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Zinswende: tektonische Verschiebungen am Anleihemarkt und ihre Bedeutung für die Finanzmärkte

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Von Markus Fugmann

Die eigentliche Musik spielt an den Finanzmärkten bekanntlich nicht an den Aktienmärkten, sondern an den Anleihemärkten. Dort, vor allem bei Staatsanleihen, arbeitet das große Geld, Pensionskassen, Versicherungen etc. sind in diesen Märkten stark engagiert. Insofern haben Veränderungen am Anleihemarkt notwendigerweise Konsequenzen für andere Märkte, schlicht weil eben das Volumen extrem hoch ist. Kommt es etwa zu einem „Crash“ an den Anleihemärkten, können sich Aktienmärkte, das zeigt die Geschichte, dem nicht entziehen.

Nun hat es am letzten Donnerstag mit der EZB-Sitzung bedeutende Verschiebungen gegeben. Die EZB packte letzte Woche bekanntlich die große Bazooka aus: Einlagezins gesenkt, QE erhöht, Leitzins gesenkt, Tender für Banken aufgelegt. Als das bekannt wurde, haussierten die europäischen Märkte für Staatsanleihen. Aber dann die Wende, als Draghi auf der Pressekonferenz signalisierte, dass die Zinsen wohl absehbar nicht weiter sinken würden:

Bund160316
Bund-Future, Juni-Kontrakt

Seit dem Abverkauf kann sich die Bundesanleihe nicht mehr erholen. Was bedeutet das? Mit einem Wort: die Fantasie ist raus! Das gilt vor allem für länger laufende Anleihen, so für die Benchmark des europäischen Anleihemarktes, die 10-jährige Bundesanleihe. Denn nun ist die Perspektive weg, dass die Zinsen weiter sinken werden – und eben diese Perspektive hatte den Kurs des Bund-Futures nach oben, die Rendite nach unten gedrückt. Die Bundesanleihe war schon kurz vor negativem Territorium, doch mit der Aussage Draghis könnte nun eine Trendwende bevorstehen. Die Zeit der stetig fallenden Renditen ist vorbei, die Zinsen steigen tendentiell wieder!

Das gilt besonders für deutsche Anleihen, etwas weniger für Anleihen der Europeripherie. Seit Draghi performt die 10-jährige italienische Staatsanleihe besser als die Bundesanleihe:

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Bund orange, Italiens 10-jährige schwarz

 

Das dürfte erst einmal so bleiben, weil die Maßnahmen der EZB besonders die Europeripherie begünstigten. Was aber bedeutet das, wenn die Renditen wieder steigen? Faktisch ist das der Wendepunkt, zumindest das Stop-Signal für den Glauben, dass Zinsen immer weiter fallen. Und das ist von überragender Bedeutung für die Märkte insgesamt! Eine Möglichkeit ist, dass Gelder aus dem Anleihemarkt in den Aktienmarkt fließen. Oder es entsteht zunehmender Streß am Anleihemarkt, der negativ auf die Aktienmärkte abfärbt. Beides ist möglich. Abwarten. Die Renditen jedenfalls werden nun nicht mehr täglich neue Allzeittiefs erreichen, das Risiko hat sich etwa für den Bund-Future deutlich auf die Unterseite verlagert. Jetzt könnte das eintreten, was logisch ist: die Blase wird platzen. Vermutlich nicht sofort, aber perspektivisch.

Und noch etwas. Gestern ist etwas passiert, was den Junk-Bond-Markt in den USA unter Druck bringen dürfte – und damit eine Art Menetekel für den Aktienmarkt sein könnte, denn Streß an den Junk-Bond-Märkten ist gleichbedeutend mit Streß am Aktienmarkt. Gestern stürzte bekanntlich die Aktie von Valeant ab, das ein Liebling der Hedgefonds ist (siehe dazu unseren Bericht „Absturz des Tages: Valeant, der Liebling der Hedgefonds“). Die AKtie verlor gestern 51,5%:

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Seit Sommer 2015 ein regelrechter Absturz:

