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Zahlen und Charts aus dem Konjunktur-Wunderland Deutschland

Irgendwie gehen bei der Bundesbank alle Charts nach oben. Deutschland geht es in der Tat in Relation zu anderen Länden gut. Hier die Übersicht zu einigen interessanten Entwicklungen aus dem aktuellen…

Redaktion

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FMW-Redaktion

Irgendwie gehen bei der Bundesbank alle Charts nach oben. Deutschland geht es in der Tat in Relation zu anderen Länden gut. Hier die Übersicht zu einigen interessanten Entwicklungen aus dem aktuellen Monatsbericht der Bundesbank. Es läuft auch Hochtouren in Deutschland in Sachen Konjunktur. Produktion, Inflation, Arbeitslosigkeit – man weiß gar nicht, wo man noch Anhaltspunkte zum Meckern finden soll, wenn man sich den gesamten Bericht der Bundesbank anschaut.

Zitat Bundesbank:

Die Konjunktur in Deutschland legte zum Jahresende 2016 eine spürbar höhere Gangart ein. Der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamtes zufolge stieg das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal 2016 saisonund kalenderbereinigt gegenüber dem dritten Vierteljahr um 0,4% und damit deutlich stärker als im Sommer, in dem der Zuwachs lediglich 0,1% betragen hatte. Im Jahr 2016 insgesamt erhöhte sich das reale BIP gegenüber dem Vorjahr um 1,9% (kalenderbereinigt 1,8%). Auf der
Nachfrageseite kamen zum Jahresende stärkere Wachstumsimpulse vor allem von den Exporten, die ihre Schwäche vom Sommer überwanden und kräftig zulegten. In regionaler Hinsicht fiel die Expansion der Warenlieferungen breit gefächert aus. Deutlich mehr Waren konnten die deutschen Exporteure in den Ländern der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) absetzen. Die Nachfrage aus Drittstaaten war sogar noch schwungvoller. Auch die Bauaktivitäten gewannen im letzten Quartal des abgelaufenen Jahres wieder an Dynamik. Der private Verbrauch blieb angesichts der nach wie vor günstigen Arbeitsmarkt- und Einkommensperspektiven auf Expansionskurs. Offenbar dämpfte der Kaufkraftentzug infolge des starken Anstiegs der Energiepreise die Konsumfreude der privaten Haushalte nur wenig.

Arbeitslosigkeit

In Sachen Arbeitslosigkeit scheint Deutschland endgültig das Märchen-Wunderland schlechthin zu sein. Dass die Bundesagentur für Arbeit dank offizieller Richtlinien des Arbeitsministeriums gut 30% der Arbeitslosen aus der Statistik entfernt, schenken wir uns mal an dieser Stelle. Dass wohl die meisten Asylsuchenden noch nicht bei der Bundesagentur für Arbeit erfasst sind, schenken wir uns ebenfalls. Daher genießen wir den folgenden Text der Bundesbank:

Arbeitslosigkeit trotz hoher Flüchtlingszuwanderung weiter gesunken

Dem Monatsbericht zufolge hat sich die Situation auf dem Arbeitsmarkt im Herbst 2016 wieder etwas verbessert. Nach einer leichten Delle im Sommer habe die Erwerbstätigkeit wieder zugenommen. Nach Einschätzung der Bundesbank-Ökonomen sind die Aussichten zur Beschäftigungsentwicklung weiter günstig. Jedoch zeichne sich mehr und mehr ab, dass die Besetzung freier Stellen schwieriger werde. Ein Grund hierfür könne der demografisch bedingte Rückgang des inländischen Erwerbspersonenpotenzials sein, der nicht mehr vollständig durch eine höhere Erwerbsbeteiligung aufgefangen werden könne.

Die Arbeitslosigkeit sei im Schlussquartal 2016 trotz der hohen Zahl an Flüchtlingen, die ihren Asylentscheid in den vergangenen Monaten erhalten und sich arbeitsuchend gemeldet haben, deutlich zurückgegangen und habe im Dezember 2016 sechs Prozent betragen. Nach Angaben der Bundesbank-Ökonomen dürfte sich der Arbeitsmarkt mit Blick auf die Frühindikatoren auch in den kommenden Monaten positiv entwickeln.

