In der neuen Handelswoche richten die Anleger am deutschen Aktienmarkt ihren Fokus besonders auf den 9. Juli. An diesem Tag endet die Verhandlungsfrist von US-Präsident Trump für neue Handelsabkommen. Dieser Termin könnte den DAX und die globalen Aktienmärkte erheblich beeinflussen. Sollte es bis dahin zu keinen weiteren Einigungen kommen, drohen der exportorientierten deutschen Wirtschaft sowie allen anderen Ländern – mit Ausnahme von Großbritannien, China und Vietnam – empfindliche Zölle seitens der US-Regierung. Die Märkte scheinen zwar nicht mehr mit einem Ausverkauf wie Anfang April zu rechnen, eine Belastung für die Aktienmärkte dürfte es aber allemal sein. Zwar zeigte die EU zuletzt Bereitschaft, einen Basiszoll von zehn Prozent zu akzeptieren, doch eine umfassende Einigung konnte bisher nicht erzielt werden.
Die Unsicherheit über die Zollpolitik schlägt sich auch in der Stimmung an den Aktienmärkten nieder. Dem DAX gelang es zuletzt nicht, die sowohl psychologisch als auch charttechnisch wichtige Marke von 24.000 Punkten zurückzuerobern. Eine größere Korrektur blieb jedoch bislang aus, da die Anleger darauf setzen, dass Trump Eskalationen oft mit Rückziehern kombiniert – dieses Muster ist an den Börsen als „TACO” bekannt: Trump always chicken out. Bereits zum Ende der Vorwoche gerieten die Aktienmärkte etwas unter Druck, nachdem Trump Zollbriefe an die Handelspartner angekündigt hatte. Diese sollen Zölle von 10 bis 20 Prozent, in einigen Fällen sogar von 60 bis 70 Prozent, enthalten. Da die US-Aktienmärkte am Freitag feiertagsbedingt geschlossen blieben, bleibt abzuwarten, wie sie am Montag reagieren werden.
Aktienmarkt im Sommerloch
Im ersten Halbjahr legte der DAX um rund 20 Prozent zu, doch derzeit fehlen neue Impulse. Eine Korrektur nach dem starken Anstieg wäre demnach nichts Ungewöhnliches. Das sogenannte Sommerloch wäre prädestiniert für eine längere Konsolidierung. Aus charttechnischer Sicht droht dem Leitindex eine sommerliche Kursschwäche, wenn es ihm nicht bald gelingt, die Marke von 24.000 Punkten zu überwinden. Ein nachhaltiger Ausbruch darüber dürfte ihn hingegen wieder in Richtung des Allzeithochs führen.
Neben dem Zollthema bleibt die Agenda der neuen Woche überschaubar. Industrie- und Handelsdaten aus Deutschland sowie Inflationszahlen stehen im Fokus. Zudem dürfte die US-Notenbank Fed in ihrem Sitzungsprotokoll die Risiken des Zollstreits erneut thematisieren – ein weiteres Zeichen, dass die Aktienmärkte vorerst im Bann der Zölle bleiben.
DAX im neutralen Bereich
Long: Solange sich der DAX über dem 50-Tage-Durchschnitt bei 23.632 Punkten sowie über der SMA200 bei 23.741 Punkten hält, könnte er seinen Anstieg ausweiten. Erste Hürden wartet jedoch bereits im Bereich von 23.865/875 Punkten. Ein Ausbruch darüber könnte ihn wieder zum wegweisenden Widerstand zwischen 23.965 und 24.005 Punkten führen. Doch erst ein nachhaltiger Anstieg darüber würde die Lage im kurzen Zeitfenster aufhellen. Dann könnte er die nächste richtungsentscheidende Marke bei 24.150 ins Visier nehmen.
Short: Scheitert der DAX jedoch an der Hürde von 23.865/875 Punkten, drohen erneut Rücksetzer bis zu den Durchschnittslinien. Auf der Unterseite steht vor allem die Unterstützung bei 23.630 im Fokus. Denn erst ein Rutsch darunter würde weiteres Abwärtspotenzial in Richtung von 23.480 freisetzen. Solange der Index diese Zone verteidigt, geht die Tendenz eher nach oben. Unterhalb von 23.630 Punkten liegen die nächsten potenziellen Anlaufpunkte bei 23.565 sowie 23.481 Punkten.

Dax-Chart von TradingView
DAX Unterstützungen:
23.787 – Schlusskurs 04.07.
23.741 – SMA200
23.702 – Tagestief 04.07.
23.671 – Tagestief 01.07.
23.630 – Make-or-Break / SMA20 daily
23.620 – Tagestief 02.07.
23.525 – Horizontale
23.481 – Horizontale
DAX Widerstände:
23.865/875 – Horizontale
23.868 – Tageshoch 04.07.
23.960 – Horizontale
24.000 – Psycho-Marke
24.112 – Zwichenhoch
24.147 – Horizontale
24.250 – Horizontale
24.479 – Rekordhoch
Die hier angewandte fundamentale und technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.
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Das Wirksamwerden der Zölle ist doch von Mr. TACO schon wieder auf den 1. August verschoben worden. Der 09. Juli treibt keinen „Investor“ auch nur irgendwie um. Das ist nur das Datum zum Absenden der dümmlichen Zoll-Briefe (Datum des Poststempels gilt, hrhrhr). Die Kurse werden nicht nachgeben. Zinssenungen der FED gab es auch keine, wo doch Wohl und Wehe des Aktienuniversums angeblich von 3 Zinssenkungen in 2024 abhing… sonst Weltuntergang. Nix ist passiert ausser 20% + bei den Indices.
@karlm, der 09.Juli war der Deadline für die Verhandlungen – aber eben nicht für das sofortige Inkrafttreten der neuen Zoll-Sätze! In der Regel beginnen Änderungen bei Zöllen immer am Monatsanfang!
Sehr geehrter Herr (Markus) Fugmann, mit Interesse nehme ich zur Kenntnis, daß die BRICS-Staaten, welche sich ja zur Zeit in Brasilien treffen, feststellen, daß die Zoll-Politik des 47. US-Präsidenten Donald John Trump mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) nicht kompatibel sei./Quelle: tagesschau-Fernsehtext.
Leider ist der Graph heute wieder sehr schlecht aufgelöst. Man kann die Zahlen nicht erkennen. Man kann ihn nicht mal separat öffnen. Ich weiß nicht, wo da das Problem bei euch ist. Mal ist er gestochen scharf, mal kann man nicht eine einzige Zahl erkennen. Puuhhh….. :-(