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Zölle – Verschiebung als raffinierter Schachzug oder aus Not?

Warum hat Trump einen wichtigen Teil der Zölle verschoben?

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Warum hat Trump einen wichtigen Teil der Zölle verschoben? Erst gestern hatte ich in einem Artikel die These vertreten, dass China sich auf einen längeren Handelsstreit einrichtet und eher auf Wachstum verzichtet, als den Drohungen Trumps nachzugeben. Daher ist es durchaus glaubhaft, was in den chinesischen Medien zu lesen ist, nämlich, dass der Anruf über die Fortsetzung der Handelsgespräche aus den USA kam. Damit wird deutlich, wer kurzfristig eigentlich dringender auf eine Verbesserung der Lage angewiesen ist.

Zölle – Der Hintergrund für die Terminverschiebung

Betrachtet man die Aufzählung der Güter, die einen Aufschub in ihrer Bezollung erfahren haben – Mobiltelefone, Laptops, Spielstationen, Spielzeug, Schuhe, Bekleidung u.w. – so ist unschwer zu erkennen, worauf die Ausnahmeregeln abzielen!

 

Die Verbraucher sollen im Weihnachtsgeschäft vor höheren Preisen durch Zölle geschützt werden

Die Festlegung der Verschiebung einiger Zölle auf den 15. Dezember bedeutet, dass zum einen das große Geschäft logistisch zum Jahresende gelaufen ist und es zum anderen den so wichtigen Konsum noch einmal einen richtigen Push im vierten Quartal versetzen könnte.
In Erwartung von steigenden Preisen werden sich viele Händler mit Waren eindecken und Käufer die (noch) niedrigen Preise zu eine Art Hamsterkauf animieren. In der Summe ein kleines (temporäres) Komjunkturprogramm für Walmart und Co.

Anscheinend hat auch die Lobbyarbeit der Tech-Konzerne gefruchtet, die in geballter Form in Schrift und Ton auf das US-Wirtschaftsministerium eingewirkt haben – immer mit dem Hinweis auf mögliche Verluste amerikanischer Arbeitsplätze.

Die Regelung der neuen Bezollung riecht sehr nach Steven Mnuchin, dem geistigen Vater der Steuerreform, der in seiner langen Karriere als Banker und Hedgefondsmanager wirtschaftliche Auswirkungen wie kein anderer im Kabinett Donald Trumps erkennen kann. Er scheint auch der große „Einflüsterer“ zu sein, der Trump im entscheidenden Moment von emotionalen Überreaktionen abhält. Was der Schönredner im Wirtschaftsteam, Larry Kudlow, in einem Interview auch so bestätigt hat.

Alarmsignale von den Börsen

Der amerikanischen Regierung dürfte nicht entgangen sein, wie heftig die globalen Wirtschaftsaussichten in den letzten Tagen nach unten revidiert wurden, immer mit einem Hinweis auf die Eskalation im Handelsstreit. In den USA selbst gingen Sektoren wie Einzelhandelsaktien, der Transportindex, der Russel 2000 und vor allem Bankaktien in die Knie. Fast täglich fallende Kurse seit Anfang August, dabei waren es noch über zweieinhalb Wochen hin bis zur möglichen Implementierung der neuen Zollregeln. Zu einer Jahreszeit, die signifikant zur Börsenschwäche neigt, allein schon wegen geringerer Umsätze auch ohne die internationale Zuspitzung. Einbrechende Anleihezinssätze, inverse Zinskurven, es brannte an verschiedenen Ecken und die Beschwörung einer robusten US-Konjunktur auf Dekaden-Hoch war schon mehr als unglaubwürdig.

 

Fazit

Im Nachhinein klingt es fast ein bisschen schlüssig, was gestern Nachmittag verkündet wurde, obwohl ich nirgendwo gehört oder gelesen habe, dass dies irgendjemand explizit erwartet hätte. Man hatte sich eher weggeduckt und versucht sich abzusichern, in Cash oder in Gold auszuweichend oder die Sache in der Hoffnung auf die Fed aussitzend.

Wie könnte es jetzt weitergehen? Sollte sich die Erholung an den Aktienmärkten fortsetzen, wird sich der Tweet-König bestimmt bald wieder äußern, denn die gestern so virulente Erklärung, dass Trump einen Deal nötiger hat als Xi Jinping, wird den Präsidenten gewaltig ärgern. Dessen bin ich mir ziemlich sicher. Deshalb könnte es bald wieder volatil werden, mit einigen vorgezogenen Herbststürmen.