Für die deutsche Wirtschaft insgesamt zeigen sich die Experten der Bundesbank auch für das erste Jahresviertel 2017 optimistisch und erwarten eine weitere Verstärkung des Wachstums. Dabei dürften kräftige Impulse insbesondere von den Aktivitäten in der Industrie ausgehen. Zudem trügen die gute Lage der Bauwirtschaft und des Arbeitsmarkts sowie das weiterhin positive Konsumklima dazu bei, wenngleich die steigenden Energiepreise dämpfend auf den privaten Verbrauch wirken könnten.

Immobilien

Die Immobilienpreise explodieren – das hat nach einer ziemlich langen Verzögerung auch die Bundesbank erkannt? Zitat Bundesbank auszugsweise:

Die Teuerungsrate bei Wohnimmobilien zog im vergangenen Jahr spürbar an. Der Anstieg war regional und über die verschiedenen Immobilienarten hinweg breit angelegt. Letztlich reichte die zunehmende Angebotsausweitung nicht aus, um den Preisdruck der anhaltend kräftigen Wohnraumnachfrage zu begrenzen. In den Städten dürften die Preisabweichungen bei Wohneigentum von dem Niveau, das durch die längerfristigen wirtschaftlichen und demografi schen Einflussfaktoren gerechtfertigt erscheint, weiter zugenommen haben.

Besonders kräftig nahm der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien erneut in den deutschen Städten zu. Laut Berechnungen, die auf Angaben der bulwiengesa AG basieren, stiegen die Preise für Wohneigentum dort um 8%, während sie sich zwischen den Jahren 2010 und 2015 um durchschnittlich 6¾% erhöht hatten.1) In den sieben Großstädten, in denen sich Wohnraum in den vergangenen Jahren bereits am stärksten verteuert hatte, war die Preisdynamik erneut überdurchschnittlich hoch.2) Dies galt weiterhin vor allem für Eigentumswohnungen in den Ballungsräumen. Die Teuerungsrate bei vermieteten Wohnungen nahm in den Städten ebenfalls spürbar zu. Bei Mehrfamilienhäusern in Deutschland insgesamt blieb sie dagegen mehr oder weniger unver ändert hoch. Auch die Preissteigerungen bei Einfamilienhäusern dürften sich im Berichtsjahr regional eher angeglichen haben.

Inflation

Auch bei der Inflation läuft ja alles planmäßig. Das Thema, wann und ob die EZB endlich die Zinsen anhebt, hatten wir schon ausführlich genug besprochen. Man will ja noch so lange abwarten, bis sich endlich eine nachhaltige breite Entwicklung abzeichnet… Zitat Bundesbank:

Die Preise auf der Verbraucherstufe stiegen gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im letzten Viertel des Jahres 2016 recht kräftig um saisonbereinigt 0,6% an, und damit stärker als im Dreimonatsabschnitt zuvor (0,2%). Vor allem Energie verteuerte sich infolge der wieder anziehenden Rohölnotierungen deutlich, zumal der Preisanstieg in Euro gerechnet wegen der spürbaren Abwertung noch höher ausfiel. Aber auch für Nahrungsmittel mussten Verbraucher aufgrund sehr kräftiger Preissteigerungen für Molkereiprodukte sichtlich mehr bezahlen. Zudem zogen die Preise
von Industriegütern ohne Energie nach der Seitwärtsbewegung im dritten Vierteljahr wieder
an.

Daten und Grafiken: Deutsche Bundesbank

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    leser

    21. Februar 2017 09:59 at 09:59

    Dann versuch ich mich mal im meckern:

    Das BIP wächst auch bei einem Boom der Asylindustrie. Der Export ist mit einem parallelen Anstieg der Target II Salden (teuer) erkauft. Der Arbeitsmarkt wächst quantitativ, verliert aber qualitativ. Der Wohlstand (reale Kaufkraft) stagniert bestenfalls, da Einkommenszuwächse durch erhöhte Ausgaben beim Wohnen und bei der Ernährung aufgezehrt werden.

