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Wo Deutschland von den USA lernen könnte – Finanzbetrug mit Anreizsystem bekämpfen

Es geht darum in großen Banken wirkliches Fehlverhalten und wirklichen Finanzbetrug aufzudecken, was Aufseher von außen einfach nicht erkennen können. Hierfür hatten die USA durch die…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Ja, die USA sind dieser Tage so ähnlich wie der HSV – ein einfaches Opfer für Spott und Häme! Aber der Vergleich hinkt. Denn in den USA gibt es immer Licht und Schatten gleichzeitig! Wo verdammt viel verdammt schief läuft, da gibt es auch viel Gutes. Das zeigt sich wieder einmal bei der Jagd nach Betrug und Fehlverhalten im etablierten Finanzsystem. Es geht hierbei nicht nur um drittklassige Pennystock-Buden.

Es geht darum in großen Banken wirkliches Fehlverhalten und wirklichen Finanzbetrug aufzudecken, was Aufseher von außen einfach nicht erkennen können. Hierfür hatten die USA durch die DoddFrank-Gesetzgebung nach der Finanzkrise ihr Whistleblower-System drastisch verbessert. Das „Dodd-Frank whistleblower“ Programm der US-Börsenaufsicht SEC läuft seit 2010. Wer beispielsweise in einer Bank arbeitet, und Fehlverhalten meldet, erhält 10-30% der später gegen die Bank verhängten Strafe. So erhält die SEC Insiderinformationen zu ernsthaftem Fehlverhalten, an die man sonst nicht gelangt wäre. Zitat:

“These awards demonstrate that whistleblowers can provide the SEC with incredibly significant information that enables us to pursue and remedy serious violations that might otherwise go unnoticed,” said Jane Norberg, Chief of the SEC’s Office of the Whistleblower. “We hope that these awards encourage others with specific, high-quality information regarding securities laws violations to step forward and report it to the SEC.”

Das System läuft so gut und anonym, dass die „Verräter“ sogar nach ihrem Verrat weiter in der Bank arbeiten können, weil die Anonymität gegenüber der Öffentlichkeit und dem Arbeitgeber gewahrt bleibt. Mal ehrlich: Das wäre in Deutschland unvorstellbar! Und es kommt noch besser. Diese Belohnung für die Whistleblower wird nicht etwa aus dem Geld bezahlt, welches die SEC eigentlich an betrogene Kunden erstatten müsste.

Nein, die Whistleblower erhalten ihr Geld aus einem Fonds des US-Kongresses. Der Fonds wiederum wird gespeist aus separaten Bußgeldern, die Finanzdienstleistern aufgrund von Fehlverhalten aufgebrummt wurden. In den letzten sechs Jahren hat die SEC insgesamt 262 Millionen Dollar an 53 Whistleblower ausgezahlt. Aktuell erlangt dieses Programm der SEC mal wieder Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, weil gerade eine Rekordbelohnung von 50 Millionen US-Dollar gemeinsam an zwei Geheimnisverräter ausgezahlt wurde.

Laut „FT“ geht die aktuelle Ausschüttung zusammen mit einer dritten Vergütung zurück auf das massive Fehlverhalten der Bank of America Merrill Lynch. Sie war zu einer Strafe von 415 Millionen Dollar verurteilt worden. Die eigenen Mitarbeiter hatten ihren Arbeitgeber offensichtlich angeschwärzt, weil die Bank Kundengelder zweckentfremdet hatte, in dem man sie für eigene Hochrisikogeschäfte benutzte. Genau für solche Fälle ist dieses Vehikel des Whistleblowings ideal geeignet.

Aber nein, so was kommt in Deutschland ja niemals in Frage. Die von der Bankenlobby hierzulande quasi eingenommene CDU/CSU würde sicher gute Gründe finden, warum so eine Einrichtung hierzulande nicht zulässig wäre. Vielelleicht aufgrund des Bruchs der Treue-Verpflichtung des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber? Oder weil man eh verpflichtet ist Straftaten an die Polizei zu melden? (lach…). Vor allem in Deutschland zählt die Unversehrtheit der Finanzbranche zum höchsten Gut jeder Bundesregierung. Staatsraison nennt man das wohl. Wie würde es da aussehen, wenn ständig dubiose interne Machenschaften von Banken ans Licht kämen? Die Amerikaner gehen damit viel lockerer und pragmatischer um. Wie gesagt, nicht alles ist schlecht bei den Amis!

Kampf gegen Finanzbetrug in der SEC-Zentrale
Die SEC-Zentrale in Washington DC. Foto: AgnosticPreachersKid / Wikipedia (CC BY-SA 3.0)

3 Kommentare

3 Comments

  1. Avatar

    Ketzerlehrling

    20. März 2018 16:53 at 16:53

    Die besserwisserischen Deutschen müssen nichts lernen. Es bleibt alles, wie es ist. Nur, wenn der einheimische „Bürger“ nicht funktioniert bzw. pariert, wird zurückgeschlagen. Das war in DE schon immer so.

