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Wo ist der Wohlstandszuwachs? Die verlorengegangene Produktivität

Höhere Produktivität durch mehr Leistung in der selben Zeit?

Steigt die Produktivität, kann man mit weniger Mitarbeitern mehr Waren produzieren, oder mit der selben Anzahl der Mitarbeiter mehr Waren als vorher. Dadurch können Gehälter steigen, und Unternehmen gute Gewinne erwirtschaften. Das bedeutete jahrzehntelang einen Wohlstandszuwachs in Deutschland. Aber haben wir diesen Zuwachs in den letzten Jahren überhaupt noch? Und wo ist die Produktivität abgeblieben?

Produktivität und die Zombies

Weil die Produktivität (hier eine Begriffserklärung) Jahr für Jahr gen Null absinke, werden für das Wirtschaftswachstum wieder mehr Arbeitskräfte benötigt. Daher rühren auch die guten Arbeitsmarktdaten der letzten Jahre in Deutschland – so schlussfolgert es Alexander Horn, Publizist und Geschäftsführer beim Politikmagazin Novo im folgenden Vortrag, der 29 Minuten dauert. Seine Ausführungen sind hochinteressant. Und wenn man so zuhört, könnte man meinen, dass er auf den Spuren von Markus Krall wandelt.

Denn Markus Krall predigte gebetsmühlenartig auch schon lange vor der Coronakrise von der großen Zombifizierung der Wirtschaft. Weil immer mehr Unternehmen, die eigentlich pleite gehen müssten, dank Nullzins der EZB nun umsonst an frisches Geld kommen. Sie zahlen seit Jahren keine Kapitalkosten mehr. Müssten sie diese eigentlich normale Belastung tragen, würden sie pleite gehen.

Wie bringt man wieder Schwung in die Bude?

So sammeln sich in der Volkswirtschaft immer mehr kaputte und nicht innovative Unternehmen an, die den wirtschaftlichen und technischen Fortschritt behindern, und finanzielle und menschliche Ressourcen binden. Diese Ressourcen könnten in neuen Unternehmen und Geschäftsideen die Produktivität und damit den Wohlstandszuwachs fördern. Da sind Markus Krall und Alexander Horn auf der gleichen Spur. Aber Alexander Horn erwähnt auch andere Aspekte, welche den Zuwachs an Produktivität immer mehr zum Einschlafen gebracht haben in Deutschland.

Der Staat und das politische Mainstream-Denken (verkürzt von uns formuliert) würden Risiko und Fortschritt behindern, und auf Sicherheit und Stabilität bedacht sein. Dies würge ein Wachstum der Produktivität ab. Auch hier erkennt man Parallelen zu den Thesen von Markus Krall. Die Lösungsansätze von Alexander Horn? Unternehmen müssten wieder profitabler werden, dann können sie wieder mehr investieren und somit den Massenwohlstand fördern. Auch müsse die „Stabilitätsorientierung des Staates“ überwunden werden. Und es müsse ein neues Grundvertrauen in die Vernunft und Moralität der Bürger geben, wodurch Raum geschaffen werde für neue Lösungen von Problemen. Der Vortrag ist sehenswert.

Finden Sie beim Klick an dieser Stelle die jüngsten Aussagen von Markus Krall zur aktuellen Krise.



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10 Kommentare

  1. Bei den Überlegungen fehlen einige wesentliche Faktoren.

    Einmal wird das Produktivitätswachstum in den früh industrialisierten Staaten überschätzt (das ist in Ostasien natürlich völlig anders). Die Situation ist also angespannter als in den Daten zu sehen. Der Grund dafür ist, dass ein erheblicher Teil des ausgewiesenen Produktivitätswachstums durch die gestiegene Frauenerwerbsquote verursacht wird und nicht „echt“ ist. Denn die wenigsten zusätzlich (viele haben ja schon immer Lohnarbeit gemacht) arbeitenden Frauen sind ja keine Ingenieure, Maurer oder Dachdecker. Sondern sie arbeiten in sogenannten „sozialen Berufen“. Hierbei wurden aber lediglich Leistungen aus dem subsidiären in den sichtbaren Bereich des BIPs verlagert. Denn die Leistungen wurden auch vorher erbracht, nur tauchten sie, als häusliche Tätigkeit, nicht in der volkswirtschaftlichen Rechnung auf.
    Der „Staat“ hat das natürlich gefördert, da er diese Leistungen nun besteuern konnte. Und die Frauen haben das auch noch als Akt der „Befreiung“ gesehen.

