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Zahlen Sie 2020 mehr Steuern, als Sie Gewinn machten?

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Absurde Änderung beim Thema Steuern

Ich habe es erst nicht geglaubt, als mir ein Freund einen Link schickte. Sollte die Bundesregierung tatsächlich ein Gesetz beschlossen haben, das die Verlustverrechnung pro Jahr auf 10.000 Euro Verlust beschränkt? Es macht keinen Sinn. Es geht um das Thema Steuern! Damit würde jeder halbwegs größere Wertpapierhandel, jede Trading- oder Hedging-Strategie sinnlos werden, da Sie am Ende schnell mehr Steuern bezahlen müssten, als Sie überhaupt Gewinn machten. Und doch stimmte es augenscheinlich – der direkt beim Bundesrat einsehbare Gesetzestext (Seite 17) sieht genau das vor. Oder doch nicht?

Das Gesetz liest sich, als sollten Sie nicht existierende Gewinne versteuern!

Würde der Gesetzgeber die Verlustverrechnung auf 10.000 Euro pro Jahr beschränken, dann könnten Sie den Börsenhandel vergessen. Ich kenne Trader, die mit dutzenden Millionen Euro Gewinn- und Verlusttrades pro Jahr arbeiten. Stellen Sie sich vor, Sie realisieren 60 Millionen Euro Gewinn- und 59 Millionen Euro Verlust-Trades. Am Jahresende bleiben dann eine Million Euro Gewinn übrig, nachdem alle Gewinne und Verluste miteinander verrechnet wurden. Wäre die Verlustverrechnung auf 10.000 Euro pro Jahr beschränkt, dann würden die 59 Millionen Euro Verlust fast vollständig unter den Tisch fallen und Sie müssten 59.990.000 Euro Gewinn versteuern. Dieser mir bekannte Trader wäre nach diesem Jahr pleite, obwohl er eine Million Euro Gewinn machte.

Im kleineren Rahmen würden Sie zwar nicht pleite gehen, aber lohnen würden sich viele Aktientrades und Absicherungsgeschäfte trotzdem nicht mehr. Schlimm genug, dass Sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr Aktiengewinne mit Verlusten aus Derivaten und umgekehrt verrechnen können. Wer ein Aktienportfolio mit Zertifikaten absichert, muss unter Umständen auf Gewinne Steuern zahlen, die gar nicht entstanden sind. Nun sollte aber selbst die Verlustverrechnung innerhalb einer einzigen Anlageklasse beschränkt werden.

Trading wäre damit de facto tot. Und auch die Wertpapieranlage würde schweren Schaden erleiden. Privatanleger wären gezwungen, sich der Fondsindustrie auszuliefern, denn Fonds dürfen Verluste weiter beliebig mit Gewinnen verrechnen. Eigene Entscheidung, der mündige Bürger, beides wäre abgemeldet gewesen. Und obendrein wird ja auch noch die Transaktionssteuer geplant, die natürlich auch weitgehend Kleinanleger betrifft. Statt den angeblich so schädlichen Derivatehandel zu besteuern, gehen die Planungen schließlich dahin, vor allem Aktientransaktionen mit der Transaktionssteuer zu belegen. Also ausgerechnet den unschädlichsten, für Unternehmen und Anleger so wichtigen Bereich des Börsenhandels.

Wie schlimm kommt es nun wirklich?

Letztendlich scheint es nicht ganz so schlimm zu kommen, wie befürchtet. Die Transaktionssteuer ist natürlich immer noch geplant. Und auch die Begrenzung der Verlustverrechnung auf 10.000 Euro pro Jahr bleibt. Doch das Finanzministerium stellt klar: Gemeint ist damit aber nicht die unterjährige Verlustverrechnung, sondern der Übertrag auf Verluste ins Folgejahr. Bislang konnten Sie Verluste aus den Vorjahren mit Gewinnen im aktuellen Jahr verrechnen. Künftig ist das nur noch bis zu einem Betrag von 10.000 Euro möglich.

