Der Goldpreis bleibt weiter auf hohem Niveau, gestützt von wachsenden Sorgen über die weltweite Handelspolitik. Nach neuen Ankündigungen von US-Präsident Donald Trump, Zölle von 35 Prozent auf Importe aus Kanada sowie pauschale Abgaben von 15 bis 20 Prozent gegen zahlreiche Handelspartner zu erheben, setzen viele Investoren auf Gold als sicheren Hafen. Die zunehmenden Spannungen im Welthandel befeuern damit erneut die Nachfrage nach dem Edelmetall.
Goldpreis steigt: Neue Trump-Zölle stützen
Nach einem zweitägigen Anstieg hat der Goldpreis am Freitag seinen jüngsten Anstieg fortgesetzt. Gold kletterte um bis zu 0,5% auf 3.343 USD, nachdem es am Mittwoch noch auf 3.282 USD gefallen war. Zuvor hatte das Edelmetall am Mittwoch und Donnerstag leichte Zugewinne verzeichnet, die den Wochenverlust teilweise ausgleichen konnten. Im Fokus der Investoren stehen dabei die erneuten Zollandrohungen von US-Präsident Donald Trump sowie der weitere Kurs der US-Geldpolitik.
Die Nervosität an den Märkten bleibt hoch: Trump hat in dieser Woche eine Reihe länderspezifischer Zölle angekündigt, darunter Strafmaßnahmen gegen Japan, Brasilien und zuletzt Kanada, und deren Inkrafttreten auf den 1. August festgesetzt. Hinzu kommt ein geplanter massiver Importzoll auf Kupfer. Am Donnerstagabend drohte er zudem, die aktuellen pauschalen Zölle von derzeit 10 % – beispielsweise gegen die EU – auf 15 bis 20 % zu erhöhen. Der Zollbrief an die EU soll laut Trump heute verschickt werden.
Zinspolitik der Fed bleibt unklar
Neben den handelspolitischen Risiken richten Anleger ihren Blick ebenfalls auf die US-Notenbank Fed. Auch wenn die Leitzinsen im bisherigen Jahresverlauf unverändert geblieben sind, mehren sich innerhalb der Fed unterschiedliche Einschätzungen über den weiteren Zinspfad. So erklärte Mary Daly, Präsidentin der Federal Reserve Bank von San Francisco, sie rechne weiterhin mit zwei Zinssenkungen in der zweiten Jahreshälfte. Gleichzeitig sieht sie die Möglichkeit, dass die Preiswirkungen durch Trumps Zölle geringer ausfallen könnten als bislang befürchtet. Ein solches Szenario könnte dem Goldpreis Auftrieb verleihen, da es von niedrigeren Zinsen profitieren würde.
Laut dem FedWatch Tool preisen die Märkte eine Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent dafür ein, dass die Fed die nächste Zinssenkung im September verkündet. Zudem erwarten sie ebenfalls zwei Zinssenkungen bis zum Jahresende.
Gold-Rally stockt
Seit Jahresbeginn konnte der Goldpreis mehr als 25 % zulegen und erreichte im April mit bei rund 3.500 US-Dollar je Unze ein Rekordhoch. Die anhaltende Unsicherheit rund um Trumps erratische Handelspolitik bleibt dabei ein wichtiger Treiber der Nachfrage – ebenso wie geopolitische Spannungen und Käufe durch Zentralbanken weltweit. Viele Anleger sehen Gold weiterhin als sicheren Hafen, sollte sich das globale wirtschaftliche Umfeld weiter eintrüben.
Aus charttechnischer Perspektive wirkt der Goldpreis derzeit noch unentschlossen. Zwar konnte er am Donnerstag den für den kurzfristigen Trend wichtigen 50-Tage-Durchschnitt zurückerobern. Es fehlen jedoch die Impulse, um die markante Widerstandszone zwischen 3.345 und 3.360 USD zu durchbrechen. Seinen kurzfristigen Abwärtstrend konnte er allerdings mit einem Ausbruch aus einer potenziellen Bullenflagge beenden. Damit die Gold-Rally wieder an Fahrt gewinnt, müsste der Goldpreis jedoch nachhaltig über 3.360 USD ausbrechen. Der folgende Gold-Chart von TradingView zeigt die derzeit verzwickte technische Situation.
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Mir will nicht so richtig einleuchten warum Zölle sich auf den Goldpreis auswirken sollten, außer wenn Gold bezollt werden würde.
Es geht ja auch mehr um die Spannungen im Welthandel und die zunehmende Unsicherheit für Inflation, Wirtschaft und Aktienmärkte, die mit den hohen Zöllen einhergehen, die Gold als sicheren Hafen attraktiver machen. Eine Zollerhöhung gegenüber Kanada, hat natürlich keine direkte Auswirkung auf Gold, aber das hat ja auch keiner gesagt/geschrieben.
Das stimmt. Es kursieren generell viele Berichte in ähnlicher Art auf vielen Webseiten. Und was auf den ersten Gendanken logisch klingt, wage ich doch zu hinterfragen.
Der sichere Hafen ist ein sehr gutes Argument. Doch hat sich weder der Krieg in Nahost, noch das Zollhickhack bissher so ausgewirkt, dass ich dem eine Signifikanz unterstellen würde. Das finde ebonso sonderbar.
Zur anstehenden zollbedingten Inflation will ich anmerken, dass diese angebotsbasierend sein wird. Da die Fed mit Zinssenkungen deshalb warten wird, wirkt sich das eher einschränkend auf die Geldmenge die in Konkurrenz zu begrenzten Gütern wie Edelmetallen steht.
Nichtsdestotrotz reicht die anstehende Neuverschuldung eigentlich schon als schweres Argument.