Valeant1603162

Warum das wichtig ist? Valeant ist der viertgrößte Emitten von spekulativen Unternehmensanleihen in den USA, die auch als „Junk-Bonds“ bezeichnet werden. Gestern reagierte die Valeant-Anleihen mit Streß, die Risikoprämien stiegen rasant. Noch hat das nicht ausgetrahlt auf andere Junk-Bonds, aber wenn das so weiter geht, wird es das tun – dafür ist Valeant schlicht zu wichtig. Das Unternehmen ist hochgradig verschuldet, die Wachsmsstory ist vorbei, die Absätze sinken. Das gilt aber für viele US-Jonk-Bonds, Ansteckung daher wahrscheinlich.

Und: der Abverkauf der Aktie hat vor allem bei Hedgefonds, deren Lieblingsspielzeug Valeant ist, über fünf Milliarden Dollar an Kapital vernichtet. Das fehlt nun für andere Investments, etwa in Aktien.

Fazit: die wirklich wichtigen Bewegungen werden sich am Anleihemarkt abspielen. Sie sollten das im Auge behalten – denn wenn dort die Musik aufhört zu spielen, rumpst es auch an anderen Märkten!

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Russische Aktien: Darum sind sie eine verkannte Aktien-Chance!

Russische Aktien werden von vielen Investoren ignoriert. Aber welche Aktien-Indizes haben in den vergangenen 12 Monaten am besten abgeschnitten?

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Russische Aktien werden von vielen Investoren ignoriert. Aber welche Aktien-Indizes haben in den vergangenen 12 Monaten am besten abgeschnitten? Dax? Dow Jones? Nasdaq? Keineswegs. Auf Platz 1 steht Griechenlands Athens General Index, auf Platz 2 der rumänische BET, auf Platz 3 der mazedonische MBI 10, auf Platz 4 der Nasdaq 100 und auf Platz 5 der russische MOEX. Und nur gegen eines dieser fünf Länder werden von EU und vor allem den USA mit massiven Wirtschaftssanktionen vorgegangen: Russland. Schauen wir uns einmal an, warum der russische Aktienmarkt trotzdem so gut abschnitt und wie es 2020 weitergehen könnte!

Russische Aktien holen gerade die Entwicklung von zehn Jahren nach

Der Mix, der zu einer Performance von 30,5% in zwölf Monaten führte, ist vielfältig. Unterstützt haben den Index vermutlich ausgerechnet die Wirtschaftssanktionen des Westens. Denn die prügelten den Index in den Vorjahren in die Tiefe. Doch Wirtschaft, Bevölkerung und Staat hatten inzwischen Zeit, sich auf diese Sanktionen einzustellen und ausgehend von einem tieferen Niveau wieder zu wachsen. Gleichwohl ist die Konjunktur in Russland noch immer nicht stabil. In den vergangenen Quartalen schwankte das Wachstumstempo in Russland zwischen 0,5% im 1. Quartal 2019 und 2,7% im 4. Quartal 2018. Bis zum 3. Quartal 2019 erholte sich das Wachstum wieder auf 1,7%, was besser war als von Analysten erwartet. Für das 4. Quartal werden ebenfalls 1,7% erwartet. Für das Gesamtjahr 2019 werden jedoch nur magere 1% Wachstum erwartet.

Maßgeblich verantwortlich für das gute Abschneiden des MOEX dürfte also nicht das aktuelle Wachstum sein, sondern die Tatsache, dass sich die Anleger im Angesicht der Sanktionen seit 2014 stark zurückhielten mit Investitionen in russische Aktien. Erst im Juli 2017 erreichte der MOEX den gleichen Stand wie zum Hochpunkt vor der Finanzkrise 2008. Dabei erholte sich die russische Wirtschaft von der Krise sehr schnell. Inflationsadjustiert lag das Bruttoinlandsprodukt bereits im 2. Quartal 2010 höher als vor der Finanzkrise und stieg bis heute um 133%. Wohlgemerkt in Rubel gerechnet und die Inflation bereits berücksichtigend.