Gestrichen ist außerdem die unterjährige Verlustanrechnung auf Ebene eines Bankinstituts. Bisher war es so, dass Ihre Bank realisierte Gewinne sofort mit bestehenden realisierten Verlusten auf dem gleichen Konto verrechnet. Realisierten Sie 1.000 Euro Gewinn und hatten noch 1.000 Euro Verlustvortrag, wurde keine Abgeltungssteuer abgezogen. Nun werden Ihnen von den 1.000 Euro Gewinn die Steuern abgezogen und Sie müssen sie sich umständlich mit der Jahressteuererklärung zurückholen. Dadurch wird natürlich auch das reinvestierbare Kapital empfindlich geschmälert. Werden Ihnen grundsätzlich 26,375% Abgeltungssteuer abgezogen, können Sie von 1.000 Euro realisiertem Gewinn auch nur noch 736,25 Euro reinvestieren.

Künftig sollten Sie am Jahresende Gewinne realisieren, um Verlustvorträge zu minimieren

Die Begrenzung des Verlustübertrags ins Folgejahr auf 10.000 Euro macht zudem die Planungen deutlich schwieriger. Sie müssen künftig darauf achten, höchstens 10.000 Euro Nettoverlust mit ins Folgejahr zu nehmen. Haben Sie netto im Jahr schon 15.000 Euro Verluste realisiert, sollten Sie also zum Jahresende eventuell bestehende, unrealisierte Gewinne in Höhe von 5.000 Euro realisieren. Die verbliebenen 10.000 Euro Verlust werden ins Folgejahr übertragen und können dann mit Gewinnen verrechnet werden. Würden Sie mit 15.000 Euro Verlust ins Folgejahr gehen, wären 5.000 Euro aus steuerlicher Sicht verloren. Haben Sie nicht genug unrealisierte Gewinne, um die realisierten Verluste auf maximal 10.000 Euro zu drücken, haben Sie künftig Pech gehabt. Bleibt nur zu hoffen, dass jemand das Gesetz bis vors Bundesverfassungsgericht bringt und es dort gekippt wird!

12 Kommentare

12 Comments

  1. Avatar

    rigo

    11. Januar 2020 12:54 at 12:54

    Hallo,

    leider gab es in dem verlinkten Bericht ein „unangenehmes“ Update…

  2. Avatar

    sabine

    11. Januar 2020 17:12 at 17:12

    Und dann schimpfen/spotten alle, die Deutschen wären Weltsparmeister! Wo ist das Wunder?

    Um angeblich den Reichen das Geld wegzunehmen, wie es die grünen Sozialisten und die SPD immer herausposaunen, machen sie immer nur mehr Gesetze, um der Masse das Geldverdienen zu verunmöglichen. Und die Masse der Tagesschauer glotzt hinterher und ballt die Faust in der Hose.
    a) Was war die Riesterrente ein Reinfall. Ich weiß noch genau, wie unsere Chefin und SPD-Wählerin laut ihre Riesterrente lobte. 3 Jahre später entdeckte sie, daß sie im Rentenalter noch drauflegen werde und aus den Verträgen nicht mehr herauskam. Sie machte sehenden Auge minus, mußte noch Nachzahlungen leisten, die im Nichts landeten usw.
    Es bleibt uns bei einer solchen Regierung nur der Sparstrumpf unter dem Kopfkissen. Da kommen sie (noch) nicht dran!
    b) Das ist sogar dasselbe mit dem normalen Geldverdienen. Jede Überstunde haben wir damals abgefeiert. Denn jeden verdienten Euro mehr hat die Steuern erhöht. Einige sind dabei tatsächlich ins Minus gerutscht.
    c) Auf der anderen Seite sind die sozialistischen Großmäuler zu doof, die Mammut-Gehälter in Deutschland zu deckeln. (Fr.Wagenknecht hatte öfters daran erinnert.) Frau Merkel verdient 350.000€ im Jahr, und muß sich von der Hälfte der Republik und den Medien täglich anschimpfen lassen. Die Großen der Daxkonzerne verdienen das zwei oder dreifache im Monat, aber haben wohl etwas weniger Stress. (Kaeser von Siemens 2019 -> 14,2 Mill.)
    https://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/siemens-joe-kaesers-verguetung-steigt-auf-14-millionen-euro-a-1299685.html
    Nach strahlendem Glück sieht er nicht gerade aus, aber Frau Merkel ja auch nicht.

