Die US-Staatsverschuldung beträgt aktuell 38,9 Billionen Dollar, so zeigen es die Daten des US-Finanzministeriums. Kurz vor der Finanzkrise 2008 waren es „nur“ 9 Billionen Dollar, und vor Ausbruch der Coronakrise 23,2 Billionen Dollar. Egal welcher Präsident, egal wie die Wirtschaft läuft – die US-Staatsschulden steigen immer stärker an. Ist irgendwann ein Punkt erreicht, wo die Belastung untragbar wird, und die US-Regierung mit kreativen Mitteln versuchen könnte, die laufende Zinslast massiv abzusenken? Das wäre eigentlich schon die Staatspleite, wenn Investoren die zugesagten Zinszahlungen nicht mehr oder nur noch teilweise erhalten würden. Ein Mega-Investor der Wall Street mit Expertise für den US-Anleihemarkt stellt aktuell ein Szenario auf für eine US-Regierung, die zukünftig keinen anderen Ausweg mehr sehen könnte, als Zinszahlungen zu senken.
US-Staatsschulden: Zinslast dramatisch angestiegen
Man muss sehen: Die annualisierte Zinszahlung der US-Regierung auf ihre Staatsschulden liegt jetzt bereits bei 1,2 Billionen Dollar (siehe folgende Grafik). Kurz vor der Coronakrise waren es noch 544 Milliarden Dollar. Selbst in einem Umfeld sinkender Fed-Zinsen und sinkenden Marktzinsen stünde die US-Regierung vor dem strukturellen Problem: Die schiere Größe des immer weiter wachsenden Schuldenbergs erhöht die Zinslast immer weiter. Also muss man aus den Steuereinnahmen jedes Jahr immer mehr Geld abzweigen für den Schuldendienst. Für eigentliche Aufgaben wie Brücken, Straßen, Schulen, Militär, Sozialleistungen uvm bleibt immer weniger übrig. Dies ist übrigens ein Phänomen, das auch in Deutschland dank Sondervermögen und Aufrüstung auf Pump nun immer stärker wirksam werden dürfte, wenn auch in weitaus kleinerer Dimension!
Gundlach über Extremszenario einer US-Schuldenrestrukturierung
Jeffrey Gundlach, dessen Firma DoubleLine Capital fast 100 Milliarden Dollar in festverzinslichen und anderen Anlagen verwaltet, warnt seit einiger Zeit vor einer Abrechnung mit den US-Staatsschulden. Er richtet einige seiner Fonds auf das Extremszenario aus, dass die US-Regierung ihre Schulden als Reaktion auf eine mögliche künftige Rezession umstrukturieren könnte.
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In einem Interview mit Bloomberg TV sagt Gundlach aktuell, die USA könnten sich eines Tages dafür entscheiden, höher verzinste Staatsanleihen von Gläubigern gegen Papiere mit niedrigeren Zinszahlungen über die gesamte Laufzeitenkurve auszutauschen. Ein solches Szenario sei allerdings unwahrscheinlich.
Um einem solchen Schritt zuvorzukommen, hat Gundlach in einigen Portfolios, darunter im Flaggschiff-Fonds, höher verzinste Treasuries durch die jeweils am niedrigsten verzinsten Papiere derselben Laufzeit ersetzt. Seine Sorge ist, dass die US-Regierung in dem Versuch, ihre Zinszahlungen während einer schweren Konjunkturabschwächung zu senken, einseitig die Kupons auf alle ausstehenden Schulden reduzieren könnte. Als Beispiel nannte er eine mögliche Senkung der Kupons von 4 % auf 1 %, ohne die Laufzeit der Schulden zu verändern. Dies sei “der ultimative Weg, das Problem immer weiter aufzuschieben.”
Als weltweit größter Markt für Staatsanleihen wäre eine US-Schuldenrestrukturierung ein finanzielles Beben mit Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft. Technische Zahlungsausfälle wurden zwar zeitweise im Zusammenhang mit Haushaltssperren in den USA diskutiert. Was Gundlach im Sinn hat, stellt jedoch eine extreme Form der Restrukturierung dar.
“Ich denke, was sie stattdessen tun werden, ist, wenn möglich, eine Umstrukturierung bei den bestehenden Gläubigern,” sagte er. Sollte die Regierung so vorgehen, würden die Anleihekurse einbrechen, und die Regierung “dürfte dann über Generationen hinweg keine Kredite mehr aufnehmen, was eine Lösung für unsere Schuldenabhängigkeit wäre,” fügte er hinzu.
“Ich sage nicht, dass die Wahrscheinlichkeit bei 30% liegt,” so Gundlach. “Aber was ist, wenn sie sagen: ‘Wissen Sie was? Unsere Zinskosten liegen jetzt bei 3 Billionen Dollar. Wir hatten eine Rezession. Die Zinsen sind gestiegen. Wir geben jetzt 30-jährige Anleihen zu 6 % aus. Wir können uns das nicht leisten. Wir gehen hier unter.’”
FMW/Bloomberg
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Würde mal sagen es gibt noch eine andere Möglichkeit.
Dollar Abwertung durch ein riesiges QE.
Der Dollar scheint schon länger erheblich überbewertet.
Ja und? Viele US-Bürger sind ohnehin schon ausserhalb des idiotischen Arbeitsmarktes und des Systems unterwegs. Diese Zinsen sind quasi uninteressant. Warum sollte man seine Lebenszeit mit solchen Dingen verschwenden? Fällt sowieso, genauso wie unser Fiat-Permanent-Krisen Blödsinn.
Na und…? Da hat er wohl die FED vergessen….? Die kann doch unbegrenzt Staatsanleihen kaufen ..siehe Japan die Bank of Japan…!
Gegenüber Gold hat der japanische Yen um den Faktor 50 …seit der Jahrtausendwende abgewertet…das heißt Sie müssen in Japan heute den fünfzigfachen Preis gegenüber 99/00 zahlen…weil Gold eben nicht beliebig vermehrbar ist…!
Der Yen ist Konfetti…! Und beim Dollar ist es auch bald soweit…!
Wenn die amerikanische Notenbank jetzt schon wieder anfängt Staatsanleihen zu kaufen …obwohl die Märkte auf All Time High stehen …obwohl der Nasdaq 100 fast die 30 000 erreicht…obwohl die gesamte Marktkapitalisierung mit knapp 75 Billionen US-Dollar täglich neue Rekorde erreicht…was macht sie dann erst wenn Krise ist….?