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Anleihen

ZehnjĂ€hrige Bundesanleihe: Neueste Emission zeigt immer weiter fallende Rendite – Anleger greifen zu

Der deutsche Staat macht nicht nur satte Gewinne mit der Neuausgabe kurz laufender Anleihen (zwei und fĂŒnf Jahre). Dank einer Zinswende, die bei der EZB anscheinend in weite Ferne rĂŒckt, sinken auch die Renditen, die Euro-Staaten derzeit fĂŒr…

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FMW-Redaktion

Der deutsche Staat macht nicht nur satte Gewinne mit der Neuausgabe kurz laufender Anleihen (zwei und fĂŒnf Jahre). Dank einer Zinswende, die bei der EZB anscheinend in weite Ferne rĂŒckt, sinken auch die Renditen, die Euro-Staaten derzeit fĂŒr zehnjĂ€hrige Anleiheemissionen zahlen mĂŒssen. Der institutionelle Anleger gibt sich damit zufrieden, und greift brav zu! KĂ€uferstreik? Nichts da.

Die aktuellste Emissionsserie zehnjÀhriger deutscher Bundesanleihen, die im Juli gestartet wurde, erlebt heute ihre dritte Aufstockung mit dem Angebot weiterer 3 Milliarden Euro. Dabei sinkt die Rendite der ausgegebenen Bundesanleihen immer weiter (Grafik). Waren es im Juli noch 0,59% auf zehn Jahre, sind es jetzt nur noch 0,39%.

Die heutige Emission von 3 Milliarden Euro brachte ein Nachfragevolumen von 3,85 Milliarden Euro. Davon war ein Volumen von 2,87 Milliarden Euro unlimitiert – fĂŒr dieses Volumen waren Anleger also bereit jeden Preis zu bezahlen. Verkauft hat man aber nicht 3 Milliarden, sondern nur 2,446 Milliarden Euro. Die Differenz zu 3 Milliarden Euro in Höhe von 554 Millionen Euro wanderte in die sogenannte Marktpflegequote.

Falls nĂ€mlich alle Investoren diese Bundesanleihen bis zum Laufzeitende in zehn Jahren im Depot belassen, gĂ€be es am freien Markt keine Handelbarkeit mehr fĂŒr diese Anleihen – dafĂŒr sorgt dann der Emittent „Finanzagentur Deutschland GmbH“ mit diesen 554 Millionen Euro Volumen. Bei einem aktuellen Zinskupon dieser Serie von 0,50% liegt der heutige Emissionskurs bei 101,06% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). Die Rendite sinkt wie gesagt auf 0,39% fĂŒr zehn Jahre Laufzeit.

Die weite Ferne der Zinswende sieht man bei den neuen Emissionen der letzten Wochen. Der Bund-Future als Ausdruck der zehnjĂ€hrigen Bundesanleihe war gut acht Wochen lang durchgehend gestiegen, und erlebt seit einer Woche einen spĂŒrbaren RĂŒckgang (Chart). Demnach hĂ€tte die Rendite der heutigen Emission eigentlich leicht steigen können. Aber der deutsche Staat kann sich (wie man sieht) vor Kaufwilligen kaum retten, und kann es sich leisten die tatsĂ€chlichen Emissionsrenditen trotzdem weiter zu senken!


Der Kurs der zehnjĂ€hrigen Bundesanleihe dargestellt seit Mai. Am Ende der aktuelle RĂŒckgang.

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Anleihen

Russland verkaufte alleine im April die HĂ€lfte seiner US-Staatsanleihen – Vorbild fĂŒr andere?

Russland hat im April auf einen Schlag seinen Bestand an US-Staatsanleihen halbiert – warum?

