Laut Donald Trump sind „Zölle“ sein Lieblingswort. Nichts liebt er mehr. Die US-Staatskasse erhält jede Menge Zusatzeinnahmen, und ausländische Hersteller kommen dann auch in Scharen in die USA, und schaffen viele tolle Arbeitsplätze. So stellt sich Trump das vor. Die Realität sieht aber ganz anders aus. Die Einschläge kommen deutlich näher, wie man aktuell bei einer Meldung zur Wirtschaftsleistung in Kanada sehen kann, und bei einer Milliarden-Warnung des amerikanischen Top-Konzerns Caterpillar.
Trumps Zölle: Das wird so nichts
Was Trump überhaupt nicht schmeckte: Goldman Sachs, die Top-Adresse der Wall Street, wies vor Kurzem darauf hin, dass Trumps Zölle bisher fast gar nicht an den Endverbraucher in den USA weitergereicht wurden, was sich aber in Kürze ändern soll. Dadurch würden die Preise für die Verbraucher deutlich steigen. So eine Analyse – das passt Trump gar nicht ins Konzept – so dass er sogar den Rücktritt von Goldman´s Chefvolkswirt Hatzius forderte. Heute sehen wir neue Daten zum Handelsbilanzdefizit der USA. Mit -103,6 Milliarden Dollar im Juli erreichte man den zweit schlechtesten Wert in der Geschichte! Daran sieht man, dass Trumps Zölle nicht wirken.
Caterpillar warnt vor Milliardenschäden
Eigentlich sollten doch US-Unternehmen die großen Gewinner sein in Folge von Trumps Handelskrieg? Heute aber warnt der größte US-Hersteller von Baumaschinen Caterpillar, eine der industriellen Ikonen der USA. Caterpillar warnt laut Bloomberg seine Investoren, dass die Zölle nun voraussichtlich noch größere Auswirkungen auf das Geschäft haben werden und das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 1,8 Milliarden US-Dollar kosten könnten.
„Während das Unternehmen weiterhin erste Maßnahmen zur Milderung dieser Auswirkungen ergreift, sind die Handels- und Zollverhandlungen weiterhin in Bewegung“, erklärte der US-Hersteller gestern in einer behördlichen Erklärung. Die Caterpillar-Aktien fallen heute 3,4 %. Das Unternehmen ist einer der weltweit größten Hersteller von Maschinen für den Bergbau und das Bauwesen. Die Zölle haben bereits die Ergebnisse von Caterpillar für das zweite Quartal beeinträchtigt, wobei die Kosten am oberen Ende der im April veröffentlichten Schätzungen lagen.
Caterpillar rechnet nun mit Nettoauswirkungen der in diesem Jahr eingeführten zusätzlichen Zölle in Höhe von 1,5 bis 1,8 Milliarden Dollar – darunter 500 bis 600 Millionen Dollar im dritten Quartal. Der Jahresbereich liegt über der Prognose des Unternehmens vom 5. August von 1,3 bis 1,5 Milliarden US-Dollar, die bis zu 500 Millionen US-Dollar für das aktuelle Quartal beinhaltete.
Der Hauptgrund für die Korrektur der Prognose sind die Zölle gemäß Section 232 auf Stahl und Aluminium, erklärte Kyle Menges, Analyst bei Citigroup, in einer Forschungsnotiz. Caterpillar geht davon aus, dass die bereinigte operative Marge für das Gesamtjahr am unteren Ende der Zielspanne liegen wird, obwohl die revidierte Zollschätzung voraussichtlich keinen Einfluss auf die im August abgegebene Prognose des Unternehmens für Umsatz und Ertrag haben wird.
„Obwohl die Zollbelastungen weiterhin eine Herausforderung darstellen, schätzen wir den proaktiven Ansatz, der Caterpillar wahrscheinlich in eine bessere Position versetzt als andere Unternehmen, die länger brauchen, um Aktualisierungen vorzulegen“, schrieben die Analysten von Baird Equity Research in einer Mitteilung an ihre Kunden.