  2. Avatar

    leftutti

    20. März 2018 22:39 at 22:39

    Das Whistleblower-Programm sollte auch auf Politik und Wirtschaft ausgedehnt werden, anstatt einerseits „Verräter“ zu belohnen, sie andererseits als Terroristen und Geheimnisverräter abzustempeln.
    Amerikanische Doppelmoral in Reinkultur oder hochdifferenzierter Versuch, die Guten von den Bösen zu unterscheiden?
    Ist das amerikanische Erzeihungs- und Schulsystem in der Lage, seinen Kindern beizubringen, warum man ein Held ist, wenn man Banken verpfeift, jedoch ein Verbrecher oder gar Terrorist, wenn man kriminelle oder verwerfliche Aktionen politischer Parteien oder Firmen weitergibt?
    Ich hege da so meine Zweifel…

    • Avatar

      Maitdjai

      21. März 2018 04:00 at 04:00

      In den USA werden, ach so „Ehrenwerte“, Deutsche Manager auch mal eben verhaftet und „Dingfest“ gemacht! Nach Deutschen „Besserwisser“ Masstaeben, natuerlich ein „Skandal“! Und in Punkto „Doppelmoral“ ist die BRD AG immer (!) mit auf den vordersten Plaetzen. Mit dem Erziehungs- und Schulsystem hat das gar nichts zu tun, zumal das in der von „Murksel“ ausgerufenen „Bildungsrepublik“ inzwischen auch mur noch mehr „Schein“ als „Sein“ ist. Abgesehen von undichten Daechern und nicht funktionierenden Heizungen.

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Börse: Chancen und Risiken – welche Anlageklassen werden boomen?

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Die Börse hat den Corona-Crash scheinbar überwunden – die Aktienmärkte handeln an Allzeithochs, den Notenbanken sei Dank! Wie aber geht es nun weiter, mittel- bis langfristig?

„Die Börse ist gut drau und geht davon aus, dass alles gut wird“, sagt der ehemalige Hedgefundmanager Florian Homm. Dieses Mantra aber sei gefährlich und risikoreich, so Homm. Angesichts der Bewertungen an der Börse seien die Perspektiven eher mau: selbst wenn die Aktienmärkte im besten Fall 4% pro Jahr weiter steigen würden, bestünde die Gefahr, dass diese Zugewinne durch eine steigende Inflation zunehmend aufgefressen würden.

Homm analysiert in folgendem Video verschiedene Anlageklassen: Edelmetalle, Rohstoffe, Nahrungsmittel, Kryptowährungen, Anleihen und Aktien. Was dürfte in den nächsten Jahren am besten funktionieren? So oder so: „Wir befinden uns in einer spannenden, hochriskanten Dekade“, sagt Florian Homm. Aber angesichts der finanziellen Repression gehe aber eben kein Weg an der Börse vorbei, so Homm. Dabei zeigt er fünf Szenarien auf:

An der Börse geht angesichts der finanziellen Repression kein Weg vorbei

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Aktiensplit bei Tesla – folgen andere bald nach?

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Es ist Thema in vielen Wirtschaftsteilen der Medien – der Aktiensplit von Tesla und die extreme Kursreaktion eines Automobilherstellers, der schon zuvor fast so viel wert war wie alle Autoproduzenten Europas. Passt natürlich auch ins Schema von Elon Musk, der einen gigantischen Optionsvertrag besitzt, der ihm beim Erreichen hoher Werte in punkto Marktkapitalisierung Zuteilungsrechte eröffnet, die es so noch nicht gegeben hat. Zig-Millionen an Aktien in Stufen bis zu einem Unternehmenswert von 650 Milliarden Dollar, wie im Artikel vom 24. Juli dargelegt.

Der Aktiensplit zum Monatsende

Durch den exponentiellen Anstieg der Aktie von Tesla von 400 Dollar zu Jahresanfang bis auf fast 1800 Dollar, Mitte Juli und in sechseinhalb Monaten, war nicht nur ein Fahnenstangen-Chart entstanden, der nach Korrektur schreit, sondern auch ein psychologisches wie auch praktisches Problem entstanden. Für Millionen Kleinanleger, vor allem die vielen Neuen des Jahres 2020, war das Papier einfach zu teuer. Claudio Kummerfeld hat gestern die Wirkung der Fünftelung des Aktienpreises in einem Artikel beschrieben. Und es hat funktioniert. Am Tag nach der Ankündigung, einen Aktiensplit zu machen, erreichte die Aktie im New Yorker Handel 1585 Dollar und schloss bei 1554 Dollar, sagenhafte 13 Prozent im Plus, obwohl sich fundamental deshalb schon rein gar nichts geändert hat. Bei Beurteilung der Börsenreaktion von Tesla muss man aber die besondere Situation bei diesem Highflyer berücksichtigen. Einer der „meistgeshorteten“ großen Titel, bei dem die Leerverkaufsquote schon einmal 25 Prozent des Free Floats ausmachte. Zuletzt waren es immer noch über 10 Prozent oder 14 Millionen und da kann jede positive Meldung einen Pain Trade auslösen, in Form der berüchtigten Short Squeezes.