  2. Avatar

    asyoulike

    21. Februar 2017 10:03 at 10:03

    Moin, moin,
    im Konjunktur-Wunderland wird wieder gesiegt. Wie schön. Wir laufen wieder von Sieg zu Sieg. Hatten wir das nicht schon einmal? Billigjobs, Aufstocker, Zweit- und Drittjobs. Laut DPA vom Leben Ende 2015 über 11% von Sozialhilfe, in den Städten Lübeck, Kiel, Flensburg und Neumünster gut 17%. Also so viel zu den Siegen unserer „Oberen“. Wenn jetzt bei dieser offiziellen Superkonjunktur schon solche Zahlen über Hartz IV vorhanden sind, dann stellt sich doch die Frage, wie diese Zahlen bei einem Beschäftigungsrückgang um bspw. 5% aussehen würden.

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Rüdiger Born: Was der Markt bei Gold noch benötigt für einen Long-Einstieg

Rüdiger Born

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Coronakrise vorbei? So stark verlieren die „kleinen“ Leute in den USA

Claudio Kummerfeld

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Verrammelte Einzelhandelsgeschäfte

Ist die Coronakrise überstanden? Die ersten Corona-Impfungen könnten schon in den nächsten Tagen erfolgen. Und außerdem, der Dow Jones steht bei 30.000 Punkten, während er vor Ausbruch der Coronakrise noch bei 29.300 Punkten im Januar lag. Auch der S&P 500 Index und vor allem der Nasdaq notieren deutlich höher als im Januar. Klarer kann die Börse doch nicht signalisieren, dass die Krise überwunden ist. Richtig? Nun ja. Schauen wir uns mal folgende Charts an. Sie sind Teil einer Datenbank, welche unter anderem von der Harvard University betrieben wird.

Geringverdiener in den USA verlieren in der Coronakrise brutal, Besserverdiener legen sogar zu

Anhand unzähliger Daten werden möglichst aktuell ökonomische Verläufe in den USA angezeigt, aus denen man den Verlauf der wirtschaftlichen Erholung aus der Coronakrise in diesem Jahr erkennen kann. Da wäre zum einen folgende Grafik interessant, wenn es um die Beschäftigung geht. Sie zeigt die Beschäftigungsquoten in den USA von Januar bis Ende September. Für die Besserverdiener mit mehr als 60.000 Dollar Jahresgehalt ist die Beschäftigungsquote seitdem sogar um 0,2 Prozent gestiegen. Man darf vermuten: Jede Menge neue Jobs für Webseitenprogrammierer, Cloud-Experten uvm. Alles was eben in der Coronakrise vermehrt gefragt ist. Die Beschäftigung in der Mittelschicht (27.000-60.000 Dollar) hat um 4,7 Prozent abgenommen.

Und jetzt kommt´s. Die Geringverdiener mit weniger als 27.000 Dollar Jahresgehalt hat eine um 19,2 Prozent sinkende Beschäftigungsquote in den USA. Es ist klar. Gerade im Land der unbegrenzten Möglichkeiten gab es für eine große Masse gering- oder gar nicht qualifizierter Menschen (bisher) massenweise Jobs in der Gastronomie oder im Entertainment-Bereich (Restaurants, Bars, Freizeitparks etc). Und gerade diese Bereiche leiden under Lockdowns in der Coronakrise (siehe jüngst Walt Disney mit zehntausenden Entlassungen in Freizeitparks). Die kleinen Leute verlieren in der Coronakrise massiv, die gut Qualifizierten sind unterm Strich die Gewinner. Die drei Linien zeigen die Verläufe der jeweiligen Beschäftigungsquoten seit Januar.

