Märkte

Yellen und die Fed-Entscheidung: „game changer“

Nein, Rhetorikprofessorin wird Janet Yellen wohl nicht mehr werden:

„So, the language that we use in this statement is considerable, period. So, I — I, you know, this is the kind of term it’s hard to define, but, you know, it probably means something on the order of around six months or that type of thing. But, you know, it depends — what the statement is saying is it depends what conditions are like“.

Gerade bei dieser entscheidenden Aussage, dass die Fed die Leitzinsen schon innerhalb von sechs Monaten nach Einstellung der Anleihekäufe anheben könnte, wirkte Yellen fahrig und ihrer Sache nicht wirklich sicher. Gleichwohl ist es genau diese Perspektive, die die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt hat: nicht nur, dass die Liquiditätszufuhr der Fed im Herbst beendet sein dürfte, sondern auch das plötzliche, zeitliche Heranrücken erster Zinsanhebungen ist eindeutig „hawkish“.

Und damit geraten diejenigen unter Druck, die auf eine ewig währende Politik des billigen Geldes positioniert sind – und das sind so ziemlich alle am Markt. Erstes Opfer dürften die Junk-Bonds sein (siehe unseren Artikel „Junk-Bonds – die Profis verlassen das (bald) sinkende Schiff“), aber auch für China und die Schwellenländer insgesamt ist das ein harter Schlag: die chinesische Währung verzeichnete einen der stärksten Tagesverluste seit Aufhebung der Dollar-Bindung.

Zusammengefasst kann man sagen, dass die gestrige Fed-Entscheidung und Pressekonferenz Yellens ein game changer für die Märkte sein wird. Yellen scheint weniger als Bernanke an hohen Aktienkursen interessiert zu sein, ausserdem hält sie die Schwäche am US-Arbeitsmarkt, anders als ihr Vorgänger, für teilweise strukturell bedingt. Auch diese beiden Punkte sollten bei den Bullen die Alarmglocken läuten lassen..



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