    Dann sind über eine ständig sich ausdehnende Bürokratie eine Menge von Bullshit Jobs entstanden, die Produktivität vernichten. Hat die Einführung des TÜV noch durch stark fallende Unfallzahlen einen tatsächlich messbaren Effekt auf den Lebensstandard gehabt (war also sinnvoll) so ist dieser seit 50 Jahren nicht mehr gegeben. Heute geht es nur noch um Gängelung. Und die kostet eben Produktivität.

    Hinzu kommt dann noch die Einführung bezahlter Hobbies, als Jobs für die keine Nachfrage besteht, wie Genderlehrstühle und ähnlicher Schrott.

    Die Verlagerung von Produktion in Länder mit niedrigem Lohnniveau hat ebenfalls die Produktivität gesenkt. Denn hier wurde der Automatisierungsgrad zurückgedreht, da die Lohnspreitzung entsprechend hoch war.
    China hat das allerdings inzwischen wieder nachgeholt.

    Der Zugriff auf die Kunden hat außerdem dafür gesorgt das die Masse der Wertschöpfung trotzdem noch innerhalb der früh industrialisierten Länder anfällt. Denn der Grenzübertrittspreis der Güter ist oft nur ein Bruchteil des Endverkaufspreises. Das sorgt dafür, dass es aktuell den früh industrialisierten Ländern immer noch gelingt einen Teil des Produktivitätswachstums der aufstrebenden Staaten für sich abzuzweigen. Das wird allerdings nicht mehr lange funktionieren.

    Dann kommt noch die Entwicklung in Richtung „Dienstleistungsgesellschaft“. „Persönliche Dienstleistungen“ haben den Nachteil das man sie per se nicht rationalisieren kann. Ein persönliches Arztgespräch von 10 Minuten dauert immer 10 Minuten. Der Durchsatz kann hier nicht erhöht werden.
    Eine Gesellschaft, die nur noch Jobs im Bereich „persönlicher Dienstleistungen“ anbietet kann per se ihre Produktivität NICHT erhöhen!

    Die Zombifizierung ist sicherlich ein Grund, warum die Produktivität auch weiterhin eher sinkt als steigt. Aber sie ist beileibe nicht der Einzige und vielleicht nicht mal mehr der entscheidende Grund.

    Der Aussage, dass der Staat die primäre Wachstumsbremse darstellt ist allerdings uneingeschränkt richtig. Aber Wachstum ist ja auch nicht mehr erwünscht. Politisch gewollt ist der Rückfall ins Mittelalter. Europa brauchte beim letzten fundamentalen Niedergangsprozess 300-400 Jahre bis es auf dem Boden aufgeschlagen ist. Ich denke das kriegen wir diesmal in 30-40 Jahren hin. Wovon die Hälfte schon rum ist.

    1. Avatar
      Prof. Dr. Donald Marx

      @thinkSelf

      Sie schreiben regelmäßig fundierte und beeindruckende Kommentare. Und dennoch relativieren Sie letztendlich Ihre Kompetenz ebenso regelmäßig in den abschließenden paar Zeilen Ihrer Zusammenfassung und Bewertung, beinahe schon widersprüchlich in kaum nachvollziehbaren Schlussfolgerungen.

      Ein aktuelles Beispiel:
      „Aber Wachstum ist ja auch nicht mehr erwünscht. Politisch gewollt ist der Rückfall ins Mittelalter.“

      Wie begründen Sie das? Von wem ist kein Wachstum erwünscht? Wer will einen Rückfall ins Mittelalter?

    2. @thinkself
      „Aber Wachstum ist nicht mehr erwünscht“
      Nein, es ist der verzweifelte Versuch aller Regierungen der westlichen Welt das System mit vordergründig notwendigen, jedoch in Wirklichkeit sinnbefreiten Tätigkeiten, zu stabilisieren. Würden wir den freiheitlich liberalen Ansatz mit einer Entzombifizierung vorantreiben, würden wir vor einer Verelendung der Massen stehen, dies blendet Markus Krall leider aus bzw. unterschätzt diese Entwicklung. Jede Produktivitätssteigerung killt menschliche Arbeitskraft und kann nur in verminderter Anzahl hinübertransformiert werden. Als Beispiel sei hier die Produktion des VW ID3 genannt, welcher nur noch die Arbeitskraft von 40% der ehemaligen Belegschaftsgröße benötigt..
      Doch wer soll diese Fahrzeuge erwerben? Das Heer an Arbeitslosen?
      Eine Produktivitätssteigerung wird uns definitiv NICHT retten.

