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Wirtschaft USA: Die Anzeichen für eine Rezession mehren sich

Die Aktienmärkte haben eine Rezession noch nicht eingepreist

USA Wirtschaft Rezession

Die Anzeichen für eine baldige Rezession der Wirtschaft in den USA verdichten sich immer mehr!

Börsianer, die schon ein paar Rezessionen erlebt haben, werden es bestätigen: Eine Rezession kommt nicht aus heiterem Himmel, am Aktienmarkt wird diese regelmäßig schon vorher durch gefallene Kurse angezeigt. Jetzt sind die Aktienindizes in den Bärenmarkt gefallen, die veränderten monetären Bedingungen wurden in der Mehrzahl der Aktien bereits schmerzhaft eingepreist – aber eben noch keine Rezession. Bis vor wenigen Tagen rechneten Analysten noch mit kräftigen Gewinnzuwächsen bei den S&P 500 Unternehmen. Aber von Tag zu Tag steigt die Zahl der Kreditinstitute, die die Wahrscheinlichkeit einer Rezession Wirtschaft in den USA nach oben adjustieren. Jetzt hat Fed-Chef Jerome Powell bei seiner Anhörung vor dem Kongress erhebliche Zweifel an einem „Soft Landing“ für die Wirtschaft geäußert. Kein Wunder, schließlich mehren sich die Anzeichen für eine stärkere Abschwächung der US- wie auch der Weltkonjunktur, langsam auch im Rohstoffsektor.

S&P 500: Der große Index im Bärenmarkt

Dies fand in den letzten Tagen große Beachtung, denn ein Absturz des mit Abstand größten Index der Welt, des S&P 500, unter die 20 Prozent-Verlustschwelle hatte seit Jahrzehnten immer große Bedeutung: zum Beispiel auch für die Geldpolitik der Federal Reserve. Bis auf maximal 24,5 Prozent war der Index in den ersten 116 Börsentagen gefallen, eine absolut selten vorkommende Kursschwäche auch innerhalb früherer Bärenmärkte in einer so kurzen Periode, wie es die Übersicht von Charlie Bilello aufzeigt:

S&P 500 First 116 Days

Damit befindet man sich aber gerade im Durchschnitt früherer Bärenmärkte, aber ohne dass es zu einer Rezession in den USA gekommen ist. Aber für eine (richtige) Rezession, nicht nur eine milde und sich nur über einen Zeitraum von zwei Quartalen erstreckende „technische“ Rezession, wären die Kursabschläge noch deutlich zu gering.

Deshalb noch einmal die Feststellung: Wenn es zu einer Rezession kommt, müssten die Aktienindizes stärker fallen.

Rezession in USA: Die Anzeichen mehren sich

Und zwar von einer Seite, von der man es eher nicht vermuten würde – von den Commodities. China, der Wachstumstreiber der Weltwirtschaft innerhalb der letzten Dekade nach der Finanzkrise (50 % Wachstumsanteil) und ebenso großer Nachfrager nach Rohstoffen, fällt in der nächsten Zeit vermutlich etwas aus, als Lokomotive und Nachfrager (Immobilienkrise).

Hier einige gestrige Rohstoff-Futures, auf Mehrmonatstiefs:

Chinas Rohstoff-Futures

Aber nicht nur im fernen Osten geben die Rohstoffwerte derzeit nach. Hier ein paar Beispiele für die USA:

Chart Cruide Oil Anzeichen für Rezession in USA

US-Erdgas:

Natural Gas Rezession in USA

Dr. Copper (Kupfer):

Chart Kupfer

Aluminium:

Chart Aluminium Rezession USA

Auch die Weizenpreise beruhigen sich:

Chart Weizen Rezession in USA

Die Signale am Aktienmarkt

Beim Leitindex, dem S&P 500, gab es seit der monetären Wende im November 2021 den großen Gamechanger. Hightech kam nach der Zinswende sukzessive unter die Räder, auch hochwertige Konsumgüter. Was durchstartete waren Energie und auch vereinfacht ausgedrückt Value:

Sektorenperformance Halbjahr

Aber was passiert seit einem Monat, etwa seit dem Zeitpunkt, als man die Gefahr witterte, dass die großen Zinsanhebungen (notgedrungen) das Übliche auslösen könnten: Eine starke Wachstumsabschwächung mit einem deutlichen Rückgang der Nachfrage. Und was läuft seit Wochen schlechter als im letzten Halbjahr? Grundstoffe und Energie:

Sektorenperformance Monat Rezession USA

Fazit

Wie aus mehreren Frühindikatoren (Einkaufsmanagerindizes, Verbrauchervertrauen der Uni Michigan, Economic Surprise Index) ersichtlich, steht die Wirtschaft in den USA vor einer Phase des Abschwungs. Jetzt zeigt sich dies auch daran, dass einige Rohstoffpreise in letzter Zeit begonnen haben nachzugeben. Was noch nicht bedeuten muss, dass eine Rezession eine ausgemachte Sache ist – aber sollte es wirklich dazu kommen, werden es vor allem die Aktienindizes anzeigen. Verlässlicher als jedes Analysehaus, denn schließlich gibt es Millionen von Firmeninsidern, die wissen, wie es um die Geschäfte ihrer Firmen bestellt ist und die sich dementsprechend frühzeitig bei ihren Aktien engagieren. Natürlich nicht ohne Fehlsignale, schließlich kann niemand kommende externe Schocks vorhersehen, aber in der Gesamtheit allemal besser als es einzelne Analysten vermögen. Deshalb: Sollte der Wirtschaftsabschwung in den USA in eine Rezession münden, so dürfte dies der US-Leitindex S&P 500 anzeigen – mit einem Rutsch in Richtung 3000 Punkte.

Was wiederum eine Änderung in der Fed-Politik zur Folge haben dürfte. Wie von Jerome Powell vor dem Kongress angedeutet, wird er durch die Veränderung der „Financial Conditions“ keine ökonomische Katastrophe verursachen.

Wie schon seit Wochen immer wieder formuliert: „Hört nicht auf das, was sie tun wollen, sondern……!



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