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      leftutti

      11. Januar 2020 18:17 at 18:17

      Liebe Sabine, ich bin etwas verwirrt: Die grünen Sozialisten machen immer mehr Gesetze? Sind die denn (schon) in der Regierungsverantwortung? Und dann noch Sympathie und Anerkennung für die Frauen Merkel und Wagenknecht von den ganz linken Sozial-Kommunisten?

  3. Avatar

    Matthias

    12. Januar 2020 21:58 at 21:58

    Warum zum Teufel soll des das nicht wie bisher von der Bank automatisch passieren. Wieso muss es denn komplizierter und nicht einfacher werden … Das ist einfach nur grottenschlechte Politik.

  4. Avatar

    Ferdinand

    13. Januar 2020 09:52 at 09:52

    Ich bin eher überrascht, dass darüber fast nichts zu lesen ist. In keiner Bösrsenzeitung, nirgendwo. Schliesslich wurde gerade per Steuergesetz das Hedging „verboten“

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    Gixxer

    13. Januar 2020 10:45 at 10:45

    Ab wann tritt den das ganze in Kraft? Sind da schon die Gewinne und Verluste von 2019 oder aber erst ab 2020 betroffen?

  6. Avatar

    Zimmermann

    13. Januar 2020 11:14 at 11:14

    Es wird von Jahr und Tag offensichtlicher. Wir werden von Idioten regiert. Wann findet dieser Spuk endlich ein Ende?

  7. Avatar

    Michael

    13. Januar 2020 19:02 at 19:02

    @Markus Fugmann

    Hi Markus, hiermit mache ich von meinem bürgerlichen Rücksenderecht Gebrauch und würde gerne den sinnlosen und verwirrten Finanz-Olaf nach Hamburg retournieren.

    Gründe:
    Gefällt nicht
    Passt nicht
    Artikelbeschreibung war mangelhaft
    Zu teuer

    Versandart:
    Politikergemäß alleine im Großraumflugzeug

    Zustellfahrzeug:
    Boeing 737 Max

    Für Transportschäden erfolgt keine Haftung ;)

    • Markus Fugmann

      Markus Fugmann

      13. Januar 2020 19:05 at 19:05

      @Michael, die Hamburger verweigern die Rücksendung entschieden!! Scholzomat hat schon bei G20-Treffen bewiesen, was er drauf hat

      • Avatar

        Michael

        13. Januar 2020 19:34 at 19:34

        @Markus, ich bin gerne kompromissbereit und für Lösungen offen. Wie wäre es mit einem Tauschgeschäft: Hamburg nimmt Scheuer, Scholzomat wird dafür in die EU befördert …

      • Avatar

        Petkov

        13. Januar 2020 21:40 at 21:40

        Die EU, in der Deutschland natürlich in der Unterzahl ist, nimmt den Castortransport gerne an. Voraussetzung ist, daß als Entschädigung die Geldtöpfe, wo das deutsche Geld natürlich in der Überzahl ist, mit noch mehr deutschem Geld gefüllt werden.

        Des Weiteren ist die EU zu weiteren ähnlichen Geschäften bereit und hofft, dass die Deutschen nicht auf die Idee kommen, einfach mal keinen roten oder grünen Sondermüll mehr zu produzieren. Denn die politische Abfallwirtschaft in Brüssel ist aktuell ein florierendes Geschäft.

        • Avatar

          Michael

          13. Januar 2020 22:59 at 22:59

          @Petkov, das ist nun schon sehr verwirrend and calls for another hit. Scholz, Castor, rot-grüner Sondermüll, EU-Müllgeschäfte? Wovon philosophieren Sie? Könnten Sie alle Leser am allumfassenden Petkovschen Wissensrausch teilnehmen lassen?

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Zinsen und Banken – „Verwahrentgeld“ auf dem Vormarsch

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Wer glaubt, sich der finanziellen Repression so leicht entziehen zu können, irrt vermutlich: Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen für Bankeinlagen, auch „Verwahrentgelt“ genannt. Hat man auch seine Reservegeldhaltung zurückgeschraubt, wird man von der Anhebung der Gebühren betroffen.

Negative Zinsen: Immer mehr Banken..

