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Anleihen

Emissionsrendite für zehnjährige deutsche Anleihen stürzt dramatisch ab!

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Deutschland hat heute zehn Jahre laufende Bundesanleihen emittiert. Diese Laufzeit und Deutschland als Gläubiger, das ist die mit weitem Abstand wichtigste Anleihe in ganz Europa, und neben den US-Treasuries so ziemlich die wichtigste der Welt. Zinswende in Euroland? Die Konjunkturwolken verfinstern sich, und steigende Zinsen sind nicht in Sicht.

Die institutionellen Anleger haben heute die neueste Emission der zehnjährigen deutschen Anleihen regelrecht gestürmt. Bei 3 Milliarden Euro Angebot lag die Nachfrage mit 6,01 Milliarden Euro doppelt so hoch. Das folgende Schaubild zeigt die eindeutige Entwicklung. Noch Anfang Januar lag die Emissionsrendite bei 0,29%, dann Ende Januar bei 0,20%, und jetzt Ende Februar bei nur noch 0,12%. Und das für 10 Jahre Laufzeit! Liebe Leute, was ist hier los?

Es ist wie überall im Leben. Wird das Angebot mit deutlich mehr Nachfrage überflutet, kann der Verkäufer den Preis bestimmen. In diesem Fall kann Deutschland als „Sicherer Hafen“ in Europa und auf der ganzen weiten Welt bestimmen, dass man deutlich weniger Zinsen zahlt. Also ist die Rendite für die wichtigste Anleihe in Euroland binnen sechs Wochen um unglaubliche 59% gesunken – also wie vorhin schon erwähnt von 0,29% auf 0,12%.

Das zeigt, dass von Zinswende am Anleihemarkt weit und breit nicht mal was in Sicht ist. Die gerade mit voller Wucht anrollende Konjunkturflaute in Euroland hat die Zinswende-Hoffnungen weggefegt. Und noch was: Bei 3 Milliarden Euro Angebot und 6 Milliarden Euro Nachfrage waren satte 4,05 Milliarden Euro auf der Nachfrage-Seite unlimitiert. Die Bieter waren also bereit jeden angebotenen Preis zu zahlen. Was für ein Schlaraffenland für Olaf Scholz.

Zwei Jahre laufende Anleihen mit fetter Negativrendite

Schon gestern hatte Deutschland eine neue zwei Jahre laufende Anleihe (Bundesschatzanweisung) verkauft. Hier zahlt der Anleger momentan immer kräftiger drauf mit einer Negativrendite von -0,54%. Der Anleger zahlt also effektiv 0,54% pro Jahr an Deutschland, damit er für zwei Jahre Geld an Deutschland ausleihen darf!

Und dem gestrigen Angebot über 5 Milliarden Euro stand eine Nachfrage von 6,38 Milliarden Euro gegenüber. Was für ein wahnsinniger Markt! Übrigens hat Deutschland (der Bundeshaushalt) nur mit dieser einzigen Transaktion gestern per sofort 44 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Zeche zahlt ironischer Weise der Bürger, der beispielsweise in Investmentfonds, Betriebsrentenkassen etc einzahlt. Die dort angelegten Gelder fließen zu großen Teilen in eben diese Anleihen, wo die Renditen ausbleiben oder sogar negativ sind!


Grafik: Finanzagentur Deutschland GmbH

Bundesfinanzministerium - heute Emission von Anleihen
Sitz des Bundesministeriums der Finanzen in Berlin. Foto: Peter Kuley CC BY-SA 2.5

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Prognostiker

    27. Februar 2019 14:35 at 14:35

    Könnte auch sein dass Aktien noch weniger interessant sind, ( CRV ) nach einer solchen Rally kurz vor einer sich anbahnenden Rezession. Übrigens auch Jamie Dimon redet von Rezession , könnte man vielleicht ernst nehmen, vor allem wenn sich solche Nummern auch entsprechend positionieren.

  2. Avatar

    Christoph

    27. Februar 2019 15:22 at 15:22

    Richtig smart wäre der Olaf, wenn er sich die nächsten Jahr mit Euros schön verschuldet (bei den Zinsen!) und hier die Infrastruktur in Schuss bringt, dann aus der Euro-Zone austreten -> neue starke eigene Währung + Euro verliert an Wert (gut für alle) -> alte Schulden in Euro mit der neuen Währung abbezahlen

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Anleihen

Crash: Anleihen sind die Gefahr, weniger die Aktienmärkte!

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen

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Börse extrem: Nach dem schnellsten Crash der Aktienmärkte in einen Bärenmarkt seit einem Jahrhundert in nur 16 Börsentagen – 1929 und 1987 dauerte dies deutlich länger -, gab es in der letzten Woche einen Anstieg des Dow Jones von 21 Prozent binnen drei Tagen. Eine Bärenmarktrally, wie es sie seit den 1930-er Jahren nicht mehr gegeben hat. Diesmal ist wirklich „alles anders“, der Einfluss von Covid-19 übersteigt alles, was es in Friedenszeiten für die globalisierte Wirtschaft in der modernen Wirtschaftsgeschichte gegeben hat.

