Der japanische Yen wertet heute sprunghaft auf. US-Dollar vs Yen ist neben EURUSD und GBPUSD das wichtigste globale Währungspaar! Wir sehen konkret, dass Dollar gegen Yen seit heute früh 10 Uhr deutscher Zeit von 160,6 auf aktuell 156,95 fällt. Dollar fällt, Yen wertet auf! Im Chart sehen wir die Entwicklung seit Februar. Die heutige Bewegung ist klar erkennbar. Top-Funktionäre aus Japan warnen aktuell die Märkte vor einer anstehenden Intervention. Denn die Yen-Schwäche hat offenbar ein Niveau erreicht, dass für Finanzministerium und Zentralbank in Tokyo nicht mehr tragbar ist.
Yen vor Intervention – Japan warnt internationale Märkte
Nicht nur der Yen springt hoch. Parallel sehen wir auch, dass die Renditen für japanische Staatsanleihen ansteigen, bei zehn Jahren Laufzeit auf 2,53 %, der höchste Wert seit 29 Jahren! Konkret sehen wir mehr als eindeutige Aussagen, regelrechte Drohungen aus Japan gegen die Devisenmärkte. „Der Zeitpunkt rückt näher, an dem wir entschlossen handeln müssen“, so sagt es aktuell Finanzministerin Satsuki Katayama laut aktuellen Berichten von THE ASAHI SHIMBUN gegenüber Reportern, und deutete damit ziemlich eindeutig eine mögliche Intervention zur Stützung des Yen an. „Achten Sie darauf, Ihre Smartphones nicht aus den Augen zu lassen, egal ob Sie unterwegs sind oder frei haben“, riet sie.
Die Marke von 160 Yen pro Dollar gilt nun weithin als „rote Linie“ für eine mögliche Intervention der japanischen Regierung und der Bank of Japan. Der Ausverkauf des Yen beschleunigte sich aufgrund der Erwartung, dass steigende Ölpreise Japans Handelsdefizit vergrößern werden. Auch die schwindenden Hoffnungen auf eine US-Zinssenkung veranlassten Anleger dazu, den Yen gegen den Dollar zu verkaufen.
Analystenaussagen
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„Sollte der Yen gegenüber dem Dollar über die psychologisch wichtige Marke von 160 hinaus schwächen, werden die Behörden wahrscheinlich mit einer Kursüberprüfung oder einer tatsächlichen Intervention nachziehen. Die Liquidität wird während der japanischen Golden-Week-Feiertage vom 4. bis 6. Mai zurückgehen. Das hat 2024 eine Intervention nicht verhindert – und könnte es auch diesmal nicht“, so sagt es aktuell Taro Kimura von Bloomberg Economics.
„Ich würde sagen, die jüngste verbale Warnung hat vorerst genug Wirkung gezeigt. Vorerst ist es sinnvoll, dass die Behörden einfach abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, so sagt es laut Bloomberg News Atsushi Takeda, Chefökonom am Itochu Research Institute. „Da sich spekulative Short-Positionen ziemlich stark aufgebaut haben, sind verbale Warnungen jetzt wirksamer.“ Er geht davon aus, dass das Ministerium bei einem Kurs um die 160-Marke eingreifen wird, andere erwarten jedoch einen Schritt schon vorher. „Wir sehen weiterhin eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass eine Intervention durchgeführt wird, bevor der USD/JPY sein Zyklushöchst bei 162 erreicht“, sagte Junya Tanase, Chefstratege für den japanischen Devisenmarkt bei JPMorgan, noch vor Katayamas Äußerungen.
FMW/Bloomberg
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