Chart zeigt Beschäftigungsquoten in den USA

Fast 30 Prozent der kleinen Geschäfte seit Januar geschlossen

Die folgende Grafik zeigt zum aktuellsten Stichtag 16. November mit Verlauf über das Jahr hinweg, wie viele kleine Unternehmen im Vergleich zu Januar noch geöffnet sind. Landesweit sind es in den USA derzeit 28,9 Prozent weniger, und die Tendenz ist negativ. Im derzeit zweiten Lockdown gibt es dank der Streitigkeiten zwischen Republikanern und Demokraten in den letzten Monaten keine neuen Hilfspakete. Kann Joe Biden ab dem 20. Januar als neuer US-Präsident einiges bewegen mit neuen Billionen-Hilfsprogrammen? Kann die ehemalige Fed-Chefin Janet Yellen als neue Finanzministerin womöglich bei den Republikanern im US-Kongress etwas herausschlagen für neue Hilfsprogramme? Die sogenannte Unterschicht und kleine Geschäftsinhaber drohen völlig abzustürzen und auch nach der Coronakrise zu den großen Verlierern zu gehören. Langfristig dürfte die Massenarmut in den USA wohl massiv zunehmen.

Chart zeigt Verlauf der geöffneten kleinen Geschäfte in den USA

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Arbeitsmarkt im Corona-Märchenland – weniger Arbeitslose!

Claudio Kummerfeld

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Eingang zu einer Außenstelle der Bundesagentur für Arbeit

Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiterhin im Märchenland-Zustand, aber nur auf den ersten Blick. Man kann in der schlimmsten Rezession der letzten Jahrzehnte eine weiterhin sehr geringe Arbeitslosigkeit präsentieren, weil es hierzulande anders als in vielen anderen Ländern das Instrument der Kurzarbeit gibt. Zählt man diesen Ersatz für die Arbeitslosigkeit nicht zur offiziellen Arbeitslosenquote hinzu, dann kommt der deutsche Arbeitsmarkt derzeit ganz wunderbar durch die Coronakrise und den zweiten Lockdown.

Im November ist die offizielle Arbeitslosigkeit gemäß heute veröffentlichten Daten sogar rückläufig. Im Monatsvergleich sinkt sie von 2,76 auf 2,70 Millionen arbeitslose Personen. Die offizielle Arbeitslosenquote sinkt von 6,0 Prozent auf 5,9 Prozent. Gegenüber November 2019 steigt die Arbeitslosigkeit um 519.134 Personen an (Quote damals 4,8 Prozent). Die tatsächliche Arbeitslosigkeit (ohne Kurzarbeit) namens „Unterbeschäftigung“ sinkt von 3,56 auf 3,52 Millionen, oder von 7,6 Prozent auf 7,5 Prozent.

Kurzarbeit steigt

Tja, die zweite Corona-Welle und der „sanfte Lockdown“ beschert dem Arbeitsmarkt auf den ersten Blick keine Verschlechterung, dafür aber der Kurzarbeit. Letztlich in der Realität arbeitslos, werden viele Beschäftigte in Gastronomie und Hotellerie „geparkt“ als Kurzarbeiter. Laut heutiger Aussage der Bundesagentur für Arbeit wurde im Zeitraum vom 1. bis einschließlich 25. November für 537.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Der deutliche Anstieg im Vergleich zum Vormonat erklärt sich laut der Bundesagentur mit dem seit Anfang November bestehenden Teil-Lockdown.

Endgültige Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme der Kurzarbeit stehen bis September zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im September für 2,22 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds hat nach dem bisherigen Höchststand im April mit knapp 6 Millionen sukzessive abgenommen. Das ifo-Institut hatte gestern zum Thema Kurzarbeit im November berichtet. Demnach steige die Kurzarbeit spürbar an. Der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit ist demnach im November erstmals seit Monaten wieder angestiegen, und zwar von 24,8 Prozent im Oktober auf 28,0 Prozent im November. Die Bundesagentur für Arbeit sagt zu den Zahlen heute im Wortlaut:

Der Arbeitsmarkt hat auf die Einschränkungen im November reagiert – glücklicherweise aber im Moment nicht mit einer Zunahme von Entlassungen. Allerdings sind die Betriebe wieder zurückhaltender bei der Personalsuche und haben im November wieder für deutlich mehr Mitarbeiter Kurzarbeit angezeigt.

Grafik zeigt aktuelle Details aus November zum deutschen Arbeitsmarkt

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Anmeldestatus

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