Im Westen ist dieses Wachstum nur wenigen bekannt. Denn das Bruttoinlandsprodukt wird gern in US-Dollar umgerechnet. Da der Rubel gegenüber dem US-Dollar sanktionsbedingt stark abwertete, ist das Bruttoinlandsprodukt in US-Dollar gerechnet heute auf einem Niveau wie 2008. Doch für den russischen Aktienmarkt spielt nicht die Wirtschaftsleistung in US-Dollar eine Rolle, sondern die in inflationsbereinigten Rubeln. Dass die Aktien bei 133% Wachstum seit 2008 erst um gute 50% stiegen, ist insofern ein Geschenk für Anleger, die sich dieses Missverhältnisses bewusst sind und einsteigen, solange die Unterbewertung russischer Aktien besteht. Die begannen gerade erst, die in den vergangenen Jahren verpasste Entwicklung nachzuholen.

Der Rubel wertet inzwischen gegenüber westlichen Währungen wieder auf

Für Anleger aus dem Westen spielt natürlich der Wechselkurs dann doch wieder eine große Rolle. Denn was bringt Ihnen der schönste Kursgewinn in Rubel, wenn Sie nicht vorhaben, nach Russland zu fahren und die Rubel dort auszugeben? Sie werden in Euro konvertieren wollen. Wertet der Rubel gegenüber dem Euro während Ihres Investitionszeitraums ab, wird das Ihre Rendite negativ beeinträchtigen. Umgekehrt kann eine Aufwertung des Rubels, wie sie derzeit stattfindet, die Rendite aber auch zusätzlich erhöhen. Anleger, die diese Wette lieber nicht eingehen wollen, müssen die Aktienmarktrendite also um die Kosten einer Währungsabsicherung reduzieren.

Deren Kosten sinken jedoch, da die russische Zentralbank schon seit geraumer Zeit die Zinsen senkt. Dank der für russische Verhältnisse niedrigen Inflationsrate von derzeit 3,8% sanken die Zinsen von 17% im Jahr 2014 auf derzeit 6,25%. Die niedrige Inflation und die sinkenden Zinsen stimulieren die Wirtschaft. Ebenso die zuletzt wieder gestiegenen Preise für Rohstoffe, die einen Großteil der russischen Exporte ausmachen. Im Herbst 2018 erreichten die Handelsüberschüsse Russlands wieder den Wert, der vor dem Einsetzen der westlichen Wirtschaftssanktionen erzielt werden konnte. Die seitdem im Schnitt gesunkenen Ölpreise haben auch den Handelsüberschuss wieder absinken lassen, der aber trotzdem noch signifikant über dem Niveau von 2016 und 2017 liegt.

3/4 aller russischen Aktien werden bereits von Ausländern gehalten! Gehören Sie dazu?

Die Sanktionen des Westens haben der Wirtschaft Russlands zwar einerseits geschadet, ihr andererseits aber auch geholfen. Denn sie zeigten Russland und den Unternehmen, dass sie sich unabhängiger vom Ausland machen müssen. Die Auslandsverschuldung sank, während die Währungsreserven nach einem kurzen Schock im Jahr 2014 wieder beständig zu steigen begannen. Inzwischen wertet auch der Rubel wieder gegenüber dem US-Dollar auf.

Während sich die Unternehmen im Ausland entschuldeten, wird ausgerechnet der Auftrieb des russischen Aktienmarktes von ausländischen Investoren befeuert. Die russische Sberbank rechnet damit, dass Dreiviertel aller russischen Aktien von Ausländern gehalten werden. Sollten sich die USA also neue Sanktionen überlegen, wie zum Beispiel ein Besitzverbot für russische Aktien, kann es mit dem Aufwärtstrend auch schnell wieder vorbei sein.

Übrigens: Der in US-Dollar notierte russische RTS-Index stieg in den vergangenen zwölf Monaten sogar um 40,6% und läge im internationalen Vergleich damit auf Platz 3.

