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Anleihen

Emissionsrendite für zehnjährige deutsche Anleihen stürzt dramatisch ab!

Claudio Kummerfeld

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Deutschland hat heute zehn Jahre laufende Bundesanleihen emittiert. Diese Laufzeit und Deutschland als Gläubiger, das ist die mit weitem Abstand wichtigste Anleihe in ganz Europa, und neben den US-Treasuries so ziemlich die wichtigste der Welt. Zinswende in Euroland? Die Konjunkturwolken verfinstern sich, und steigende Zinsen sind nicht in Sicht.

Die institutionellen Anleger haben heute die neueste Emission der zehnjährigen deutschen Anleihen regelrecht gestürmt. Bei 3 Milliarden Euro Angebot lag die Nachfrage mit 6,01 Milliarden Euro doppelt so hoch. Das folgende Schaubild zeigt die eindeutige Entwicklung. Noch Anfang Januar lag die Emissionsrendite bei 0,29%, dann Ende Januar bei 0,20%, und jetzt Ende Februar bei nur noch 0,12%. Und das für 10 Jahre Laufzeit! Liebe Leute, was ist hier los?

Es ist wie überall im Leben. Wird das Angebot mit deutlich mehr Nachfrage überflutet, kann der Verkäufer den Preis bestimmen. In diesem Fall kann Deutschland als „Sicherer Hafen“ in Europa und auf der ganzen weiten Welt bestimmen, dass man deutlich weniger Zinsen zahlt. Also ist die Rendite für die wichtigste Anleihe in Euroland binnen sechs Wochen um unglaubliche 59% gesunken – also wie vorhin schon erwähnt von 0,29% auf 0,12%.

Das zeigt, dass von Zinswende am Anleihemarkt weit und breit nicht mal was in Sicht ist. Die gerade mit voller Wucht anrollende Konjunkturflaute in Euroland hat die Zinswende-Hoffnungen weggefegt. Und noch was: Bei 3 Milliarden Euro Angebot und 6 Milliarden Euro Nachfrage waren satte 4,05 Milliarden Euro auf der Nachfrage-Seite unlimitiert. Die Bieter waren also bereit jeden angebotenen Preis zu zahlen. Was für ein Schlaraffenland für Olaf Scholz.

Zwei Jahre laufende Anleihen mit fetter Negativrendite

Schon gestern hatte Deutschland eine neue zwei Jahre laufende Anleihe (Bundesschatzanweisung) verkauft. Hier zahlt der Anleger momentan immer kräftiger drauf mit einer Negativrendite von -0,54%. Der Anleger zahlt also effektiv 0,54% pro Jahr an Deutschland, damit er für zwei Jahre Geld an Deutschland ausleihen darf!

Und dem gestrigen Angebot über 5 Milliarden Euro stand eine Nachfrage von 6,38 Milliarden Euro gegenüber. Was für ein wahnsinniger Markt! Übrigens hat Deutschland (der Bundeshaushalt) nur mit dieser einzigen Transaktion gestern per sofort 44 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Zeche zahlt ironischer Weise der Bürger, der beispielsweise in Investmentfonds, Betriebsrentenkassen etc einzahlt. Die dort angelegten Gelder fließen zu großen Teilen in eben diese Anleihen, wo die Renditen ausbleiben oder sogar negativ sind!


Grafik: Finanzagentur Deutschland GmbH

Bundesfinanzministerium - heute Emission von Anleihen
Sitz des Bundesministeriums der Finanzen in Berlin. Foto: Peter Kuley CC BY-SA 2.5

2 Kommentare

2 Comments

  1. Avatar

    Prognostiker

    27. Februar 2019 14:35 at 14:35

    Könnte auch sein dass Aktien noch weniger interessant sind, ( CRV ) nach einer solchen Rally kurz vor einer sich anbahnenden Rezession. Übrigens auch Jamie Dimon redet von Rezession , könnte man vielleicht ernst nehmen, vor allem wenn sich solche Nummern auch entsprechend positionieren.

