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Zinswende: Steht der Dax jetzt vor der großen Korrektur?

Steht der Dax jetzt vor der großen Korrektur? Zinswende EZB

Die Angst vor der Zinswende hat den Dax vor dem Wochenende erneut auf Talfahrt geschickt. Neu entfachte Zinssorgen nach der jüngsten EZB-Sitzung waren diesmal der Auslöser für den Ausverkauf. Aber es ist nicht nur die Zinsangst, die den Anlegern Sorgen bereitet. Die Liste der aktuellen Unsicherheiten ist lang. Neben der bevorstehenden Zinswende sind es weiterhin die Themen Omikron-Ausbreitung, Ukraine-Konflikt, Lieferkettenprobleme sowie die Energiekrise, die Unsicherheit verbreiten.

In erster Linie sind es aber die Zinssorgen, die auf die Stimmung an den Märkten drücken. Dazu hat die EZB am Donnerstag mit ihren hawkischen Aussagen beigetragen. Die Aktienmärkte sind zum Teil extrem hoch bewertet. Dies betrifft zwar primär die US-Indizes, aber auch Titel aus dem Dax sind davon betroffen. Steigende Zinsen führen jedoch dazu, dass die künftigen Gewinne aus heutiger Sicht weniger wert sind. Die Unternehmen müssen also aufgrund des sich verändernden Marktumfelds neu bewertet werden. Vor diesem Hintergrund haben Marktteilnehmer zuletzt verstärkt Gewinne mitgenommen bzw. rotierten von hoch bewerteten Wachstumstiteln hin zu günstigeren Value-Aktien.

Dax: Zinswende hält Anleger weiterhin in Atem

Die anstehende Zinswende belastet zunehmend auch den Dax. Es droht sogar das Ende der Geldflut. Die US-Notenbank Fed wird in diesem Jahr die Zinsen mehrmals anheben, auch die EZB schließt das nicht mehr aus. Der monetäre Klimawandel läutet somit an den Finanzmärkten eine neue Phase ein. Aufgrund der ausufernden Inflation bleibt den Notenbanken nichts anderes übrig, als zu reagieren. Demnach könnte die Phase von Null- oder sogar Negativzinsen samt Wertpapierkäufen dem Ende zu neigen. Dadurch dass die bisher sehr zögerliche agierende EZB in der vergangenen Woche verkündet hat, dass man erste Zinsschritte im Jahresverlauf nicht mehr ausschließt, hat sich die Stimmung der Dax-Anleger weiter eingetrübt.

Ob es tatsächlich schon bald zu ersten Zinsschritten im Euroraum kommt, hängt ganz von der Inflationsentwicklung ab. Die EZB hat angekündigt, erst im März, wenn die Datenlage aussagekräftiger ist, mögliche Maßnahmen zu beschließen. Für Händler bedeutet das also, die Inflationsentwicklung bis dahin im Blick zu behalten. Am kommenden Donnerstag werden die Verbraucherpreise für den Januar in den USA veröffentlicht, diese könnten neue Hinweise liefern. Viele Indikatoren deuten darauf hin, dass wir in naher Zukunft keine großen Rückgänge der Inflation erwarten können. Allein schon die Entwicklung der Energiepreise hält die Inflatoinsrate hoch, allein schon der Blick auf die steigenden Öl- und Gaspreise lässt kurzfristig nichts Gutes vermuten.

Charttechnik: Droht die Auflösung der Range?

Seit Wochen pendelt der Dax in einer großen Range zwischen 15.000 und 16.000 Punkten auf und ab. Immer wieder kommt es dabei zu Turbulenzen und ausgeprägten Bewegungen in beide Richtungen. Jetzt sind wir mal wieder am unteren Ende der Spanne angelangt. Sehen wir diesmal den Durchbruch auf der Unterseite?

Nach dem Ausverkauf im Januar haben wir erneut eine technisch starke Erholung bis zum 61,8% Retracement gesehen. An dem 61er Retracement kommt es häufig zu Richtungsentscheidungen. Hier entscheidet sich, ob der vorherige Abwärtstrend wieder aufgenommen oder ein Durchmarsch zu den vorherigen Hochs vollzogen wird. Im jüngsten Fall kam es hier zu umfangreichen Gewinnmitnahmen. Darauf hin fiel der Kurs zurück bis in die markante Unterstützungszone zwischen 15.100 und 14.820 Punkten. Die Zone konnte in den vergangenen Monaten immer wieder Käufer anlocken, auch am Freitag haben wir dort erneut eine Reaktion gesehen. Wir können also von einer Demand-Zone sprechen, die nach wie vor valide ist. Solange die Zone hält, sieht es für die Dax-Bullen gar nicht schlecht aus. Dann wären Kursanstiege bis 15.500, 15.730 und 15.920 Punkte möglich.

Bisher fehlt es dem Dax jedoch an neuen Impulsen, um sich von dort wieder nach oben abzusetzen. Im kurzfristigen Zeitfenster (H1-Chart) spielt der Bereich bei 15.060 Punkten eine entscheidende Rolle. Sehen wir einen nachhaltigen Bruch der lokalen Tiefs, dann könnte sich die Abwärtstrendstruktur ausweiten. Der Verkaufsdruck dürfte deutlich zunehmen. Die Bären könnten den Dax dann in Richtung der unteren Spanne der Demand-Zone bei 14.840/800 Punkten drücken. Bei einem Rückgang unter die markanten Tiefs bei 14.837 und 14.818 Punkten hätten schließlich die Bären ganz klar die Oberhand. Ein erstes technisches Ziel liegt dann im Bereich von circa 14.500 Punkten. Allerdings muss dort noch nicht Schluss sein, auch eine Korrektur bis in den Bereich bei 14.135 Zählern wäre denkbar.

Dax: Löst sich die Range nach unten auf?

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