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Wollen Sie wissen, warum ihr neues iPhone oder iPad ab heute teurer geworden ist?

FMW-Redaktion

Auf den ersten Blick werden Sie es nicht glauben, aber Schuld daran sind Verwertungsgesellschaften wie die GEMA. Auf alles was Tonträger speichern kann wie USB-Sticks, CD´s und Computer werden bereits pro verkauftem Gerät pauschale Beträge fällig, die die Hersteller einmalig an GEMA und Co. abführen müssen, weil man als Endverbraucher von Künstlern produzierte Werke auf diesen Geräten speichern und vervielfältigen kann. Von solchen Vervielfältigungen sollen, um es einfach auszudrücken, auch die Künstler was abbekommen.

Bisher gab es noch keine Einigung mit den Smartphone und Tablett-Produzenten über die Höhe einer Abgabe. Im Dezember aber einigten sich die „Zentralstelle für private Überspielrechte“ oder auch ZPÜ (was es nicht alles gibt) mit dem Branchenverband BITKOM auf eine pauschale Vergütung für diese Geräte. Und Apple reicht diese Einmalgebühr fast auf den Cent genau an den Endkunden weiter. Somit wird das iPhone ab sofort 4,95 Euro teurer, das iPad 6,95 Euro. Das dürfte wohl jeder Käufer verschmerzen, wenn er sich das Gerät eh schon leisten kann. Aber fast wären die iPhones um satte 36 Euro pro Gerät teurer geworden, weil das nämlich die ursprüngliche Forderung der ZPÜ war.

Das Thema der überall enthaltenen Verwertungsgebühren kommt damit aber endlich mal wieder ans Tageslicht. Hat ein Kunde, der z.B. im App Store ein Lied ordnungsgemäß erworben hat, nicht seinen Beitrag für den Künstler damit geleistet? Er muss also erneut zahlen nur dafür, dass er für den Kauf des Lieds auch noch ein Abspielgerät besitzt? Meine Güte, dieser böse Kunde! Und auch darf sich der Bürger mit schlichtem Gemüt fragen: Nach welchem Verteilungsschlüssel reicht z.B. die GEMA die Gebühr von 5 Euro für ein verkauftes iPhone an einzelne Künstler weiter? Denn die GEMA weiß ja nicht, von welchem Künstler der iPhone-Besitzer in Zukunft welche oder wie viel Musik konsumieren wird. Beschäftigt die GEMA hierfür Philosophen in ihrer Buchhaltung?

ZPÜ
Grafik: Pressemeldung ZPÜ



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2 Kommentare

  1. Dieses Vorgehen der „Verwertungsgesellschaften“ lässt sich nur noch als Abzocke bezeichnen. Wieso spielen Konzerne wie Apple dabei mit und zahlen brav?

    1. Weil die Konzerne lokalstaatlicher Blödsinn nichts angeht, solange es komplett an den Kunden durchgereicht werden kann und dieser die entsprechenden Produkte dennoch kauft. Verzicht in Form eines deutlichen Rücksignals kommt ja anscheinend nicht in Frage.

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