  2. Avatar

    Christoph

    27. Februar 2019 15:22 at 15:22

    Richtig smart wäre der Olaf, wenn er sich die nächsten Jahr mit Euros schön verschuldet (bei den Zinsen!) und hier die Infrastruktur in Schuss bringt, dann aus der Euro-Zone austreten -> neue starke eigene Währung + Euro verliert an Wert (gut für alle) -> alte Schulden in Euro mit der neuen Währung abbezahlen

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Anleihen

Goldpreis vs Anleiherenditen: Eindeutiger Langfristvergleich

Claudio Kummerfeld

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Mehrere Gold-Barren

Der Goldpreis wird von vielen Faktoren beeinflusst. Da wäre zum Beispiel der US-Dollar, und natürlich das allgemeine Risk On/Risk Off-Szenario. Sind die Anleger bereit aufgrund diverser Faktoren mehr Risiko einzugehen, verkaufen sie Gold und kaufen Aktien, und umgekehrt. Je mehr die Notenbanken Geld drucken und je mehr die Staaten sich verschulden, desto wichtiger erscheint vielen Anlegern auf lange Sicht auch Gold als sicherer Fluchthafen vor Inflation, und der Goldpreis steigt.

Aber vor allem werden auch die Anleiherenditen als wichtiger Beeinflussungsfaktor für den Goldpreis herangezogen. Je mehr Rendite man für Staatsanleihen erhält, desto weniger attraktiv ist das zinslose Gold bei Anlegern. Schauen wir daher mal auf den folgenden Chart, ob man langfristig eine echte Verbindung zwischen Gold und Anleiherenditen erkennen kann. Hier sehen wir seit Anfang 2016 in blau den steigenden Goldpreis, der seitdem 69 Prozent zulegen konnte. Die in orange verlaufende Anleiherendite (für zehnjährige US-Staatsanleihen) ist seitdem um 46 Prozent gesunken (langfristig gesunkenes Zinsniveau). Man sieht eine klare negative Korrelation. Je tiefer die Anleiherenditen, desto besser für den Goldpreis. Das jüngste Ansteigen in der Rendite hat dem Goldpreis einige Schwierigkeiten bereitet, und seinen weiteren Anstieg erst einmal ausgebremst.

Chart zeigt Goldpreis gegen Anleiherenditen seit dem Jahr 2016

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Anleihen

Andre Stagge: Steigende US-Rendite, US-Wahl, Aktienmarkt – sein aktuelles Trading

Redaktion

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Der Experte Andre Stagge spekuliert aktuell auf die steigende Rendite für US-Staatsanleihen, und hat daher den Future für Staatsanleihen geshortet (Renditen und Kurse bewegen sich logischerweise immer exakt gegenläufig). Im folgenden brandaktuellen Video erklärt er die derzeitigen Zusammenhänge am Kapitalmarkt. Als da wäre die heutige Wichtigkeit der US-Wahl in Georgia und deren Folgewirkungen auf die US-Politik und die Kapitalmärkte. Auch geht es darum, dass steigende Aktienmärkte und steigende Anleiherenditen dauerhaft nicht parallel existieren können. Denn es ist, wie es ist. Deutlich höhere Renditen machen Anleihen attraktiver und sorgen eigentlich für einen Geldfluss raus aus Aktien.

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Anleihen

Hellmeyer, Halver, Leber und Co – optimistisch ins neues Jahr!

Claudio Kummerfeld

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Wie wird das Börsenjahr 2021 laufen, und wie werden einzelne Anlageklassen wie Aktien, Gold oder Anleihen performen? Dazu äußern sich im folgenden Video Folker Hellmeyer von Solvecon Investment, Robert Halver von der Baader Bank, Frank Fischer von Shareholder Management, Thomas Romig von Assenagon, Dr. Hendrik Leber von ACATIS und Johannes Hirsch von antea. Natürlich hat jeder der hier gezeigten Personen im Detail unterschiedliche Standpunkte. Aber wenn man das große Bild betrachtet, dann herrscht für den Aktienmarkt doch ein recht großer Optimismus. Klar, die Coronakrise scheint mit dem Impfungen ein Ende zu finden, und Joe Biden bringt Ruhe in die Kiste, nach vier chaotischen Trump-Jahren. Aber gelten „Experten“ mit ihren Jahresaussichten nicht oft als Kontra-Indikatoren? Aber gut, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Die Begründungen der Experten sind jedenfalls inhaltlich schlüssig und durchaus nachvollziehbar.

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