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Zeit für Fake News? Posse um Deutsche Bank durch die „Wirtschaftswoche“

Die Wirtschaftswoche verbreitet Fake News über die Deutsche Bank!

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Gestern kam schon der seltsame Bericht im „Handelsblatt“, wonach der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, den deutschen Auto-Chefs vorgeschlagen haben soll, die Zölle auf Autos zwischen der EU und den USA wechselseitig abzuschaffen. Das ist in etwa so realistisch, wie wenn Bundestrainer Löw den Bundesliga-Trainern vorschlagen würde, wo die nächste Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden wird – also faktisch in jeder Hinsicht absurd!

Der Handelsblatt-Bericht sorgte gleichwohl gestern für eine Rally weltweit an den Aktienmärkten – trotz des reichlich dünnen Fndaments für eben eine solche Rally aufgrund der himmelschreienden Absurdität der Story. Faktisch also „Fake News“.

Und wenn man in deutschen Medien schon einmal anfängt mit Fake News, dann sollte man nicht so schnell damit aufhören, hat sich wohl die „Wirtschaftswoche“ gedacht. Denn heute erschein dort ein Artikel mit dem Titel „Kanzlerin Merkel sorgt sich um die Deutsche Bank“. Dort heißt es, dass sich Kanzlerin Merkel ganz dolle Sorgen mache um den Zustand des wichtgisten deutschen Geldhauses. Nunja, Gründe für Sorgen gibt es im Hinblick auf die Deutsche Bank ja sicher nicht unberechtigt angesichts des beispiellosen Abstiegs der Bank. Aber viel wichtiger als die Sorge Merkels ist folgende Aussage im Wirtschafts-Woche-Artikel::

„Der niedrige Marktwert der Deutschen Bank von unter 20 Milliarden Euro habe die Konkurrenz auf den Plan gerufen, spekulieren Frankfurter Investmentbanker. Da Frankfurt nach dem Brexit an Bedeutung gewinnt, gäbe es bei der US-Investmentbank JP Morgan Gedankenspiele, möglicherweise bei der Deutschen Bank einzusteigen. Auch die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) soll Interesse haben. Die Deutsche Bank wollte dazu keinen Kommentar abgeben.“

Super, dachten sich da die geneigten Ivestoren, wenn mit JP Morgan der Platzhirsch der Wall Street-Banken bei der Deutschen Bank einsteigen will, weil die ja so ungeheuer günstig ist, dann sollte doch der Aktienkurs steigen. Und, oh Wunder, genau das tat der Aktienkurs der Deutschen Bank dann auch aufgrund des Berichts der Wirtschaftswoche – der Aktienkurs der Deutschen stieg zwischenzeitlich um gut 6%:


(Chart durch anklicken vergrößern)

Schöne Geschichte also – und jene Unerschütterlichen, die trotz allem nach wie vor in der Deutschen Bank investiert waren, hat das natürlich sehr gefreut. Nur hat die schöne Geschichte einen winzig kleinen Haken: sie stimmt einfach nicht! Denn JP Morgan hat klar dementiert, dass man Interesse an der Deutschen Bank habe! Ups..

Nunja, ob dann die noch erwähnte Commercial Bank of China (ICBC) wirklich Interesse hat, sei einmal dahin gestellt – vermutlich diente diese chinesische Bank einfach nur dazu, das weltweite Interesse an der Deutschen Bank zu suggerieren – aber mal sehen, ob von dieser Seite auch noch ein Dementi kommt (allerdings sind chinesische Banken nicht gerade Weltmeister in Sachen Kommunikation..).

Aber es kommt noch dicker! Die Wirtschaftswoche hatte geschrieben:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sorgt sich um die Deutsche Bank. Bei einem Treffen mit Ex-Bundesbankpräsident und UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber habe Merkel vergangenen Dienstag um eine Einschätzung zur Lage der Bank gebeten, heißt es in Kreisen der CDU-Landesregierung Nordrhein-Westfalens.“

Nun aber sagte Regierungssprecher Seibert vor wenigen Minuten:

„Die Berichtserstattung zu angeblichen Gesprächen der Bundeskanzlerin mit Herrn Weber haben wir mit Erstaunen zur Kenntnis genommen (..). Das ist rein spekulativ und kann nicht bestätigt werden“.

