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Wirtschaftskrise: Bundesbank mit aktuellen Aussagen

Die Bundesbank äußert sich zur Wirtschaftskrise. Die Industrie ist schwach, Dienstleistungen gleichen die Probleme ein wenig aus.

Deutschland-Flagge
Foto: GaiaLove-Freepik.com

Bei Dienstleistungen ist der Absturz nicht ganz so schlimm, aber in der Industrie dafür umso mehr. Wer die Wirtschaftskrise in Deutschland besichtigen will, muss vor allem auf die Industriebetriebe schauen. Das aktuellste Beispiel waren die heute vermeldeten Einkaufsmanagerdaten für Deutschland für Oktober: Dienstleistungen liegen mit 51,4 Punkten weiterhin minimal über der Grenze von 50 Punkten (alles darüber signalisiert Wirtschaftswachstum), während die Industrie bei 42,6 Punkten liegt, ein klares Zeichen für weniger Produktion, für eine Industrie-Rezession. Die Bundesbank hat heute ihren Monatsbericht veröffentlicht, und bespricht dort auch die aktuelle Wirtschaftskrise in Deutschland.

Wirtschaftskrise: „Deutsche Wirtschaft steckt weiter in der Schwächephase“

„Die deutsche Wirtschaft steckt nach wie vor in der seit Mitte 2022 anhaltenden Schwächephase fest“, so schreibt es die Bundesbank gleich zu Anfang ihres heutigen Monatsberichts für Oktober. Das Bruttoninlandsprodukt dürfte im dritten Quartal erneut etwas zurückgegangen sein. Im vierten Quartal 2024 könnte die wirtschaftliche Aktivität aus heutiger Sicht in etwa stagnieren. Eine Rezession im Sinne eines deutlichen, breit angelegten und länger anhaltenden Rückgangs der Wirtschaftsleistung erwartet die Bundesbank derzeit aber weiterhin nicht.

Anhaltende Probleme mit der Wettbewerbsfähigkeit

Sowohl in der Industrie als auch im Bau ging die Produktion im Mittel von Juli und August 2024 gegenüber dem zweiten Quartal spürbar zurück. In beiden Sektoren ist die Nachfrage anhaltend schwach, so die Bundesbank. Gründe dafür seien zum einen die vergleichsweise hohen Finanzierungskosten, die die Investitionstätigkeit und damit auch die Nachfrage nach Investitionsgütern dämpfen. Außerdem beeinträchtige die Unsicherheit über die künftigen wirtschaftlichen und politischen Bedingungen die Planungssicherheit der Unternehmen. Dies belaste wiederum die Investitionen.

Die Auslandsnachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen erholt sich laut Bundesbank-Aussage trotz moderat wachsender deutscher Absatzmärkte derzeit nur leicht. Dies deute auf anhaltende Probleme der deutschen Wettbewerbsfähigkeit hin. Somit bleibe neben der Binnen- auch die Auslandsnachfrage nach deutschen Industrieerzeugnissen schwach. Die daher mittlerweile niedrige Kapazitätsauslastung im Verarbeitenden Gewerbe belaste wiederum die entsprechenden Investitionen.

Die Dienstleister dürften laut dem Bundesbank-Monatsbericht die Konjunktur gestützt haben, wenn auch nur in begrenztem Maße. Denn vom privaten Konsum kamen wohl nur geringe Impulse. Die Verbraucher würden sich weiterhin verunsichert zeigen. Weil die Löhne deutlich stärker steigen als die Preise, stiegen zwar ihre realen Einkommen. Bislang würden sie aber zögern, diese Spielräume für zusätzliche Ausgaben zu nutzen.

Kommentar

Es bleibt dabei: Der Dienstleistungssektor mit seiner halbwegs akzeptablen Entwicklung sorgt dafür, dass die Wirtschaftskrise beim Blick auf das BIP nicht ganz so schlimm ausfällt. Aber beim Blick auf den Absturz der Industrie sieht man das tatsächliche Problem. Hohe Energiepreise, mehr Bürokratie, und sonstige strukturelle Probleme sorgen derzeit für einen Niedergang, der bereits vor der Coronakrise begann. Die aktuelle Regierung sorgt mit noch mehr Regulierungen und fehlendem Sachverstand für die Materie für eine Verschärfung der Krise.



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1 Kommentar

  1. Ich kenne niemanden, bei dem das Netto stärker als die Inflation gestiegen ist. Da muss es sich um Fakenews oder einen Tippfehler handeln.
    Die Leute kaufen nichts mehr, weil sie einfach weniger zum Kaufen haben, so sieht es aus.

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