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Zinshoffnung versus Rezessionssorgen: Die finale Auseinandersetzung am Ende eines langen Konjunkturzyklus

Wieder einmal ereignet sich etwas Ungewöhnliches an den Aktienmärkten. Die Kurse schießen in die Höhe, aufgrund der noch relativ vagen Aussicht auf Zinssenkungen durch die Fed. Was sind die Ursachen?

 

Die Droge des billigen Geldes

Zuerst: Der gestrige Tag ist wieder einmal ein Beweis für meine x-fach geäußerte These, dass der monetäre Faktor der wichtigste an der Börse ist – das billige Geld übertüncht schlechte Konjunkturdaten. Einbrüche geschehen zumeist bei Zins- und Inflationssteigerungen. Viel Dramatischeres sahen wir bereits Ende Dezember, nach Powells 180-Grad-Wende.

Momentan kommt hinzu, dass viele Vermögensverwalter ihre Aktienquote stark reduziert haben, viele ihre Depots abgesichert haben und … Resultat ist die immer wiederkehrende Short Squeeze.

Aber da wir uns in einer weltweit sich abschwächenden Konjunkturphase befinden, in einem sich ständig eskalierenden Zollstreit (Trump wird nach den gestrigen Kursanstiegen erst recht in seiner Politik bestärkt), dürfte es nicht lange dauern, bis wieder Zweifel aufkommen.

 

Wie viele Pfeile sind noch im Köcher der Notenbanken?

Klar hat die Fed noch einen gewissen Spielraum bei ihren möglichen Zinssenkungen in den kommenden Quartalen, von 2,25 -2,50% in den aktuellen Fed Funds Rate ist schon noch ein Stück nach unten. Wenngleich die Zinssätze vor den letzten Wirtschaftseinbrüchen 2000 und 2007 bei 7,50 bzw. 6,25 Prozent schon viel mehr zinspolitischen Spielraum boten. Und was haben erst die anderen großen Notenbanken EZB und Bank of Japan für Spielräume mit ihren Nullzinsen? Selbst Australien hat mit aktuell 1,25 Prozent nicht mehr viel Luft nach unten. Die Notenbanken werden ihre alte Strategie wieder auspacken, nur das Waffenarsenal im Zinskampf ist deutlich geschrumpft.

Deshalb heißt für mich die Devise für die nächsten Wochen: Zinshoffnung versus Rezessionssorgen!

Damit kommt Leben in die Märkte, technisch Volatilität genannt.



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