Aber auch die Aussichten sind unsicherer denn je, denn niemand kann Dauer und Intensität der Krise seriös prognostizieren – und das gilt für beide Seiten. Die kommenden Wirtschaftsdaten werden im negativen Sinne alles toppen, was man in den letzten Rezessionen gesehen hat: Wirtschaftseinbrüche in einem Quartal, Anstieg der Arbeitslosigkeit, ein Niedergang aller Einkaufsmanagerindizes in Tiefen, die man noch nie gesehen hat, Verbrauchervertrauen, Konsum, und, und und! Gewissermaßen ein Crash an allen Fronten der Wirtschaft.

Deshalb sind Vergleiche mit der Vergangenheit relativ unsinnig, denn nicht einmal in Kriegszeiten wurde die Produktion von Gütern und das Wirtschaftsleben allgemein global so rasch nach unten gefahren.

Die Aktienmärkte haben mit Kursverlusten bis über 40 Prozent (Russel 2000) schon reagiert, aber ein großer Crash könnte bei den Anleihemärkten noch bevorstehen. Trotz heftigster Stützungsmaßnahmen der Notenbanken, in den USA wird das BBB-Risiko virulenter denn je.

Die weltweite Verschuldungssituation in Zeiten von Corona

Trotz der bereits avisierten Unterstützung der Weltwirtschaft mit circa 9 Billionen Dollar, bei einer Größe der globalen Ökonomie von zuletzt 86 Billionen Dollar, darf die Höhe der Gesamtschulden der Welt nicht außer Acht gelassen werden: 255 Billlionen Dollar, davon sind über 60 Billionen Schulden des Finanzsektors, über 66 Billionen Staatsschulden, über 75 Billionen Unternehmensschulden und mehr als 50 Billionen Privatschulden, so die Zahlen weit vor dem Ausbruch der Pandemie. Die Notenbanken haben ein Sicherheitskorsett aufgespannt, manche Regeln der Vergangenheit ausgehebelt (z.B. 33 Prozentregel der EZB für Anleihekäufe) und man steigt verstärkt in die Aufkäufe von Unternehmensanleihen ein. Aber reicht das aus?

In diesem Zusammenhang gibt es ein Risiko, welches noch einmal zu einem Einbruch an den Aktienmärkten führen könnte, dass vielzitierte BBB-Risiko.

Der taumelnde Markt für Unternehmensanleihen: Gefahr eines Crash

Die Verschuldung der US-Unternehmen ist zuletzt auf zehn Billionen Dollar gestiegen. Aus dem Finanzstabilisierungsbericht der Fed ging schon Ende 2018 hervor, dass bei dieser Verschuldung 6,2 Billionen Dollar auf Unternehmensanleihen entfielen und über 50 Prozent davon nur noch das letzte Investmentgrade-Rating von BBB besaßen. Die Weltfirma Ford wurde sogar auf Junk-Bond-Niveau herabgestuft. Damit tummelt man sich im Bereich der Ramschanleihen, die bereits über 1,25 Billionen Dollar ausmachen.

Ein nicht geringer Anteil der Anleihen, die noch mit BBB geratet sind, haben einen Verschuldungsgrad auf Junk-Bond-Niveau, was gerade im jetzigen Coronaumfeld dramatisch wird, sie müssten also eigentlich ihr Rating verlieren.

Es gibt bereits seit geraumer Zeit sehr viele Zombieunternehmen (> 12 Prozent). Unternehmen, für die es eigentlich keine allgemein gültige Definition gibt. Die häufigste lautet: Zombies sind Firmen, die über mindestens drei Jahre hinweg nicht in der Lage waren, ihre Zinslast aus dem Gewinn zu zahlen.

Papiere mit einer so geringen Qualität und so hoher Ausfallwahrscheinlichkeit, dass sie viele institutionelle Investoren aufgrund ihrer rechtlichen Vorschriften nicht kaufen dürfen. Oder, wenn Unternehmen aus dem BBB-Bereich absteigen, aus den Depots geworfen werden müssen. Wir werden also möglicherweise bald einen Crash bei diesen Unternehmensanleihen sehen.

In der letzten Woche zeigten es die Aufschläge der US-Untenehmensbonds deutlich: Trotz billionenschwerer Rettungspakete brodelt es am Markt für Unternehmensanleihen. Momentan haben wir bereits Zinsaufschläge im BBB-Bereich von 400 Basispunkten, im High-Yield- Bereich sind es bereits 1000 Basispunkte. Wer soll diese Papiere kaufen?