 

Die Verschiebung der Zölle zielt auf das US-Weihnachtsgeschäft

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Finanznews

Dax & Co: Abverkauf – aber Erholung am Super-Donnerstag? Videoausblick

Markus Fugmann

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Der Dax gestern mit dem größten Verlust seit März, die Indizes an der Wall Street mehr als drei Prozent im Minus. Treiber des Abverkaufs vor allem beim Dax war der „differenzierte Lockdown“. Was aber passiert heute, am „Super-Donnerstag“? Denn heute stehen nicht nur wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda (US-BIP, US-Ertsanträge), sondern auch die Zahlen der vier Tech-Giganten Apple, Amazon, Alphabet und Facebook mit einer Marktkapitalisierung von mehr als fünf Billionen Dollar. Dazu dann noch die EZB-Sitzung (von der allerdings heute nur Verbal-Rhetorik zu erwarten ist). So oder so: was wir derzeit sehen unmittelbar vor der US-Wahl ist ziemlich unegwöhnlich – hat Trump gestern gewissermaßen die Wahl verloren?

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DAX daily: Dax-Absturz – Fortsetzung oder folgt die Gegenbewegung?

Stefan Jäger

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Die nächste Ausverkaufswelle hat den Dax im gestrigen Handel massiv getroffen. Aus der anfänglichen Nervosität hat sich mittlerweile eine erste Panik entwickelt. Infolgedessen fiel der Dax wie ein Stein und musste erneut kräftige Verluste von über 4 % hinnehmen. Im Handelsverlauf rutschte der Index bis auf ein Tagestief bei 11.457 ab, damit notiert er wieder auf dem Niveau von Ende Mai. Das Tageshoch lag zuvor noch bei 11.852 Punkten. Den Handelstag hat der deutsche Leitindex schließlich mit einem Abschlag von 503 Punkten (-4,17 %) bei 11.560 beendet. Seit dem September-Hoch bei 13.460 bis zum gestrigen Tief ging es somit schon 2.000 Punkte (ca. 15%) abwärts.

Im Tageschart hat der Dax gestern das 38,2 % Retracement (11.474) der gesamten Erholung vom März-Tief zum September-Hoch erreicht. Dieser Bereich könnte den Abverkauf abfedern, wodurch die Möglichkeit einer Stabilisierung im Dax besteht. Nachdem der Index in den letzten Tagen wie ein Stein gefallen ist, wäre es nicht untypisch, wenn sich eine Zwischenerholung einstellt. Das ist aber kein Muss, es kann auch noch weiter runter gehen. Eine entscheidende Rolle spielen die Quartalszahlen der FAANG-Aktien, die heute nachbörslich veröffentlicht werden.

News und fundamentale Daten

Es hatte sich in den letzten Tagen bereits abgezeichnet, dass Frau Merkel und die Länder-Chefs weitere Restriktionen einführen könnten. Am Mittwochnachmittag bestätigten sich letztendlich die Befürchtungen der Anleger, denn der Bund beschließt einen Lockdown (light), der ab dem 2. November in Kraft tritt. Dadurch dürften sich die Wirtschaftsdaten und die Geschäftsaussichten in manchen Branchen deutlich eintrüben. Folglich wird das in die Dax-Kurse eingepreist.

Heute gibt es die volle Palette an Konjunkturdaten und Bilanzberichten. Los geht es um 9:55 Uhr mit der Veränderung der Arbeitslosigkeit und der Arbeitslosenquote in Deutschland. Danach folgt um 13:30 Uhr die mit Spannung erwartete Vorabschätzung des US-Bruttoinlandsprodukts für das dritte Quartal. Um 13:45 Uhr veröffentlicht die EZB dann die Zinsentscheidung sowie den geldpolitischen Begleittext. Anschließend findet um 14:30 Uhr die Pressekonferenz der EZB statt. Insbesondere gilt die Pressekonferenz als ein Trading-Event und kann für Bewegung im Dax und an den Märkten sorgen. Zuvor erscheint um 14:00 Uhr auch noch der Verbraucherpreisindex aus Deutschland.

