Die Aktienmärkte jubeln: Ein überraschender Zoll-Deal zwischen der EU und den USA sorgt für frischen Aufwind an den Börsen. Nach wochenlanger Unsicherheit bringt das Handelsabkommen nicht nur Erleichterung für Investoren, sondern könnte auch einen drohenden Handelskrieg abwenden. Während der US-Leitindex S&P 500 seine Rekordjagd fortsetzt, reagiert Europa mit Kursgewinnen – ein Moment geopolitischer Entspannung, der weltweite Finanzmärkte elektrisiert. Doch wie nachhaltig ist dieser neue Optimismus?
Aktienmärkte jubeln nach Zoll-Deal
Die Rekordrallye an den US-Aktienmärkten dürfte sich fortsetzen, da die Europäische Union mit Präsident Donald Trump ein Handelsabkommen erzielt hat, welches die Befürchtungen vor einem schädlichen Handelskrieg weiter abbaut.
Die Futures für den S&P 500 stiegen um 0,4 %, nachdem der Index in der vergangenen Woche fünf Mal in Folge ein neues Allzeithoch erreicht hatte. Kontrakte für europäische Aktien legten nach der Einigung, die Zölle von 15 % auf die meisten Exporte der Union vorsieht, ebenfalls zu zu. Der heimische DAX steht wieder an der wegweisenden Marke von 24.500 Punkten. Der MSCI All Country World Index notierte auf einem Rekordhoch, während asiatische Aktien leicht zulegten. Der Euro legte gegenüber dem Dollar zu. Rohöl stieg um 0,3 %. Staatsanleihen und der Dollar-Index blieben stabil.
Laut einem Bericht von Bloomberg schöpfen die sich von den Tiefstständen im April erholenden Aktienmärkte Zuversicht aus dem jüngsten Handelsabkommen und den Anzeichen für eine Verlängerung der Waffenruhe zwischen den USA und China um weitere 90 Tage. Dies dämpft die Befürchtungen hinsichtlich der von Trump verhängten Zölle. Dieser Optimismus wird in dieser Woche jedoch auf die Probe gestellt: Es werden wichtige Daten veröffentlicht, die Sitzungen der US-Notenbank und der Bank of Japan finden statt und die Ergebnisse einiger Magnficent Seven stehen auf der Agenda. All dies könnte die Aussichten für die Aktienmärkte und die Weltwirtschaft beeinflussen.
„Die Handelsabkommen fallen ‚weniger schlecht als erwartet‘ aus“, sagte Chi Lo, Senior Market Strategist für den asiatisch-pazifischen Raum bei BNP Paribas Asset Management, im Bloomberg TV. „Diese veränderten Erwartungen und Stimmungen haben die Aktienmärkte in den letzten Wochen beflügelt. In Zukunft müssen wir jedoch sehen, dass die Fundamentaldaten wieder eine Rolle spielen.“

Trump und von der Leyen mit Einigung
Trump und die Präsidentin der EU-Kommission, Ursula von der Leyen, gaben am Sonntag in Trumps Golfclub in Turnberry, Schottland, eine Einigung bekannt, ohne zu viele Einzelheiten zu nennen oder schriftliche Unterlagen zu veröffentlichen. Die hart erkämpfte Vereinbarung sieht vor, dass die EU auf die meisten ihrer Exporte, darunter auch Automobile, Zölle in Höhe von 15 Prozent zahlen muss. Dadurch wird ein Handelskrieg abgewendet, der der Weltwirtschaft einen schweren Schlag versetzt hätte.
Asiatische Aktien mit starker Europa-Exposure legten am Montag nach Unterzeichnung des Handelsabkommens zu.
Garfield Reynolds, Stratege bei Markets Live, sagt: „Die Einigung wird für Aktienanleger weltweit eine Erleichterung sein, auch wenn die Reaktion in Form einer Rallye eher moderat ausfallen dürfte, da ein solches Abkommen nach dem Pakt mit Japan wahrscheinlich bereits weitgehend eingepreist war.” Der „Sell America”-Trend wird durch diese Handelsabkommen möglicherweise nicht zurückkehren, aber es ist wahrscheinlich, dass zunächst andere Märkte gekauft werden.
