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Wirtschaftsweisen mit Jahresgutachten – alles wird gut, läuft…

Deutschland Flagge vor Bundestag - Wirtschaftsweisen mit Gutachten

Die sogenannten „Wirtschaftsweisen“ (Sachverständigenrat) haben heute der Bundesregierung ihr Jahresgutachten 2019/20 überreicht. Daraus geht hervor, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Jahr 2019 in Deutschland voraussichtlich um 0,5% und im Jahr 2020 um 0,9% wachsen soll (kalenderbereinigt jeweils 0,5%). Also: Keine Rezession, sondern nur ein maues Wachstum, wenn man denn dem Urteilsvermögen der Experten glauben mag. Denn was machen Experten oft? Sie folgen einem Trend, und passen ihre Prognosen dann einfach mehrmals an. Laut den Wirtschaftsweisen ist der Aufschwung beendet, bislang sei jedoch nicht von einer breiten und tiefgehenden Rezession auszugehen. Die schwache wirtschaftliche Dynamik werde sich voraussichtlich mindestens bis in das kommende Jahr ziehen. Die Headline dieses Jahresgutachtens trägt übrigens den Namen „Den Strukturwandel meistern“. Um die Chancen des Strukturwandels zu ergreifen, muss Deutschland seine Wirtschafts- und Industriepolitik nicht neu erfinden, sondern weiterentwickeln, so Christoph M. Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrates.

Hier Zitate der Wirtschaftsweisen aus der heutigen Veröffentlichung auszugsweise:

Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich im Abschwung. Bislang ist jedoch nicht von einer breiten und tiefergehenden Rezession auszugehen. Im laufenden Jahr dürfte das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer Zuwachsrate von 0,5 % merklich weniger stark wachsen als in den Vorjahren. Es ist zu erwarten, dass sich die schwache wirtschaftliche Dynamik mindestens bis in das kommende Jahr hinzieht und das Wachstum mit 0,9 % (kalenderbereinigt 0,5 %) im Jahr 2020 schwach bleiben wird. Ein wichtiger Grund dafür ist eine länderübergreifende Schwäche der Industrie. Sie dürfte zum Teil auf einen zyklischen Abschwung zurückzuführen sein, der mit einem Rückgang der Investitionen der Unternehmen einhergeht. Für die weitere Entwicklung ist entscheidend, inwiefern der bislang noch solide Arbeitsmarkt und die Binnennach-frage von dieser Entwicklung erfasst werden. Während die Industrieschwäche in Deutschland besonders stark ausgeprägt ist, trübt sich die Konjunktur weltweit ebenfalls ein. Dies reduziert hierzulande die Impulse aus dem Außenhandel, der durch die anhaltende Unsicherheit insbesondere aufgrund der Handelskonflikte mit den USA und des Brexit belastet wird. Im Euro-Raum dürfte das BIP in den Jahren 2019 und 2020 nur noch um 1,2 % beziehungsweise 1,1 % zunehmen.

Die Geldpolitik ist bereits sehr expansiv. Es wäre besser gewesen, wenn die EZB auf weitere Staatsanleihekäufe verzichtet hätte, da diese Politik erhebliche Risiken, etwa für die Finanz­stabilität, mit sich bringen kann. Die deutsche Fiskalpolitik ist bereits expansiv. Ein zusätzliches Konjunkturpaket ist nicht notwendig. Vielmehr geht es darum, die automatischen Stabilisatoren wirken zu lassen. Die Schuldenbremse schließt dafür eine Neuverschuldung nicht aus und lässt Spielräume für eine Erhöhung der öffentlichen Investitionen.

Wirtschaftsweisen mit Jahresgutachten - Detaildaten



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