Wenn es einen Peak in der Berichtssaison gibt, dann ist dieser heute erreicht. Bevor die vier Tech-Giganten Amazon, Apple, Facebook und Alphabet nachbörslich ihre Zahlen vorlegen, sehen wir zuvor noch diverse Bilanzen deutscher Unternehmen. Zum einen erscheinen die Zahlen der Dax-Unternehmen Volkswagen, Fresenius, Fresenius Medical Care und MTU Aero Engines. Zudem noch von Unternehmen aus der zweiten Reihe wie Airbus, Symrise, Kion, Nemetschek, Wacker Chemie usw.

Die wichtigen Marken für den Handelstag im Dax

Nachdem der Dax diese Woche schon über 1.000 Punkte am Stück gefallen ist, könnte sich heute ein Boden bilden und eine Erholung einsetzen. Ungefähr eine Stunde vor Börseneröffnung notiert der Dax nahe seines gestrigen Schlusskurses bei 11.575. Über der 11.610 steigt die Wahrscheinlichkeit für eine Erholung. Ein Rücksetzer bis 11.571 mit einem anschließenden Anstieg wäre auch noch eine Möglichkeit. Kann sich der Dax nachhaltig über der 11.610 halten, dann ergeben sich Ziele bei 11.650, 11.770, 11.852.

Unterschreitet der Index jedoch die 11.571 mit Momentum, dann könnte es wieder in Richtung des gestrigen Tagestiefs bei 11.457 gehen. Ein unterschreiten der 11.457 wäre ein Sell-Trigger und würde tiefere Kurse mit sich bringen. Folglich könnte sich noch eine Abwärtswelle anschließen. Daraus ergeben sich Ziele auf der Unterseite bei 11.391, 11.340 und 11.220. Es wäre auch möglich, dass der Kurs zwischen 11.650 und 11.500 erst einmal hin und her pendelt, bevor es zu einer Richtungsentscheidung kommt.

DAX daily: Tagesausblick 29.10. - M15-Chart - Erholung oder weiter abwärts?

Heutige Pivot Punkte (PP):

12.155 – Pivot Punkt R2

11.843 – Pivot Punkt R1

11.649 – Pivot Punkt

11.337 – Pivot Punkt S1

11.143 – Pivot Punkt S2

Dax Unterstützungen (US):

11.474 – 38,2 % Retracement (8.256 – 13.460)

11.457 – Tagestief 28.10.

11.391 – Gap vom 25.05.

11.340 – Ziel der 1.000-Punkte-Range

11.220 – 100 % Ziel SKS (Hoch 13.460; Nackenlinie 12.340)

Dax Widerstände (WS):

11.650 – 23,6 % Retracement (12.279)

11.770 – 38,2 % Retracement (12.279)

11.852 – Tageshoch 28.10.

11.960 – 61,8 % Retracement (12.279)

Disclaimer

Die hier angewandte technische Analyse stellt keine Anlageberatung dar. Es handelt sich auch nicht um Kauf- oder Verkaufsempfehlungen von Wertpapieren und sonstige Finanzinstrumenten. Die Wertentwicklung der Vergangenheit bietet keine Gewähr für künftige Ergebnisse. Die bereitgestellten Analysen sind ausschließlich zur Information bestimmt und können eine individuelle Anlageberatung nicht ersetzen. Eine Haftung für mittelbare und unmittelbare Folgen aus diesen Vorschlägen ist somit ausgeschlossen.

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Finanznews

Dax: Herber Abverkauf – aber Rettung naht! Marktgeflüster (Video)

Markus Fugmann

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Der Dax heute mit dem stärksten Abverkauf seit März, aber auch die Wall Street heute stark unter Druck: Zur völligen Überraschung der Aktienmärkte kommt nun die zweite Corona-Welle in Europa, zunehmend aber auch in den USA mit voller Wucht und vor allem neuen Lockdown-Maßnahmen. Mit eben diesen neuen Maßnahmen aber steigt der Druck auf die Notenbanken (morgen EZB-Sitzung) zur Rettung. Und je tiefer die Aktienmärkte fallen, desto größer wird der Handlungsdruck. Dennoch: der Dax ist auch im europäischen Vergleich besonders schwach und hat nun 12% von seinem Hoch von vor zwei Wochen verloren – ist also nun offiziell in einer Korrektur. Retten morgen die Zahlen der US-Tech-Giganten?

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