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Wohin mit dem Ölpreis? Gute OPEC-Laune gegen US-Daten

Die Öl-Lagerbestände in den USA sind letzte Woche wieder ein Stück gestiegen, mal wieder auf ein neues Rekordhoch seit Beginn der Aufzeichnungen 1982. Und nun die elfte Woche am Stück ist die Zahl der...

FMW-Redaktion

Die Öl-Lagerbestände in den USA sind letzte Woche wieder ein Stück gestiegen, mal wieder auf ein neues Rekordhoch seit Beginn der Aufzeichnungen 1982. Und nun die elfte Woche am Stück ist die Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA weiter gestiegen, am Freitag vermeldet +10 auf 662. Beides sind klare Indizien für zu viel Produktion, die in den Lagern geparkt wird, bis sie hoffentlich irgendwann gebraucht wird, bei gleichzeitig weiter ansteigender Produktion, die uns bevorsteht.

Aber OPEC-Generalsekretär Barkindo hat am Wochenende bei einer Öl-Konferenz in Bagdad kundgetan, dass er mehr als optimistisch ist. Der Markt sei gerade dabei sich auszubalancieren (die Menge von Angebot und Nachfrage). Auch seien die Lagermengen dabei abzunehmen. Gut, man muss bedenken, dass Barkindo nicht von den US-Daten spricht, sondern dass er eine globale Perspektive hat. Mutmaßlich hat er mehr Hintergrundwissen als wir alle, aber öffentlich zugängliche Daten aus wichtigen Förderländern sind leider in keinem großen Umfang verfügbar, und auch kaum verlässlich – weshalb die Profis sich oft mit den US-Daten begnügen müssen. Die sind aber gerade in diesem Zusammenhang ziemlich wichtig!

Auf der Konferenz war von offizieller Seite auch zu hören, dass der Irak seine Zusagen zur Fördermengenkürzung voll und ganz einhalten wolle. Man habe die zugesagte irakische Kürzungsmenge jetzt schon zu 98% erreicht. Auch Barkindo sagte, dass der Irak die volle Kürzung zugesagt habe um den Ölpreis zu unterstützen. Dass der Kürzungs-Deal so gut eingehalten werde, sei sehr ermutigend, so Barkindo (OPEC + Non OPEC insgesamt 1,8 Mio Barrels pro Tag). Im Januar habe die Erfüllung der Kürzungs-Zusagen insgesamt bei 86% gelegen, und im Februar schon bei 94%.

Nochmal: Die aktiven Öl-Bohrstellen in den USA steigen aktuell auf den höchsten Stand seit September 2015! Daher kann man getrost sagen, dass die „warmen Worte“ von Barkindo eine Art Zweckoptimismus darstellen. Was soll man auch anderes sagen? Dass man sich in einer Zwickmühle befindet, weil man zwar kürzen kann, aber die Fracker in den USA gleich kräftig einspringen in die Lücke? Genau in die Richtung gingen am Wochenende auch Äußerungen von aus den USA anwesenden Funktionären aus dem Außenministerium.

Letzte Woche hat WTI-Öl mit +5% den stärksten Wochenanstieg seit Dezember hingelegt. Das zeigt den ganz aktuellen Optimismus zum Ölpreis, den die OPEC auslöst trotz der vorliegenden Fundamentaldaten aus den USA. Wie auch immer. Es bleibt dabei, wie wir es schon mehrmals geschrieben haben. Steigt der Ölpreis weiter, erreicht die OPEC zwar ihr Ziel, verliert aber Marktanteile an die US-Fracker. Das kann kaum im Sinne des Erfinders der Fördermengen-Kürzung sein (Saudi-Arabien). Zumindest Stand heute hält die gute Laune an, und WTI-Öl hält sich leicht über 50 Dollar.


Die US-Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.


Der WTI-Ölpreis seit Ende Februar. Am Ende gut sichtbar der Anstieg aus letzer Woche.



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