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Russland hat im April auf einen Schlag seinen Bestand an US-Staatsanleihen halbiert – von 96,1 Milliarden Dollar im MĂ€rz auf nun nur noch 48,7 Milliarden Dollar (hier die Liste der auslĂ€ndischen Halter von US-Staatsanleihen; die aktuellsten Daten stammen aus dem April, weil die TIC-Daten des US-Finanzministeriums stets mit Verzögerung von zwei Monaten veröffentlicht werden):


(Grafik: Wolfstreet.com; durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

Wahrscheinlich trugen die VerkĂ€ufe von US-Staatsanleihen durch Russland dazu bei, dass damals die Rendite fĂŒr die 10-jĂ€hrige US-Staatsanleihe ĂŒber die 3%-Marke sprang. Was aber war der Grund fĂŒr diese massiven VerkĂ€ufe – zuvor waren die BestĂ€nde an US-Anleihen Russlands zwar tendentiell abnehmend, aber eben nicht rapide fallend?

Ausschlaggebend dĂŒrften wohl die US-Sanktionen gegen den russischen Oligarchen Deripaska gewesen sein, die vor allem den russischen Konzern Rusal ins Schlingern brachten (an dem Deripaska maßgeblichen Anteil hatte). Russland fĂŒrchtete offenkundig, dass die BestĂ€nde an US-Anleihen aufgrund politischer Entwicklungen eingefroren werden könnten – daher die VerkĂ€ufe.

Was aber, wenn sich der Handelskrieg zwischen den USA und China verschĂ€rft? Bekanntlich ist China der grĂ¶ĂŸte auslĂ€ndische Halter von US-Staatsanleihen – massive VerkĂ€ufe durch China wĂ€ren dann eine Art „nukleare Option“, die die Renditen fĂŒr US-Anleihen stark steigen lassen und damit die Neu-Verschuldung der USA immens verteuern wĂŒrden“

Florian Homm jedenfalls meint: Russland hat gut daran getan, sich von seinen BestÀnden an US-Anleihen zu trennen:


Foto: http://www.kremlin.ru/text/images/92555.shtml; https://en.wikipedia.org/wiki/Creative_Commons

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Anleihen

Trump, die Verschuldung und der Handelskrieg gegen China: Es ist der amerikanische Sparer, der den Kampf gewinnen muß!

Über die eigentliche Schwachstelle des „Systems Donald Trump“!

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Die Zuversicht Trumps, den Handelskrieg zu gewinnen

Donald Trump und seine Berater wie Peter Navarro wiederholen es immer wieder: China habe bei einem Handelskrieg megr zu verlieren, weswegen man eben auch glaubt, diesen Handelskrieg zwingend gewinnen zu mĂŒssen. Aber die USA und damit Trump haben zwei wesentliche Achillesversen – und beide hĂ€ngen iindirekt miteinander zusammen: die stark steigende Verschuldung der USA und die Rally an der Wall Street. Sollten etwa die US-AktienmĂ€rkte vor den US-Zwischenwahlen im November stark einbrechen, dĂŒrfte Trump und die Republikaner Schwierigkeiten haben, diese Wahlen zu geinnen. Und verlieren Trump und die Republikaner diese Wahl, wird wiederum ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump viel wahrscheinlicher.

Einer der zentralen Treiber fĂŒr die Rally an der Wall Street waren (und sind noch) bekanntlich die AktienrĂŒckkĂ€ufe der US-Unternehmen, die das Angebot an Aktien verknappten und dementsprechend die Aktienkurse steigen ließen. Diese AktienrĂŒckkĂ€ufe waren besonders attraktiv, weil die dafĂŒr in Kauf genommene Neuverschuldung aufgrund der jahrelangen Nullzinsen nicht weh tat. Nun aber hebt die Fed schrittweise die Zinsen, was AktienrĂŒckkĂ€ufe auf Pump unattraktiver macht. Mithin hat also die Nullzinspolitik der Fed erheblichen Anteil an der Inflationierung der US-AktienmĂ€rkte, aber das Volumen der AktienrĂŒckkĂ€ufe dĂŒrfte perspektivisch fallen.

