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„Zäsur“: Erste Sparda Bank kippt um und führt Kontogebühren ein, dank der Negativzinsen der EZB

Der Vorstand der Sparda Bank Berlin bezeichnet es wortwörtlich als eine „Zäsur“. Die Sparda-Banken gelten bisher als der Hort von kostenlosen Girokonten. In Berlin aber rückt man jetzt von diesem ungeschriebenen Gesetz ab, und führt…

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FMW-Redaktion

Der Vorstand der Sparda Bank Berlin bezeichnet es wortwörtlich als eine „Zäsur“. Die Sparda-Banken gelten bisher als der Hort von kostenlosen Girokonten. In Berlin aber rückt man jetzt von diesem ungeschriebenen Gesetz ab, und führt Kontogebühren ein. In einem Video erklären die Vorstände ganz klar, dass dies nicht mit der Nullzinspolitik, sondern der Negativzinspolitik der EZB zu tun habe. Die Einführung der Gebühr sei „ein Gebot der Rahmenbedingungen und der Zeit“, so der Bankvorstand.

Ab dem 1. Oktober liege die Kontogebühr zwischen 1,50 und 3,90 Euro. Diese Gebühreneinführung sei nicht nur eine Zäsur, sondern sogar eine „Zeitenwende“. Über zwei Jahrzehnte sei man sehr stark gewachsen, mit dem Vorteil des Angebots von kostenfreien Girokonten. Es sei aber inzwischen auch durch die Bevölkerung durchgedrungen, dass Banken mit der Veleihung von Einlagen kein Geld mehr verdienen, sondern dass sie dafür sogar Geld bei der Zentralbank bezahlen müssten.

Man tue sich grundsätzlich damit schwer, dass man eine gute Arbeit leiste, und der bezahlte Preis dafür sei 0. Das solle nicht das Selbstverständnis sein. Die Arbeit der Bank sei nicht umsonst, sie habe definitiv einen Wert. Hier und da bekomme man von Kunden sogar Zustimmung, weil sie Verständnis dafür hätten, dass die Negativzinsen die Banken belasten würden. Ein Einführung der Gebühren habe inzwischen auch eine Akzeptanz in der Gesellschaft. Dazu meinen wir: Ja, richtig. Die Einführung der Gebühren hat eine Akzeptanz in der Gesellschaft – aber eben nur deswegen, weil so ziemlich alle Banken schon Gebühren verlangen, sie gerade einführen oder neue Zusatzgebühren oben drauf packen.

Welche Auswüchse die Einführung neuer Gebühren annimmt, sieht man zum Beispiel bei der Volksbank Reutlingen. Obwohl die Banken bei der EZB „nur“ 0,4% Zinsen zahlen müssen, wenn sie dort ihr Geld parken, schrieb die Volksbank für ihre Kunden -0,5% Zinsen in das Preisverzeichnis. Dies hat man nach Protesten von Verbraucherschützern inzwischen zurückgezogen.

Die Stadtsparkasse Soest wiederum berechnet von ihren Kunden für das Onlinebanking eine Gebühr von zwei Cents pro Mausklick. Unglaublich. Einfach unglaublich. Das ist schon mehr als dreist, weil es den Banken doch eigentlich darum geht die Kunden aus den Filialen wegzulocken, hin ins Gratis-Onlinebanking. Nun hat sich auch die Gruppe der Sparda Banken den Kontogebühren angeschlossen. Erstmal nur mit der Sparda in Berlin, aber die EZB hält die Zinsen ja vielleicht noch geraume Zeit im Minus. Man darf gespannt sein, welche kreativen Einfälle andere Banken noch haben werden.

6 Kommentare

6 Comments

  1. Andreas

    7. August 2017 14:54 at 14:54

    Hallo!

    Meine SpardaBank hat mich ohne Rückfrage in 11,90€ je Monat eingestuft. Zudem verbleiben nur 2 Monate bis zum Stichtag. Das nenne ich mal oberdreist. Nicht mal einen Handyvertrag kannst du gültig in der Zeit kündigen. Überrumpelung ist hier wohl Teil der Taktik. Das mit den 0-Zinsen ist wohl auch eher eine Einbahnstrasse, denn tatsächlich bezahle ich jeden Monat mehrere Hundert € Zinsen für unsere Baufinanzierung dort.