Kanada-BIP sinkt spürbar
Was man schon seit Monaten sieht: Trumps aggressives Verhalten Mexiko und Kanada gegenüber hat zu einer massiven Kampagne geführt, wonach kanadische Konsumenten US-Konsumprodukte in großem Umfang meiden, deutlich weniger in die USA reisen etc. Ein deutlicher Schaden für die US-Volkswirtschaft. Dieser Zorn dürfte sich ausweiten, jetzt wo Trumps Zölle auch in harten Zahlen einschlagen: Die kanadische Wirtschaft schrumpfte zum ersten Mal seit fast zwei Jahren, da der Handelskrieg mit den USA die Exporte und Unternehmensinvestitionen stark beeinträchtigt! Kanadas Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal um annualisiert 1,6 %, wie Statistics Canada heute laut Bloomberg berichtete. Das ist der größte Rückgang seit der Covid-19-Pandemie und die erste Schrumpfung seit fast zwei Jahren.
Dies entspricht zwar in etwa den Prognosen der Bank of Canada, ist aber schlechter als in einer Bloomberg-Umfrage unter Ökonomen erwartet, die einen Rückgang von 0,7 % prognostiziert hatten. Die Exporte gingen auf Jahresbasis um 27 % zurück, da die US-Zölle auf kanadische Waren die Auslandslieferungen des Landes zum Erliegen brachten. Damit wurde der vorübergehende Aufschwung der Handelsaktivitäten im ersten Quartal, der durch die Versuche der Spediteure, den Zollmaßnahmen von Präsident Donald Trump zuvorzukommen, ausgelöst worden war, mehr als zunichte gemacht. Die Importe gingen um 5,1 % zurück.
Die Unternehmensinvestitionen gingen um 10,1 % zurück, nachdem sie im ersten Quartal nur um 1,1 % gestiegen waren, was den zunehmenden Pessimismus der kanadischen Unternehmen angesichts der unsicheren und ständigen Änderungen der US-Zölle und -Politik unterstreicht. Die Daten spiegeln die schweren Schäden wider, die durch den Handelskrieg verursacht wurden, der Anfang 2025 begann, als Trump mit Zöllen auf Importe vieler kanadischer Produkte, darunter Stahl, Aluminium, Autos und andere Waren, drohte und diese dann auch einführte. Die USA sind Kanadas größter Handelspartner.
Mit etwa 5 % bis 7 % gehört der effektive Zollsatz, den die USA auf Importe kanadischer Waren erheben, nach wie vor zu den niedrigsten weltweit. Dies ist auf eine Ausnahmeregelung für Waren zurückzuführen, die im Rahmen des US-Mexiko-Kanada-Abkommens, dem Handelsvertrag zwischen den nordamerikanischen Staaten, die Grenze überqueren.
FMW/Bloomberg
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Die Manager von Caterpillar waren seinerzeit die Ersten… mit einer Gewinnwarnung…Anfang ..September 2000 kurz nach dem „Labour Day“…in den USA…
Es folgten Intel, Microsoft, Apple und Coca Cola…anschließend noch 3 M und Mc Donalds…
Zwischendurch hatten noch GM und GE Gewinneinbrüche prognostiziert…
Damit beendete die Börse einen fast 18 jährigen Aufwärtstrend…..der seinerzeit so eindrucksvoll im Oktober 82 gestartet war….
Jetzt stehen wir wieder vor einer Trendwende…einem „Point of No Return“ ..an der Börse!
Diesmal ist alles anders..? Ja sicher…die Fallhöhe ist heute viermal so hoch…!
Insofern ist diesmal wirklich alles anders ! Ganz anders..!
erstaunlich – es ist also nicht egal, dass mal je nach trump-laune 15 – 50% eines produktpreises entweder beim produzenten, verkäufer oder käufer „gefunden“ werden muß?
das sind erst die ganz frühen anfänge des chaos, das noch folgen wird, wenn sich die effekte in ihren auswirkungen unvorhersagbar durchs system fressen.
Der Unterschied zu den 30er Jahren ist, dass den US-Zöllen noch keine Nachahmer gefolgt sind. Damals gingen überall die Zölle hoch und der Welthandel stoppte. Übrigens, wir wir gestern lernen konnten, ist Frankreich immer noch dagegen, dass die EU mit dem Mercosur ein Handelsabkommen schließt. Die französischen Bauern sind kompromisslos. In den kommenden Tagen steht auch ein Generalstreik an und dann natürlich das Ende der französischen Regierung. Ist vielleicht ein positives Zeichen, dass es den Leuten nicht schlecht geht. Wir sind ja auch erst bei 3 Mio Arbeitslosen. Ich schätze bei zB 5 Mio wäre in Berlin mehr Reformeifer zu sehen.