Russische Aktien haben sich zuletzt sehr gut entwickelt

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Aktienrückkäufe – so funktioniert legaler Betrug

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Lieber Börsianer,

die langjährige Flutung der Finanzmärkte mit dem billigen Geld der Notenbanken hat mittlerweile zu einigen kuriosen Begleiterscheinungen geführt. Weil Geld nichts mehr kostet, verschulden sich einige Unternehmen bis über beide Ohren. Doch statt in Zukunftstechnologien zu investieren, kaufen sie lieber eigene Aktien zurück – Kurspflege nennt man das. Angeblich geschieht das zum Wohle der Anleger, denn durch die Aktienrückkäufe steigen in der Regel auch die Kurse. Allerdings ist bei hochverschuldeten Unternehmen Vorsicht geboten. Denn bereits ein geringer Zinsanstieg stellt diese Unternehmen vor arge Probleme. Freilich sind nicht alle Aktienrückkäufe schlecht. Wenn sich das Unternehmen die Kurspflege leisten kann und damit Geld an die Aktionäre zurückgibt, ist das oft besser, als das Geld möglicherweise zu Negativzinsen im Unternehmen zu belassen. Doch vor Übertreibungen müssen Sie sich schützen.

Das Spielcasino ist eröffnet

In den USA sind mittlerweile nicht mehr Privatanleger, Pensionsfonds und Vermögensverwalter die größten Aktienkäufer, sondern die Unternehmen selbst. Das freie Spiel von Angebot und Nachfrage wird damit ein Stück weit außer Kraft gesetzt. In den vergangenen zehn Jahren gaben die 500 Unternehmen des S&P 500 die gigantische Summe von fünf Billionen Dollar für eigene Aktien aus. Das entspricht in etwa dem Bruttoinlandsprodukt von Japan, der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt. 90 % der Unternehmen haben dafür mehr als die Hälfte ihrer Gewinne investiert. Das Geld fließt also nicht mehr in Fabriken, Maschinen, Produkte und Jobs, sondern wird für die eigene Kurspflege eingesetzt. Die Big Player erhalten damit den Status Quo und überlassen die Entwicklung neuer…..

Den gesamten Artikel können Sie lesen, wenn Sie sich für den Newsletter „Profit Alarm“ anmelden. Sie erhalten dann täglich per Email eine exklusive Analyse. Der Service ist für Sie völlig kostenfrei!

 

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Quartalssaison startet – hier der Überblick über die wichtigsten Termine

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Die Quartalssaison hat begonnen. Die großen US-Banken haben bereits letzte Woche ihre Quartalszahlen gemeldet. Allen voran hatte JP Morgan als größte US-Bank glänzende Zahlen geliefert. In einer Woche kommen wir in die heiße Phase. Und heute Abend wird Netflix seine Quartalszahlen nach 22 Uhr melden (wir werden berichten). Es wird interessant! Hier listen wir die nach unserer Meinung wichtigsten beziehungsweise interessantesten Unternehmen aus den USA und Deutschland auf, und an welchen Tagen sie melden werden.

Netflix 21. Januar

Wirecard 30. Januar (laut Yahoo Earnings)

Exxon 31. Januar

SAP 28. Januar

Apple 28. Januar

Tesla 29. Januar

Boeing 29. Januar

Facebook 29. Januar

Amazon 30. Januar

Deutsche Bank 30. Januar

Caterpillar 31. Januar

Alphabet (Google) 3. Februar

Siemens 5. Februar

Uber 6. Februar

Twitter 6. Februar

Lyft 11. Februar

Daimler 11. Februar

Commerzbank 13. Februar

Thyssenkrupp 13. Februar

Walmart 18. Februar

Deutsche Telekom 19. Februar

Bayer 27. Februar

Zalando 27. Februar

BASF 28. Februar

Vonovia 5. März

Deutsche Post 10. März

Adidas 11. März

Lufthansa 19. März

Deutsche Wohnen 25. März

Rocket Internet 2. April

Datum unklar oder noch nicht veröffentlicht bei:

Volkswagen

BMW

Snap Inc (Snapchat)

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