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Yellen-Kommentare beflügeln Dollar; DAX überwindet 11,800-Widerstand

Der Deutsche Aktienindex schloss den gestrigen Handelstag trotz schwacher Wirtschaftsdaten aus Deutschland und der Eurozone mit einem Plus ab. Dies zeigt, dass die Risikofreudigkeit der Anleger sich…

Redaktion

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Gastanalyse von Milan Cutkovic, Marktanalyst AxiTrader

Der Deutsche Aktienindex schloss den gestrigen Handelstag trotz schwacher Wirtschaftsdaten aus Deutschland und der Eurozone mit einem Plus ab. Dies zeigt, dass die Risikofreudigkeit der Anleger sich erhöht hat. Zu Beginn des heutigen Handelstages erwarten wir den DAX rund 20 Punkte höher bei 11,815 Punkten. Einem Test der 12,000-Marke steht nach dem Überwinden des Widerstandes bei 11,800 Punkten nicht mehr viel im Weg.

Die Aussagen der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen beflügelten den Dollar gestern, und die Währung war auch in Asien gefragt. Zwar gab es nicht viel Neues an Informationen. Die Bestätigung Yellens, dass die Fed auf dem Kurs zu weiteren Zinserhöhungen bleibt, reichte für die Dollar-Bullen jedoch aus.

Der Markt erwartet den nächsten Zinsschritt im kommenden Juni. Eine frühere Erhöhung des Zinssatzes scheint zurzeit unwahrscheinlich, darf aber nicht ganz ausgeschlossen werden. Yellen bestätigte zwar, dass die Ungewissheit um die Steuerpolitik des neuen US-Präsidenten die Zentralbank beschäftigte. Die Notenbankpräsidentin machte aber auch klar, dass es nicht klug wäre, zu lange damit zu warten.

Eine früher als erwartete Zinserhöhung würde dem Dollar-Rally wieder neuen Aufschwung geben. Zugleich würde dies aber auch die Rally an den Aktienmärkten bedrohen. Der S&P 500 ist aus technischer Sicht schon länger überkauft, und der Markt ist ziemlich einseitig positioniert, was das Risiko für eine bedeutende Korrektur erhöht.

Der Euro kam gestern erneut unter Druck. Enttäuschende Wirtschaftszahlen gab es aus Deutschland sowie aus der Eurozone. Neben den schwachen BIP-Daten, zeigten die neuesten Umfrage des ZEW, dass das Konjunkturerwartungen in Deutschland ziemlich gefallen sind. Zudem bereiten die kommenden Wahlen in Frankreich den Anlegern immer noch Sorgen. Kurzfristig kann in EUR/USD mit einer Fortsetzung der Korrektur bis zu 1,0450 gerechnet werden.

USD/JPY stieg in Asien auf ein Hoch von 114.50. Aus technischer Sicht scheint ein weiterer Kursanstieg wahrscheinlich. Der nächste bedeutende Widerstand liegt nun im Bereich von 115.40-60.

Das britische Pfund kam nach schwächer als erwarteten Inflationszahlen etwas unter Druck. Die Unterstützung bei 1.2435 wurde zwar nicht durchbrochen, aber sieht eher anfällig aus. Sollten die neuesten Beschäftigungsdaten heute Morgen auch enttäuschen, ist eine weitere Korrektur bis zur nächsten Unterstützung bei 1.2330 wahrscheinlich.






AxiTrader weist darauf hin, dass der vorliegende Inhalt keine fachliche Auskunft oder Empfehlung darstellt und nicht geeignet ist, eine individuelle Beratung durch fachkundige Personen unter Berücksichtigung der konkreten Umstände des Einzelfalles zu ersetzen. AxiTrader übernimmt keinerlei Haftung, aus welchem Rechtsgrund auch immer, für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der übermittelten Informationen.

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Coronakrise: Die unheimliche Hausse der Schusswaffen-Hersteller

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Amerikaner kaufen in der Coronakrise Waffen, Deutsche dagegen Toilettenpapier – wie Analysen aus dem Frühjahr gezeigt haben. Kurz vor den US-Wahlen steigt die Unsicherheit in vielerlei Hinsicht – und die Aktienkurse von Waffenherstellern. Waffenkäufe in den USA sind in Zeiten der Coronakrise schon seit längerer Zeit feststellbar –  jetzt aber gesellen sich noch weitere Ursachen dazu. Die Steigerungen bei den Kursen der Waffenfirmen brauchen sich nicht einmal hinter den Tech-Werten zu verstecken. Und wieder einmal könnte ein Regierungswechsel einen Boom auslösen.

Das Recht des Amerikaners zum Waffenbesitz

Wie oft wurde in den USA schon über eine Verschärfung des Waffenrechts diskutiert, zumeist im Zusammenhang mit Amokläufen! Stets beruft sich die US-Waffenlobby in Gestalt der NRA – National Rifle Association of America, Nationale Schützen-Vereinigung – auf das verfassungsrechtlich garantierte Recht der Amerikaner zum Waffenbesitz.