Bums – Höchsttrafe. Vielleicht könnte uns ja die Wirtschaftswoche einen Satzteil nennen, der irgendwie fundiert ist? Zeit für Fake News also – aber Nachrichten machen Kurse, und wenn sich was bewegt, sind ja alle irgendwie froh. Im übrigen wollen wir als Finanzmarktwelt.de nun ganz offiziell unser Kaufinteresse für die Deutsche Bank klar signalisieren – so günstig wie jetzt gibt es das ja nie wieder. Vielleicht könnte die Wirtschaftswoche einen Artikel darüber schreiben..?


Von Wiwo-online – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=40050329

8 Kommentare

8 Comments

  1. randyhofbeck

    6. Juli 2018 12:21 at 12:21

    hallo herr fugmann, ich möchte hiermit auch mein kaufinteresse an der deutschen bank kundtun. kaufpreis ist natürlich verhandlungssache ! können sie da,s zusammen mit ihrem kaufinteresse, an die wirtschaftswoche weiterleiten ?
    vielen dank. ( ironie aus )

    • Markus Fugmann

      6. Juli 2018 12:23 at 12:23

      @randy, gebe ich sofort an die Wirtschaftswoche weiter! Wenn wir uns zusammentun, kämen da bestimmt 10,50 Euro zusammen – und bei diesem Preis können die Deutsche Bank und ihre Aktionäre gar nicht nein sagen!!!

      • randyhofbeck

        6. Juli 2018 12:27 at 12:27

        naja, an 20 – 30 euro investment hatte ich schon gedacht …
        …schönes we an alle !

  2. randyhofbeck

    6. Juli 2018 12:26 at 12:26

    noch was unwichtiges: bevor der schweinsgesichtige präsidentenversuch der usa die bühne im weissen haus erklomm und „FAKE NEWS“ etablierte, gab es bei uns den begriff falschmeldung oder zeitungs-ente.
    allein aus respektlosigkeit gegenüber dem orangengesicht sollten wir unsere begriffe verwenden!

  3. Kopfkuchen

    6. Juli 2018 13:46 at 13:46

    Hallo „Fuggi“ ;), erstmal herzlichen Dank generell für die erfrischenden Berichte mit der sympathischen und unterhaltsamen Prise an Sarkasmus. Ich schätze Ihren Service sehr und wollte mich n dieser Stelle einfach nur nochmal bedanken. Ohne Ihre fundierten Infos wäre ich womöglich noch ferngesteuerten in der „Börsen-Matrix“ ;). Ein schönes Wochenende.Viele Grüße auch an Herrn Born Andre

    P.S.: Eine App von euch fände ich super.

    • Markus Fugmann

      6. Juli 2018 14:06 at 14:06

      @Kopfkuchen, herzlichen Dank für Ihre Worte! Es lebe die Börsen-Matrix! 🙂
      Überlegen das schon, mit einer App, es gibt da noch eine Schwierigkeit, die wir noch lösen müssen..
      Ebenfalls ein schönes Wochenende!

  4. Kopfkuchen

    6. Juli 2018 14:25 at 14:25

    :)) Schön, dass Sie so schnell antworten und sehr cool, dass Sie eine App planen, juhu! Ich freue mich schon drauf.

    Haha, es lebe die Börsen-Matrix :)))

    VG Andre

  5. frank

    6. Juli 2018 15:34 at 15:34

    wie wäre es mit folgendem Szenario: Deutsche Bank geht pleite und löst eine neue Finanzkrise aus…

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Deutsche Bank mit Bad Bank? Eher eine Sinnestäuschung

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Die Deutsche Bank plant eine Bad Bank. So schreibt es die Financial Times, und so übernehmen es auch aktuell zahlreiche Medien. Die Deutsche Bank selbst hat dazu noch keine offizielle Stellungnahme abgegeben. Bankchef Sewing soll angeblich im Juli dazu etwas sagen. Aber worum geht es hier wirklich?

Wäre dies wirklich eine Bad Bank? Hauptsächlich sollen lang laufende Derivate in diese Sondereinheit der Bank umgebucht werden. Warum gerade Derivate? Nun, die scheinen offenbar wenig ertragreich für die Deutsche Bank zu sein. Und noch wichtiger: Durch neue Regulierungen in den letzten Jahren sind die Kapitalanforderungen für Hochrisiko-Positionen gestiegen, und von daher verlangen sie nach mehr Kapitalunterlegung. Also will die Bank wenig profitable und einengende Assets los werden?

Wirklich eine „Bad Bank“ für die Deutsche Bank?