      „The Fourth Turning“ von William Strauss und Neil Howe könnte unseren Blick auf das GROßE Ganze schärfen.
      https://www.goldseiten.de/artikel/1851–Die-vier-Generationen.html

  2. Na ja, wenn ich mir den technologischen Aufschwung von China /Asien anschaue, da haben wir schon enorme Probleme. Die bauen derzeit eine Autobahn mit autonomen Baufahrzeugen 5G unterstützt… Dir hohen Nicht produktiven Tätigkeiten lassen sich nicht mehr finanzieren. Dies führt zur Armut. Armut führt zu bürgerkriegsahnlichen Zuständen… Kennen wir ja bereits…. Das ist dann eben „Mittelalter“. Wenn ich mir die Entwicklung der letzten 5 Jahre anschaue, dann dürften wir in den nächsten 5 Jahren s Hon ziemlich weit auf diesem Weg gekommen sein.

  3. Sorry für die Fehler… Aber sie verstehen es sicherlich trotzdem

  4. Der Blick zurück zeigt uns doch, dass schon immer ein massgebender Technologiesprung wie erfindung des Feuermachens, Landwirtschaft zu Industrie oder Papierorganisation zu Digitalisierung und nun zu Industrie 4.0 mit G5 und KI die eigentlichen Fortschrittstreiber der Menschheit sind. Und immer dazwischen erfolgt eine Phase des Ausgleichs der Wasserstände mit ihren Transformationen. Dieser Rhythmus ist schon seit den Neandertaler nachweisbar und dürfte sich so auch in Zukunft fortsetzen.
    Die aktuellen Zwischenströmungen wie die Verbotskultur der Grünen und ihre Einschränkungsbemühungen sind und werden keine Lösungen darstellen, die längerfristig die Menschheit weiterbringen, sondern erst der nächste Technologiesprung, wie eben schon immer.

    1. Der nächste Technologiesprung sollte in der grünen Technologie stattfinden.

      1. Er wird und er muss „CO-reduziert“ sein. Warum ?
        Ganz einfach. Weil jegliche Tätigkeit die passiert zu über 80% fossilen Ursprung hat.Bei wachsender Weltbevölkerung inkl.Wohlstandsangleichung die nominale CO-Emission ums selbige erhöhen wird.Das heisst auch jetzt schon fallende Ernteerträge.
        Das heisst Verteilungskämpfe , Krieg und Vertreibung . Nix SAFE THE PLANET,sondern
        ohne Das ,kein Wachstum und Wohlstandsvelust plus hässliche Bilder in den Medien.

        1. @Klempner, Sie klemptnern sich hier einige völlig inkompatible und inkonsistente Annahmen und Aussagen zu einem letztendlich traurigen Weltbild zusammen. Persönlich habe ich da meine Zweifel hinsichtlich einiger Punkte.

          1. Nach aktueller demografischer Entwicklung wird die Weltbevölkerung Mitte dieses Jahrhunderts stagnieren bzw. abnehmen.

          2. Wieso sollte jegliche Tätigkeit die passiert zu über 80% fossilen Ursprung haben? Was genau meinen Sie mit dieser wirren und seltsamen Aussage?

          3. Fallende Ernteerträge sind doch auf den Klimawandel aufgrund der bisherigen Situation zurückzuführen, nicht auf neue grüne Technologien.

          4. Wie rechtfertigen Sie aufgrund dieser Basis Ihre Schlussfolgerung von Krieg und Vertreibung?

          Haben Sie ein Problem bezüglich grüner Technologien? Haben Sie Schiss vor Veränderung, vor Neuem, vor der Reise in eine fossil-reduzierte Zukunft und Denkweise?

  5. Die nächste technologische Erfindung wird sein, dass Aktienkurse wieder irgendwie etwas mit der Leistung der Firmen u.den wirklichen ungezinkten Gewinnen zu tun.

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