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Einbruch bei Investitionen in der Türkei? Konkrete Umfrage bei Top-Managern mit klarer Tendenz!

Gibt es durch Terror, missglücktem Putsch und vor allem durch Präsident Erdogan´s aktuelles Durchgreifen einen Wirtschaftseinbruch in der Türkei? Wird er kommen? Nach bisher allgemeinen Annahmen gibt es jetzt ein erstes konkretes...

FMW-Redaktion

Gibt es durch Terror, missglücktem Putsch und vor allem durch Präsident Erdogan´s aktuelles Durchgreifen einen Wirtschaftseinbruch in der Türkei? Wird er kommen? Nach bisher allgemeinen Annahmen gibt es jetzt ein erstes konkretes Umfrageergebnis zum Thema Investitionen in der Türkei aus Deutschland. Roland Berger und die Welt haben deutsche Topmanager befragt, wie sie zukünftig die Investitionstätigkeit in der Türkei sehen.

85% gehen von einem starken Rückgang der Investitionstätigkeit aus. 75% gehen davon aus, dass die Sorge vor Willkür und mangelnder Rechtsstaatlichkeit der Grund dafür sein wird, dass die Investitionen deutscher Unternehmen in der Türkei zurückgehen werden! 10% gehen davon aus, dass der Terror Investoren abschreckt. 14,7% gehen von einem unveränderten Stand bei Investitionen aus. Was lehrt uns das? Der Geschäftswelt ist es relativ egal, ob das Land in dem man investiert, eine lupenreine Demokratie ist, oder ob es Terroranschläge gibt.

Wichtig ist vor allem, wie die Zahlen zeigen, die Rechtssicherheit. Gelten die selben rechtlichen Rahmenbedingungen z.B. für den Neubau einer Fabrik in 6 Monaten noch genau so wie vor 1 Jahr? Werden Vermögen und Immobilien noch genau so geschützt sein wie bisher? Und was ist mit möglichen Enteignungen/staatlich erzwungenen Firmenübernahmen etc? Bei dem Thema haben westliche Konzerne in den letzten Jahren z.B. in Russland und Südamerika interessante Erfahrungen gemacht. Das scheint die Investoren wirklich zu interessieren. Wie geht es weiter in der Türkei?

Ist unser Eigentum wirklich dauerhaft sicher, könnte so eine Frage lauten. Gelten bisher gültige Lizenzen und Verträge mit dem Staat auch in Zukunft? Da mögen die Inhalte von Erdogans Politik viele Topmanager wohl weniger erschrecken, sondern eher die Sprunghaftigkeit. Heute so, morgen so. Noch scheint die Wirtschaft bzw. ausländische Investoren nicht von Erdogans neuer Politik erfasst zu sein, aber die Meinung scheint zu lauten: Ja, dauerhaft werden ausländische Investoren einer gewissen Willkür ausgesetzt sein. Und das will kein Investor! Bei jeglichem Anzeichen von Unsicherheit, Unklarheit, Rechtsunsicherheit macht sich der globale Investor aus dem Staub. Und Erdogan? Massenentlassungen in der Justiz! Unabhängig davon, ob sie gerechtfertigt sind oder nicht: Welche Richter/Staatsanwälte werden auf die jetzt Entlassenen folgen? Und wie sollen die Nachfolger so schnell ausgebildet/nachgeschult werden, um ihre neuen Funktionen ausführen zu können? Tja, die Unsicherheit vor der Ungewissheit, das ist es.

Die Schweizer Großbank UBS sieht auf die Türkei derzeit aus Sicht der „normalen“ Aktienanleger. Ihre Vermögensverwaltung betrachtet die Türkei unter den Schwellenländern als günstig bewerteten Aktienmarkt. Die aktuellen gesamtwirtschaftlichen Risiken seien bereits einberechnet.



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2 Kommentare

  1. Es kommen viele Fragen auf. Aber ist so eine Situation auch eine gute Chance zu investieren.
    Verwitzt ( wenn`s das Wort überhaupt gibt) gesagt: Lieber in der Türkei investieren als die nächste Flüchtingswelle zu uns.

    1. Ich kann mor vorstellen wie das laufen wird: erst ist das investierte Geld/Gut weg und dann kommen die Flüchlinge trotzdem …

      Wenn ich die schöne Fabrik dem Investor für lau abnehmen will dann stelle ich ihn eben in die Nähe einer -wie-auch-immer-genannten „feindlichen“ Bewegung und zack. Vielleicht kommen ja auch die Arbeiter irgendwann nicht mehr, auf Anweisung vom Religionsgelehrten? *lach*

      VG KArl

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