident.

        Daher ist das wirtschaftliche Wachstum in Spanien in den letzten Jahren auch 20 bis 30-mal höher als in Deutschland.
        In Deutschland:: Tendenz weiter fallend.

        So konnten auch in den letzten 3 Jahren die Mindesrenten um etwa 20 % erhöht werden.
        Viele Rentner erhalten daher mehr Rente, als Nettolohn vor der Rente.

        Viele Grüße aus Andalusien Helmut

        1. robert h. schwachkopf

          @helmut,
          solch einen werdegang kann der parteiobmann der sozialistischen partei österreichs,
          andreas babler, nicht aufweisen.
          sein bildungsweg nach der pflichtschule (deswegen heisst sie auch pflichtschule):
          mittelschule, abgebrochen
          höhere technische mittelschule, abgebrochen
          lehre zum maschinenschlosser, abgebrochen
          staplerführerschein, erfolgreich bestanden
          absolvierte erfolgreich einen lehrgang an der (privat) universität krems
          so geht führungspersonal heute
          klingt wie ein deutscher kinderbuchautor und wirtschaftsminister, oder?

        2. @Helmut
          na, dann nenne mir mal bitte ein einziges aktuelles Kabinettsmitglied ohne Berufsausbidung und ohne Berufserfahrung….
          Mein Gott….

  2. Jetzt hamma ja KI, bald läuft doch die Bürokratie automatisch. Die Bürokraten müssen dann Flaschen sammeln gehen.

    1. Hallo @ KleinerMann
      Ich denke, dafür wird es in Deutschland gar nicht genug Strom geben.

      Viele Grüße aus Andalusien Helmut

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