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Einigung mit Risiko Zollstreit trotz Deal: Trump und EU widersprechen sich

Zollstreit trotz Deal: Trump und EU widersprechen sich
Grafik: ChatGPT

Ein neuer Zoll-Deal zwischen der EU und den USA sorgt für Aufsehen: Während das frisch ausgehandelte Handelsabkommen Stabilität verspricht, offenbaren widersprüchliche Aussagen zwischen US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen tiefgreifende Unstimmigkeiten. Was zunächst wie ein Durchbruch wirkt, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als ein potenzieller Zankapfel über Zölle, Arzneimittel und Metallexporte. Steht das transatlantische Bündnis vor einem neuen Balanceakt?

EU-USA-Zolldeal: Widersprüche

Wie Bloomberg berichett, schienen sich US-Präsident Donald Trump und EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einigen wichtigen Details ihres neuen Handelsabkommens uneinig zu sein. Dies unterstreicht die Schwierigkeiten, die bei der Umsetzung dieses Abkommens auftreten könnten.

Die Europäische Union erklärte, sie werde einen Zollsatz von 15 Prozent auf fast alle ihre Exporte in die USA akzeptieren. Trump sagte Reportern, die EU habe auch zugestimmt, ihre „Länder für den zollfreien Handel zu öffnen”. Nach dem Deal scheint Donald Trump der klare Sieger im Zollstreit mit der EU zu sein. Die Aktienmärkte reagierten indessen positiv auf die positiven Nachrichten von der Zollfront. Da es weiterhin an Details zum Deal fehlt, besteht für die Märkte jedoch weiterhin ein Risiko.

Nach seinem Treffen mit von der Leyen am Sonntag erklärte Trump, dass Arzneimittel — ein Streitpunkt in den Verhandlungen — nicht in das Handelsabkommen einbezogen würden. Damit schien er anzudeuten, dass die USA für diese Produkte doch höhere Zölle erheben könnten.

In einer separaten Pressekonferenz sagte von der Leyen: “Die EU hat 15% für Arzneimittel zugestimmt.” Sie fügte jedoch hinzu: “Alle späteren Entscheidungen — des US-Präsidenten — stehen auf einem anderen Blatt.”

Später erklärten hochrangige US-Beamte, dass sich beide Seiten auf einen Zollsatz von 15% für Arzneimittelexporte aus der EU geeinigt hätten. Eine separate Untersuchung gemäß Section 232 zu Arzneimitteln werde in den nächsten drei Wochen noch durchgeführt, der EU-Zollsatz werde jedoch bei 15% bleiben.

Halbleiter und Raumfahrt bleiben außen vor

Die USA haben Untersuchungen eingeleitet, um zu prüfen, ob der Import bestimmter Produkte, beispielsweise aus der Luft- und Raumfahrtindustrie und von Halbleitern, eine Bedrohung für die nationale Sicherheit des Landes darstellt. Dies könnte zu gesonderten Zöllen auf bestimmte Sektoren führen.

Handelsabkommen erfordern in der Regel jahrelange Verhandlungen und können mehrere Tausend Seiten umfassen. Die Gespräche über die am Sonntag erzielte vorläufige Vereinbarung begannen bereits im April, konkrete Details scheinen jedoch rar.

Zölle auf Stahl und Aluminium

Auch in einem anderen umstrittenen Sektor gingen die Meinungen zwischen der EU und den USA auseinander. Trump erklärte, die 50-prozentigen Zölle auf Stahl und Aluminium würden “so bleiben, wie sie sind”. Von der Leyen sagte hingegen, dass die “Zölle auf Metalle gesenkt und ein Quotensystem eingeführt” werde.

Die Vereinbarung gilt nicht für die Stahl- und Aluminiumausfuhren der EU, die laut hochrangigen US-Beamten weiterhin mit Zöllen in Höhe von 50% belegt bleiben. Die Zölle auf Luft- und Raumfahrtprodukte bleiben unterdessen bis zum Ergebnis einer Untersuchung gemäß Section 232 bei 0%.

Von der Leyen argumentierte, sie habe für Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks Sicherheit und Stabilität geschaffen. Es ist jedoch alles andere als klar, ob die EU und die USA ihre Differenzen in den vielen noch offenen Streitfragen beilegen können.

“Der Fokus wird sich nun auf Interpretations- und Umsetzungsrisiken verlagern, die eine Mischung aus politischen und technischen Fragen aufwerfen”, schrieb Carsten Nickel, stellvertretender Forschungsdirektor bei Teneo, in einer Mitteilung. “Angesichts der Art des Handelsabkommens dürften erhebliche Unsicherheiten bestehen bleiben.”

FMW/Bloomberg



Stefan Jäger
Über den RedakteurStefan Jäger
Stefan Jäger berichtet als Finanzjournalist über das aktuelle Geschehen an den Aktien- und Edelmetallmärkten. Mit fundierter Fundamentalanalyse und präziser Technischer Analyse beleuchtet er zudem Chancen und Risiken verschiedenster Assets.
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5 Kommentare

  1. Trump hat wieder mal bekommen, was er wollte und Ursula kuschte vor ihm, wie ein Schüler vor dem Lehrer mit der Rute… Dass die USA im Gegenzug nicht mal 1% Zölle zahlen müssen, zeigt wie unfassbar schlecht dieser sog. „Deal“ ist! Selbst japan, das ein viel kleinerer Markt ist, bekam mehr. Ergo: unfassbar schlecht verhandelt!!!!

