Anleihen

Wolfgang Schäuble verdient heute mit neu ausgegebenen Anleihen 53 Millionen Euro – einen kleinen Haken hat die Sache

Es ist mal wieder der Beweis des rosa roten Wunder-Märchenlands für jeden Finanzminister. Deutschland hat heute im Rahmen einer Neuemission zweijährige Bundesschatzanweisungen...

FMW-Redaktion

Es ist mal wieder der Beweis des rosa roten Wunder-Märchenlands für jeden Finanzminister. Deutschland hat heute im Rahmen einer Neuemission zweijährige Bundesschatzanweisungen (Bundesschätze) ausgegeben. Bei einem Zinssatz von 0,00% liegt der Ausgabepreis bei 101,346% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Somit zahlt der Käufer dieser Anleihe jetzt mehr, als er in zwei Jahren zurückerhält, nämlich nur 100,00% Nominalwert.


Wolfgang Schäuble. Foto: EPP / Wikipedia (CC BY 2.0)

Verkauft wurden heute Anleihen im Volumen von 3,965 Milliarden Euro. Wenn man diese Summe als nominal ausgegebenen Wert annimmt, und wenn man berechnet, dass der Kaufkurs von 101,346% einen tatsächlichen Erlös von 4,018 Milliarden Euro in die Kasse von Wolfgang Schäuble spülte, ergibt sich eine Differenz von 53 Millionen Euro – denn in zwei Jahren muss er ja nur die 3,965 Milliarden Euro  an den Anleihe-Investor zurückzahlen, ohne dafür überhaupt Zinsen gezahlt zu haben.

Somit streicht der deutsche Staat per sofort einen Gewinn von 53 Millionen Euro ein. Wie wir es schon mal vor Kurzem geschrieben hatten: Verdammt, warum steigt Deutschland momentan nicht einfach komplett auf diese Kurzläufer um? Das würde dies Staatsschuld deutlich schneller runterbringen, wenn man mit allen neu ausgegebenen Schulden fortlaufend satte Gewinne machen würde. Aber Wolfgang Schäuble und die ausgebende „Finanzagentur Deutschland GmbH“ werden so schlau sein auch weiterhin mit längeren Laufzeiten dem Kapitalmarkt konstant neue Anlagemöglichkeiten zu bieten.

Die vorige Emission von zweijährigen Kurzläufern lag bei einer Rendite von -0,69%. Jetzt liegt sie bei -0,65%. Immer noch verdammt tief, wenn man bedenkt, was für ein Inflationsdruck auf die EZB ausgeübt wird um die Zinswende einzuleiten. Dass viele institutionelle Anleger aber nicht mehr mitspielen, zeigen die weiteren Detailzahlen der heutigen Emission. Die Finanzagentur Deutschland wollte eigentlich 5 Milliarden Euro nominal einnehmen.

Die Nachfrage der Investoren lag aber nur bei einem Volumen von 4,66 Milliarden Euro – davon war ein Nachfragevolumen von 2,28 Milliarden Euro mit einem Kauflimit versehen (maximaler Kaufkurs). Die Investoren, die hier nicht mit geboten haben, warten also logischerweise auf höhere Renditen, auch am kurzen Ende. Man kann es aber auch umgekehrt sehen: Immer noch finden sich für eine Negativrendite von -0,65% auf zwei Jahre bei einem Volumen von 5 Milliarden Euro Kaufwillige für 4,66 Milliaren Euro Volumen – das ist mehr als ordentlich aus Sicht des deutschen Staates.

Die Rendite der deutschen Kurzläufer war in vorigen Emissionen schon runtergekommen von -0,92% im Februar auf -0,71% im März. Dann wie gesagt -0,69% im April, und heute -0,65%. Der deutsche Steuerhaushalt verdient immer noch mehr als prächtig an der Ausgabe der kurzen Laufzeiten! 53 Millionen mit einer einzigen Transaktion, das ist doch was!



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3 Kommentare

  1. Nur jemand, der gezwungen ist, Anleihen zu kaufen, kann in so eine „Anlage“ investieren.
    Alle anderen erwarten entweder einen deflationären Schock innerhalb der nächsten zwei Jahre oder sollten sich einen Termin beim Nervendoktor besorgen.

  2. Da war ich gerade, hilft auch nicht.

  3. na dann kann der bauboom (die „sozialindustrie“) ja weiter gehen, alles wie gehabt …

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