    • berti

      7. August 2017 15:12 at 15:12

      Die Vobas sind minde. genauso dreist.
      Habe meine Konten bei den Genossenschaften gekündigt und zur ING gegangen. Bereue nichts!!! Beste Entscheidung vor ein paar Monaten.

      • Emm wie Meikel

        7. August 2017 18:43 at 18:43

        ING wird 100% sicher nachziehen und früher oder später auch Gebühren verlangen. Und wenn erst einmal die Kohle fliesst, werden die Gebühren nie wieder abgeschafft.

    • jack lope

      7. August 2017 22:33 at 22:33

      Ich auch.
      Das macht 142, 80 € im Jahr.
      Oder, bei Niedriglohnjob mit 6€/h (keine Seltenheit), ca. 2 Stunden Arbeit im Monat bloß für das Konto.
      Ich bin auch gerade am überlegen, was ich tun werde.
      Braucht man wirklich ein Konto?
      In der Matratze hätte ich mehr von meinem Geld.

  2. Steve

    9. August 2017 01:08 at 01:08

    Na ..wo sind die cashlessFans . ich hätte da ein paar Fragen .

    Sonst sind die doch überall ?!

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EU will Handelsabkommen mit USA auf wichtigstes Minimum beschränken

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Umweltschutz, Arbeitsschutz, Landwirtschaft, Arbeitnehmerrecht? Bla, bla, bla. Braucht kein Mensch, passt nicht, interessiert Donald Trump sowieso nicht? Denkt so die EU-Kommission? Simplifikation, vereinfachen, damit man bei Trump einfacher durchkommt, mit einem schlichten und einfach verständlichen Handelsabkommen?

Handelsabkommen ohne viel Schnick Schnack

Will die EU endlich Ruhe haben in Sachen drohende Autozölle? Denn die will sie wie auch die anderen vorhin genannten Punkte in neuen Handelsgesprächen mit der US-Regierung komplett ausklammern. Die EU-Kommission will sich von den Mitgliedsstaaten nun das Mandat für neue Gespräche über ein Handelsabkommen mit den USA holen, in denen es nur noch um eine klassische Abschaffung von Industriezöllen und um die Vereinheitlichung von Industrienormen geht. Also eine einfache, klassische Handelsvereinbarung, welche vor allem Industrie und Außenhandelsfirmen das Leben leichter machen soll. Dieser Ansatz der Kommission mag vielleicht kritikwürdig sein. Aber bei einem Gegenüber wie Donald Trump geht es wohl darum etwas zu machen, was auch machbar ist! Formal klingt der Kernsatz der aktuellen Veröffentlichung der Kommission so, Zitat:

Mit den Verhandlungsrichtlinien, die die Kommission dem Rat vorgelegt hat, wird die Gemeinsame Erklärung vom 25. Juli umgesetzt. Sie erfassen zwei mögliche Abkommen mit den Vereinigten Staaten:

– ein lediglich auf die Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter konzentriertes Handelsabkommen, von dem landwirtschaftliche Erzeugnisse ausgenommen wären, und
– ein zweites Abkommen über Konformitätsbewertung, welches dazu beitragen würde, das Ziel der Beseitigung nichttarifärer Handelshemmnisse zu erreichen, indem es Unternehmen den Nachweis erleichtern würde, dass ihre Produkte die technischen Anforderungen auf beiden Seiten des Atlantiks erfüllen.

„Schöne Welt“ machen für Donald Trump

Will die EU-Kommission erst einmal „Schöne Welt“ machen für Donald Trump in Sachen Zölle und Normen? Denn bislang bestand man darauf, dass erst neu verhandelt wird, wenn die US-Regierung ihre Stahlzölle zurücknimmt. Davon ist heute keine Rede seitens der EU-Kommission. Also hofft man darauf, dass durch die neuen Verhandlungen ohne langweiligen Ballast solche Probleme im Nachhinein einfach so erledigt werden? Auch mögliche Autozölle gegen die EU schweben ja noch im Raum herum. Geschickt versucht man heute offensichtlich erneut der Gegenseite zu schmeicheln mit Aussagen wie Zitat:

Die EU hat bereits mehrere Aspekte der Gemeinsamen Erklärung vom Juli umgesetzt. So stiegen insbesondere die Einfuhren von Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten in die Europäische Union im Zeitraum Juli bis Dezember 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 112 %.