  2. Wird morgen eh wieder über den Haufen geschmissen, wenn nicht sogar heute. Das ist kein Deal, das ist eine mündliche Vereinbarung. Wäre schön, wenn man das Framing dieses blondierten Idioten mit zu viel Bräunungscreme nicht übernehmen würde und es so berichtet, wie es ist.

  3. Dr. Sebastian Schaarschmidt

    Machen wir uns nichts vor.

    Dieser Deal ist schlecht verhandelt.

    Im Moment zahlen wir 50 Prozent auf Stahl und Aluminium und nochmals mindestens 15 Prozent auf Automobile und deren Ersatzteile.
    Dazu dann noch 15 Prozent auf den ganzen, großen Rest.

    Zusätzlich kommen die garantierten Abnahmen für die überteuerten fossilen Brennstoffe aus den USA. Außerdem die Investionszusagen in Milliardenhöhe.

    Die USA hingegen zahlen nichts..nicht das Geringste.

    Die jüngsten Entwicklungen in der Inflation zeigen nämlich ,das die Deutschen nicht die Traute hatten, die Zölle auf ihre Kunden umzulegen..
    Porsche ,VW, Audi..aber auch die Stahlindustrie wird weiter leiden..
    Die 15 Prozentpunkte an Zöllen ist ja nur ein Punkt von vielen.
    Wir leiden unter dem Druck steigender Energiepreise ,seitdem uns Russland nicht mehr mit günstiger Energie beliefert..
    Die Sanktionen gegen Russland, so sinnvoll sie sein mögen, schwächt die Deutschen, zuzüglich der überbordenden Bürokratie..
    Und der DAX?
    Der DAX Kursindex liegt aktuell nicht mal mehr 50 Prozent über dem Niveau der Jahrtausendwende…6266 damals in der Spitze…während die US Indizes mindestens um den Faktor Vier wuchen und zwar alle durch die Bank..
    Beachten Sie bitte, das internationale Indizes immer nur als Kursindexe dargestellt werden…
    Und wenn dann müsste man zum Beispiel den Dax Performance Index mit dem Dow Jones Total Return Index vergleichen…

  4. Was aus Sicht der Vereinigte Staaten eine Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA darstellt, kann ich nicht beurteilen, da wir hier von verdeckten Maßnahmen eines Staates sprechen. Auf daß der 47. US-Präsident Donald John Trump Forschung und Weiterentwicklung diverser ESA-Satelliten aus den Bereichen Navigation, Nachrichtendienste und Internet auf der Internationale Raumstation ISS als konstruktiv/zielführend für Washington D.C. ansieht.

  5. @Redaktion
    Sie benutzen immer öfter synthetisch-gekünstelte und leider extrem „billig“ wirkende Bilder von generativer KI wie ChatGPT.
    Auf mich wirkt die Bildsprache Ihrer Artikel in Teilen inzwischen unseriös und zugleich unfair gegenüber Fotografen, die Momente des Lebens authentisch mittels viel Berufserfahrung und eines geschulten, kreativen Auges festhalten.

    Das Headerbild zu dieser Publikation ist einfach nur schrecklich, ebenso andere Versionen in kürzlich erschienenen Artikeln, wo weder Lichtverhältnisse, noch die gesamte Stimmung auch nur ansatzweise realistisch oder ansprechend wirken.
    Frau von der Leyen ist teilweise mit Ausnahme der Frisur kaum zu erkennen, während Donald Trump durchgehend übertrieben euphemistisch dargestellt wird. Vor allem, aber nicht nur, hinsichtlich seiner bizarren «Trendfrisur» und lächerlich kaschierten Glatze.
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/USA-EU-Handelsabkommen_ChatGPT-scaled.jpg
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/Zoll-Deal-treibt-Aktienmaerkte_ChatGPT-scaled.jpg
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/Zollfront-gegen-USA-darum-steigt-gold-wieder-an-26-07-2025-scaled.jpg

    Zugegebenermaßen fällt es sogar Künstlicher Intelligenz schwer, eine der im wahren Leben hässlichsten und verwelktesten Kreaturen des Planeten satirisch nochmals zu überzeichnen. Natürlich auch, was Frisur und Glatze betrifft 😘
    https://i.guim.co.uk/img/media/8dfdec73c7439baa3c048dace4e9e2dd39079753/0_0_2902_1741/master/2902.jpg?width=1900&dpr=2&s=none&crop=none
    https://image.kurier.at/images/cfs_landscape_1864w_1049h/2542432/46-108289946.jpg
    https://smartcdn.gprod.postmedia.digital/nationalpost/wp-content/uploads/2018/01/gettyimages-635096584.jpg

    Aber dann doch lieber noch die Darstellungen im Comic-Style, obwohl auch die das untere Mittelmaß – geschweige denn, die künstlerischen Fähigkeiten eines 12-jährigen Kindes – nicht überschreiten.
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/autoaktien-1-scaled.jpg
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/Trump-Wirtschaftsordnung_ChatGPT-scaled.jpg
    https://finanzmarktwelt.de/wp-content/uploads/2025/07/trump-eu-chatgpt-scaled.jpg

    Ich befürchte, Sie unterschätzen den wirkmächtigen Einfluss von Bildern auf die empfundene Seriosität und Glaubwürdigkeit ganzer Artikel. Das sind beides wichtige Werte und Kriterien, die auf Leser im Hinblick auf so manchen FMW-Autoren ohnehin bereits ziemlich mitgenommen, ausgelaugt und beschädigt wirken.

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