Anleihen

Zinstief in Euroland: Österreich mit niedrigster Anleiherendite aller Zeiten!

Die niedrigste Anleiherendite aller Zeiten? Eigentlich müsste man sagen „größte Negativrendite“. In Österreich geht´s derzeit richtig ab. Die Schuldenagentur, die für den österreichischen Staat die Schulden managt, schlägt derzeit richtig zu. Klar, fallende Zinsen, satte Negativrenditen. Da macht man doch gerne neue Schulden. Besonders clever ist es da natürlich möglichst lang laufende Schulden aufzunehmen.

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Gestern hat Österreich eine bereits existierende 100 Jahre laufende Staatsanleihe aufgestockt. Man verkaufte weitere 1,25 Milliarden Euro an Schulden, somit liegt das Volumen bei dieser Laufzeit nun bei insgesamt 5,8 Milliarden Euro. Satte (Satire) 1,17% Anleiherendite erhält der Anleger, wenn er dem Land 100 Jahre lang sein Geld leiht.

Aber das war noch nicht alles. Gestern am späten Abend verkaufte Österreich auch Schulden mit fünf Jahren Laufzeit. Angeboten wurde ein Volumen von 3,25 Milliarden Euro. Die Emissionsrendite lag bei -0,435% (hier die Detailübersicht). Ja, der österreichische Staat verdient also pro Jahr 0,435% an diesem Schulden-Verkauf. Damit ist man als Schuldner ähnlich gut angesehen wie Deutschland (hier ein Beispiel).

Der Chef der österreichischen Schuldenagentur Markus Stix spricht in diesem Zusammenhang laut Berichten vom „niedrigsten Zinssatz in der Geschichte der Republik Österreich“. Im Zusammenhang mit der Rendite der 100jährigen Anleihe spricht er von „unglaublichen Zuständen“. Und ja, so meinen wir… 1,17% Rendite für 100 Jahre Laufzeit, das ist unglaublich. Aber dank Mario Draghi und der sich rapide verschlechternden Konjunktur ist das die Realität.

Der Zins als Gradmesser für Bonität, Zahlungsschwierigkeiten, Insolvenzangst und Marktbereinigung existiert in diesem Sinne derzeit überhaupt nicht mehr, so möchten wir es ausdrücken. Übrigens: Markus Stix erwähnt auch, dass nach der letzten EZB-Sitzung klar geworden sei, dass die Zinsen noch weiter nach unten gehen würden. Die institutionellen Investoren, die auf steigende Anleihekurse setzen, machen also auch mit österreichischen Papieren weiter gutes Geld.

Sinkende Renditen bedeuten automatisch steigende Anleihekurse! Im „Standard“ wird in einem interessanten Artikel zu diesem Thema aktuell die Frage aufgeworfen, ob Österreich sich nun in diesem Zinsumfeld alles leisten könnte (hier den Artikel lesen). Also, soll Wien nun kräftig Schulden machen und Investitionen tätigen?



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