Tja, doch was macht eine Bad Bank? Sie ist eigentlich dafür da, dass eine kurz vor dem Kollaps stehende Bank Schrott auslagert, damit zukünftig eine gesunde Kernbank weiter arbeiten kann. Und damit das Konstrukt überhaupt arbeiten kann, muss der Staat in die Bad Bank einsteigen und mit Steuergeldern die kaputten Vermögenswerte aus der gesunden Bank heraus kaufen (hier ein gutes Beispiel von der HSH Nordbank). Aber es ist kaum vorstellbar, dass der deutsche Staat Geld bereit stellt, nur damit die Deutsche Bank ihre Profitabilität und Kapitalbasis ein klein wenig aufhübschen kann.

Tja, den Namen Bad Bank hat die FT ins Spiel gebracht, und nicht die Deutsche Bank selbst. Man sollte es wohl eher so bezeichnen. Die Deutsche Bank wird wohl (wenn der Bericht stimmt) Derivate in eine gesonderte Geschäftseinheit umbuchen, wo sie im Laufe der Jahre abgewickelt werden. Man kann sie noch so oft in externe Gesellschaften umbuchen. Solange keine externen Gelder fließen, bleibt es ein hausinternes Problem für die Deutsche Bank.

Oder sollen externe Profi-Investoren für Werte unter dem offiziellen Marktwert die Derivate aus der DB herauskaufen? Dann hätte die DB ja Verluste hinzunehmen. Also, egal wie man es dreht und wendet. Solange die Bank nicht gerade vor dem totalen Kollaps steht, ist das bevorstehende Konstrukt wohl eher eine Ausgliederung in eine hausinterne gesonderte Geschäftseinheit, damit ungeliebte Assets optisch klarer vom zukünftigen Kerngeschäft getrennt und abgewickelt werden können. Aber eine „Bad Bank“ im klassischen Sinne wird dies wohl kaum sein.

Ob das der Bank wirklich weiter hilft? Es wäre wohl für die hausinternen Abläufe eine gewisse optische Hilfe, weil klar ersichtlich ist, welches Geschäft nur noch verwaltet und abgewickelt wird, und welches weiter aktiv betrieben wird.

Deutsche Bank
Die Deutsche Bank-Zentrale in Frankfurt. Foto: Thomas Wolf (Der Wolf im Wald) CC BY-SA 3.0

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Lufthansa mit Gewinnwarnung – Aktie -7%

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Die Lufthansa-Aktie notiert aktuell vorbörslich mit -7%. Das liegt an der gestern veröffentlichten Gewinnwarnung. Der operative Gewinn für 2019 solle statt bisher 2,4-3,0 jetzt bei 2,0-2,4 Milliarden Euro liegen. Gravierend: Offenbar ist der Preisdruck bei den Billigfliegern so stark, dass die Lufthansa-Billigtochter Eurowings kräftig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Hier die Lufthansa im Wortlaut:

Der Preisverfall im Europaverkehr, der durch marktweite Überkapazitäten und aggressiv wachsende Billigkonkurrenten ausgelöst wurde, übt Druck auf die Durchschnittserlöse auf der Kurzstrecke aus. Der Konzern passt deshalb seinen Finanzausblick für das Jahr 2019 an. Die Netzwerk Airlines werden im Jahr 2019 voraussichtlich eine Adjusted EBIT1 Marge zwischen 7 und 9 Prozent erreichen. Bei Eurowings geht der Konzern von einer Adjusted EBIT Marge zwischen -4 und -6 Prozent aus. Unter der Annahme eines Umsatzwachstums im niedrigen einstelligen Prozentbereich wird die Adjusted EBIT Marge des Konzerns damit zwischen 5,5 und 6,5 Prozent liegen. Dies entspricht voraussichtlich einem Adjusted EBIT für den Konzern zwischen 2,0 und 2,4 Milliarden Euro. Der Konzern wird außerdem wegen einer Änderung der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs im Zwischenbericht zum 30. Juni 2019 eine Rückstellung für ein steuerrechtliches Risiko in Höhe von 340 Millionen Euro bilden.

Lufthansa
Foto: Lufthansa AG

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Giovanni Cicivelli: Vorschau auf Euro, Pfund, Lufthansa uvm

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An dieser Stelle biete ich nur eine kurze Vorschau auf Trades im Euro, Pfund, Lufthansa uvm. Habt ihr meinen täglichen Service noch nicht abonniert? Es ist völlig kostenfrei! Bitte einfach beim Klick an dieser Stelle anmelden.

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