Dies betrifft gerade viele Unternehmensanleihen aus der hoch verschuldeten Schieferölindustrie. Damit ergibt sich folgende Fragestellung: Kann die US-Notenbank im taumelnden Junk-Bond-Bereich überhaupt unterstützend eingreifen? Wenn das nicht gelingt, sind das die Zutaten für einen weiteren Crash an den US-Aktienmärkten und aufgrund der Leitfunktion des S&P 500 der Anlass für globale Aktienmarktverluste.

Aber für die Entwicklung der Börsen gibt es ein noch wichtigeres Thema:

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Anleihen

EZB-Rettungsprogramm: Anleihe-Kauflimits gestrichen – das wird problematisch!

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Die EZB-Zentrale in Frankfurt

Die EZB hat mit ihrem neuen 750 Milliarden Euro schweren Anleihekaufprogramm namens „PEPP“ (Pandemic Emergency Purchase Programme) einiges an zusätzlichem Geld, was in den Markt gepumpt werden muss. Zur Nothilfe in der Coronavirus-Krise wird man also noch deutlich mehr am Anleihemarkt aufkaufen. Aber wie geht das? Denn die EZB hatte sich bislang selbst die Regel verpasst, dass man bei neuen Anleihe-Tranchen, die an den Markt kommen, maximal 33 Prozent selbst aufkauft. Und in manchen Fällen war man an die Nähe dieser Grenze gekommen. Mit dieser 33 Prozent-Grenze wollte man vermeiden, dass der Eindruck einer Staatsfinanzierung durch die EZB entsteht. Es sollte also pro Anleihe immer noch mehrheitlich private Besitzer geben, abseits der Notenbank. Aber nun hat die EZB laut aktuellen Berichten diese Begrenzung für das PEPP aufgehoben. Sie kann nun also deutlich mehr als 33 Prozent einer ausgegebenen Anleihe aufkaufen. Klar, irgendwie muss man ja das Geld unterbringen.

Also alles Eitel Sonnenschein? Nein, da entsteht ein ernsthaftes Problem! Denn es gibt ja vor allem in Deutschland massive Kritik an diesen Käufen der EZB. Hierzu gab es sogar Gerichtsverfahren am EuGH und beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe. Es ging um eine mutmaßliche Kompetenzüberschreitung der Notenbank. Der EuGH wies auf die Wichtigkeit der Kaufobergrenzen hin, und Karlsruhe wird noch ein Urteil fällen, ob die Käufe der EZB rechtens sind. Indem die EZB nun ihre eigenen Regeln aufweicht, sendet sie zwar ein erneutes „whatever it takes“-Signal an die Märkte. Aber den Kritikern der EZB schüttet man jetzt viel frisches Wasser auf die Mühlen. Handelt sie unkontrolliert, zügellos? Handelt es sich nun umso mehr um eine klare Staatsfinanzierung durch die Notenbank, was keinesfalls erlaubt ist? Aber hey, wen interessiert das derzeit schon? Werden auch die Gerichte alle drei Augen zudrücken, weil außer der EZB niemand den Laden am Laufen halten kann?

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Anleihen

Offiziell: Deutsche Anleihen-Agentur verkündet massive Schuldenausweitung

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Die Finanzagentur Deutschland GmbH ist das Vehikel, über welches der deutsche Staat die Ausgabe von Staatsanleihen aller Art abwickelt. Vor wenigen Minuten hat diese Agentur verkündet, dass die Schuldenaufnahme um 87 Milliarden Euro ausgeweitet wird. Aus heutiger Sicht werde sich das Emissionsvolumen der nominalverzinslichen Kapitalmarktinstrumente sowie der unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes im zweiten Halbjahr um ca. 87 Milliaden Euro erhöhen. In diesem Volumen seien Mittel enthalten, die der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zur Finanzierung ihres Sonderprogramms im Rahmen des Maßnahmenpakets des Bundes zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie zur Verfügung gestellt werden können. Hier weitere Ausführungen im Wortlaut von der Agentur:

Der Finanzierungsbedarf des Bundes wird sich im Jahr 2020 gegenüber der im Dezember 2019 veröffentlichten Jahresvorausschau erhöhen. Grund hierfür ist das weitreichende Maßnahmenpaket, das die Bundesregierung zur Bewältigung der Coronavirus-Pandemie heute auf den Weg gebracht hat. Der Bund passt daher seine Emissionsplanung für das Jahr 2020 an. Zudem werden ausstehende Bundesanleihen in den Eigenbestand des Bundes aufgestockt. Dies dient insbesondere der kurzfristigen Refinanzierung des Bundes über Repo-Geschäfte.

Die im zweiten Quartal beginnenden monatlichen Emissionen von Unverzinslichen Schatzanweisungen des Bundes (Bubills) mit 12-monatiger Laufzeit sollen im zweiten Halbjahr fortgesetzt werden.

Zudem sind weitere Aufstockungen in den Eigenbestand des Bundes zwecks kurzfristiger und flexibler Kapitalaufnahme insbesondere über Repo-Geschäfte möglich.

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