Gleichzeitig reduziert die US-Notenbank Fed ihre Bilanzsumme, sprich sie lĂ€ĂŸt gekaufte Anleihen auslaufen und kauft keine Neuen mehr. Damit fĂ€llt faktisch der jahrelang bedeutendste KĂ€ufer von US-Staatsanleihen weg – und das zu einem Zeitpunkt, in dem sich die Verschuldung der USA massiv erhöht. Diese Neuverschuldung wiederum erfolgt ĂŒber die Ausgabe von frischen Staatsanleihen, die die USA alleine in diesem Jahr im Volumen von 1,4 Billionen Dollar emittieren werden. In den Folgjahren erwartet das US-Finanzministerium, dass diese Summe von 1,4 Billionen jĂ€hrlich noch ĂŒbertroffen wird. Und wenn die Fed nicht mehr diese Anleihen kauft, muß sie jemand anders kaufen.

Wer kauft die US-Schulden?

Bekanntlich sind China und Japan die beiden grĂ¶ĂŸten auslĂ€ndischen Halter von US-Staatsanleihen – aber ihr Bestand an US-Staatsanleihen ist insgesamt leicht rĂŒcklĂ€ufig, besonders der Bestand Japans an US-Staatsanleihen (hier die aktuellen BestĂ€nde auslĂ€ndischer Halter):


(Grafik: wolfstreet.com; durch anklicken vergrĂ¶ĂŸern)

Da die AuslĂ€nder in der Summe ihre BestĂ€nde an US-Staatsanleihen nicht oder nicht wesentlich erhöhen, gleichzeitig aber das ausstehende Volumen an US-Staatsanleihen immer grĂ¶ĂŸer wird aufgrund der stetig steigenden Neuverschuldung, mĂŒssen also Amerikaner selbst in die Bresche springen, wenn auch die Fed nicht mehr kauft.

Insgesamt haben die USA ausstehende Staatsanleihen im Volumen von gut 15 Billionen Dollar. AuslĂ€nder halte davon ca. 40% (gut sechs Billionen), amerikanische Institutionen wie die Fed gut 15% (2,4 Billionen, Tendenz wegen der Bilanzreduzierung rĂŒcklĂ€ufig), und (nichtstaatliche) amerikanische Personen oder Firmen halten davon knapp ĂŒber 44% (ca. 6,8 Billionen). Letztere sind also faktisch der grĂ¶ĂŸte GlĂ€ubiger des US-Staates: Pensionsfonds, Anleihefonds, amerikanische Privatpersonen etc.

Wenn das Volumen an ausgebebenen US-Staatsanleihen aufgrund der immer höheren Verschuldung steigt, die Fed als KĂ€ufer aber ausfĂ€llt und die AuslĂ€nder ihren Bestand nicht erhöhen, mĂŒssen also die Amerikaner selbst diese Schulden kaufen. Aber Schulden kann nur kaufen, wer Geld „ĂŒbrig“ hat, wer also gespart hat und dieses gesparte Geld dann wiederum nutzt, um US-Schulden (im Gegenzug fĂŒr ein Renditeversprechen) zu kaufen.

 

Es ist der amerikanische Sparer, stupid!

Mithin brauchen die Amerikaner also Ersparnisse – und zwar immer mehr davon, wenn die Fed als KĂ€ufer ausfĂ€llt und die AuslĂ€nder ihre BestĂ€nde nicht erhöhen oder sogar reduzieren. Je mehr Ersparnisse der Amerikaner aber erforderlich sind, um die Neuverschuldung zu stemmen, umso weniger davon wird in die AktienmĂ€rkte fließen oder auf andere Weise (in die Wirtschaft) investiert werden. Das bedeutet: je höher die neue Verschuldung der USA, umso mehr Esparnisse der Amerikaner werden davon absorbiert, umso weniger davon wird in die AktienmĂ€rkte und in die US-Wirtschaft als Investition fließen. Beides ist eine geradezu ideale Grundlage fĂŒr eine Rezession!

