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Zwei Faktoren reißen den Ölpreis derzeit hoch – alle Augen auf heute 16:30 Uhr

Der Ölpreis ist diese Woche gut am Steigen. Montag fand eine Konferenz in St. Petersburg statt, an der die OPEC und Nicht-OPEC-Staaten teilnahmen, die sich für die Fördermengenkürzung zusammengetan hatten. Neben der Hauptaussage des Meetings, dass man die…

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FMW-Redaktion

Der Ölpreis ist diese Woche gut am Steigen. Montag fand eine Konferenz in St. Petersburg statt, an der die OPEC und Nicht-OPEC-Staaten teilnahmen, die sich für die Fördermengenkürzung zusammengetan hatten. Neben der Hauptaussage des Meetings, dass man die Kürzungen wenn nötig auch über März 2018 hinaus verlängern könnte, bleibt für den Ölmarkt kurzfristig die wichtigere Aussage der Saudis übrig, dass man im August seine Exportmenge auf 6,6 Millionen Barrels pro Tag kürzen werde, was 1 Million Barrels pro Tag unter dem Wert von vor einem Jahr liege. Das pusht den WTI-Ölpreis seit Montag Abend von 46,40 bis jetzt auf 48,23 Dollar.


Der WTI-Ölpreis seit dem 18. Juli.

Als zweiter antreibender Faktor für den Ölpreis ist gestern Abend die Vermeldung der API-Daten „mit auf den Zug aufgesprungen.“ Gestern um 22:35 Uhr deutscher Zeit vermeldete das private Institut API seine Schätzung für die aktuellen Öl-Lagerbestände in den USA, wie jede Woche. Dieses Mal ist es ein Rückgang von satten 10,2 Millionen Barrels, wobei die Marktschätzungen bei nur -3 Millionen lagen. Das ist (wenn API recht behält) der größte Rückgang der US-Lager auf Wochenbasis seit September 2016. Die Benzinbestände hingegen stiegen um 1,9 Millionen Barrels bei -1,8 Mio Erwartung.

Aber die Headline-Zahl von -10,2 Mio beim Rohöl, die hat den Ölpreis (WTI) seit gestern Abend noch weiter gepusht von 48,00 auf 48,64 Dollar (aktuell 48,23 Dollar). Für den globalen Ölmarkt können die Rückgänge in den USA bedeuten, dass sie auch andernorts rückläufig sind. Und genau das ist die zentrale Hoffnung der Teilnehmer der Fördermengenkürzung – nämlich dass die weltweiten Öl-Lagerbestände spürbar zurückgehen. Und da die US-Daten wöchentlich geliefert werden, und am Verlässlichsten sind, werden sie im Tagesgeschäft am Ehesten beachtet.

Wie der folgende Chart gut zeigt, hatten die US-Lagerbestände im April mit 535 Millionen Barrels ihren Höhepunkt erreicht, und sind seitdem bis jetzt auf 490,6 Millionen Barrels gefallen. Also, heute um 16:30 Uhr steht der große Showdown an. Soll der Ölpreis weiter steigen, müssen die API-Daten bestätigt oder noch übertroffen werden!

Übrigens: Vorgestern hatte das US-Unternehmen Anadarko Petroleum neben einem Verlust auch veröffentlicht, dass man sein Budget für Investitionen um 300 Millionen Dollar reduzieren werde, aufgrund der schwachen Ölpreise, wie das Unternehmen sagte. Damit ist es seit mehreren Monaten das erste bedeutende Unternehmen aus der Branche, dass seine Investitionen zurückfährt. Auch der Chef des Öl-Ausrüsters Halliburton sagte jüngst, dass er sehe, dass das Wachstum bei der Zahl der aktiven Öl-Bohrstellen in den USA sich wohl verlangsame. Was bedeutet das? Erst einmal eine Pause bei dem monatelangen Ausbau der US-Ölförderung? Noch ist das nicht sicher.


Die US-Öl-Lagerbestände seit Oktober 2015.

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