Unterdessen legten die Aktien in Hongkong zu, nachdem die „South China Morning Post” berichtet hatte, dass die USA und China ihre Zollpause voraussichtlich um weitere drei Monate verlängern werden. US-Finanzminister Scott Bessent und der chinesische Vizepremier He Lifeng wollen sich am Montag in Stockholm treffen. Die Aktienmärkte auf dem chinesischen Festland gaben um 0,2 % nach.
Außerdem hob Goldman Sachs das 12-Monats-Ziel für den MSCI China Index aufgrund höherer Bewertungen, besserer Aussichten für ein Handelsabkommen und eines stärkeren Yuan an.
Hektische Handelswoche voraus
Es wird eine hektische Woche mit einer Flut an Quartalszahlen, dem Fed-Entscheid und frischen Wirtschaftsdaten.
In Japan signalisierte der amtierende Premierminister Shigeru Ishiba, dass er trotz zunehmender Rücktrittsforderungen aus den Reihen seiner Regierungspartei im Amt bleiben wolle. Ishiba steht am Montag vor einer entscheidenden Sitzung der Abgeordneten seiner Partei.
„Der Konsens am Markt ist, dass Ishiba im Amt bleiben wird. Sollte er jedoch seinen Rücktritt ankündigen, wäre dies eine positive Überraschung für die Aktienmärkte, da ein Regierungswechsel die Wirtschaft ankurbeln dürfte“, sagte Shoji Hirakawa, Chefstratege bei Tokai Tokyo Intelligence Lab.
Im weiteren Verlauf der Woche wird die Bank of Japan die Zinsen voraussichtlich unverändert lassen. Die Händler werden dabei aufmerksam auf Hinweise der Zentralbank zu ihrer künftigen Ausrichtung achten. Auch die US-Notenbank Fed dürfte vorerst nicht an der Zinsschraube drehen. Analysten rechnen frühstens im September mit einer Zinssenkung.

Ebenfalls diese Woche wird der US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht und die „Magnificent Seven“ – Apple, Amazon.com, Microsoft und Meta Platforms – werden ihre Quartalszahlen bekannt geben. Robuste Unternehmensgewinne haben das Vertrauen der Anleger in die US-Aktienmärkte gestärkt, da die Unternehmen auf den höchsten Anteil an Gewinnen über den Erwartungen seit dem zweiten Quartal 2021 zusteuern.
Fortschritte bei Handelsabkommen, positive Wirtschaftsdaten und die Widerstandsfähigkeit der Unternehmen gleichen die Sorgen über eine Überhitzung der Aktienmärkte aus. Laut Daten von Bloomberg Intelligence haben mehr als 80 % der S&P-500-Unternehmen die Gewinnprognosen übertroffen.
FMW/Bloomberg
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Was man als „politischen“ Erfolg werten mag, wird sich sicherlich nicht 1:1 auch in wirtschaftlicher Hinsicht verkaufen lassen . Mit einer gewissen Verzögerung wird man bemerken, das sich für gar nicht so wenige die Wirtschaftlichkeit zu einem Markt in den USA nicht mehr rechnen und rechtfertigen lässt. Und ob darüber hinaus der Einkauf von Energie wirklich so von statten gehen wird, lässt sich ebenfalls bezweifeln. Und noch interessanter wird es dann wenn sich herausstellt, das so manches Unternehmen dann doch nicht mehr in Amerika investieren und produzieren will!!! Eine Rechnung mit erwartet so vielen Unbekannten kann nicht seriös werden! Warum sollte ein deutsches Unternehmen für Deutschland und den europäischen Markt in den USA produzieren geschweige denn in top noch investieren? Die Margen sind vielerorts nicht so groß, das es sich rechnen lässt. Da werden viele EUROS dann doch nicht nach Amerika wandern und dann gibt’s Zoff, weil kaum jemand die wirtschaftlichen Versprechen der Polit- Prominenz bezahlen wird. Wie sagte doch Mal jemand: „Geld ist geil wie ein Bock, aber scheu, wie ein Reh!“. Ich tippe Mal auf viele scheue Rehe, denn DT kann sich in ein zwei Monaten schon wieder von einer ganz anderen Seite präsentieren. Und bald schon wird man an den berühmten „Sieg bei Phyrros“ erinnert.
Also die Überschrift in Beziehung zu den Kursen die man da heute so sieht…
Sicher?