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Wohnungsmarkt: Kleine Hoffnung in einem mauen Gesamtbild

Immer wieder berichten wir über die schwache Entwicklung am deutschen Wohnungsmarkt (zu wenig neues Angebot). Verschärft wird er, weil hunderttausende Flüchtlinge aus den Flüchtlingsheimen in den freien Wohnungsmarkt drängen, und de facto mit den schon vorhandenen Wohnungssuchenden konkurrieren, gerade in Großstädten. Von daher wäre es ratsam die Rate der Wohnungsneubauten explodieren zu lassen (statistischer Terminus „Wohngebäude mit 3 oder mehr Wohnungen“).

In den letzten Monaten gab es bei diesem Posten nur ein minimales Wachstum. So wird das nichts. Die Nachfrage ist gefühlt drastisch höher als das Angebotswachstum neuer Wohnungen. Um erahnen zu können, wie sich das Angebot entwickelt, schauen wir stets auf die Genehmigungen neuer Wohnungen. Dann weiß man, wie viele neue Wohnungen der Wohnungsmarkt in ein, zwei Jahren zur Verfügung stellen kann.

Heute meldet das Statistische Bundesamt neuste Daten für genehmigte Wohnungen von Januar bis April 2018. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stieg ihr Wert nur um 0,7%. Mit 107.256 Genehmigungen gab es gerade mal ein Plus von 728 Einheiten. Aber: Wie die Grafik zeigt, gingen die Genehmigungen neuer Wohnungen in Wohnheimen (Flüchtlingsunterbringung) um 2089 Einheiten oder 32,9% zurück.

Die Genehmigungen von „Wohngebäuden mit 3 oder mehr Wohnungen“ stieg gleichzeitig um 2534 Einheiten (+5%). Dies ist die wichtigste Kennzahl. Dabei geht es um einzelne Wohnungen in Wohnblocks. Plus 5% ist besser als gar nichts, aber diese Wachstumsrate müsste viel, viel größer sein! Wo die wirkliche Nachfragesteigerung liegt – niemand weiß nichts genaues. Aber gefühlt muss die Steigerung um ein Vielfaches höher liegen als dieses 5% Wachstum, wenn man tagtäglich sieht, wie überfüllt jede einzelne Wohnungsbesichtigung ist. Und wo die Flüchtlinge aus ihren Wohnheimen ausziehen, suchen sie nach „normalen“ Wohnungen. Das verstärkt wie gesagt den Druck auf den Wohnungsmarkt.

Zitat Statistisches Bundesamt:

Ohne Berücksichtigung der Wohnungen in Wohnheimen stieg die Zahl der Baugenehmigungen um 2,8 %. In den ersten vier Monaten 2018 ist die Zahl der Baugenehmigungen für neue Mehrfamilienhäuser um 5,0 % gestiegen. Dagegen ist die Zahl der Baugenehmigungen für neue Einfamilienhäuser um 0,5 % und für neue Zweifamilienhäuser um 1,7 % zurückgegangen. Die Zahl der Neubaugenehmigungen für Wohnungen in Wohnheimen ist stark gesunken (– 32,9 %).

Wohnungsmarkt - genehmigte Wohnungen



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