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Zinswende: Warum für Technologieaktien keine Besserung in Sicht ist

Zinswende: Warum für Technologieaktien keine Besserung in Sicht ist

Steigende Zinsen schütteln die Technologieaktien augenblicklich durch. Die Auswirkungen sehen wir zum Beispiel beim ARK Innovation ETF oder im Nasdaq. Es gibt natürlich auch Ausnahmen wie Apple, Amazon und Alphabet, die sich immun gegen die vielen Belastungsfaktoren zeigen. Hier spielt allerdings die Preissetzungsmacht der Weltkonzerne eine große Rolle. Trotz steigender Produzentenpreise und einer anziehenden Inflation, gelingt es den Dickschiffen weiterhin ihre Margen aufrechtzuerhalten, noch. Das Gros der Technologieaktien im Nasdaq leidet währenddessen unter der Trendwende der US-Notenbank, den Lieferkettenproblemen und rasant steigenden Zinsen.

Es sind in erster Linie die nicht-profitablen-Techunternehmen, die mitten in einem Bärenmarkt stecken. In der beigefügten Grafik von Holger Zschäpitz zeigt sich die dramatische Entwicklung im vergangenen Jahr. Der Absturz der Technologieaktien begann demnach schon vor der angekündigten geldpolitischen Trendwende der Fed, wurde aber dadurch nochmal deutlich verschärft. Der Blick auf den ARK Innovation ETF untermauert ebenfalls die katastrophale Entwicklung. Die Grafik zeigt einen ähnlichen Kursverlauf, wie vor und nach dem Platzen der Dotcom-Blase.

Keine gute Zeit für Technologieaktien

Die Aussicht auf aggressive Zinserhöhungen in den USA bei einer gleichzeitigen Abkühlung der Weltwirtschaft stellen für die Aktienmärkte und insbesondere für Technologieaktien eine äußerst ungünstige Gemengelage dar. Bei der gestrigen Frühjahrstagung von Weltbank und IWF hat Fed-Chef Powell eine Anhebung des Leitzinses um 50 Basispunkte bei der nächsten Fed-Sitzung im Mai fast schon angekündigt. Aufgrund der falkenhaften Aussagen diverser Fed-Mitglieder halten Analysten bei den kommenden Fed-Sitzungen sogar eine Anhebung um 75 Basispunkte für denkbar.

In der Folge zogen die US-Zinsen deutlich an. Gleichzeitig kam es dabei zu einem erneuten Kurseinbruch im Nasdaq. Es sind aber nicht nur Technologieaktien im amerikanischen Technologieindex betroffen. Nach den Aussagen von Powell gaben in Asien die Technologieaktien nach, die ebenfalls von steigenden US-Zinserwartungen gedrückt wurden. Hier setzte der Hang Seng Index seine Talfahrt fort. Sehr schwach präsentierten sich außerdem der Nikkei-225 in Tokio und der Kospi in Südkorea. Seit der eingeleiteten Zinswende im November letzten Jahres haben sich die Anleiherenditen und die Technologieaktien bzw. -indizes konträr entwickelt, siehe Grafik.

Entwicklung Renditen - Technologieaktien seit Zinswende im November (Zinsen, Nasdaq)

Steigende Zinsen: Kurzfristig bleibt die Gemengelage schwierig

Die kommenden Monate dürften für Technologieaktien angesichts der steigenden Zinsen weiterhin schwierig bleiben. Der Beginn der Zinswende ist gerade erst erfolgt und niemand kann abschätzen, wie zügig und stark die Notenbanken die Zinsen anheben, um die ausufernde Inflation zu bekämpfen. Die 10-jährige US-Anleiherendite hat bereits an der Marke von 3 Prozent gekratzt. Steigende Zinsen sind vor allem Gift für nicht-profitable Technologieaktien, belasten aber auch den Gesamtmarkt.

Wenn die Fed im Mai auch noch die Bilanzreduzierung einleitet, entzieht sie den Aktienmärkten ihr wichtigstes Gut – die Liquidität. Für Anleger mit einem kurz- beziehungsweise mittelfristigen Investitionshorizont sind das zunächst keine guten Perspektiven. Aber es kommen auch wieder andere Zeiten. Sobald der Inflations-Peak erreicht ist und die Notenbaken den Straffungskurs verlassen, dürfte es zu starken Erholungsrallys im Nasdaq und bei Technologieaktien kommen. Jede Krise birgt auch immer eine Chance.

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