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WTI-Öl: Sauberes Short-Signal für Kurse unter 42 Dollar?

Im April und im Mai gab es zwei große Abwärtsschübe im Preis für WTI-Öl, und die Hochpunkte danach lagen beide Male tiefer als vorher (blau eingekreist). Auch das zweite Tief lag unter...

FMW-Redaktion

Da Chart-Konstellationen oft Ansichtssache sind, stellen wir diese These mal als Frage in den Raum. Der Chart zeigt die bisherige Entwicklung deutlich. Im April und im Mai gab es zwei große Abwärtsschübe im Preis für WTI-Öl, und die Hochpunkte danach lagen beide Male tiefer als vorher (blau eingekreist). Auch das zweite Tief lag unter dem ersten Tief. Nun nimmt der Preis vollen Anlauf um den dritten Abwärtsschub zu bilden.

Dazu müste das Tief vom 20. Juni bei exakt 42 Dollar unterlaufen werden. Aktuell liegt der WTI-Ölpreis bei 43,72 Dollar. Es fehlen also noch gut 1,70 Dollar, damit dieser dritte Abwärtsschub charttechnisch bestätigt wird. Die Tatsache, dass die kräftigen Rückgänge bei den Öl-Lagern in den USA von letzter Woche (Rohöl -6,3 und Benzin -3,7 Millionen Barrels) den Preis nicht pushen konnten, zeigt momentan die Schwäche im Ölpreis.

Ein kleiner Produktionsanstieg in den USA war dann als Argument doch gewichtiger, und drückte den Ölpreis. Auch belastet momentan, dass mehrere Banken in den letzten Tagen ihre Preisziele für Öl abgesenkt hatten. Dazu gesellt sich heute auch die BNP Paribas. Man senkt sein Preisziel für WTI-Öl für das laufende Jahr von 57 auf 49 Dollar pro Barrel.

Vom 20. Juni bis 5. Juli stieg WTI-Öl von 42 auf 47 Dollar. Damit dürfte die Shortsqueeze sich ausgetobt haben, die aufgrund des vorigen extremen Preisverfalls nötig war. Viele „extrem erfolgreiche Hedgefonds“ (Ironie) liegen anscheinend in den letzten Monaten mehrmals hinter dem aktuellen Markttrend, und fungieren oft als Kontraindikator. Jetzt, wo viele dieser Großspekulanten ihre Shorts eingedeckt haben, und oft sogar durch Doppelkäufe auf Long gedreht haben, müssen sie womöglich bald erneut die Position auf Short drehen, weil der Markt jüngst wieder einbricht.

Die Chancen auf eine Fortsetzung dieses Chartbilds unter die 42 Dollar sind gar nicht mal so schlecht. Aber Achtung: Der Ölmarkt ist und bleibt seit drei Jahren unberechenbar. Jeder Trader entscheide hier bitte selbst in völlig eigener Verantwortung – denn all zu oft wendet sich der Ölmarkt plötzlich und irrational! Das Chartbild bietet lediglich die Aussicht für ein mögliches Szenario.


Der WTI-Ölpreis seit Dezember 2016.



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