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Zypern widerruft Zulassungen für zahlreiche Anbieter von Binären Optionen – die Südsee ruft…

FMW-Redaktion

Zypern war neben London bisher der zweite wichtige Hotspot für Anbieter von Forex, CFDs und Binären Optionen für Privatkunden in der EU. Schwammig, leicht bis gar nicht reguliert, das war wohl genau nach dem Geschmack einiger Anbieter. Aber wie wir mehrmals berichteten, hat man auf Zypern in den letzten Monaten mehrmals die Restriktionen für die Branche angehoben. Darunter fielen wichtige Punkte wie die Empfehlung maximaler Hebel beim Forex-Trading.

Dazu kamen zuletzt viele eigentlich selbstverständliche Anforderungen wie der Nachweis vernünftiger kaufmännischer Abläufe bei den Anbietern (vereinfacht zusammengefasst). Ein entscheidender Punkt für viele Anbieter gerade von Binären Optionen schien bislang das Anbieten von Bonus-Zahlungen zu sein. Zahlt ein Kunde Geld ein und handelt ein bestimmtes Volumen, erhält er einen Cash-Bonus. Diese Verlockung war wohl so gut, dass viele Neukunden wild drauf los handelten in Aussicht auf den Bonus. Dass sie dabei zügig ihr eigenes eingezahltes Kapital durchbrachten, war ihnen wohl gar nicht so bewusst.

Die zypriotische Finanzaufsicht CySec hatte dieses Bonus-Problem erkannt und das Anbieten dieser Bonus-Anreize verboten. Werbetechnisch wird das wohl ein echtes Problem gewesen sein um Neukunden anzulocken. Jetzt aktuell zieht die CySec die Zügel noch weiter an, und hat bei 7 Binären Optionen-Anbietern (die letztlich nur vier verschiedenen Eigentümern gehören), die Zulassung als Finanzdienstleister auf Zypern widerrufen. Die Anbieter-Namen sind:

ProOptions
TopOption
Prestige Option
TradersTrust
Excellence Option
Dragon Options
Platinium Option

Sie haben nun 10 Tage Zeit die vorgeworfenen Missstände zu beseitigen, die da wären.

1. section 67 of the Law (Own funds), and
2. Article 92(1) of the European Regulation No. 575/2013 (Capital adequacy ratio).

Im Klartex: Die CySec bezweifelt, dass diese Firmen genug Eigenkapital vorhalten um dauerhaft einen sicheren Geschäftsbetrieb aufrecht erhalten zu können. So interpretieren wir das mal. Ob die Anbieter in der Lage oder willens sind dies in 10 Tagen zu ändern, kann bezweifelt werden. Erst recht, wenn man die vorher aufgezählten Einschränkungen für deren bisherigen Geschäftsaktivitäten nimmt.

Einer der oben aufgezählten Anbieter „Dragon Options“ hat zügig reagiert und seinen Sitz (ähhh Briefkasten) auf die Südseeinsel Vanuatu verlegt. Die liegt irgendwo auf grob gesagt halber Strecke zwischen Australien und den Fidschi-Inseln. Alles klar? Was lernt man daraus? Wer als Kunde hier „mitzieht“ und später einmal aus irgendeinem Grund unzufrieden mit so einem Anbieter ist, der muss zusehen, wie er rechtlich mit einem Briefkasten in der Südsee zurecht kommt.

Zurück zur CySec. In den nächsten 10 Tagen dürfen die angesprochenen Broker über diese Vehikel mit Zypern-Zulassung kein neues Geld von Kunden annehmen, keine Kundenaufträge irgendwelcher Art ausführen, keine Werbung machen, und sie müssen die vorübergehende Widerrufung ihrer Zulassung auf ihren Webseiten klar kenntlich machen.

Aktualisierung 04.04.2017:

Der Anbieter TTCM (Traders Trust) bittet uns darauf hinzuweisen, dass die CySec gestern bereits die Widerrufung der Lizenz zurückgenommen hat, was unter diesem Link einzusehen ist. Unser gestriger Artikel hatte sich anscheinend mit der gestrigen Korrekturmeldung der CySec zeitlich überschnitten! In einem heute erscheinenden aktuellen Artikel gehen wir darauf nochmal kurz ein.



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