Still und leise erhöht sich die Zahl der Kreditinstitute, die von ihren Kunden Strafzinsen oder so genanntes Verwahrentgelt für ihre Einlagen verlangen. War bisher eine Summe von 100.000 Euro davon nicht betroffen, so ist das nicht mehr allzu oft der Fall. Allerdings dürfen die Banken nicht so einfach negative Zinsen erheben, sondern sie brauchen zunächst die Einwilligung ihrer Kunden. Ja wohin ausweichen, wenn es immer mehr Banken gibt, die aufgrund der Zinsssituation auf diese Einnahmequelle zurückgreifen?

Das Verbraucherportal Biallo (ebenso Verivox) hat 1300 Banken untersucht und festgestellt, dass 214 Kreditinstitute in bestimmten Fällen Verwahrentgelt verlangen – 20 mehr als vor Monatsfrist, seit Jahresanfang haben sich 150 Geldinstitute zu diesem Schritt entschieden.

Gab es zunächst überall den Freibetrag von 100.000 Euro, so wird dieser schrittweise abgesenkt, auf 50.000, 10.000 oder sogar auf 0 Euro, auch von Volksbanken. Bisher beläuft sich der Minuszins auf 0,5 Prozent, aber es gibt bereits eine Sparkasse, die bei minus 0,75 Prozent angekommen ist.

Die Ursache für das Verhalten der Banken ist schon ein paar Jahre alt.

Bereits im Jahre 2014 hat die Europäische Zentralbank begonnen Negativzinsen von den Geschäftsbanken zu verlangen und diesen Zinssatz für kurzfristige Einlagen im vergangenen Jahr auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Aus den letzten Äußerungen seitens der Notenbanker ist nicht zu erwarten, dass die Zinsen angehoben, sondern die Geldpolitik eher noch gelockert wird. Damit dürfte der Trend zum Verwahrentgelt noch zunehmen.

Jetzt auch Direktbanken

Bisher lehnten sich manche Bankkunden locker zurück, angesichts der neuen Konkurrenz für die alten Geldinstitute – filiallose Direktbanken. Doch ausgerechnet die Handybank N26 verkündete jüngst, Strafzinsen für das Girokonto einführen zu wollen. Zunächst erst ab 50.000 Euro, aber dieses Vorhaben steht im krassen Widerspruch zu dem vor Jahresfrist geäußerten Versprechen auf Negativzinsen zu verzichten. Wird dies eine Welle auslösen, bei der Konkurrenz wie ING, DKB, Consorsbank, Flatex u.a., die als Ausweichsort gesehen wurden, um den Gebühren von Genossenschaftsbanken und Sparkassen zu entgehen? Ein bisschen Verwahrentgelt, was soll’s?

Eine ganze Menge, sollte sich dieser Trend durchsetzen. Schließlich liegen derzeit gigantische 2,489 Billionen Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten. Für diese Summe nur 0,5 Prozent einbehalten – und schon wäre man bei einer zweistelligen Milliardensumme.

Wie lautet seit Langem eine Empfehlung der Vermögensberater für die Reservegeldhaltung der Konsumenten? Man solle auf dem Girokonto eine Notreserve halten, die etwa drei Monatsgehälter beträgt. Und zwar nicht nur für ein paar Wochen, sondern länger und für etwaige größere Anschaffungen.

Die Neigung des Deutschen zur großen Geldhaltung mit ihrem obersten Befürworter, Bundesfinanzminister Olaf Scholz, hat zu einem gewaltigen Depotvolumen geführt.

Die oben genannte Verfügungsmasse liegt im Wert höher als alle deutschen Aktien zusammen und sogar doppelt so hoch wie die Bewertung des deutschen Leitindex, Dax. Damit sieht man auch, dass ein Crash am deutschen Aktienmarkt wesentlich weniger Vermögensschäden hervorrufen würde, als bei den Amerikanern, wo allein die über 28 Billionen Dollar des S&P 500 einen weit höheren Wert repräsentieren, als das gesamte Bruttoinlandsprodukt der USA.

Fazit

Die finanzielle Repression schlägt hierzulande weiter zu. Nach und nach werden die Freibeträge für die Geldkonten abgesenkt.

Da die Europäische Zentralbank ihre Geldpolitik eher noch lockert – bei der Sitzung im Dezember? – aber bestimmt nicht die Zinsen erhöht, dürfte die Zahl der Banken, die negative Zinsen weiterreichen, noch größer werden.