Im 2. Zusatzartikel der Verfassung der Vereinigten Staaten, verabschiedet bereits am 15. Dezember 1791 hieß es:

„Da eine wohlgeordnete Miliz für die Sicherheit eines freien Staates notwendig ist, darf das Recht des Volkes, Waffen zu besitzen und zu tragen, nicht beeinträchtigt werden.“ Obwohl es immer wieder Versuche gibt dieses uralte „Grundrecht“ abzuändern, unterstützen insbesondere die Republikaner mit ihrem Präsidenten Donald Trump die Interessen der NRA. Da ein Regierungswechsel zu den Demokraten sehr wahrscheinlich geworden ist, haben die Aktien von Waffenherstellern einen weiteren Aufwind bekommen – man erwartet Hamsterkäufe im Falle eines Wahlsiegs von Joe Biden.

Die Hausse der Revolveraktien im Jahr der Coronakrise – oder Amerikaner kaufen Waffen, Deutsche Toilettenpapier

So lautete eine etwas scherzhaft gemeinte Feststellung zu Zeiten des Lockdowns im April. Betrachtet man sich aber die Entwicklung der Aktien von Pistolen-, Revolver-, und Gewehrherstellern in den letzten neun Monaten, so erkennt man, dass dies kein billiger Kalauer gewesen ist. Im Übrigen waren die Regale mit dem Toillettenutensil eine Zeitlang wirklich Mangelware in Deutschland.

Die Performance:

Konnte der große S&P 500 in diesem Jahr bisher um sieben Prozent zulegen, so ging es mit den Aktien der weltbekannten Waffenfirma Smith&Wesson um 135 Prozent nach oben, die weniger bekannte Firma Sturm Ruger aus Southport (Connecticut) bringt es immerhin auf 51 Prozent. Allein im Monat Oktober ging es bereits um 8 beziehungsweise 9,5 Prozent nach oben.

Waren es im Spätwinter Sorgen der Amerikaner vor Plünderungen infolge der Coronakrise, später die Angst vor Unruhen im Lande wegen des gewaltsamen Todes des Afroamerikaners George Floyd, so fürchtet man sich jetzt vor einem möglichen Chaos nach dem 3. November, sollte es keinen eindeutigen Sieger geben. Zusätzlich sorgen sich die Waffennarren vor härteren Regelungen, insbesondere von Schnellfeuerwaffen, die für die Demokraten ein echtes Übel darstellen. In Deutschland würde manche Waffengattung unter die Regelungen des Kriegswaffenkontrollgesetzes (KrWaffKontrG ) fallen. Die Chefs der Waffen-Firmen in den USA hingegen freuen sich über die Nachfrage, man komme mit den Auslieferungen kaum hinterher.

Absonderliche Entwicklungen unter den Reps und Dems

Die eindeutige Positionierung von Demokraten und Republikanern haben in der Vergangenheit zu seltsamen Entwicklungen der Aktienkurse von Waffenfirmen geführt. Unter den acht Jahren von Präsident Barrack Obama stiegen die Aktien von Sturm Ruger um etwa 900 Prozent, weil der Demokrat zwar immer für schärfere Waffengesetze eintrat, dieses im Kongress aber nicht durchsetzen konnte. Unter Donald Trump stieg die Aktie dieser Firma nur um mickrige 16 Prozent, weil sich die NRA der Unterstützung des Präsidenten sicher sein konnte. Jetzt könnte Joe Biden aufgrund der Coronakrise ins Weiße Haus zurückkehren, um die Ideen von Barack Obama in die Tat umzusetzen.

Wozu brauchen die Amerikaner so viele Waffen?

Diese Frage kommt einem sofort in den Sinn, wenn man sich die Statistiken über den Waffenbesitz in den USA betrachtet – eine „kleine“ Privatarmee. 43 Prozent aller Amerikaner leben in einem Haushalt mit mindestens einer Schusswaffe. Es gibt in den USA 300 Millionen Waffen, Pistolen und halbautomatische Sturmgewehre.

Fazit

Es ist für uns Europäer schon eine schauerliche Vorstellung: Dass es in fast jedem zweiten Haushalt Schusswaffen gibt, dass Millionen von Amerikanern selbst im Handschuhfach ihres Wagens eine Waffe mitführen. Gerade in der jetzigen Situation eines gespaltenen Landes, in dem sich bestimmte Gruppierungen im Lande unversöhnlich und fanatisch gegenüberstehen, bei einem Präsidenten, der vieles gewähren lässt, um es höflich auszudrücken. Dazu die Coronakrise mit ihren wirtschaftlichen Folgen: Gestiegene Waffenkäufe und gestiegene Aktienkurse bei Smith&Wesson und Co, ob das nicht der gefährlichste Teil der Aktienhausse in den USA ist?

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