Europa

Wollen Sie ein Haus kaufen? Ruhiger schläft man als Mieter..

Über Blasen, deren Platzen - und warum die sicherheitsfixierten Deutschen (unbewußt) auch zu Zockern werden wollen..

FMW-Redaktion

Der Kauf eines Hauses oder einer Wohnung gilt bekanntlich derzeit in Deutschland als „sexy“. Und ja: Deutschland hat einen gewissen Nachholbedarf, in anderen Ländern gibt es einen viel höheren Prozentsatz der Bevölkerung, der eine Immobilie sein eigen weiß.

So weit, so gut. Derzeit werden allerdings in einigen deutschen Großstädten Mondpreise bezahlt, die vermutlich nicht nachhaltig sind, seit die von der EU vorgeschrieben Wohnimmobilienkreditrichtlinie in Kraft getreten ist hierzulande. Diese Wohnimmobilienkreditrichtlinie wurde durch den deutschen Gesetzgeber sehr streng formuliert (deutlich rigider als etwa in Österreich), wodurch die Immobilien-Kreditvergabe der deutschen Banken offenkundig schon massiv zurück gegangen ist (siehe dazu „Wohnimmobilienkreditrichtlinie: Die ersten Auswirkungen bei Immobilienkrediten“). Und das jenseits der Frage, was mit denjenigen passiert, die für ihre vor ein paar Jahren gekaufte Immobilie daher keine Anschlussfinanzierung mehr bekommen werden..

Warum aber können Mieter besser schlafen als Käufer? Dazu hat die EZB eine interessante Studie vorgelegt, Tenor: je höher der Anteil an Immobilienbesitzern in einem Land ist, umso größer die Gefahren für die Finanzstabilität! Warum: weil vor allem die Schwankung der Immobilienpreise viel größer ist in den Ländern mit hohem Eigentümer-Anteil, und weil die Kreditvolumina viel stärker schwanken in diesen Ländern.

Das bedeutet faktisch: die Phasen von „Boom“ und Bust“ sind viel intensiver in diesen Ländern, sie sind gewissermaßen anfälliger dafür, Preis-Blasen auszubilden, weil die Kreditvergabe der Banken extrem zunimmt (Boom), oder eben extrem abnimmt (Bust).

Sehen wir uns einmal die Grafiken der EZB dazu an, beginnend mit den USA (67% Hausbesitzer):

immoUSA
(Hauspreise rot, Kreditvergabe orange, BIP blau)

Und Großbritannien (72% Hausbesitzer):

immoUK

Und das im Vergleich zu Deutschland (52% Hausbesitzer):

immoDeutschland

Nun haben sich die Deutschen ja aufgemacht, um die Amerikaner und Briten einzuholen – aber viel ruhiger schläft man doch als Mieter! Je höher der Anteil der Hausbesitzer in einem Land ist, so die EZB-Studie, umso mehr schwanken die Hauspreise, um so länger und heftiger sind wirtschaftliche Zyklen. Boom und Bust eben – und genau das wollen die Sicherheits-fixierten Deutschen doch eigentlich gar nicht haben, oder? Während das Traden als Teufelswerk gilt, sogar schon Aktien den Deutschen schon immer suspekt waren, wollen sie also am Immobilienmarkt vermutlich unbewußt zu Zockern werden. Na dann mal los, ihr lieben Teutonen..



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1 Kommentar

  1. Ich bereue die Entscheidung nicht, vor 5 Jahren ein Haus gebaut zu haben. Es schläft sich besser als in Miete.. und in 5 Jahren ist der Kredit definitiv getilgt, sofern man mir das Geld dann in einer möglichen Kreditprolongation nicht nochmal (wie dieses Jahr) zu 0-1% p.a. Verzinsung als Kredit hinterherwirft.

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