Keine Zinsen mehr am Anleihemarkt, Strafzinsen auf dem Geldkonto, wozu führt das? Nicht schon wieder das Akronym „TINA“..

Immer mehr Banken verlangen negative Zinsen auf Einlagen

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Gold, Dollar, Öl, Aktienmärkte: Was passiert nach der US-Wahl?

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Das Thema, wie sich die bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen auf den Gold auswirken werden, wird viel diskutiert und ist mit Unsicherheit behaftet. Wenn die Ergebnisse zu einem stärkeren Dollar führen, bedeutet dies einen niedrigeren Preis für Gold, und ein schwächerer Dollar bedeutet (in der Regel) einen höheren Goldpreis. Das Wahljahr verursacht mit Sicherheit viel Volatilität, und die Anleger erwägen derzeit drei mögliche Szenarien für den Goldpreis nach dem Wahltag.

In einem dieser Szenarien muss der US-Wahltag für einen Anstieg des bei Gold dazu führen, dass Biden Präsident wird, da viele glauben, dass der Dollar dann fallen wird (aufgrund des größeren Stimulus). Und im Gegenteil, bei einem sinkenden Goldpreis wird der Wahltag mit der Wiederwahl von Trump enden müssen, was zu einem stärkeren Dollar führen sollte. Die Ergebnisse der Wahlen im Jahr 2020 könnten jedoch genau den gegenteiligen Effekt haben – und das ist es, was die Marktsituation noch spannender macht.

Der Ölpreis ist vom Wahlergebnis genauso abhängig wie so ziemlich alle anderen Rohstoffe. Und laut Goldman Sachs müssten die US-Wahlen Biden als neuen POTUS hervorbringen, damit wir einen Anstieg des Ölpreises erwarten können (weil dann die Produktions-Kosten für Öl steigen würden). Aber selbst wenn das Gegenteil der Fall sein sollte, drückte der Investmentbankgigant sein Vertrauen in einen steigenden Ölpreis aus – Wahlergebnisse beiseite.

Und wie wird sich die US-Wahl auf den Aktienmarkt auswirken? David Jones, chief market strategist bei capital.com, blickt auf den S&P 500, auf Gold, den Dollar (Euro-Dollar) und schließlich auf den Ölpreis – und analysiert, welche Auswirkungen ein Sieg von Biden oder von Trump haben würde:

 

 

 

 

Was passiert nach der US-Wahl mit Gold?

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Brexit: Wem schadet er mehr, der EU oder den Briten?

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Angesichts des Anschwellens der Coronazahlen und der großen Spannung vor den US-Wahlen, sind die Verhandlung um den Brexit der Briten ein wenig in den Hintergrund gerückt. In dieser Woche läuft wieder einmal ein Ultimatum aus. Kommt es noch zu einer Einigung vor dem endgültigen Datum, dem 31. Dezember? Und gibt es schon Fakten zu den Frühschäden des Austritts der Briten?

Brexit: Was für Folgen hätte ein No-Deal?

Darüber wird schon seit dem Referendum über den Brexit von 2016 gemutmaßt. Fakt ist bereits, dass bis zum Ende des letzten Jahres Ende 2019 die Investitionen bereits um mehr als 15 Prozent hinter dem Durchschnitt der Vorjahre zurückgeblieben sind. Doch sollte es bis zum 31. Dezember keinerlei Vereinbarung geben, wird dies in jedem Fall wirtschaftliche Auswirkungen auf beiden Seiten haben. Wie waren die bisherigen Wirtschaftsbeziehungen?

Der Export von Gütern und Dienstleistungen der Briten in die EU betrug bislang etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung des Landes, im Falle der EU in Richtung GB betrug der Anteil nur ganze drei Prozent.

Von Seiten deutscher Unternehmen hat man die lange Zeit seit dem Referendum nicht untätig verstreichen lassen. So ist der Export von Deutschland auf die Insel von 2016 bis vor Kurzem von 7,5 auf 5,6 Prozent gefallen. Gerade in letzter Zeit haben die hiesigen Unternehmen registriert, mit welcher Verbissenheit Boris Johnson den harten, kompromisslosen Brexit vorantreibt. Es ist wie zumeist an der Börse: Was man lange hat kommen sehen, wird versucht zu antizipieren, um den schweren Folgen entgegenzuwirken. Schocks entstehen immer durch das Unerwartete aus heiterem Himmel oder gar durch den berühmten „Schwarzen Schwan“. Klar wird ein harter Brexit beide Seite treffen, mancher Ökonom rechnet für Großbritannien mit einem Rückgang des Trendwachstums um 1,5 Prozent.