Dabei hatten wir unlängst aufgezeigt, dass diese Steigerungen bei Soja-Importen zu allergrößten Teilen wohl schon vor dem Gespräch Juncker-Trump im letzten Sommer zustande kamen. Die EU-Mitgliedstaaten müssen nun grünes Licht zu den Vorschlägen der Kommission geben, bevor die Verhandlungen beginnen können. Wir meinen: Mit so einer Konzentration auf zwei Kerngebiete könnten die Chancen auf eine Einigung steigen, denn somit werden die Verhandlungen kürzer und einfacher gestaltet. Ob Trump dann im Nachhinein auf Stahl- und Autozölle gegen die EU verzichtet? Unklar.

Juncker bei Trump - EU will einfaches Handelsabkommen mit USA
Jean-Claude Juncker bei Donald Trump am 25. Juli 2018. Foto: © European Union, 2018 / Source: EC – Audiovisual Service / Photo: Etienne Ansotte

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China will angeblich Weg einschlagen, um Handelsbilanzdefizit der USA zu eliminieren- nächste Fake News?

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Und das nächste schöne Gerücht: China will laut bisher nicht bekannter Quelle einen Weg vorschlagen, wie das massive Handelsbilanzdefizit der USA zu China eliminiert werden könne. Dazu wolle China in den nächsten 6 Jahren die Importe aus den USA um eine Billionen Dollar steigern..

Wer das jetzt nicht glaubt, kommt auch nicht in den Himmel!

Fake News Teil2? Da will jemand scheinbar mit aller Kraft die Märkte nach oben bringen!

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Immobilienblase in der EU? Wer genau hinschaut, kann sie entdecken

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Haben wir nun eine Immobilienblase in Europa oder nicht? Vor allem Notenbanker von EZB bis Bundesbank sprechen seit geraumer Zeit von zwar steigenden Preisen, aber dennoch gesunden Märkten. Von einer Blase sei man weit entfernt. Und auf den ersten Blick zeigt die folgende Grafik auch keine explodierenden Preise.

Man sieht hier seit 2006 die jährlichen Wachstumsraten bei den Hauspreisen in EU und Eurozone. Im Großen und Ganzen verlaufen die Steigerungsraten in beiden Zonen parallel. Wie heutige Daten der Statistiker zeigen, sind die Hauspreise bei beiden im 3. Quartal 2018 im Jahresvergleich um 4,3% gestiegen. Ja, das ist ein deutlicher Anstieg – aber eine Blase, eine Preisexplosion?

In Deutschland immerhin liegt die Wachstumsrate schon bei 5,4%. Und siehe da… wo wütete die Immobilienblase mit Abstand am Schlimmsten in Europa, bis ihr Zerplatzen die Volkswirtschaften ab 2008 zusammenbrechen ließ? Ja, das waren Irland und Spanien! Und siehe da, aktuell steigen die Hauspreise in diesen beiden Ländern um 9,1% und 7,2%. Da kann man schon eher von einer Blase sprechen!

Von 2016 auf 2017 lagen die Steigerungsraten in Irland bei 11,8%, und in Spanien bei immerhin 7,2%. Also, genau dort, wo absurde Auswüchse bei Immobilien die Volkswirtschaften zum Einbruch brachten, explodieren auch jetzt die Immobilienpreise. In Osteuropa tut sich auch was. Aktuell sind Länder wie Tschechien, Ungarn und Slowenien auch „gut dabei“ mit Preissteigerungen bei Häusern von 8,7%, 7,0% und 15,1%. In Schweden ist ein langer Aufwärtstrend wohl gerade dabei zu Platzen, denn dort fallen die Preise gerade um 2,1%. Zusammen mit Italien (-0,8%) sind das die beiden einzigen Länder mit rückläufigen Hauspreisen in Europa.

By the way… Griechenland liefert an die EU-Statistiker offenbar gar keine Preise zum Auswerten, oder sie sind derart unglaubwürdig, dass Eurostat sie einfach nicht veröffentlicht.

Immobilienblase in der EU? Hauspreise seit 2006

Immobilienblase Spanien Irland

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