Klar: China könnte massiv US-Staatsanleihen verkaufen, wird das aber wohl nicht tun, weil man sich damit selbst schadet (weil die Anleihen, die im Bestand verbleiben, dadurch an Wert verlieren). Es ist also vor allem der amerikanscihe Sparer, der jetzt die US-Schulden ĂŒber Pensionsfonds oder Anleihefonds kaufen muß – je mehr das aber der Fall ist, desto weniger Geld bleibt wiederum fĂŒr den Konsum ĂŒbrig. Und da die US-Wirtschaft zu 70% auf Binnenkonsum beruht, droht eben perspektivisch eine Rezession.

Faktisch finanzieren also durchschnittliche Amerikaner die Wunschvorstellungen Trumps nach dessen Motto: höher, schneller, weiter. Die Frage ist nur, wie lange der amerikanische Sparer sich das noch leisten kann..

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Anleihen

Weiterhin Flucht von Italien nach Deutschland: Auf 2 Jahre -0,63% Rendite – Berlin verdient mal eben 40 Mio Euro

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Deutschland hat heute versucht fĂŒr 4 Milliarden Euro zwei Jahre laufende Bundesschatzanweisungen zu verkaufen. Die Nachfrage hierfĂŒr lag nur bei einem Volumen von 3,72 Milliarden Euro. Somit hĂ€tte der Emittent eigentlich auf die Nachfrager zugehen mĂŒssen in Sachen Rendite. Aber aktuell lĂ€uft die Geldflucht der Anleger weiter von Italien Richtung Deutschland.

Heute zum Beispiel steigt die Rendite fĂŒr zweijĂ€hrige italienische Anleihen deutlich an um 19% gegenĂŒber gestern auf jetzt 0,657%. Die Rendite fĂŒr zweijĂ€hrige deutsche BundesschĂ€tze fĂ€llt heute am freien Markt um weitere 1,2% auf -0,658%. Was fĂŒr ein MissverhĂ€ltnis! Da hat es die Finanzagentur Deutschland leicht trotz mangelnder Nachfrage noch stĂ€rkere Negativrenditen am Markt durchzusetzen.

Nach der letzten offiziellen Emissionsrendite von vor vier Wochen bei -0,58% liegt die heutige Rendite bei -0,63%. Das heute real verkaufte Volumen liegt bei 3,22 Milliarden Euro, und nicht bei 4 oder 3,72 Milliarden Euro. Denn die Summe von 782 Millionen Euro floss in die sogenannte Marktpflegequote. Falls nĂ€mlich alle Investoren diese BundesschĂ€tze bis zum Laufzeitende in zwei Jahren im Depot belassen, gĂ€be es am freien Markt keine Handelbarkeit fĂŒr diese Anleihe – dafĂŒr sorgt dann der Emittent „Finanzagentur Deutschland GmbH“ mit diesen 782 Millionen Euro Volumen.

Bei 0,00% Zinsen lag der Verkaufskurs heute bei 101,26% (Anleihekurse notieren immer in Prozentpunkten). In zwei Jahren erhalten die Anleiheinhaber den Nominalwert von 100,00% zurĂŒck, zahlen aber heute 101,26%. Somit machen sie insgesamt einen Verlust, wodurch die Negativrendite entsteht. Der deutsche Staat nimmt per sofort also mehr Geld ein, als er in zwei Jahren zurĂŒckzahlen muss.

Bezogen auf nominal 3,22 Milliarden Euro hat man heute in Wirklichkeit 3,26 Milliarden Euro eingenommen. Die Differenz von 40,5 Millionen Euro verbleibt in der Staatskasse per sofort als Gewinn.


Das Bundesfinanzministerium in Berlin. Foto: Peter Kuley / Wikipedia (CC BY-SA 2.5)

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