Aber wird es keinerlei Vereinbarungen auf dem so bedeutsamen Finanzsektor oder im Güter- und Reiseverkehr geben oder gar beim Handel mit Medikamenten? Zu Zeiten von Corona, wo dem schwedisch-britischen Pharmakonzern AstraZeneca mit seiner Impfstoffentwicklung eine entscheidende Rolle zukommen könnte? Die Pandemie jedenfalls kommt für Großbritannien mit seinem Austrittsvorhaben praktisch zur Unzeit.

Die aktuelle Coronakrise

Was die Covid -19-Infektionen betrifft, hat Großbritannien bereits eine schwere Zeit hinter sich. Nachdem man es zunächst mit einer Herdenimmunisierung versuchte, rückte Boris Johnson entsetzt davon ab, als ihm Wissenschaftler die mögliche Zahl an Todesopfern nahegelegt hatte. Trotz der Wende steht die Nation mit 894.000 Infektionen und fast 45.000 Corona-Toten (an oder mit Corona), der höchsten Zahl an Opfern in Europa derzeit in den Statistiken. Dies findet auch in den Wirtschaftszahlen der zweitgrößten Ökonomie Europas seinen Widerhall.

In den Monaten April bis Juni brach die Wirtschaft Großbritanniens um -20,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ein. Das war der schlimmste Absturz seit Beginn der britischen Quartalsstatistik im Jahr 1955. Das Land war damit das Schlusslicht Europas, noch vor Spanien, welches den Negativrekord mit einem Einbruch um 18,5 Prozent erleiden musste. Durch die Coronakrise wird Großbritannien wirtschaftlich auf den Stand von 2003 zurückgeworfen.

Das einst so stolze britische Pfund

Das Pfund Sterling, einst der Stolz der Briten und die älteste noch bestehende Währung, hat längerfristig schon eine Entwicklung erlebt, die durch den Brexit noch deutlich beschleunigt werden könnte. Bis in die Hälfte des letzten Jahrhunderts hinein, war das Pfund die globale Leitwährung, die Hälfte der weltweiten Währungsreserven bestand aus der britischen Währung und die Bank of England hatte weltweit sehr großen Einfluss. Dann begann der Abstieg, Mitte der 1970-er-Jahre hatte die britische Währung nur noch einen Anteil von vier Prozent an den globalen Währungsreserven, dabei ist es bis heute geblieben.

Und der Außenwert des GDP?

Das britische Pfund kostete vergangene Woche nur noch 1,10 Euro. Vor gut vier Jahren und dem überraschenden Brexit-Referendum im Juni 2016 musste man noch über 1,30 Euro dafür bezahlen. Auch eine Folge des ewigen Hickhacks um den Sonderweg der britischen Regierung.

Fazit

Aus den bisherigen Fakten ist zu schlussfolgern, dass der ungeregelte Brexit den Briten mehr schaden sollte, als der EU. Aber haben sich die Unternehmen in der langen Zeit der Austrittsverhandlungen nicht schon auf das Austrittsszenario vorbereitet, die Börsen das Ergebnis eingearbeitet? Wann hat denn je ein absehbares Ergebnis Investoren wirklich beim Eintritt noch geschockt – Einzelfälle ausgeschlossen? Aber will Boris Johnson wirklich auf Biegen und Brechen den No-Deal-Austritt Großbritanniens durchziehen, auch wenn sich die Pandemie in der zweiten Welle noch verstärken sollte? Wo Zusammenarbeit in Europa gefragt ist, weiland sich Chinas Aufschwung weiter fortsetzt und auch den USA mit ihrer „America-First-Politik“ ein geschwächtes Europa gar nicht so ungelegen käme?

Es sind für gewöhnlich immer die externen Schocks, die Gewitter aus heiterem Himmel, die für Ungemach sorgen. Aber das Pokern des Boris Johnson – wem hängt das mittlerweile nicht schon zum Halse heraus?

Wem wird der Brexit mehr schaden?

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