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Wirtschaft USA: Verbrauchervertrauen fällt, Zuversicht sinkt

Über das Dilemma der Fed

Wirtschaft USA - Verbrauchervertrauen sinkt

Diese Entwicklung wird der US-Notenbank Sorge bereiten: Das Vertrauen der US-Verbraucher in die Wirtschaft sinkt, was Folgen für den so bedeutsamen Konsum in den USA haben könnte. Gleichzeitig haben die US-Zinsen wieder angefangen zu steigen, was unmittelbare Konsequenzen für alle Kreditarten in den USA haben wird. Denn diese sind an die Benchmark (10-yr-Treasury) gekoppelt. Das Tapering wird kommen, da die Immobilenpreise durch die Decke gehen.

Wirtschaft der USA: Die Septemberdaten des Conference Board

Das Verbrauchervertrauen des nationalen Conference Board befindet sich weiter auf dem Rückgang: Ein erneutes Nachgeben des Sentiments um 5,9 Punkte gegenüber August auf 109,3 Punkte (erwartet wurden 114,5 Punkte) und bereits ein Rückgang um 19,6 Punkte gegenüber dem Höchstand von Juni mit 128,9 Punkten.

Wirtschaft USA - das Verbrauchervertrauen

Die Ökonomen im Conference Board halten den Stand des Verbraucher Vertrauens zwar noch hoch genug, um die Wirtschaft zu stützen, aber der Trend ist eindeutig. Seltsamerweise sind die US-Konsumenten nicht so sehr besorgt über die Inflation (man vertraut anscheinend der Federal Reserve), aber dennoch ergeben die Daten, dass man sich Sorgen um die kurzfristigen Wirtschaftsaussichten macht und sich dies sich in den Ausgabenabsichten für Wohnhäuser, Autos und anderen größeren Anschaffungen niederschlägt.

Die Entwicklungen des nationalen US-Verbrauchervertrauens korreliert auch mit dem sehr beachteten Index der Universität von Michigan, allerdings ist die dortige Datenlage noch extremer ausgeprägt. Man befindet sich dort sentimenttechnisch bereits unter dem Angstniveau des Corona-Einbruchs.

Wirtschaft in den USA - Verbrauchervertrauen und Rezessionen

Aber was für eine Lage ergibt sich daraus für die US-Notenbank, die natürlich einen Blick auf die Entwicklung der Wirtschaft wirft? Auf der anderen Seite läuft gleichzeitig ein anderer Bereich in der US-Wirtschaft regelrecht heiß, eine Entwicklung die schon sehr an die Zeit um das Jahr 2007 erinnert.

Die Explosion der US-Hauspreise

Charlie Bilello fragt zurecht, warum die US-Notenbank immer noch monatlich 40 Milliarden Dollar mit ihren Käufen in Immobilienanleihen steckt? Will man die Bubble?

Hausblase USA

Fazit

Die Lage für die Geldhüter in den USA entwickelt sich zunehmend verwirrend. Viele Indikatoren deuten schon auf eine Abschwächung der Wirtschaft in den USA hin. International durch die Folgen der Lieferengpässe und den Schwächen in Chinas Binnenwirtschaft (heutiger PMI Industrie 49,6 Punkte), national durch die Abschwächungstendenzen beim US-Verbrauchervertrauen, welches sich irgendwann auf den so essentiellen US-Konsum auswirken könnte. Andererseits haben die großen Notenbanken bei einer Gesprächsrunde beim gestrigen Zentralbankforum der EZB eingestanden, dass sich Lieferengpässe und Inflation noch bis Anfang 2022 auswirken könnten.

Der US-Arbeitsmarkt erholt sich trotz der offenen Stellen zusehends, allerdings ist der Job Market ein nachlaufender Indikator und würde man auf eine vollständige Erholung warten, so dürften die Inflationsdaten schon durch die Decke geschossen sein.

Das lange Zögern mit einer Straffung der überbordenden Geldversorgung der Märkte könnte sich zu einer kleinen Zerreißprobe für die Glaubwürdigkeit der Notenbank entwickeln.

Und zumindest eine Zeitlang zu einer stagflatorischen Entwicklung, denn mittelfristig würde durch einen Nachfragerückgang wieder Druck auf die Güterpreise ausgeübt werden. Überall werden derzeit Kapazitäten erweitert, einige Ökonomen warnen auch schon von einem kommenden Schweinezyklus. Fallende Nachfrage bei steigendem Angebot.

Ich frage mich immer öfters, wieso man vonseiten der Prognostiker ein derart großes Wachstum für die nächsten Jahre in der Weltwirtschaft fortschreibt? Mit Raten, wie es sie nach den riesigen Aufbaunotwendigkeiten infolge des Zweiten Weltkriegs gegeben hat. Geht nicht der Kreditimpuls in fast allen Ecken der Welt zurück?

Vielleicht hat man in den USA schon zu lange gewartet, mit den geldpolitischen Maßnahmen?



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