Nichtsdestotrotz gibt es Anleger, die keine Aktien mögen, weil sie optisch sehr teuer wirken. Als ob eine Deutsche Bank mit 8 Euro attraktiver wäre als eine Allianz mit 180 Euro.

So hatte kürzlich erst die Ankündigung von Apple, einen Aktiensplit von 4 zu 1 zu planen, Furore gemacht.

Ende August gibt es dann viermal so viele Papiere des wertvollsten Unternehmens der Welt. Statt etwa 455 Dollar wie am gestrigen Tag würde das Papier dann nur noch etwas mehr als 110 Dollar kosten. Die angekündigte Aktiensplit hatte selbst bei einem Wert mit einer Marktkapitalisierung von über 1,9 Billionen Dollar große Wirkung und ließ den Kurs nachbörslich um sechs Prozent in die Höhe schnellen. Diese Reaktion macht Anleger neugierig und man hält Ausschau nach Titeln, die optisch teuer sind und wo sich das Management zu so einem Schritt entscheiden könnte. Nach Ansicht von Experten sollten Aktien, die für einen Aktiensplit in Frage kommen, zwei Bedingungen erfüllen: Sie müssten in der letzten Zeit stark nach oben gegangen sein und die Aktien sollten über 400 Dollar kosten.

Welche Werte könnten dem Beispiel folgen?

Angesichts der „Anomalie“ einer folgenden Kurssteigerung infolge von optischen Psychotricks könnte es nicht verkehrt sein, nach Titeln Ausschau zu halten, die extrem gestiegen und extrem hohe Kurswerte aufweisen. Da fällt einem natürlich sofort Amazon ins Auge, die Online-Aktie, die es bereits zum Schnäppchenpreis von 3100 Dollar gibt. Wann wird sich Jeff Bezos zu diesem Schritt entscheiden, schließlich wurde die Aktie in diesem Jahrhundert auch noch nicht gesplittet? Immer wieder unglaublich anzusehen, die Entwicklung dieses Wertes, der im Crash des Jahres 2001 auf unter 10 Dollar gefallen war. Dann gibt es natürlich noch weitere FAANG-Aktien, die die großen Renner des Jahres waren: Alphabet mit über 1500 Dollar, Netflix mit über 450 Dollar, aber auch andere bekannte Titel wie BlackRock (580 Dollar), Adobe (450 Dollar), Nvidia (460 Dollar) oder der sehr teure und auch in Deutschland bekannte Online-Reisekonzern Booking.com mit über 1800 Dollar. An Auswahl mangelt es nicht.

Wie ist es in Deutschland?

Natürlich kennen wir hierzulande auch den Aktiensplit, vor einem Jahr war es der Sportartikelhersteller Puma, der seine Aktien gezehntelt hatte. Vor Kurzem war es die Medizintechnikfirma Eckert und Ziegler. Aber auch die großen Werte aus dem DAX wie BASF, Beiersdorf, Eon, Fresenius, SAP oder Siemens haben ihre Anteilsscheine schon geteilt, aber das ist schon viele Jahre her. Optisch richtig teure Werte gibt es derzeit nicht im Dax, aus dem MDax ragt der Küchenhersteller Rational mit seinem 600 Euro Kurswert hervor. Aber wer weiß, deutsche Unternehmen ahmen nicht selten angelsächsischen Gepfogenheiten nach und schließlich befindet sich unser Leitindex auch in seiner Mehrheit in ausländischen Händen.

Fazit

Tesla hat strategisch nachgemacht, was Apple bereits vor Monatsfrist erfolgreich vorgemacht hat: Die teuerste Firma der Welt hat bereits vier Mal einen Aktiensplit durchgeführt, der fünfte ist für Ende August angekündigt und hat zu den gewohnten (positiven) Kursreaktionen geführt. Ohne die Splits würde die Aktie des Börsengiganten Apple heute bereits 24.000 Dollar kosten. Für viele Kleinanleger unhandelbar. Dass es dennoch anders geht, zeigt die Aktie von Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Diese kostete bei seiner Übernahme der Firma im Jahre 1965 unter 20 Dollar und heute in der Ur-Form als A-Aktie ungesplittet etwa 318.000 Dollar, eine Performance von über 2 Millionen Prozent, allerdings in einem für Normalanleger unvorstellbar langem Zeitraum. Geschadet hat es der Performance der Aktie auf lange Sicht nicht, weil zu guter Letzt die Fundamentaldaten zählen.

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Wie ein Aktiensplit die Kurse von Apple und Tesla treibt

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Handelskrieg, jetzt Internetkrieg zwischen USA und China?

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